Karen Swassjan Das Schicksal heisst: Goethe

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Inhaltsangabe zu „Das Schicksal heisst: Goethe“ von Karen Swassjan

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  • Rezension zu "Das Schicksal heisst: Goethe" von Karen Swassjan

    Das Schicksal heisst: Goethe
    Christa_Schyboll

    Christa_Schyboll

    21. August 2012 um 20:46

    Dass ich - und mit mir viele Schülergenerationen - um Goethe regelrecht betrogen wurden, zeigt mir in unerbittlicher Klarsicht diese quantitativ kleine Schrift mit einem daraus resultierenden qualitativem Entsetzen. Sie vermag zu ver- und -führen, zu einem Menschen, der vielen von uns nur" als - wenngleich großer - Dichter verkauft" wurde und doch in Wirklichkeit so etwas wie ein Kollektivwesen war. Der Autor als ausgewiesener Goetheexperte wird seinem Anliegen in so ganz anderer Art seiner Aufgabe gerecht, wie die ungezählten Lobeshymnen oder Biographien. Goethe wird hier anders er- und angeschaut und damit wird das Wesentliche von ihm in für die meisten Menschen wohl in völlig neuer Sichtweise offenbar. Eine Durchblickung, möchte man sagen. Dieses Wesentliche, was sein Wesenhaftes war, zeigt sich verblüffender Weise u. a. auch an Goethes Wortallergien - trotz seiner 133 Bände Gesamtwerk. Die (verblüffenden) Beweise dafür werden durch Goethe selbst vom Autor angeführt. Das ganz Besondere dieses Menschen, dessen Genialität von routinierten Goethekennern geradezu perfekt entschärft wurde, lag neben dem dichterischen Großwerk aber wohl vor allem in der Schöpfung des urphänomenalen Erschauens, das zum lebendigen Denkens ja erst qualifiziert, mit dem ein Erkennen der Wirklichkeit sich über jedes spekulative Philosophieren hinaushebt. Nichts hasste wohl Goethe mehr als leeres wissenschaftliches, kulturelles, religiöses oder humanistisches Geschwätz oder esoterische Mutmaßungen - nichts forderte er ernster und tiefer, als die Augen für das zu öffnen, was vor ihnen liegt. Schauen lernen. Erkennen lernen. So schlicht, so schwer! Bis heute für die meisten von uns eine unerreichte Disziplin. 64 Seiten geballte Potenz (einer weiter zu potenzierenden Potenz! siehe Buch!), die uns Deutschen ausgerechnet von einem Ausländer mit eigener Wortartistik (die für sich genommen schon das lesen unbedingt lohnt!) und geistiger Eloquenz vorgeführt wird . Das aber zeigt uns den Mangel erst recht, vielleicht auch erstmalig, durch diesen unbestechlich klaren, ja beleidigend klaren" Blick, der an offensichtlich Augenkranke gerichtet ist. Ob unser Kollektivgeist individuell erst geboren werden muss, damit unser Individualgeist das Kollektivwesen Goethe erfassen kann, wird dabei zu einer spannenden Frage für jeden Einzelnen. Für die Verpassten, wie aber auch für die Liebhaber und Kenner. Der Schöpfer einer ungeheuren Lyrik, der vergleichenden Anatomie, der Morphologie der Pflanzen, der physiologischen Optik, des Begriffs der Homologie, der Metamorphose usf. lehrte Dinge, die noch weit davon entfernt sind, öffentlich verstanden und gelehrt zu werden. So die Wir-Kraft im einzelnen Individuum wie auch in der Initiative, die sämtliche in sich vereinigten Kräfte zu bündeln hat. Dann Goethe auf dem Schlachtfeld des Geistes, statt im Salon des Humanismus, Goethe als Erkenner des Organisationsprinzips der Individualität, Goethe, der die gleichen Rechte für Irrtümer und Fehler ebenso forderte wie für die Tugenden, Goethe als Ästhetiker, Charmeur oder Zeremonienmeister... Schier endlos die Facetten, die Swassjan belegt und verlebendigt und ... zu Goethe neu ver-führt. Welch Tragik, dass sich die Deutschen mit dem Besten, was sie hatten, gründlich verhinderten - in dem sie nicht erschauten, aufgriffen und fortführten, was wesenhaft in jedem veranlagt, aber von ihm als Schatz gehoben wurde. Bis heute ver-brechen sie sich an dieser verpassten und verpatzten Chance insofern, als man diesem Augenöffner schlichtweg: übersah ! und ihn vermutlich aufgrund seiner schwer fassbaren Größe auf ein lieber erträglich Fassbares als großer Dichter" reduzierte. Goethe ist so zukünftig wie all die Echten, die ihrer Zeit weit voraus waren. Während sie physisch tot sind und wir uns lebend wähnen, weist eine höhere Wirklichkeit jedoch auf uns als Tote", die für solche ewig wirkenden Geistesgrößen erst einmal die Geburt es Erkennens bei den Erkennenwollenden voraussetzt. Um ein echtes Erkennen-Können macht sich diese spannende Goetheschrift schicksalhaft verdient... und verdient sehr viele Leser.

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