Karen Duve Anständig Essen

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Inhaltsangabe zu „Anständig Essen“ von Karen Duve

„Manchmal wünschte ich, ein Hackbraten wäre wieder ein Hackbraten, ein Grillfest ein großes Vergnügen und ich könnte in eine Bratwurst beißen, ohne dass dafür an finsteren Orten wochen- und monatelang gelitten wird.“ Bestsellerautorin Karen Duve wollte herausfinden, ob man sich heutzutage noch irgendwie moralisch korrekt ernähren kann. Und so wurde sie probeweise zur Bio-Käuferin, zur Vegetarierin, Veganerin und Frutarierin und schrieb ein ebenso augenöffnendes wie eindringliches Buch darüber. Ohne Moralpredigt, dafür mit dem ganz speziellen, knochentrockenem Duve-Humor.

Umdenken!!!

— Quallenfischfrau
Quallenfischfrau

Nach dem Buch ist alles anders. Du kannst es nicht einfach weglegen und weiter essen, wie bisher. Dafür weißt Du jetzt zu viel.

— JoJansen
JoJansen

Ganz gut, aufrüttelnd, aber die Autoren wird dann zur Missionarin und das mag ich nicht.

— literat
literat

Im Großen und Ganzen wirkt die Autorin auf mich sehr inkonsequent und naiv.

— Tshael
Tshael

Gute Idee , teilweise humorig, teilweise aber auch total daneben. Letztendlich für mich die falsche Art ein so wichtiges Thema rüberzubringe

— Wolly
Wolly

Geniales, interessantes Sachbuch! Von einer großartigen Autorin!!

— Tine_Kempf
Tine_Kempf

Sehr informativ und unterhaltsam

— Tamaru
Tamaru

Gut und unterhaltsam geschrieben, auch wenn die Autorin es sich letztlich nicht verkneifen kann, Partei zu ergreifen.

— Elwe
Elwe

Ich kann mich Sky nur anschließen: Duves Humor ist wunderbar und die Fakten überzeugen selbst ohne erhobenen Finger.

— Kanjuga
Kanjuga

Ein aufrüttelndes Buch mit moralischen und kritischen Anspruch. Viel trockner Humor und fehlende Moralpeitsche machen es absolut lesenswert!

— Sky
Sky

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  • Lesenwerter Erfahrungsbericht

    Anständig Essen
    winter-chill

    winter-chill

    04. August 2016 um 20:16

    Kann man sich heutzutage überhaupt noch moralisch korrekt ernähren? Und was sind wir überhaupt bereit aus Rücksicht auf unsere Mitlebewesen zu opfern? – Diese Fragen stellt sich die Autorin Karen Duve und lässt sich auf ein Experiment ein: Fast ein ganzes Jahr lang testet sie Lebensweisen mit moralischen Anspruch. Sie kauft zwei Monate lang nur noch Bioprodukte, ernährt sich zwei Monate probeweise vegetarisch, vier Monate vegan und wird zum Schluss sogar noch zur Frutarierin. Natürlich bleibt es nicht nur beim Selbstversuch: Karen Duve setzt sich auch intensiv mit den jeweiligen Weltsichten auseinander. Sie trifft und interviewt Vertreter und Gegner der verschiedenen Lebensweisen und Weltanschauungen, wälzt Bücher oder fährt zu Tagungen. Und so ist dieses Buch nicht nur ein interessanter Erfahrungsbericht, sondern bietet eben auch ganz viele Hintergrundinformationen zu Themen rund um Ernährung, Tierhaltung, Landwirtschaft, Jagd und Gesundheitspolitik. Sehr sympathisch an diesem Buch fand ich, dass Duve zu keiner Zeit den Zeigefinger erhebt. Im Gegenteil: Sie beschreibt sich gleich zu Beginn selbst als jemand, der nicht gerade zur Gesundheitsfraktion gehört und bislang nicht viel über das, was er isst, nachgedacht hat. Über ihre Erfahrungen berichtet sie mit ganz viel knochentrockenem Humor, setzt sich mit den Themen sehr kritisch auseinander und bringt auch immer die Gegenseite ins Spiel. Ein äußerst lesenswerter Erfahrungsbericht: flüssig geschrieben, humorvoll, gut recherchiert und gerade deswegen sehr augenöffnend.

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  • Hinterher weißt Du zu viel ...

    Anständig Essen
    JoJansen

    JoJansen

    30. May 2016 um 21:14

    Von diesem Buch hatte mein Mann schon bei einem unserer ersten Dates geschwärmt. Fünf Jahre später las ich es endlich. Genau zu einer Zeit, als ich mit meiner Ernährung nicht mehr wirklich zufrieden war. Daher fand ich die Idee Karren Duves, im Selbstversuch sich je zwei Monate Bio, vegetarisch, vegan und zum Schluss sogar frutarisch zu ernähren, interessant und auch irgendwie witzig. Vor allem, weil ich es ja nur lesen und nicht selbst ausprobieren musste. Ich könnte schön von den Erfahrungen der Autorin profitieren, mir meine eigene Meinung bilden und danach ein bisschen was an meiner Ernährung ändern. Dachte ich. Dann begann ich zu lesen. Der Erzähl-Stil ist angenehm, die Mischung abwechslungsreich, so dass es nie langweilig wird. Erfahrungen des Selbstversuchs, Anekdoten aus dem Leben mit den Haustieren, immer wieder "Jiminy Grille" als ins Gewissen redende Freundin, und harte Fakten, die man nicht gern liest, die aber Tatsachen widerspiegeln. Manche Erfahrung der Autorin deckte sich mit meinen stichprobenartigen Tests der genannten Ernährungsformen. Bio ist gut und inzwischen an jeder Ecke zu haben, aber Bio ist nicht gleich Bio. Warum Vegetarier einerseits auf Fleisch und Wurst, Veganer sogar auf Käse und Milch verzichten, sich andererseits aber seltsam schmeckende teure Ersatzlebensmittel kaufen, konnte ich noch nie verstehen. Wenn ich keine Wurst essen will, dann brauche ich auch keine in Wurstform gepresste Sojapaste. Aber ein bisschen weniger Fleisch zu essen, noch dazu vom Bio-Bauern, das war doch wirklich kein Verbrechen. Dachte ich. Dann las ich weiter. Und ich bekam ein Problem. Karen Duve hat nicht einfach nur anders gegessen, sie hat sich auch mit der Philosophie beschäftigt, die dahinter steckt und mit den grausem Fakten, wie unsere Landwirtschaft funktioniert. Kurz zusammengefasst geht es um die Frage, ob wir Menschen das Recht haben, andere Lebensformen auszubeuten, zu quälen und zu töten, um unserem Genuss zu frönen. Wiegt das Leid der Tiere, insbesondere in Massentierhaltung, weniger schwer, weil es ja nur dumme Tiere sind und wir Menschen die intelligente Krone der Schöpfung? Haben vielleicht sogar Pflanzen Gefühle? Viele Fragen, die in eine Antwort mündeten: Aus moralischer Sicht ist es nicht vertretbar, Tier zu töten, um sie zu essen, Kälbchen ihrer Mutter zu entreißen, um unseren ständig wachsenden Durst nach Milch zu stillen. Frutarier gehen sogar noch einen Schritt weiter. Wie Karen Duve begann ich zu verstehen, warum sich so viele Menschen dem Wissen um diese grausamen Fakten verweigern. Wenn Du nämlich einmal begriffen hast, was los ist, kannst Du nicht mehr zurück. Du bist nicht mehr der unschuldige Fleischesser, der keine Ahnung hat, woher sein Schnitzel auf dem Teller kommt. Du kannst das Buch nicht einfach durchlesen, beiseite legen und weitermachen wie bisher. Das neue Wissen ist unbequem, vor allem, weil es nicht wirklich neu ist, sondern weil wir es eigentlich schon immer geahnt haben. Und nun? Vegan klingt eigentlich ganz lecker, wenn man den komischen Käse-Ersatz nicht essen muss. Frutarier scheint zumindest im Sommer ein interessanter Weg zur Bikini-Figur zu sein. Ich glaube, ich gehe morgen einkaufen. Mal sehen, was Wochenmarkt und Bio-Laden zu bieten haben. Einen Tipp für die Autorin habe ich auch noch: Statt in Bäckereien nach veganem Brot zu fragen und ob die Backbleche nicht doch mit Butter gefettet wurden - einfach selbst Brot backen. Fazit: 5***** und Lese-Empfehlung. Zu Risiken und Nebenwirkungen wird sich Dein Gewissen schon melden ...

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  • Gut, ist mir aber zu missionarisch

    Anständig Essen
    literat

    literat

    22. September 2015 um 12:10

    Die Autorin macht sich GEdanken über ihr Essen und über ihr Essverhalten und über Lebensmittel und beschließt unterschiedliche "Essverhalten" auszuprobieren. Sie wird zur Vegetarierin, zur Veganerin, zur Frunktarierin und informiert sich im Detail auch über diese Lebensstile. Und das macht sie auch ausführlich und man wird als Leser schon auch dazu gebracht, über seine eigene Lebensweise nachzudenken. Da ich ja bereits Vegetarierin bin, kann ich ihre Argumentation für diesen Lebensstil sehr gut nachvollziehen und gutheißen. Milch, Eier und Käse esse ich aber immer noch, wobei das auch ein Kompromiss ist. Eier esse ich und meine Familie ausschließlich aus eigener HÜhnerhaltung und Milch und Milchprodukte kaufe ich auch nur in Bio-Qualität. Das lehnt die Autorin auch ab, weil sie ja das Ausnutzen und Unterdrücken der Tiere komplett ablehnt. Da bin ich etwas anderer Ansicht, ich denke, wenn die Tiere ein gutes, artgerechtes Leben führen, dann ist es OK, wenn wir ihnen auch was dafür wegnehmen. Mich stört an der Autorin, dass sie irgendwann das missionieren beginnt. Das find ich grundsätzlich schlecht. Ich kann gerne nach meinen Vorstellungen leben und meinem Umfeld meinen Lebensstil sozusagen als Beispiel vorleben, aber dann meinem Umfeld das als alleinseligmachendes Konzept vorzupredigen und ihren Lebensstil zu verdammen, das ist nicht OK.

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  • Anständig Essen

    Anständig Essen
    Tshael

    Tshael

    30. August 2015 um 09:24

    Titel: Anständig Essen – Ein Selbstversuch Autor: Karen Duve, Taschenbuch: 336 Seiten, Verlag: Goldmann Verlag, Erscheinungsjahr: 2012, Sprache: Deutsch, ISBN-10: 344247647X, ISBN-13: 978-3442476473   Inhalt: Um herauszufinden ob man sich in der heutigen Zeit noch „moralisch korrekt“ ernähren kann startet die Autorin Karen Duve einen Selbstversuch. Zuerst lebt sie nur von Bio-Produkten. Dann wird sie Vegetarierin, Veganerin und zum Schluss Frutarierin. Was sie während dieser Zeit erlebt, das erfährt der Leser auf über 300 Seiten in diesem Buch.   Kritik: Was mich gleich zu Anfang gestört hat waren die fehlenden Informationen zur Autorin selbst. Wer sie ist, wo und wie sie lebt … Neben ihren persönlichen Erlebnissen während dieses Versuchs gibt sie einige Anekdoten zum Besten, bombardiert den Lesern mit Zahlen und Fakten und hebt immer wieder den Zeigefinger. Diese Mischung könnte abwechslungsreich und erfrischend sein, ist es aber für mich nicht. Im Gegenteil, es wirkt durcheinander und wuselig, als hätte sie sich nicht entscheiden können ob sie nun ein Sachbuch oder einen Erfahrungsbericht schreiben wollte. Was mir auch sauer aufstieß war dieser plötzlicher Wandel hin zur militanten Vegetarierin, obwohl ihr vorher schon die Umstände der Massentierhaltung bekannt waren, ohne dass dies Auswirkungen auf ihre Ernährung hatte. Dazu der Versuch ihre Katzen vegetarisch zu ernähren – Tiere, die Fleisch brauchen, um zu überleben. Das ist für mich schon Tierquälerei. Im Großen und Ganzen wirkt die Autorin auf mich sehr inkonsequent und naiv. Natürlich schmeckt eine Tomate im Januar nicht so wie eine frisch vom Strauch. Auch wenn sie Bio ist.

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  • Gut gedacht, schlecht gemacht

    Anständig Essen
    Wolly

    Wolly

    Inhalt: Die Autorin Karen Duve beschäftigt sich in Anständig essen mit einem Selbstversuch. Sie möchte mehr auf ihre Lebensweise achten und ein besseres Gewissen gegenüber Tieren und der Umwelt allgemein. Für ihr Experiment beginnt sie mit der Umstellung auf Bio-Nahrung und wird im letzten Schritt sogar zeitweise Frutarierin. Meinung: Pro: - Die Idee der Aufklärung über die Zustände der Massentierhaltung, Klimaerwärmung etc. Hier bietet die Autorin eine gute Bandbreite mit wertvollen Infos. - Die Tatsache das es ein Selbstversuch ist, kein Hörensagen Contra: - Die Art und Weise wie hier die Moralkeule geschwungen wird. Von belehrend bis beleidigend. Zum Thema Moralkeule ein Zitat: "Bei einer so streng moralischen Lebensführung wie der eines Frutariers reizt es ethisch tiefer agierende Subjekte nun einmal, ein Haar in der Früchtesuppe zu finden" Damit schießt sie leider genau in die Schiene die Vorurteile gegenüber Vegetariern, Veganern etc. entstehen lässt. - Die Umsetzung des Selbstversuches. Zwar Bionahrung kaufen, aber statt ums Eck, zig Kilometer zu einem Laden fahren weil der die bessere Auswahl hat. Das macht die eigentlich gute Idee schon wieder zu nichte. Leider zieht sich die mangelnde Konsequenz durch das komplette Buch. Fazit: Interessante Thematik schlecht umgesetzt. Wer es schafft wirklich nur den Kern der Aussage wahrzunehmen und über den Rest hinwegzulesen, der könnte Gefallen an dem Buch finden. Wer nur Fakten lesen möchte ohne beleidigenden Fingerzeig der ist bei anderen Werken besser aufgehoben.

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    • 3
  • Was soll ich essen?

    Anständig Essen
    Sokrates

    Sokrates

    10. January 2015 um 11:04

    Karen Duves Roman/Sachbuch hatte ich bereits vor ein paar Jahren gelesen und es damals mit nur zwei Sternen bewertet. Als mir vor ein paar Wochen eine Freundin das Buch nochmals in die Hand drückte und meinte, es habe sie in ihrem Wunsch, Vegetarierin zu werden, bestärkt, entschloss ich mich doch noch einmal, es zu lesen. Mein Ergebnis fällt indes nur um einen Punkt besser aus! Hauptkritikpunkt ist für mich jedoch nicht die Botschaft, die Frau Duve transportieren möchte, sondern die Art ihrer Umsetzung. In mitunter patzigem Tonfall, getragen von anfänglich wenig Einsichtsfähigkeit, wird die Autorin mit dem Lebensmittelproblem unserer Tage konfrontiert: Massentierhaltung, Tierquälerei, Intensivlandwirtschaft und damit einhergehendem unethischen Konsum. Anfängliches Zögern und Ablehnung begleiten die ersten Versuche, sich in ein neues, das bisherige Leben stark einschränkende, Lebens- und Ernährungskonzept einzufinden. Diesen alltagsnahen Dialogen/Monologen stellt die Autorin Sachberichte in nüchternem Tonfall gegenüber, in denen sie Statistiken quält, medizinische Erkenntnisse referiert und über die Produktionsbedingungen unseres Essen nachdenkt. Diese beiden Schreibstile prallen mir häufig zu deftig aufeinander, aber wahrscheinlich mag ich es einfach deshalb nicht, weil mir grundsätzlich Sachbücher lieber sind als Autobiographien. Von daher kann ich das Buch nicht in Gänze ablehnen. Wer einfach, aber überzeugend den Zugang in eine ethischere Konsumwelt mit gleichzeitiger Ernährungsumstellung anpacken will, ist mit Karen Duves Werk mit Sicherheit gut beraten. Wer eine objektive Sachdarstellung sucht, eher weniger.

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  • Alles eine Frage der Perspektive

    Anständig Essen
    Elwe

    Elwe

    12. September 2014 um 03:13

    Karen Duve macht einen Selbstversuch - inspiriert von ihrer moralisch stets überlegenen Mitbewohnerin beschließt sie, die verschiedenen Schärfegrade moralisch höherstehenden Essens jeweils zwei Monate an sich selbst auszuprobieren. In der ersten Phase kauft sie nur noch Bio-Lebensmittel, in der zweiten wird sie zur Vegetarierin, dann zur Veganerin und schließlich zur Fruktarierin, die sich nur noch von Fruchtteilen ernährt, die man ernten kann, ohne die Pflanze zu verletzen.  Sie beschreibt, wie das ihren Alltag verändert und vor allem, wie ihre innere Einstellung davon beeinflusst wird. Das ist vielleicht das Interessanteste: Zwar verkündet der Klappentext, es gäbe keinen erhobenen Moralzeigefinger, aber den gibt es natürlich doch. Auch die Autorin verfängt sich in den moralischen Fallstricken der (vermeintlich) besser Essenden - und spätestens als sie in der frutarischen Endstufe angelangt ist, zeigt sich, dass jede moralische Argumentation immer nur Stückwerk sein kann, dass es für jede These immer auch eine Gegenthese gibt (denn es kommt immer auf den Standpunkt an) und dass man sich spätestens in der Diskussion darum, ab welchem Punkt denn Leben nicht genommen werden darf und ob ein Mückenleben weniger wert ist als ein Hühnerleben als ein Menschenleben, heillos verzetteln kann. Was sie auch tut. Aber auf die allerunterhaltsamste Weise. Denn es macht tatsächlich Spaß, dieses Buch zu lesen, und ja, lädt zum Hinterfragen und Nachdenken an. Und es ist auch nicht schlimm, dass verschiedene Thesen mitunter nur halbgar recherchiert sind - sie erhebt keinen absoluten Wahrheitsanspruch, sondern macht sich nur ihre Gedanken. So wie vielleicht jeder andere auch, würde er ihr Experiment nachvollziehen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Moral und Ethik etwas sehr Kompliziertes sein können, und dass es noch viel komplizierter wird, wenn man den Anspruch erhebt, gewisse Dinge nicht nur zu tun, damit man sich selbst besser und reiner fühlen kann (was immer das heißt). Und die Frage, ob ein bisschen morden weniger schlimm ist als ein bisschen mehr zu morden oder ob es dann nicht eigentlich auch schon egal ist, aber man den Mord dann wenigstens schmerzfrei und mit Glücksdrogen servieren sollte... oder ob die Wahrheit oder die vielen Wahrheiten dann nicht doch wieder ganz wo anders liegen.

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  • Informieren oder Bekehren?

    Anständig Essen
    Columbine

    Columbine

    03. May 2014 um 16:03

    Eine super Idee, verschiedene Ernährungsformen/-philosophien selbst auszuprobieren, bevor man über sie urteilt. Und Respekt an die Autorin, dass sie diesen Versuch anscheinend auch relativ konsequent durchgezogen hat: 2 Monate nur Bioprodukte, 2 Monate Vegetarierin, 4 Monate Veganerin und 2 Monate Fruktarierin. Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch ist, dass die Autorin im Laufe des Versuches logischerweise immer weiter in die Welt des "Tierschutzes" eintaucht und sich das auch im Buch extrem wiederspiegelt. Im ersten Teil des Buches stehen zwar auch Informationen über Massentierhaltung etc., aber je weiter man liest, umso mehr hat man das Gefühl es geht fast nur noch darum. Ich hätte mir vor allem im veganen und frutarischen Teil mehr von der persönlichen Erfahrung gewünscht, wie 'schwer' es wirklich ist, wie schnell man sich umgewöhnt, was sich dadurch verändert... Das wird alles nur kurz angesprochen, dafür wiederholt sich gefühlte 100x, dass jegliche Art von Nutztierhaltung Ausbeutung ist. Wenn ich das nachlesen will, habe ich Möglichkeiten mich zu informieren. In diesem Buch hätten mich mehr die persönliche Entwicklung und genauere Details über die jeweilige Ernährung und Probleme/Vorteile daran interessiert.  Trotzdem 3 Sterne, da ich die Idee gut finde und das Buch alles in allem doch ganz interessant und informativ ist.

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  • Ein guter Einstieg

    Anständig Essen
    WildRose

    WildRose

    16. March 2014 um 09:52

    Ich ernähre mich seit dem Frühjahr 2013 vegan und habe einige Bücher über die vegane Ernährungsweise sowie über Tierrechte gelesen - zum Beispiel "Tiere essen" von Foer, "Animal Liberation" von Singer und "The China Study" von Campbell. "Anständig essen" unterscheidet sich von diesen Büchern natürlich. Es ist kein Sachbuch, sondern die Dokumentation eines Selbstversuches. Duve beschließt, vier verschiedene alternative Ernährungsstile auszuprobieren: Bio, Vegetarisch, Vegan, Fruktarisch. Für Leute, die sich noch nie intensiv mit dem Thema "Was esse ich eigentlich?" auseinandergesetzt haben, ist "Anständig essen" sicherlich eine gute Einstiegslektüre. Man erfährt auch einiges über die Missstände in der Massentierhaltung, wobei es in Wahrheit sogar noch schlimmer ist als in den Beschreibungen Duves ("Animal Liberation" und "Tiere essen" sind da noch schonungsloser). Ich als Veganerin hatte aber das Gefühl, Duve würde ein wenig zu viel jammern. Es gibt so viele leckere vegane Gerichte, sogar im Internet. Aber davon liest man in ihrem Buch recht wenig. Dadurch macht sie manchen Leuten wahrscheinlich eher wenig Lust auf eine ethisch vertretbare Ernährungsweise. Jeder Veganer weiß aber, dass Veganismus nicht Verzicht bedeutet! Gut finde ich es aber, dass die Autorin ihre eigenen Essgewohnheiten kritisch betrachtet. Sie lobt sich nicht selbst und ist am Ende des Buches wohl auch ein wenig enttäuscht darüber, nicht konsequent vegan leben zu können. Das enttäuschte mich auch ein wenig, da sie ja auch mal vegane Rezepte hätte ausprobieren können, die man im Internet zuhauf findet.

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  • Hast du Lust auf eine Revolution in deinem Leben?

    Anständig Essen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. March 2014 um 15:22

    Dieses Buch hat mein Leben verändert! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich 2011 „Anständig essen“ schon einmal angelesen hatte. Damals scheiterte ich nach wenigen Seiten, denn Duve beschrieb unter anderem die Krebserkrankung ihres Hundes. Das war zuviel für mich. Nur wenige Wochen zuvor hatten wir einen Todesfall in der Familie – Krebs. Damals hatte ich es in der Bibliothek ausgeliehen. 1 Jahr später, im Sommer 2012, gab es einen Wühltisch in einer größeren Leipziger Buchhandlung und Duve’s Buch fiel mir abermals in die Hände. „Schicksal!“ dachte ich und nahm es für 4 € mit nach Hause. Es sollte ein weiteres Jahr vergehen, bis ich „Anständig essen“ endlich las. Ich brauchte 3 Wochen um es durchzulesen und das ist für meine Verhältnisse ungewöhnlich lang. Immer wieder musste ich es weglegen, recherchieren, Unmengen Dokus und Zeitungsartikel  zum Thema Fleisch, Fleischkonsum, Vegetarismus, Veganismus usw. durcharbeiten. Dieses Buch hat mein Leben tiefgreifend verändert, es rüttelte mich wach. Ich dachte immer, ich wüsste viel über gesunde Ernährung und die Zustände in der Nahrungsmittelproduktion, war ich doch mein Leben lang gezwungen mich aufgrund einer Nahrungsmittelallergie mit Ernährung zu beschäftigen. Meine Kindheit verbrachte ich wegen eines Kindheitstraumas vegetarisch. Der Vegetarismus prägte auch große Teile meiner Jugend. Heute bin ich 24 und zum ersten Mal in meinem Leben beschäftige ich mich mit Veganismus. Was mir vor ein paar Jahren, oder schlimmer noch, Wochen, als total verschroben vorkam, wird nun langsam zur Lebensphilosophie. Werde ich je wieder ein Stück Fleisch essen oder eine Schokomilch trinken können mit dem Wissen, das ich jetzt habe? Ich hatte es vor 6 Jahren schon einmal mit Sojaprodukten probiert. Die Milch spukte ich nach dem ersten Schluck wieder aus und der Pudding blieb mir im Halse stecken. Außerdem fehlte mir die Motivation mein Essen frisch zuzubereiten. Nach einer gewissen Weile ist man übersättigt von Fleischalternativen und Fertigprodukten. Ich kehrte immer wieder zum Fleischkonsum zurück, blendete die Zustände in den Mastbetrieben und Schlachthöfen ganz bewusst aus. Jetzt kann ich das nicht mehr. Ich bin erwachsen, ich bin alt genug um Verantwortung zu übernehmen. Ich koche für mein Leben gern, liebe Sojaprodukte und habe glücklicher Weise einen Beruf, der es mir finanziell ermöglicht größtenteils in Bioläden einzukaufen. Das bedeutet wiederum nicht, dass ich übermäßig viel Geld verdiene. Aber ich habe meinen Lebensstil in den letzten Monaten sehr umgestellt. In vielerlei Hinsicht übe ich Verzicht. Meine Prioritäten haben sich verschoben. Nun ist mir wichtiger, was ich meinem Körper zuführe, als das, mit was ich ihn schmücken kann. „Anständig essen“ war ein neuer Wegbereiter. Ein weiterer Meilenstein auf dem Pfad meines achtsamen Weges. Duve’s Werk ist geprägt von unendlicher Ehrlichkeit. Denn sie gibt ehrlich zu ein überzeugter Geiz-ist-geil-Kosument unserer auf niedrige Preise wert legenden Gesellschaft gewesen zu sein. Erst ihre Mitbewohnerin, die sie Jiminy nennt, bringt sie dazu, endlich über ihre Ernährungsgewohnheiten nachzudenken. Duve startet einen Selbstversuch. Sie will ein besserer Mensch werden. Zu Beginn ernährt sie sich 2 Monate von Bionahrungsmitteln. Darauf folgen 2 vegetarische Monate. Nachdem sie den Vegetarismus kennen gelernt hat, sieht sie nach all ihren Recherchen nur noch eine vernünftige Lebensweise: den Veganismus. Mit dem kommt sie gut klar, aber sie recherchiert weiter und wird im September 2010 Fru(k)tarierin. Das Buch ist gespickt mit persönlichen Erfahrungen und Schilderungen über Massentierhaltung und den Zuständen Schlachthäusern. Auch vor dem Bioboom macht sie nicht Halt. Duve fragt sogar bei 3 namhaften Schlachthöfen wegen einer Führung durch das Unternehmen an, wird aber immer wieder vertröstet. „Passt gerade nicht“ … Am Ende des Buches gibt es ein Fazit, denn wie soll es bei Frau Duve nun weitergehen? Ich persönlich hatte bei so viel Ehrlichkeit und Zugeständnissen seitens der Autorin wirklich Tränen in den Augen. Ich bin so gerührt, fassungslos und motiviert mein Leben zu verändern. Das alles wegen 336 Seiten zwischen 2 Buchdeckeln, die Karen Duve veröffentlicht hat. "Anständig essen" ist ein Buch, das eigentlich jeder gelesen haben sollte. Es soll nicht bekehren, es will lediglich darauf aufmerksam machen, wie unsere Nahrungsmittel hergestellt werden. Jeder muss schlussendlich selbst entscheiden wie er leben und was er essen will. Welchen Einfluss dieses Buch auf meinen weiteren Lebensweg hat, kann ich momentan noch nicht abschätzen. Ich kann nicht bschwören, dass ich irgendwann nicht doch mal Nudeln mit Sahnesoße essen werde. Aber ich möchte (und das tue ich bereits) viele Milchprodukte durch Soja bzw. Alternativen ersetzen, aber zu streng werde ich nicht mit mir sein. Denn es liegt in meiner Natur, Verbote irgendwann zu brechen. Ich werde versuchen, anständiger und achtsamer zu essen. Immer darauf bedacht, dass jeder ein Recht auf ein würdiges Leben hat. Danke, für dieses wunderbare, augenöffnende Buch. Ich liebe es!

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  • Themen-Challenge 2014 - Bücher, in denen es ums Essen geht

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 8 austauschen!

    • 76
  • Empfehlenswert!!

    Anständig Essen
    KaroPalumbus

    KaroPalumbus

    03. July 2013 um 23:54

    Karen Duve bringt auf den Punkt wie es (traurigerweise) auf den meisten Tellern aussieht. Zu Beginn zeigt sie sich als Fast-Food-Konsumentin, die wie der Durchschnittsdeutsche beim Griff ins Regal das Gewissen praktischerweise ausschalten kann. Angetrieben von ihrer Freundin "Jiminy Grille" beginnt sie aber die Dinge zu hinterfragen und beschließt daraufhin verschiedene Ernährungsweisen (bio, vegetarisch, vegan, fruktarisch) für jeweils zwei Monate auszuprobieren und darüber zu schreiben. Was ihr gelingt! Das Buch ist gleichwohl informativ, lustig, rührend und anregend. Verschiedene Perspektiven werden beleuchtet und auch nicht unbedingt jeder Lebensstil gleich mit dem "Prädikat wertvoll" versehen, sondern auch mal kritisch hinterfragt. Vorallem das Fruktarier-Kapitel fand ich toll und interessant, da diese Lebensform für mich bislang nur ein Mythos war. Das Schöne an dem Buch ist aber vorallem, dass man sich gut mit der Autorin identifizieren kann, da sie beim Herantasten an die jeweilige Ernährungsform oft herrlich unperfekt wirkt und unvoreingenommen an jedes schwierige Thema herantritt.

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  • Anständig essen - geht das wirklich?

    Anständig Essen
    Klusi

    Klusi

    30. April 2013 um 21:01

    Im Dezember 2009 startet die Schriftstellerin Karen Duve einen Selbstversuch. Ausschlaggebend ist unter anderem ihre neue Mitbewohnerin Kerstin, von ihr meist liebevoll „Jiminy Grille“ genannt, denn Jiminy weist sie darauf hin, wie schrecklich das Schicksal der Grillhähnchenpfanne vor der Schockfrostung gewesen sein muss, wenn diese nun für 2,99 zu erwerben ist. Was zu so einem Spottpreis verkauft wird, kann kein angenehmes Leben geführt haben. Karen Duve beschließt, im kommenden Jahr verschiedene Ernährungsformen auszuprobieren, immer jeweils für zwei Monate. Sie beginnt im Januar 2010 damit, ihre Nahrungsmittel nur noch aus biologischem Anbau, mit dem 6-eckigen Biosiegel versehen, zu kaufen. Immer intensiver beschäftigt sie sich während dieser Zeit damit, wie unsere Nahrungsmittel „hergestellt“ werden und stellt dabei zu ihrem Schrecken fest, dass viele Verfahren ganz und gar nicht akzeptabel sind. In den Monaten März und April widmet sich die Autorin der vegetarischen Ernährung und wird im Lauf des Sommers sogar zum Veganer, was sich nicht nur in ihrer Ernährung niederschlägt, sondern auch Auswirkungen auf ihren ganzen Lebensstil und ihre Kleidung hat. September und Oktober stehen im Zeichen der frutarischen Ernährung, was Karen an die Grenzen des Machbaren bringt. Das Buch schließt mit den Erkenntnissen der Autorin, die sie während der ganzen Zeit gesammelt hat, und es zeigt auf, wie es nun für Karen weitergehen soll. Karen Duve ist kein Gesundheitsfanatiker. Verzicht zu üben, fällt ihr teilweise ziemlich schwer, das gesteht sie ganz freimütig in ihrem Buch, und doch hat sie es geschafft, sogar die frutarische Lebensweise zwei Monate lang durchzuziehen. Sie ist ehrlich, sich selbst und den Lesern gegenüber. Ich fand es absolut sympathisch, zu erfahren, dass sie auch ihre Schwächen hat, die sie nur ungern aufgeben möchte. Die Art, wie sie über ihre Erlebnisse berichtet, ist humorvoll, sehr menschlich und weit entfernt von selbstgerechtem Heldentum. Ihre Vorsätze für die Zukunft sind nicht extrem, aber machbar und glaubwürdig, denn wie sie selbst sagt: „Leider ist es etwas völlig anderes, einen Weg zu gehen, als ihn bloß zu kennen.“ Ihre Erkenntnisse nach diesem Selbstversuch kann ich durchaus nachvollziehen, denn in gewisser Weise empfinde ich ähnlich, je mehr man sich mit Problemen wie Massentierhaltung beschäftigt, umso enger zieht sich der Kreis, was zu essen noch akzeptabel ist. Wenn man einmal weiß, wie es in den Tieranstalten zugeht, kann man hinterher nicht mehr so tun, als sei alles in Ordnung. Karen Duve bringt es gut auf den Punkt, wenn sie schreibt, sie ernähre sich mittlerweile so achtsam und rücksichtsvoll wie nie zuvor in ihrem Leben und habe trotzdem eine schlechtere Meinung von sich als früher. Manche Probleme, die sie beschreibt, sind individuell, denn nicht jeder hat Haustiere und muss sich um deren Wohl Gedanken machen. Wenn man kein Pferd hat, muss man nicht darüber grübeln, ob man einen Reitsattel aus Leder oder Kunststoff nutzen soll oder vielleicht gar nicht mehr reiten dürfte. Aber vieles, was in diesem Buch erwähnt wird, ist allgemein gültig und betrifft jeden von uns. „Anständig essen“ ist ein interessantes und wichtiges Buch, das Denkanstöße liefert und dazu anregt, die eigene Lebensweise zu hinterfragen und zu überlegen, was man selbst zum Guten ändern könnte. 

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  • Naiv und unbedarft

    Anständig Essen
    JuliaB

    JuliaB

    26. April 2013 um 16:56

    Karen Duve beschreibt, wie sie Schritt für Schritt ihre Ernährung umstellt. Der Auslöser ist das Entsetzen der Freundin über das „Quälfleisch“, als sie im Supermarkt wie so oft zur Hähnchenpfanne für 2.99 greifen will. Angespornt von der daraus entstehenden Diskussion über moralisch korrekte Ernährung beschließt sie, die verschiedenen Ernährungsweisen selber zu testen. In einem mehrmonatigen Experiment isst sie erst nur biologisch produzierte Lebensmittel, dann vegetarisch, dann vegan und zuletzt frutarisch. Offen und ausführlich schildert sie ihre Erlebnisse und die durch die Umstellung entstehenden Probleme. Dazwischen eingebettet werden eher sachliche Abschnitte, wo Karen Duve vertiefende Informationen zu den einzelnen Ernährungsstilen liefert. Der flüssige Stil und die humorvollen Situationsbeschreibungen schaffen es zwar, das ernste Thema durchaus unterhaltsam zu präsentieren, trotzdem war das Buch für mich ein ziemlicher Flop, was vor allem an der Hauptperson/der Autorin liegt. Zu Beginn ist Karen Duve ein Paradebeispiel für den gedankenlosen Umgang mit Lebensmitteln, was sie ja auch zu ihrem Selbstversuch anregt. Dumm nur, dass das während der ganzen acht Monate des Experiments nicht wirklich besser wird. Sich von der Hähnchenpfanne auf Bio- oder Veggie-Feriggerichte zu verlegen, ist nicht das, was ich mir unter einer bewussten Ernährung vorstelle, und wer sich wundert, dass eine Treibhaus-Tomate im Januar auch dann nach nichts schmeckt, wenn Bio draufsteht und sie deswegen teurer ist, hat etwas grundlegend nicht begriffen. Zudem sorgt die Tatsache, dass Karen Duve offenbar nicht in der Lage ist, das Etikett einer Cola-Flasche zu lesen, nicht gerade für die Glaubwürdigkeit der mitgelieferten Informationen. Generell sorgen der schnoddrige Ton und die willkürlich erscheinende Auswahl der sachlichen Abschnitte dafür, dass der Spagat zwischen den eigenen Erlebnissen und Hintergrundwissen nur schlecht gelingt. Wirklich nervig fand ich das Buch aber vor allem dann, wenn zur Naivität noch die Doppelmoral kommt. So beschimpft Karen Duve etwa Fleischesser als Klimasünder, weil Kühe Methangas produzieren, fährt aber mit dem Auto 70 km in die nächste Großstadt, weil es dort die besseren Bioläden gibt. Und vorhandene Gegenstände aus Leder, Wolle oder Daunen wegzuwerfen und durch Kunststoff-Produkte zu ersetzen, hilft den dafür gestorbenen Tieren auch nicht mehr, vergiftet aber den Lebensraum von tausenden anderen. Durch diese Diskrepanz zwischen den moralischen Ansprüchen (mit denen sie anderen auf Familienfeiern auch gerne mal die Bratwurst verdirbt) und dem tatsächlichen Handeln wirkt das Experiment, und damit das ganze Buch, leider ziemlich fadenscheinig. Fazit: Ein gutes Thema, aber eine ziemlich missratene Umsetzung. Wer sich ernsthaft Gedanken über seine Ernährung machen will, sollte besser zu einem Sachbuch greifen!

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  • Wie isst man anständig?

    Anständig Essen
    Sky

    Sky

    07. April 2013 um 18:00

    Wie isst man anständig? Diese Frage hat sich auch Karen Duve gestellt. Wie isst man ohne das Tiere gequält werden? Sie schildert in ihren Buch ein selbst auferlegtes Experiment. Für jeweils zwei Monate isst sie unterschiedlich, macht die Vor- und Nachteile der jeweiligen Ernährungsform klar und versucht für sich selbst den besten Weg zu finden. Einen Weg ohne Massentierhaltung, ohne gequälte Tiere. Ohne Angst zu haben, dass man das, was man auf den Teller vor sich hat, nicht unter den schlimmsten Bedingungen gelebt hat. Urteilsfrei und frei von der Leber weg, geht sie dabei ans Werk und schlägt mich klaren Fakten um sich. Sie gibt einen ungeschönten Einblick in die Fleischindustrie, lässt uns hineinsehen in das Leben einer Legehenne und macht klar, dass "Freilandhaltung" wenig mit Freiheit zu tun hat. Die jeweiligen Ernährungsformen (zuerst Bio, dann vegetarisch, dann vegan, dann frutarisch), die sie sich auferlegt, sind für sie nicht gerade immer einfach. Mit trocknen Humor und bitterer Zunge geht sie immer wieder auf ihre eigenen Probleme mit der Ernährung ein und man muss selbst oft feststellen, dass man wahrscheinlich die gleichen Problematiken gegenüber stehen würde. Es geht um teure Bio-Lebensmittel, die Schwierigkeiten der veganen Ernärhung und um den Frutarismus, der so gut wie unbekannt ist. Und das vegan sein auch heißt, auch in anderen Bereichen zurückstecken zu müssen. Persönlich und mit treffsicheren Schreibstil schafft sie es den Leser an sich zu ziehen und aufzuklären. Oftmals ist man schier erstaunt über die Zahlen, die Wechselwirkungen, der Einfluss der Fleischproduktion auf das Klima und die Bedingungen, die man oft versucht zu verdrängen, obwohl wir mit ihnen regelmäßig medial konfrontiert werden. Irgendwann kommt man an einen Punkt, da kann man nicht mehr verdrängen. Man hat zu viel erfahren und man zweifelt an seiner eigenen Ernährung. Die Kritik, die Duve an sich selbst übt, schwabbt auf den Leser über und trotz allem hat man nicht das Gefühl, man wird moralisch malträtiert. Ohne uns eine Meinung aufzuzwingen, ohne die Moralpeitsche zu schwingen, erklärt sie, was sie persönlich für richtig hält und gibt uns nicht vor, was wir für richtig erachten sollen. Der Spielraum, den der Leser bei diesen Selbstversuch, das Zwiegespräch der Autorin mit dem Leser, hat keinen Beigeschmack von Weltveränderung, sondern vielmehr Aufklärung, dem Ausräumen von Missständen auf einer ganz persönlichen, unverkrampften Ebene. Für uns bleibt da immer wieder ein Schmunzeln, während man die täglichen Tragödien in den Ställen in Deutschland auf die Schliche kommt. Veganische Ernährung wirkt auf einmal nicht mehr unmöglich und Frutarismus klingt nicht mehr nach einer Sekte, sondern vielmehr nach einen durchaus durchdachten Konzept, dass in allen Dingen Leben sieht. Zwischendrin treffen einen dann wieder die Fakten, knallhart und doch wertfrei. Als Zwischenspiel, immer wieder die Klimakatastrophen dieser Welt, die blanke Realität und dann wird es wieder sehr persönlich. Diese Mischung macht "Anständig Essen" aus und macht es nicht zu einer Bibel, die vorschreibt, was zu tun und zu lassen ist, sondern klar die Tatsachen aufschlüsselt, herausarbeitet, was Ernährungsumstellung bedeuten kann, für sich selbst oder für die ganze Welt. Ein eingefleischter Vegetarier, Veganer oder Frutarier wird wahrscheinlich hier weniger neue Erkenntnisse gewinnen. Jemand, der sich wenig damit befasst, kann mit "Anständig Essen" lernen und seinen eigenen Weg suchen und finden. Lehrreich für Jedermann und gleichzeitig aufrüttelnd. Nach der Lektüre ändert sich der Blick auf den eigenen Teller um einiges und der eigene Konsum wird schnell in Frage stellt, ohne dass jemand es einen vorschreibt. Und sagt trotzdem klar aus: Man muss das tun, was man für richtig hält und das, was einem zuzumuten und zu zuzutrauen ist. Nicht in jedem steckt ein Frutarier. Das schlussendliche Wahl, die Karen Duve schließlich selbst trifft, überrascht einen ein wenig und gleichzeitig ist es ehrlicher, als das was andere Bücher, die sich mit dem Qualen des Tieres, damit es auf unseren Speiseplan ist, beschäftigt. Damit beweist die Autorin Stärke und zeigt, dass sie zu ihren Aussagen steht und welche Bedenken sie hat. So sollte ein persönliches Sachbuch sein und nicht anders. Fazit "Anständig Essen" ist ein aufrüttelndes Buch mit moralischen und kritischen Anspruch. Mit trocknen Humor, harten Fakten und der Ehrlichkeit Duves wird daraus ein aufklärerisches Buch, welches einen die eigene Blindheit gegenüber seinen Essen vor Augen führt. Ganz ohne Moralkeule und doch tief das eigene Gewissen treffend. Für alle, die hinter die Entstehung ihrer Nahrung sehen wollen und über den Tellerrand hinaus sehen wollen, eine Pflichtlektüre.

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