Karim El-Gawhary , Mathilde Schwabeneder Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

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Inhaltsangabe zu „Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers“ von Karim El-Gawhary

Sie fliehen vor Krieg und Terror aus Syrien und dem Irak und vor der Armut in Afrika. Viele Millionen sind es. Allein in der libanesischen Beka-ebene leben über 200.000 Menschen in notdürftig mit Planen abgedeckten Verschlägen. „Ich habe mein Baby bei Schnee und Eis zur Welt gebracht und in der Kälte ist es dann gestorben“, erzählt etwa Fatma. Manche wagen den lebensgefährlichen Weg durch die Wüste und über das Meer. „Das schlimmste“, sagt Dembo aus Gambia, „war die Fahrt durch die Sahara.“ Eine Flasche Wasser musste für eine Woche reichen. Hinzu kam die peinigende Angst, auf dem vollgepferchten Pick-up zu sterben. Für Schlepper sind Flüchtlinge ein gutes Geschäft. Sie bringen „mehr Geld als Drogen“, brüstet sich ein Drahtzieher der römischen „Maia-Capitale“. Nur wenige schaffen es in sichere Staaten – wie die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen gelingen kann, zeigt das letzte Kapitel des Buches.

Exzellente Recherche der berührenden Reportagen - sehr lesenswert!

— Sahani88

Aufrüttelnde & schockierende Erlebnisberichte, die trotzdem nur einen Bruchteil der tatsächlichen auswegslosen Situation aufzeigen!

— suggar

Ein unglaublich bewegendes Buch, das den flüchtenden Massen ein Gesicht gibt!

— Traca_022

Ein Buch, das berührt und schockiert, aber am Ende doch hoffen lässt.

— einszweidrei

Vermittelt die Hintergründe und das menschliche Leid hinter der Flüchtlingssituation. Sollte eigentlich jeder lesen.

— anushka

Sehr berührend! Ich hoffe dieses Buch erreicht hin und wieder jemanden, der immer noch die Augen verschließt vor so viel Leid!

— miro76

Reportagen die fassungslos machen. Es fehlen die Worte für dieses unglaubliche Leid. Meine Hochachtung vor all den helfenden Menschen...

— Line88

Ein erschütterndes, schonungsloses Buch über Menschen auf der Flucht. Ein Buch was demütig macht und von jedem gelesen werde sollte!

— Magena

Dieses Buch macht demütig und ist ein Muss, wenn ich dem flüchtenden Menschen als Mensch in Augenhöhe begegnen will.

— Edelstella

Ein Buch dass die Sichtweise erweitert und wichtig ist

— hannelore259

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  • Leserunde zu "Siegen heißt, den Tag überleben: Nahaufnahmen aus Syrien" von Petra Ramsauer

    Siegen heißt, den Tag überleben

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Petra Ramsauer ist eine der wenigen Journalistinnen, die noch nach Syrien reisen können. Immer wieder war sie im Zentrum der Kämpfe, u.a. in Aleppo, wo sich nach Meinung vieler der Krieg entscheidet, in Daraya und anderen Städten, in denen die Menschen verhungern und umkommen, belagert und abgeschnitten von der Außenwelt. Sie hat mit Ärzten gesprochen, die unter Bombenhagel arbeiten, mit Bloggern, die unter Lebensgefahr Nachrichten aus dem Land schmuggeln, mit Kommandanten der bewaffneten Opposition und demokratischen Aktivisten, Vertretern des Regimes und der Kurden, mit Menschen, die geflüchtet sind, und anderen, die trotz allem bleiben.In einfühlsamen Reportagen erzählt sie von all jenen, die in diesem schrecklichen Konflikt ums Überleben kämpfen. Syrien wird immer mehr zu einem Stellvertreterkrieg der Großmächte, in dem auch dschihadistische Extremisten mitmischen – wer den Krieg gewinnen wird, ist noch völlig unklar. Verlieren werden ihn die vielen Millionen Menschen, die vor den Trümmern ihres Lebens stehen. Petra Ramsauerstudierte in Wien Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Nahost, in Paris Journalismus. Nach Stationen beim ORF, bei Kurier und News, wo sie das Auslandsressort leitete, arbeitet sie seit 2009 als Autorin und freie Journalistin, u.a. für profil, Wiener Zeitung, Ö1, den Schweizer Rundfunk und Zeit online. Mehrere Preise, u.a. 2014 den Concordia-Preis für Menschenrechte. Im Vordergrund ihrer Tätigkeit steht seit 20 Jahren Krisen- und Kriegsberichterstattung, vor allem aus dem Nahen Osten. Seit 2011 berichtet sie aus Libyen, Ägypten, dem Irak und schwerpunktmäßig aus Syrien. >> Informationen zum Buch >> Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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  • 'Der Beginn einer Flucht ist meist, keine andere Option zu haben.'

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    sabatayn76

    10. January 2016 um 21:21

    Inhalt: Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder haben für ihr Buch verschiedene Fluchtgeschichten zusammengetragen und erzählen in 'Auf der Flucht' von der politischen Situation in und Flüchtlingen aus Syrien, Irak, Afghanistan, Sudan, Gambia, Somalia und Nigeria. Dabei erklären sie Hintergründe, sprechen die Folgen von Krieg und Bürgerkrieg an (vor allem in Bezug auf Syrien) und vermitteln Wissen über Schlepper (Organisationen, Strategien etc.). Mein Eindruck: Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich letztes Jahr eine Diskussionsrunde verfolgt, an der unter anderem Karim El-Gawhary teilnahm. Schon bei diesem Gespräch war ich beeindruckt von seiner Art zu erzählen, bewegt von seinen Schilderungen und gespannt auf sein Buch. Nun habe ich 'Auf der Flucht' gelesen und bin sehr begeistert von seinen und Mathilde Schwabeneders Reportagen. Das Buch ist sehr informativ und von der ersten Seite an bewegend. Die Einblicke in die politische Situation in verschiedenen afrikanischen und (vorder-) asiatischen Ländern waren sehr gut auf den Punkt gebracht, so dass ein Leser, der sich noch nicht mit der jeweiligen Region befasst hat, einen guten Überblick zu Geschichte, Politik und Leben im Land erhält. Die Reportagen sind detailreich geschrieben und fangen die jeweilige Stimmung im Land gut ein, informieren und bewegen den Leser durch die vielen persönlichen Schicksale, die näher beschrieben werden. Gefallen hat mir auch, dass die Autoren oft ihre Gedanken und Gefühle schildern sowie zeigen, wie man als Journalist mit Schilderungen extremer Gewalt und Traumatisierung umgehen kann (oder wie man bisweilen trotz jahrzehntelanger Erfahrungen nicht ohne Weiteres damit umgehen kann). Sehr gelungen fand ich auch den Lichtblick am Ende des Buches: die scheinbar endlose Hilfsbereitschaft der Einwohner des oberösterreichischen Dorfes Großraming. Mein Resümee: 'Auf der Flucht' sollte jeder lesen, der mehr über Flüchtlinge, Schlepper und die politische Situation in verschiedenen Ländern wissen möchte. Vor allem sollte das Buch von denjenigen gelesen werden, die nicht verstehen, wieso Menschen ihre Heimat verlassen und nach Europa/Deutschland kommen, um ein neues Leben in Sicherheit und mit einer Aussicht auf eine positive Zukunftsperspektive zu beginnen.

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  • Leserunde zu "Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers" von Karim El-Gawhary

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Sie fliehen vor Krieg und Terror aus Syrien und dem Irak und vor der Armut in Afrika. Viele Millionen sind es. Allein in der libanesischen Bekaa-Ebene leben über 200.000 Menschen in notdürftig mit Planen abgedeckten Verschlägen. „Ich habe mein Baby bei Schnee und Eis zur Welt gebracht und in der Kälte ist es dann gestorben“, erzählt etwa Fatma. Manche wagen den lebensgefährlichen Weg durch die Wüste und über das Meer. „Das Schlimmste“, sagt Dembo aus Gambia, „war die Fahrt durch die Sahara.“ Eine Flasche Wasser musste für eine Woche reichen. Hinzu kam die peinigende Angst, auf dem vollgepferchten Pick-up zu sterben. Für Schlepper sind Flüchtlinge ein gutes Geschäft. Sie bringen „mehr Geld als Drogen“, brüstet sich ein Drahtzieher der römischen „Mafia-Capitale“. Nur wenige schaffen es in sichere Staaten – wie die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen gelingen kann, zeigt das letzte Kapitel des Buches. Erscheinungstermin: 12.. September 2015 Karim El-Gawhary seit 1991 Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Zeitungen, seit 2004 Leiter des ORF-Nahostbüros in Kairo. Zuvor fünf Jahre als Vertreter des ARD-Rundfunkstudios in Kairo tätig. 2011 erhielt er den „Concordia Presse-Preis“, 2012 wurde er zum Auslandsjournalisten des Jahres gewählt und 2013 Journalist des Jahres in Österreich. Seine bisher erschienenen Bücher waren alle Bestseller. Mathilde Schwabeneder seit 2007 ORF-Korrespondentin in Rom. Erstmals übersiedelte sie 1983 nach Rom, studierte dort Romanistik, promovierte und begann ihre journalistische Arbeit. 1995 Rückkehr nach Österreich und Beginn beim ORF. Zahlreiche Radio- und Fernseh-Reportagen aus Afrika, Südosteuropa und Lateinamerika. Rom ist für die mehrsprachige Journalistin eine zweite Heimat. >> Informationen zum Buch Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 10. September 2015 für eines von 20 Leseexemplaren von "Auf der Flucht". Sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet.  Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!  > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at > Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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  • Auf der Flucht - Ein Buch, das den flüchtenden Menschenmassen ein Gesicht gibt!

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Traca_022

    31. December 2015 um 18:09

    60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Doch im Gegensatz zu Nachrichtensendungen, in denen diese Flüchtlinge meist bloß riesige Massen sind, geben die Autoren diesen Menschen mit diesem Buch ein Gesicht, eine Stimme. In diesem Buch geht es um den Einzelnden, um Menschen wie wir es sind, aber doch so viel mehr leiden müssen. Dieses Buch zeigt die menschenunwürdigen Verhältnisse in den Flüchtlingslagern, die strapazierende Arbeit der Helfer an den Küsten, die Gefahren und Risiken, und auch die Opfer, die für eine Flucht nach Europa aufgebracht werden. Das "Geschäft" der Schlepper und die die Probleme und Hürden des Lebens in Europa. Neben den Schicksalen der Flüchtlinge haben mich die der Retter an den Küsten ebenfalls stark erschüttert. Dass die Menschen, die so viele Menschenleben retten so traumatisiert sind, dass die nicht mehr normal leben können, wo doch die Verantwortung für die unterlassene Hilfe ganz woanders, bei den Spitzen der Macht liegt, macht einen wütend. Das Buch hat außerdem enorm viel Hintergrundwissen vermittelt, dass mir so noch nicht bekannt war. In einem angenehmen Schreibstil geschrieben reißt es einen einfach mit, man versteht die Verzweifelung der Flüchtenden, den Schmerz einer liebenden Mutter, die Hilflosigkeit der unzähligen Helfer und die Wut in sich selbst. Mich haben die Schicksale der einzelnden Menschen sehr bewegt und nicht mehr losgelassen. Man vergisst so schnell welch ein Glück wir haben, dass wir uns nicht jeden Tag fragen müssen ob unser Haus morgen noch steht oder ob die Kinder morgen noch leben oder schon verhungert oder erfroren sind. Ich empfehle jedem dieses Buch zu lesen, der nicht nur wissen, sondern auch verstehen möchte. Verstehen warum diese Menschen fliehen, Familienmitglieder zurücklassen müssen, das Risiko der Flucht über das Mittelmeer eingehen. Eine Frage bleibt jedoch für mich zurück: Wie soll ein Mensch, der so Schreckliches, so Grausames, etwas das man nicht in Worte fassen kann erlebt hat, wie soll dieser Mensch jemals wieder ein normales Leben führen können?

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  • Rezension: "Auf der Flucht" (K. El-Gawhary & M. Schwabeneder)

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Anchesenamun

    14. November 2015 um 21:03

    Kein Thema ist wohl momentan so aktuell und von enormer Wichtigkeit wie die Flüchtlingskrise. Sie beherrscht seit Monaten die Medien, und mittlerweile wird wohl jeder in einer Stadt oder einem Dorf leben, in der/dem bereits Geflüchtete untergebracht sind. Wir sind schier ohnmächtig angesichts der Massen, die ihre Heimat verlassen und den beschwerlichen, oft tödlichen Weg nach Europa auf sich nehmen. In der Flüchtlingskrise läuft vieles schief. Und ja, auch ich habe Zweifel und Ängste, dass wir irgendwann überrannt werden und nicht mehr wissen, wie wir die vielen traumatisierten Menschen, die hier mit der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft ankommen, so versorgen können, damit man sagen kann: „Ja, jetzt führen sie ein würdevolles Leben.“ Es muss noch vieles getan werden. Doch damit beschäftigt sich dieses Buch hier und heute nicht, das sollte man vielleicht wissen. Es werden keine Lösungen oder Vorschläge, wie man besser mit der Flüchtlingskrise umgehen kann, präsentiert. Im Mittelpunkt stehen hier die menschlichen Schicksale. Die beiden Autoren sind mit Leib und Seele Journalisten und selbst an die Orte gereist, an denen es brennt: Zum Beispiel in die großen Flüchtlingslager der Nachbarstaaten Syriens, wo diejenigen in Slums leben, die nicht die Mittel und die Kraft haben, es bis nach Europa zu schaffen; nach Lampedusa, wo Freiwillige tagtäglich um das Leben von verunglückten Flüchtlingen kämpfen; in das österreichische Dorf Großraming als gelungenes Beispiel für das friedliche Zusammenleben zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Sie berichten von der Arbeit der Schlepper und der römischen "Mafia Capitale", die mit dem Elend der Flüchtlinge Milliarden verdient. Zahlen sind nunmal Zahlen, und es ist mittlerweile auch egal, wer da eigentlich gegen wen kämpft. Letztendlich geht es um Menschen, was viele vergessen (wollen). Der Flüchtlingskrise Gesichter geben, das tun El-Gawhary und Schwabeneder hier, und das trifft den Nerv der Leser. Dieses Buch macht nicht nur betroffen, es laugt einen regelrecht aus, und El-Gawhary fragt auf Seite 73 zu Recht, ob der Leser nicht irgendwann aussteigt, weil er die furchtbaren Geschichten nicht mehr aushält. Ja, die Geschichten SIND furchtbar - aber aussteigen? Nein. Wie kann man die Augen vor etwas verschließen, das gerade jetzt passiert? Wie kann man kapitulieren vor etwas, das man „nur“ liest, während Andere es durchleben mussten? Ich habe schon viele Sachbücher mit grauenhaftem Inhalt gelesen, die meisten davon über den Holocaust. Man ist immer wieder schockiert und vergießt auch die ein oder andere Träne. Doch dann klappt man das Buch zu und sagt: „Aber das ist alles 70 Jahre her. Wir haben aus der Geschichte gelernt, so etwas wird nicht mehr passieren.“ Nur das, was im Irak, in Syrien, in Afghanistan, in Eritreia und anderen Ländern weit weit weg von uns passiert, passiert JETZT. In der Zeit, in der ich diese Rezension verfasse, wird vielleicht einem weiteren Baby der Kopf weggeschossen, muss wieder eine Mutter hilflos mitansehen, wie ihre entkräfteten Kinder eines nach dem anderen von ihr wegtreiben und im Mittelmeer ertrinken, wird eine weitere junge Frau entführt und auf dem Sklavenmarkt für 12 € verkauft, nachdem sie mitansehen musste, wie ihr Mann, ihr Vater und ihr Bruder hingerichtet wurden. Zu viel für jemanden, der in einem friedlichen, wohlhabenden Land aufgewachsen ist? Ja, vielleicht. Sich vorzustellen, das Gleiche durchleben zu müssen wie die hier Interviewten, ist ehrlich gesagt zu viel für meinen Verstand und vor allem mein Herz. Aber manche von uns müssen mit dem Vorschlaghammer lernen, warum seit Monaten 100.000e Menschen nach Europa strömen. Wenngleich ich zu behaupten wage, dass ja gerade die ignorantesten Menschen mit den größten Vorurteilen nicht zu diesem Buch greifen werden...

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  • Ein wichtiges Buch, das das menschliche Leid verdeutlicht

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    anushka

    Zwei Journalisten schildern in mehreren Reportagen verschiedene Aspekte der aktuellen Flüchtlingssituation. In den Kapiteln "Auf der Flucht aus Syrien" und "Auf der Flucht im Irak" werden zahlreiche Schicksale geschildert, die Umstände, unter denen die Menschen derzeit leben und die Gründe für ihre Flucht. Die Aufteilung in diese beiden Kapitel macht deutlich, dass in den beiden Ländern die Situation eine komplett unterschiedliche ist. Gefolgt werden diese beiden Kapitel von Abschnitten über die Überfahrt über das Mittelmeer, Schlepperbanden und die ehrenamtlichen und zufälligen Helfer vor der italienischen Küste. Abgerundet wird das Buch durch das Fallbeispiel eines kleinen österreichischen Ortes, der plötzlich Flüchtlinge aufnehmen muss und in dem die Bewohner zunächst nicht begeistert davon waren, sich dann jedoch der Situation stellen und Hilfe für die Flüchtlinge auf die Beine stellen. Zum Abschluss gibt es ein kurzes Nachwort, um den Leser mit dem Gelesenen nicht allein zu lassen. Das vorliegende Buch greift eine hochaktuelle Thematik auf und kann gut dazu dienen, sich einen Eindruck davon zu machen, warum derzeit so große Flüchtlingsströme nach Europa drängen. Die beiden Autoren legen dabei einen ganz klaren Fokus auf die emotionale Komponente und das Leid der Menschen und können dadurch eine große Betroffenheit erzeugen und Mitgefühl wecken. Viele einzelne Personen kommen zu Wort (und werden auch auf Farbfotos dargestellt). Die Autoren stellen diese Schicksale schonungslos dar und haben nicht nur tragische, aber auch nicht nur glimpfliche Schicksale ausgewählt. Immer wieder muss man schwer schlucken. Beim Lesen kommt oft Dankbarkeit dafür auf, dass man als Lesender durch eine Laune der Natur in einem derzeit sicheren und wohlhabenden Land geboren wurde. Die Autoren klagen vor allem die mangelnde transnationale Unterstützung und zahllose Budgetkürzungen an, die die Situation für Leidende und Helfende immer weiter verschlechtern. Mir persönlich haben die Reportagen von Mathilde Schwabeneder besser gefallen, da sie in den Kapiteln zur Flucht über das Mittelmeer, die Schlepperbanden und die ehrenamtlichen Helfer an Italiens Küste sehr strukturiert vorgeht und sehr viel Hintergrundinformationen liefert, die ich für ein umfassendes Verständnis genauso wichtig finde wie betroffen machende Einzelschicksale. Karim El-Gawhary dagegen gelingt es, die Distanz des Lesers durch direkte Fragen (bspw. "Was würden Sie in einen einzigen Fluchtkoffer packen?") zu verkürzen. Gerade im Abschluss fehlen mir ein paar weiterführende Sachinformationen wie Prognosen und weiterführende und konkretere Hilfeleistung für Personen, deren Hilfsbereitschaft durch dieses Buch möglicherweise geweckt wurde. Insgesamt emfpand ich dieses Buch aber auch in seiner vorliegenden Form als wichtige Bereicherung für Laien in der aktuellen Debatte. Immer wieder habe ich daraus Punkte aufgegriffen und mit Familie und Bekannten diskutiert. Wer sich schwer vorstellen kann, warum die Menschen derzeit flüchten und eine riskante Fahrt über das Mittelmeer ihrem Herkunftsland vorziehen, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Mich persönlich wird es noch lange beschäftigen und begleiten.

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    Kerstin_Westerbeck

    11. November 2015 um 13:24
  • Reportagen die fassungslos machen

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Line88

    30. October 2015 um 20:56

    Das Buch bildet authentisch die Angst und das Leid der Flüchtlinge ab und gibt den großen Flüchtlingsströmen, die derzeit in Europa ankommen ein Gesicht. Es werden verschiedenste, grausame Schicksale beschrieben, welche aufzeigen, dass Frieden das Allerwichtigste ist. Die beiden Journalisten, Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder, berichten aus unterschiedlichen Krisenherden der Welt, z.B. aus Syrien, dem Irak, aus Eritrea und Gambia. Die Berichte über das unfassbare Leid und die große Angst der Menschen, die tagtäglich mit dem Tod konfrontiert sind und vor Terror, Krieg und Gewalt fliehen, haben mich tief berührt. Dabei scheinen sie die politischen Entwicklungen genau zu kennen, geben an einigen Stellen aber leider zu wenige Hintergrundinformationen. Über die Geschäfte der Schleuser und die Flüchtlingsmafia wird ebenfalls berichtet und an der einen oder anderen Stelle erschütternde Zahlen genannt. Besonders gefallen hat mir, dass die Journalisten nicht nur von den traumatisierten Flüchtlingen berichten, sondern auch von den vielen freiwilligen Helfern. So ziehen Fischer täglich Flüchtlinge aus dem Meer und Ärzte arbeiten bis zur totalen Erschöpfung. Nicht selten leiden sie so stark unter dem Erlebten, dass sie dabei selbst traumatisiert zurückbleiben. Zudem wird am Beispiel des österreichischen Örtchens Großraming gezeigt, wie Begegnungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen viele Vorurteile abbauen können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Buch, mit all seiner Tragik, mein Herz berührt hat. Die teilweise eingefügten Fotos, geben den einzelnen Schicksalen zusätzlich ein wahrhaftiges Gesicht.

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  • Sollte Pflichtlektüre sein

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Deengla

    25. October 2015 um 08:11

    Kurzmeinung Erschütternd und aufrüttelnd - ein absolut wichtiges Buch, das man gelesen haben sollte! Inhalt Der Titel sagt es ja schon "Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers". Es werden die Schicksale einzelner Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern wie Syrien, dem Irak, Eritrea, Gambia u.v.m. vorgestellt. Außerdem sind viele Farbfotos vorhanden, die helfen, diese ganzen Einzelschicksale noch greifbarer zu machen und die entsprechenden Personen direkt vor Augen zu haben. Meine ausführlichere Meinung Der Horror einer Flucht wird hier schonungslos dargestellt. Die Geschichten lassen einen oft schlucken und beschäftigen zumindest mich auch noch lange nach der Lektüre. Etwa die Mutter, die zusammen mit ihren fünf Kindern bei einer Überfahrt über das Meer kentert, auf Hilfe ausharren muss und dabei zusehen, wie ein Kind nach dem anderen die Kräfte verlassen und vor ihren Augen ertrinkt. Es sind grausame Geschichten, aber es sind wahre Geschichten. Man erfährt so vieles, was einem nicht unbedingt in diesem Ausmaß bewusst war. Etwa, welch unglaublich großes Geschäft so eine Flucht für diverse Schlepperbanden sind, wie professionell diese organisiert sind und wie teuer so eine Flucht überhaupt ist. Aber auch die Lage von Flüchtlingen in diversen Ländern bzw. Lagern wird näher beleuchtet. Es gibt einfach so vieles, was man durch diese Reportagen erfährt und einem die Augen öffnet, man muss das Buch einfach selbst lesen. Meiner Meinung nach sollte "Auf der Flucht" gerade für Ignoranten und Politiker (wobei das eine das andere ausdrücklich nicht ausschließt) Pflichtlektüre sein. Der Schreibstil ist dem Ganzen angemessen, viele unglaublich erscheinende Statistiken und Fakten werden genannt, jedoch kommt nie die persönliche und emotionale Ebene zu kurz. Fazit Den anonymen Massen der Flüchtlinge werden Gesichter verliehen und ihre Stimmen hörbar gemacht. Ein unglaublich wichtiges Sachbuch, das einen mitnimmt, aber auch sehr bereichert und mit vielen wichtigen Informationen versorgt. Ein Buch, das großen Eindruck auf mich gemacht hat, und das ich sehr gerne und aus vollster Überzeugung allen, die sich auch nur einen Funken für die Flüchtlinge interessieren, und gerade denen, die es aus Ignoranz und Unwissenheit nicht tun, ans Herz lege!

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  • Auf der Flucht - Ein Buch über die Stationen der Flucht und Einzelschicksale

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Magena

    13. October 2015 um 20:40

    "Auf der Flucht" enthält Reportagen über die Menschen auf der Flucht nach Europa. Die vielen Berichte über Einzelschicksale zeigen: Das sind Menschen wie Du und ich, sie lebten ein Leben wie ein jeder hier in Europa. Und nun sind sie auf der Flucht, haben nichts mehr. Dieses Buch liefert viele Hintergrundinformationen zu der Situation in den Herkunftländern der Flüchtlinge, berichtet vom langen Weg der Flucht, zeigt auf was die Politik tut und was sie unterlässt. Dieses Buch versucht die Not der Flüchtlinge für uns Menschen, die sie hier in Sicherheit leben, greifbarer zu machen. Ein Buch was demütig macht und von jedem gelesen werden sollte! Den Autoren ist es gelungen dem schwierigen Thema gerecht zu werden. Der Aufbau ist geschickt und begleitet die Menschen aus ihren Herkunftländern heraus auf den einzelnen Stationen nach Europa, über das Mittelmeer bis hin zu den ersten (Zwischen)Ziel-Orten in Österreich. Das Buch kommt hierbei ohne Anklagen und erhobenem Zeigefinger auf, die Autoren berichten sachlich, respektvoll und gut recherchiert. Anklage und Apell bedarf das Buch nicht, alleine die Berichte über viele Einzelschicksale zeigen dem Leser, dass jeder von uns in der Pflicht ist zu helfen. Und so kompliziert ist das Thema ja eigentlich nicht, denn schließlich sind es einfach Menschen wie wir, die ein bescheidenes Leben in Sicherheit suchen.

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  • Zwei großartige Journalisten voller Mut, Empathie und Engagement bis an die eigenen Grenzen!

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Edelstella

    09. October 2015 um 18:00

    ….. „Ihre Offenheit und Empathie gegenüber F lüchtlingen sind dann wahrscheinlich die wichtigsten und menschlichsten Spenden.“ Das ist der letzte Satz im aufrüttelnden Buch von Karim el Gawhary und Mathilde Schwabeneder. Diese beiden Journalisten, die sogar mit dem Einsatz ihres Lebens in Krisenherde reisen, haben mir die Augen geöffnet und mich bis ins tiefste Innere berührt. Es tat weh, es war grausam, es machte Angst, es war kaum auszuhalten, aber die Geschichten um die Flüchtenden in ihrem unendlichen Leid mußten gelesen werden. Wir müssen wissen, was sie über die Kriegsgepeinigten und über die Helden auf der anderen Seite des Mittelmeeres zur berichten haben. Nicht selten bleiben auch die Helden traumatisiert zurück, weil die Realität zu furchtbar, zu unmenschlich ist. Es wird aber auch von freiwilligen Helfern erzählt, wie der junge Artz Guiseppe Pomilla und die Krankenschwester, Valeria Scottile aus Italien, die sich für „Mare Nostrum“gemeldet haben. Sie sagen „plötzlich war uns bewußt, wie gut es uns geht. Wir sind im Frieden und ohne große Probleme groß geworden. Es war an der Zeit, etwas zurückzugeben“. Oder Dr. Gabriella Lattuca und die Besatzung eines italienischen Rettungsbootes der Küstenwache, sie geben alles bis ans Limit. Oder die Fischer auf Lampedusa, die Flüchtlinge aus dem Meer ziehen. Die beiden Autoren geben den Flüchtlingsströmen, die bei uns ankommen, in meinem Fall in Deutschland, eine Stimme und ein Gesicht. Jeder hat so schreckliches Schicksal hinter sich, dass er unter Lebensgefahr, teilweise allein, traumatisiert seine Heimat verlassen hat. Das Beispiel des kleinen Ortes Großraming in Österreich zeigt, dass die Begegnung von Angesicht zu Angesicht, Fremder und Einheimischer mit Empathie und Sinneswandel von vorher festgefahrenen Vorurteilen, einhergehen kann und etwas Bereicherndes für beide Seiten bedeuten kann. Wir müssen den Flüchtlingen offen begegnen und sie kennenlernen. Die Menschen, die in diesem aufwühlenden Buch genannt werden, fliehen aus Syrien, und dem Irak, aus Eritrea und Gambia, vor Krieg, Terror und Gewalt. In Syrien allein hat sich die Lebenserwartung innerhalb der letzten 4 Kriegsjahre um 20 Jahre reduziert. Die junge Generation wird eine Generation sein ohne richtige schulische Ausbildung und sehr traumatisiert. Auf der zweiten Seite des Buches finden wir das Bild eines Kindes, das statt Blumen den Krieg malt. Auf dem ein Flugzeug Bomben abwirft und Menschen zerfetzt. Überall ist Blut. Im Libanon, in der Bekaa-Ebene leben 200.000 Menschen in Verschlägen, abgedeckt mit Plastikplanen. Hier ist kein Geld für ärztliche Versorgung, Kinder sterben nach der Geburt in Eis und Schnee. ….und doch werden Hilfsgüter gekürzt....und Bilder vom verschneiten New York, wo sich ein Blizzard ankündigt, sind wichtiger, ziehen mehr Medien an, als diese große Not im Libanon. Ohnmächtig wütend werde ich auch, als von der Mutter auf der Flucht mit ihren 4 Kindern lese, die nur 1 Schwimmweste hatte und das Boot der Schleuser sank …..und sie mußte entscheiden, welches Kind sie loslassen sollte. Sie konnte es nicht...... Als sie wach wurde, war nur die ältere Tochter übrig. Es gibt Geschichten, die mir allein beim Lesen so zusetzen, dass ich Pausen brauche. Wie geht es erst einmal den Opfern? Die beiden Autoren schildern mit großer Sachkenntnis die politischen Gegebenheiten, Entwicklungen und Eskalationen in den Ländern und geben damit eine umfangreiche Gesamtübersicht. Wir werden sehr einseitig über die Medien informiert, stelle ich fest. Ich sehe sehr selten solche Bilder und höre selten so ein kompaktes Insiderwissen. Auch über die Geschäfte der Schleuser und ihre Organisation und über die Flüchtlingsmafia. Dieses Buch müßte Pflichtlektüre für alle sein, sie würde bestimmt helfen, weniger Menschen fremdenfeindlich und voller Vorurteile denken zu lassen. Sie würde Augen, Ohren und Herzen öffnen. Letztendlich ist es nicht unser Verdienst hier in Europa so reich und sorgenfrei zu leben, sondern die Gnade des Geburtsortes, geben uns die Autoren mit auf den Weg. Ich bedanke mich für dieses Buch und werde es so oft ich kann weiterempfehlen!!!

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  • Auf der Flucht

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    BookObsession94

    06. October 2015 um 18:48

    Was Menschen wie Sabah auf der anderen Seite des Mittelmeeres erlebt haben, welche Odyssee hinter ihnen liegt und was sie noch erwartet: Davon handelt dieses Buch. Damaskus, Beirut, Erbil, die libanesische Bekaa-Ebene, Lampedusa, Palermo, der kleine österreichische Ort Großraming: An all diesen Orten haben Flüchtlinge den beiden Autoren ihre Geschichten erzählt. Es sind Geschichten voller Tragik und auch voller Hoffnung, Geschichten von Träumen, die zerstört wurden, im Meer versunken sind oder am Ende doch noch erfüllt werden. Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, weil das ein interessantes Thema ist, welches uns alle betrifft. Jedoch ist es keine leichte Kost. Ab und zu musste ich das Buch aus der Hand legen, tief durchatmen und konnte dann erst weiterlesen. Die Bilder, die im Buch abgedruckt sind, sind Bilder von den Flüchtlingen, die im Buch ihre Geschichten erzählen. Das macht das Ganze für den Leser noch um einiges realer, weil man direkt das Gesicht zur Geschichte kennt. Man wird mit Gewalt und Tod konfrontiert und besonders grausam sind die Stellen, an denen das Schicksal von Kindern beschrieben wird. Unschuldige Kinder, die überhaupt keine Schuld an der ganzen Situation haben und trotzdem am meisten darunter leiden müssen. Es werden viele Zahlen und Fakten aufgelistet, die mich persönlich sehr erschrocken haben. Ab und zu wird viel Hintergrundwissen gefordert, um verstehen zu können, was da gerade passiert, was das Lesen ein wenig stockt, aber sich auch ziemlich schnell wieder legt, sodass man wieder gut in das Buch zurückfinden kann. Toll finde ich, dass die Autoren des Buches nicht nur ihr Buch schreiben wollen, damit sie Geld verdienen, sondern wirklich helfen wollen. Sie lassen Kontakte spielen, um einigen Menschen, die sie kennengelernt haben, zu helfen, aber sie können nun mal nicht allen Flüchtlingen helfen. Durch dieses Buch können aber eine Menge Leute wachgerüttelt werden, damit wirklich jeder hilft. Mein Fazit: Sehr erschreckend und nichts für nahe am Wasser gebaute Menschen, aber es ist aufklärend und kann eine Menge bewirken.

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  • Ohne Worte! Wer dieses Buch liest sieht Flüchtlinge mit anderen Augen....

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Jungenmama

    04. October 2015 um 16:58

    Das Buch "Auf der Flucht" hat mir geholfen einige Hintergründe der aktuellen Flüchtlingswelle  besser zu verstehen, obwohl ich ein politisch recht wenig engagierter und auch nur oberflächlich interessierter Mensch bin. Die bekannten ORF-Korrespondenten Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder haben meiner Meinung nach einen sehr guten Weg gefunden interessierte Leser an ihren persönlichen Erfahrungen und Begegnungen teilhaben zu lassen. Ein für mich prägnanter Satz sagt im Buch ein italienischer Arzt auf einem der Rettungsschiffe im Mittelmeer: "Es stört mich unglaublich, dass Flüchtlinge nur mehr als Zahlen in irgendwelchen Statistiken vorkommen. Gesichtslose, mathematische Größen, die beliebig verschoben oder sogar ausradiert werden können." Genau dies sind die Menschen, welchen ich täglich hier im Ort begegne nun nicht mehr für mich, denn nachdem ich in dem Buch von den tragischen Schicksalen der Menschen las, überlege ich bei jedem Flüchtling und Asylbewerber "Was ist wohl seine Geschichte...?" Die Geschichten sind tragisch, entsetzlich, grausam und erzählen von Verzweiflung, aber oft auch von Hoffnung... In mir hat das Buch bewirkt mich nun doch mehr mit dem Thema zu befassen, bei Diskussionen mitreden zu können und ich bin der Meinung, dass dieses Buch in den Oberstufen der Schulen auf jeden Fall (zumindest in Auszügen) zur Pflichtlektüre gehören sollte. Es öffnet die Augen und die Herzen gegenüber den zahlreichen Menschen die nach Europa und Deutschland strömen und genau das ist eine wichtige Grundlage für ein gutes Miteinander. Man muss nicht am Bahnhof die Fähnchen schwenken, Geld spenden das man selbst nicht hat ... aber man kann zupacken wo Hilfe benötigt wird oder einfach nur Menschen mit negativen Ansichten ins Gesicht sagen: "Es ist nur ein Zufall, dass du hier in Deutschland geboren wurdest!"

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  • Dieses Buch öffnet dein Herz und lässt dich verstehen. Es schenkt Empathie, deine menschliche Spende

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Nisnis

    Wenn eine Flasche Wasser für eine Woche reichen muss, wenn man hochschwanger seine Heimat verlässt, wenn man den lebensgefährlichen Weg durch die Wüste oder über das Meer wählt, sich kriminellen Schleppern anvertraut, um in Sicherheit zu sein, dann sprechen wir von Flüchtlingen, die in größter Angst und doch voller Hoffnung ihre Reise nach Europa antreten. Sie fliehen vor Krieg und Terror. Sie wollen nur ankommen und in Menschenwürde leben dürfen und dafür bezahlen sie oftmals den höchsten Preis, mit ihrem Leben. Dieses Buch erzählt von ihren schweren Schicksalen. Es zeigt auf wie menschenunwürdig Flüchtlingslager sind, wie die Mühlen der Bürokratie malen, wie schwerwiegend diese Flüchtlingskrise ist und wie unbezahlbar die Empathie und die Hilfe all der Ehrenamtlichen ist. Meine Meinung: Es ist herzzerreißend, wenn sich eine Mutter für ein Kind von fünf Kindern entscheiden muss, da eine Schwimmweste nicht fünf Menschenleben über Wasser halten kann. Wenn sie überlegen muss, welche Kinder sie den Fluten des Meeres übergeben muss! Diese Mutter hielt alle so lange fest wie sie nur konnte, bis ihr das Meer die Entscheidung abnahm. Dies ist nur ein Beispiel von so unglaublich vielen Schicksalen, die mich so tief berührt und so hilflos gemacht haben, dass sie auch nach Beendigung des Buches, weiterhin in meinem Kopf verankert bleiben. Dieses Buch hat mir geholfen, die aktuelle Flüchtlingskrise besser einschätzen und bewerten zu können. Viele Informationen waren mir neu, obwohl ich in diesem Thema sehr belesen bin. Mathilde Schwabeneder (ORF-Korrespondentin in Rom) und Karim El-Gawhary (Leiter des ORF-Nahostbüros in Kairo) haben mit diesem Buch einen maßvollen und sachlichen guten Weg gefunden, die Flüchtlingskrise, Fluchtursachen und Wege der Flüchtenden zu beleuchten. Sie bereisten Krisengebiete, unter Einsatz ihres Lebens, und sprachen mit Flüchtlingen, deren Schicksale sie tief bewegten. Sie empfanden Scham und Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung, aber manchmal auch Glück. Mit diesem Buch lassen sie den Leser ein Stück weit mitempfinden und helfen ihm seine eigene Meinung zu bilden. Der Schreibstil beider Autoren ist sehr angenehm zu lesen. An Stellen wo nüchterne Sachlichkeit gefordert ist, gelingt es beiden dies umzusetzen. In den Situationen, in denen ihre Emotionen Purzelbäume geschlagen haben, gelingt es ihnen sehr gut mich mitzureißen und mich mitempfinden zu lassen. Manchmal musste ich eine Lesepause einlegen, denn das Gelesene war manchmal sehr schwer zu begreifen und zu verarbeiten. Mein Fazit: Am liebsten würde ich dieses Buch manchen Mitmenschen als Pflichtlektüre auferlegen und ich wette, dass sie danach mit einem anderen Blick durch den Alltag gehen. Ich empfehle dieses Buch jedem, der interessiert ist zu verstehen. Wer sich eine eigene Meinung bilden möchte ist mit den Informationen aus diesem Buch bestens ausgestattet. Doch nicht jeder wird es verkraften von diesen grausamen Schicksalen zu lesen. Jeder muss für sich entscheiden, ob er dem mental gewachsen sein will, denn zurück bleibt Hilflosigkeit, Wut, Trauer, aber auch der Wille etwas zu tun.

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    • 5

    Nisnis

    01. October 2015 um 21:51
    Lienz schreibt Schöne Rezension! Dem Buch selbst stehe ich etwas distanzierter gegenüber. Ohne dass ich die Botschaft des Buchs in irgendeiner Weise schmälern wollte - sie ist völlig richtig. Meine Erfahrung in ...

    Du hast recht, ja es sind nur Facetten. Doch dieses Buch ist etwas Besonderes, da es viele Dinge anspricht, die mir vorher unbekannt waren, obwohl ich bei dem Thema sehr belesen bin, und daraus ...

  • gibt den Menschen, die wir täglich im Fernsehen sehen, ein Gesicht.

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    irismaria

    01. October 2015 um 14:30

    In "Auf der Flucht: Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers" berichten die ORF-Korrespondenten und Nahostkenner Mathilde Schwabeneder und Karim El-Gawhary von ihren Gesprächen mit Menschen, die aus Syrien, dem Irak und Afrika nach Europa fliehen. Es ist kein Buch, das man am Stück lesen kann, denn die Schicksale der Menschen sind oft so schrecklich und leider ja sehr realistisch. Gut gefällt mir auch, dass die Autoren ihre Rolle als Journalisten reflektieren und nicht nur neutral berichten. Sie erzählen von Krieg und Elend, von Flüchtlingslagern und todbringenden Überfahrten, aber auch von Hoffnung und gelingendem Miteinander. Ich arbeite in einem Asylkreis mit und habe einiges, was mir "unsere" Flüchtlinge erzählt haben, im Buch wiedererkannt. Auch Fluchtgründe und politische Hintergründe werden beleuchtet. Ich kann "Auf der Flucht" nur empfehlen, es gibt den Menschen, die wir täglich im Fernsehen sehen, ein Gesicht.

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  • Zutiefst berührend!

    Auf der Flucht - Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers

    Petris

    29. September 2015 um 08:31

    Karim El-Gawhary steht bei mir schon seit einer Weile auf der Liste jener Autoren, deren neue Bücher ich sofort lesen muss. Zwei Mal durfte ich ihn schon live erleben, beim ersten Mal mit dem „Tagebuch der arabischen Revolution“, voller Freude und Illusion über die Veränderung in seinem Land und den Nachbarländern. Zwei Jahre später erschien „Frauenpower auf Arabisch“, ein beeindruckendes, starkes Buch. Doch gleichzeitig begann er damals auch, die Schicksale der Flüchtlinge zu erzählen. Kurz zuvor hatte er die Geschichte jener Mutter gehört, die entscheiden musste, welche ihrer vier Töchter sie dem Meer überlassen würde müssen. Karim El-Gawhary war zutiefst berührt und erschüttert. Und genau das ist es, was ich an ihm so schätze. Er ist Journalist, recherchiert genau, weiß worüber er schreibt und spricht und bleibt gleichzeitig total menschlich dabei. Er kann informieren und berühren zugleich. Und verliert trotz allem nie den Humor. Wie es schon zu Beginn des Buches heißt: „Geduld und Humor sind zwei Kamele, mit denen man jede Wüste durchqueren kann.“ Arabisches Sprichwort Dieses Buch zu besprechen fällt mir sehr schwer, denn die Geschichten sind wirklich schockierend und erschütternd. Ich konnte es immer nur in kleinen Abschnitten lesen und musste sehr oft weinen dabei. Aber das passiert mir diese Tage ohnehin ständig, denn das Buch wurde ja von der Realität eingeholt, die Schicksale sind nicht mehr nur Erzählungen und Bilder, sondern echte Menschen in unseren Bahnhöfen, auf unseren Straßen, in den Behelfslagern,… Erst am Samstag nahm ich mit dem Auto eine Gruppe Syrer ein kleines Stück in Richtung Grenze mit und unterstütze das Rote Kreuz in Schärding. Man kann nicht mehr wegschauen, sondern ist gezwungen, den Mund aufzumachen und auch zu handeln. Sehr gut gefallen hat mir, wie sich die Teile von Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder aneinander fügen, ist ja oft nicht ganz einfach, wenn zwei Autoren ein Buch gemeinsam machen. Für mich ging das hier perfekt auf. Die Teile ergänzten sich, beide haben eine sehr persönliche Art zu schreiben. Auch die Buchvorstellung mit beiden Autoren hat mich sehr beeindruckt und berührt. Ein wichtiges, großartiges Buch zum perfekten Zeitpunkt erschienen. Und vielleicht bringt es ja doch den einen oder anderen dazu, das „Problem“ mit Herz und Menschlichkeit zu sehen. Mir hat es unter anderem auch gute Informationen und Argumente für die Diskussionen mit Menschen geliefert, die ohne nachzudenken die Meinung von Krone, Bild, Heute und wie sie alle heißen nachplappern und Angst um ihr kleines Glück haben.

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