Karen Gloy Unter Kannibalen

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Inhaltsangabe zu „Unter Kannibalen“ von Karen Gloy

Eine eindrucksvolle Reise in eine Gesellschaft, von der man nicht glaubte, dass es sie noch gibt: Eine Wissenschaftlerin fährt nach Westpapua. Normalerweise widmet sie sich der philosophischen Forschung, doch in den Jahren 2008/2009 besucht sie mit einem Expeditionsteam indigene Stämme im Urwald, die bislang noch nie Kontakt zur Außenwelt hatten. Seit 2003 dürfen durch Weisung der indonesischen Regierung keine Journalisten mehr nach Westpapua einreisen. Karen Gloys Reisebericht ist ein wertvolles Dokument zur Beschreibung der Lebensumstände in einer Region, um deren Autonomie es immer wieder Konflikte gibt. In ihrem spannenden, flüssig lesbaren Text geht die Autorin auf die Unbilden und Unwägbarkeiten der Fahrt ein – was mit den umständlichen Visa-Prozeduren der indonesischen Regionalbehörden beginnt und mit Gefahren für Leib und Leben im Dschungel Westpapuas noch lange nicht endet. Als Endergebnis steht die erstaunliche Erkenntnis: Es gibt sie auch im 21. Jh. noch – Kannibalen!
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  • Rezension zu "Unter Kannibalen" von Karen Gloy

    Unter Kannibalen
    Etsas

    Etsas

    25. April 2011 um 11:52

    „Unter Kannibalen“ beschreibt eine abenteuerliche Reise in den Urwald von Westpapua. Beim Stamm der Kombai treffen Karen Gloy und ihre Begleiter auf für westliche Gemüter doch merkwürdig, wenn nicht gar brutal anmutende Riten und Gebräuche. Auf den ersten Blick klingt es spannend; auf den zweiten fragt man sich, was das Buch eigentlich vermitteln will. Fast schon reißerisch mutet der Beginn an, hier heißt es „Es gibt sie noch, die Kannibalen im 21. Jahrhundert!“ Somit scheint der ein oder andere Ethnologe Unrecht zu haben. So wird zudem berichtet bzw. in abgedruckten Interviewausschnitten versucht zu belegen, dass der Kannibalismus in Westpapua scheinbar nicht nur in rituellen Zusammenhängen existiert(e) - eine eindeutige Beschreibung eines Rituals fehlt vollkommen. Wer sich zu dem Thema näher informieren möchte sei aber an einschlägige Literatur verwiesen, die sich durchweg von diesen geschilderten Erlebnissen unterscheidet. Vom titelgebenden Aspekt mal abgesehen, werden einige Gewohnheiten des Stammes geschildert, die dem geneigten Leser vermutlich den Magen umdrehen könnten. Dennoch sind diese Abschnitte durchaus interessant. Störend dabei ist, dass das Buch sich alles andere als flüssig lesen lässt. Wenn man das Marketing zum Buch betrachtet, dürfte die Zielgruppe außerhalb der akademischen Welt zu finden sein und gerade diese wird vermutlich irgendwann etwas genervt das Buch zur Seite legen. Am Ende wirft das Werk mehr Fragen auf, als es zu beantworten vermag. Angepriesen als spannender Reisebericht und wertvolles Zeitdokument, neigen einige Passagen jedoch dazu eher wie aus einem Abenteuerroman entsprungen. Kurz zusammengefasst: zwar interessant, aber mit Vorsicht zu genießen.

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