Karen Swassjan

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Alle Bücher von Karen Swassjan

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Rudolf Steiner

Rudolf Steiner

 (2)
Erschienen am 03.10.2017
Aufgearbeitete Anthroposophie

Aufgearbeitete Anthroposophie

 (2)
Erschienen am 13.12.2007
Was ist Anthroposophie?

Was ist Anthroposophie?

 (2)
Erschienen am 01.01.2001
Zur Geschichte der Zukunft

Zur Geschichte der Zukunft

 (1)
Erschienen am 11.01.2010
Anthroposophische Heilpädagogik

Anthroposophische Heilpädagogik

 (1)
Erschienen am 17.05.2004

Neue Rezensionen zu Karen Swassjan

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Christa_Schybolls avatar

Rezension zu "Unterwegs nach Damaskus" von Karen Swassjan

Rezension zu "Unterwegs nach Damaskus" von Karen Swassjan
Christa_Schybollvor 6 Jahren

Unsere Lebensweise in vielen Bereichen zeigt mehr und mehr sein schreckliches Gesicht und scheint den Niedergang der Kulturen zu beschleunigen. Die Menscheit steht immer rat- und kraftloser vor einer Macht, die sich aus innerem und äußerem Zwang, Egoismus und Weltherrschaft, offenbar gegen das Überleben stellt.

Der armenische Philosophie-Professor Karen Swassjan hat sich auf die Suche begeben und ist fündig geworden bei der Frage, wo ein Ausweg scheint. Seine Antwort lässt aufhorchen: Die geistige Wiedergeburt Deutschlands und Mitteleuropas scheinen ihm Möglichkeit, dem Untergangsszenario, das sich immer konkreter in die Wirklichkeit stellt, noch zu entkommen. Die Suche nach der geistigen Heimat der Deutschen und ihre Mission steht im Mittelpunkt der geschichtlichen Besinnung, die der Autor aus Jerewan unternimmt. Die Betrachtung der beiden Weltmächte Russland und USA wird ebenso schonungslos und notwendig vorgenommen wie der desolate Zustand unserer Geisteskraft.

Ganz Mitteleuropa ist heute fast oder total enturphänomenologisiert. Es herrscht überall sein Nebensächliches, Unwesentliches. Das heutige Europa scheint nichts als Besinnungslosigkeit. Deutschland selbst wurde zu einem leeren amerikanisch-sowjetischen Anhängel, das von der einen Seite mit den Narkotika der Übersättigung, von der anderen Seite mit den Narkotika der Angst genährt wurde, so dass der Faktor östlicher Repression mit dem Faktor der westlichen Depression ganz gut auskam. Denn es wäre nicht undenkbar, im Beispiel dieser deutschen Vereinigung eine Versuchsprobe der künftigen Vereinigung Amerikas mit Russlands zu sehen - natürlich unter überwältigender Führung der ersteren.

In dem spannend zu lesenden Buch wird die Suche nach der geistigen Heimat der Deutschen von Goethe ausgehend ebenso beschrieben, wie der "Terror eines abstrakten Menschenexperiments" im Bolschewismus oder der "Konsumterror des westlichen satten Materialismus".

Schonungslos geht der überzeugte Anthroposoph Swassjan aber auch mit der sich darlebenden Anthroposophie um: "Der willenlose, unbewaffnete, kraftlose, ohnmächtige, gutmütige, UNO-mäßige, Ferienheimische, paralysierte, parasitäre, unparacelsische, ungoethische, unsteinersche Gedanke baut sich ein Nest in der Anthroposophie selbst: Statt den Willen ins Denken zu bringen, geht es mehr und mehr darum, die Gesamtausgabe der Werke Steiners ins Denken zu bringen. .. Ob wir Anthroposophen wirklich darauf rechnen, es gelänge uns, den unergründlichen Hüter dieser Schwelle etwa mit ein paar vorprogrammierten Eurythmieaufführungen in Rührung zu versetzen? ... Die Anthroposophie ist individuell oder sie ist nichts. ..."

Ein Buch mit analytischem Tiefblick und Klarsicht, ohne Geschwätz, aber in unnachahmliche Sprachkraft gesetzt... weitsichtig in die Gegenwart gestreut, das es sich lohnt zu: kritisch zu denken - statt nur zu lesen.

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Christa_Schybolls avatar

Rezension zu "Das Schicksal heisst: Goethe" von Karen Swassjan

Rezension zu "Das Schicksal heisst: Goethe" von Karen Swassjan
Christa_Schybollvor 6 Jahren

Dass ich - und mit mir viele Schülergenerationen - um Goethe regelrecht betrogen wurden, zeigt mir in unerbittlicher Klarsicht diese quantitativ kleine Schrift mit einem daraus resultierenden qualitativem Entsetzen. Sie vermag zu ver- und -führen, zu einem Menschen, der vielen von uns nur" als - wenngleich großer - Dichter verkauft" wurde und doch in Wirklichkeit so etwas wie ein Kollektivwesen war.

Der Autor als ausgewiesener Goetheexperte wird seinem Anliegen in so ganz anderer Art seiner Aufgabe gerecht, wie die ungezählten Lobeshymnen oder Biographien. Goethe wird hier anders er- und angeschaut und damit wird das Wesentliche von ihm in für die meisten Menschen wohl in völlig neuer Sichtweise offenbar. Eine Durchblickung, möchte man sagen.

Dieses Wesentliche, was sein Wesenhaftes war, zeigt sich verblüffender Weise u. a. auch an Goethes Wortallergien - trotz seiner 133 Bände Gesamtwerk. Die (verblüffenden) Beweise dafür werden durch Goethe selbst vom Autor angeführt.

Das ganz Besondere dieses Menschen, dessen Genialität von routinierten Goethekennern geradezu perfekt entschärft wurde, lag neben dem dichterischen Großwerk aber wohl vor allem in der Schöpfung des urphänomenalen Erschauens, das zum lebendigen Denkens ja erst qualifiziert, mit dem ein Erkennen der Wirklichkeit sich über jedes spekulative Philosophieren hinaushebt. Nichts hasste wohl Goethe mehr als leeres wissenschaftliches, kulturelles, religiöses oder humanistisches Geschwätz oder esoterische Mutmaßungen - nichts forderte er ernster und tiefer, als die Augen für das zu öffnen, was vor ihnen liegt. Schauen lernen. Erkennen lernen. So schlicht, so schwer! Bis heute für die meisten von uns eine unerreichte Disziplin.

64 Seiten geballte Potenz (einer weiter zu potenzierenden Potenz! siehe Buch!), die uns Deutschen ausgerechnet von einem Ausländer mit eigener Wortartistik (die für sich genommen schon das lesen unbedingt lohnt!) und geistiger Eloquenz vorgeführt wird . Das aber zeigt uns den Mangel erst recht, vielleicht auch erstmalig, durch diesen unbestechlich klaren, ja beleidigend klaren" Blick, der an offensichtlich Augenkranke gerichtet ist. Ob unser Kollektivgeist individuell erst geboren werden muss, damit unser Individualgeist das Kollektivwesen Goethe erfassen kann, wird dabei zu einer spannenden Frage für jeden Einzelnen. Für die Verpassten, wie aber auch für die Liebhaber und Kenner.

Der Schöpfer einer ungeheuren Lyrik, der vergleichenden Anatomie, der Morphologie der Pflanzen, der physiologischen Optik, des Begriffs der Homologie, der Metamorphose usf. lehrte Dinge, die noch weit davon entfernt sind, öffentlich verstanden und gelehrt zu werden. So die Wir-Kraft im einzelnen Individuum wie auch in der Initiative, die sämtliche in sich vereinigten Kräfte zu bündeln hat. Dann Goethe auf dem Schlachtfeld des Geistes, statt im Salon des Humanismus, Goethe als Erkenner des Organisationsprinzips der Individualität, Goethe, der die gleichen Rechte für Irrtümer und Fehler ebenso forderte wie für die Tugenden, Goethe als Ästhetiker, Charmeur oder Zeremonienmeister... Schier endlos die Facetten, die Swassjan belegt und verlebendigt und ... zu Goethe neu ver-führt.

Welch Tragik, dass sich die Deutschen mit dem Besten, was sie hatten, gründlich verhinderten - in dem sie nicht erschauten, aufgriffen und fortführten, was wesenhaft in jedem veranlagt, aber von ihm als Schatz gehoben wurde. Bis heute ver-brechen sie sich an dieser verpassten und verpatzten Chance insofern, als man diesem Augenöffner schlichtweg: übersah ! und ihn vermutlich aufgrund seiner schwer fassbaren Größe auf ein lieber erträglich Fassbares als großer Dichter" reduzierte.

Goethe ist so zukünftig wie all die Echten, die ihrer Zeit weit voraus waren. Während sie physisch tot sind und wir uns lebend wähnen, weist eine höhere Wirklichkeit jedoch auf uns als Tote", die für solche ewig wirkenden Geistesgrößen erst einmal die Geburt es Erkennens bei den Erkennenwollenden voraussetzt.

Um ein echtes Erkennen-Können macht sich diese spannende Goetheschrift schicksalhaft verdient... und verdient sehr viele Leser.

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Christa_Schybolls avatar

Rezension zu "Nietzsche, Versuch einer Gottwerdung" von Karen Swassjan

Rezension zu "Nietzsche, Versuch einer Gottwerdung" von Karen Swassjan
Christa_Schybollvor 6 Jahren

"Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit!"

Ist das geistige Schicksal Nietzsches dasjenige eines unbedachten Schöpfers, dem sein Geschöpf zum Albtraum wurde, wie Swassjan vermutet? Es lohnt sich, in diesem erhellenden Buch dieser Vermutung kritisch nachzugehen, wo der Autor in seiner scharfsinnigen Analyse den Gottlosen, den Antichristen, Streitenden mit fast weiblicher Milde und erlesenen Manieren mit seinem "Gott ist tot" in ein neues Licht stellt, wie es auf diese Art wohl einzigartig sein dürfte.

Swassjan versteht es, die Besonderheit Nietzsches in vielen neuen Facetten herauszukristallisieren, "der wie kein anderer lehrte, durch die Verneinung zu bejahen, durch den Verzicht anzunehmen, durch den Hass zu lieben." Swassjan, selbst Wortakrobatiker auf höchstem Niveau, führt uns Nietzsche als jene Ausnahme vor, die nie und nimmer zur Regel werden kann und zeigt uns den "unwiederholbaren und unnachahmbaren tragischen Kriegsmann der Erkenntnis, der seinen Gedanken nach dem Index des Radikalismus und des Katastrophismus gestimmt und sich bis zu Wahnsinn und Tod zerdacht hat. In jeder Zelle seines Gedankens schlägt sein ganzes Wesen."

Der Autor zeigt auf, wo er Verführer und Hasser war - aber auch, wo er missinterpretiert wurde und warum er "in den Giftschrank des Jahrhunderts" verschlossen wurde, jenes Jahrhundert, das sich durch "erstaunliche Verdrehungen einer ideologischen Flachgeisterei" erwies (deren Zeuge wir täglich werden).

Als besonders spannend und erhellend zugleich sind die Ausführungen des Autors zum Nihilismus und seinen spezifischen Hintergründen im Falle Nietzsches, die ein Kernstück zum Verständnis sind. Moralin und Nihilin, diese von Nietzsche geschaffenen Termini, werden zu Schlüsselworten und zum Verständnis der Anamnese der Krankheit, die auf Jahrtausende zurückzuführen ist: "... das Fazit aller seiner Arbeiten über die Moral liegt eben darin, das die tausendjährige Schwangerschaft der Moral keine andere war als die vom Nihilismus und das endlich die Zeit einer furchtbaren Entbindung gekommen ist."... Der reine Salon-Nihilismus des 19. Jahrhunderts, "rüstete sich zu einem gigantischen Experiment, dessen Truppenübungsplatz sich über das ganze 20. Jahrhundert erstreckte." Swassjan zeigt, wie sich der an die Macht gekommene Nihilismus an dem furchtlosen Diagnostiker grausam rächte, "nicht so sehr durch die Umnachtung seines Bewusstseins, als vielmehr durch die Umnachtung dieses Bewusstseins in uns. Unsere Antwort an Nietzsche war Verleumdung und Lüge, mit nihilistischem Blick sahen wir ihn an uns sahen in ihm nichts als das Nichts. Wurden aber nicht in allen Zeiten nur die .... Wahrsager so gestraft?".

Man lese und staune und prüfe, wie sich Nietzsches Kassandrarufe in der Entfesselung der Kräft zeigt(e). - Ein Buch, wie Dynamit! - Aber auch eines, das volle Konzentration erfordert!

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