Karin Betz

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Autor von Tango fatal.

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Tango fatal
Tango fatal
 (1)
Erschienen am 18.04.2013

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Rezension zu "Tango fatal" von Karin Betz

Kurzgeschichten um die Seele des Tango
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Sechzehn Kurzgeschichten sind es, welche die Herausgeberin von verschiedenen Autoren in diesem keinen  Band versammelt.

 

Vorweg gesagt, Kurzgeschichten von unterschiedlicher Güte was das Ziel des „Geschichtenkreisens“ angeht, den inneren Aspekt, die „Seele“ des Tangos vielleicht zu erfassen. Während der Auftakt ein wenig uninspiriert daher kommt und sich die Frage stellt, warum gerade der finnische „Marschableger“ des Tango den Auftakt zu diesem Band bildet samt einem Mann von Mitte dreißig, der seine Erektionen nicht wirklich im Griff hat.

 

Oder dass die frustrierende Tanzpartnersuche einer Berlinerin samt Kleinanzeige mit falschen Angaben den Leser nichtunbedingt innerlich berührt (außer vielleicht Leserinnen, die bereits leidvolle Erfahrungen mit, sich als „Goucho“ gerierenden, mitteleuropäischen Anfängern hinter sich gebracht haben und die ständigen Korrekturen eines arhythmischen Pseudo-Tänzers kaum mehr ertragen möchten).

 

„„Du musst Dich aber auch führen lassen“, herrschte er mich an.“

„“Das wird sie immer wieder machen, wenn du sie nicht richtig nimmst. Sie kann nicht anders.“, unterrichtete ihn der Tanzlehrer.

 

Aber dennoch, das sich das Weiterlesen lohnt dann aber durchaus. Nicht nur wegen des Auszuges aus dem hervorragenden „Tod des Tanzlehrers“ von Mankell. Es sind eher die kleinen, düsteren Geschichten um Musik und Tanz, die tatsächlich berühren, in denen die Melancholie, das Hoch- und Tief des Tanzes emotional zum Ausdruck kommen.

 

Wie jene, in der Ernesto trotz körperlicher „Mängel“ seine Stimme erhebt und mit Leidenschaft, Seele und Herz ein Lied von Gardel auf einem Wettbewerb singt. Ständig Ovationen, das ja, dieser eine Moment, doch schon Minuten später rollt die nächste Woge und vergessen ist fast der kleine Auftritt. Mut, Kampf, Gelingen, Verlust und Trauer schwingen mit, wie im Schritt für Schritt Tanz des Tango.

 

Ebenso die Erinnerungen ganz zum Schluss, in der die Erzählerin sich an ihre Kindheit erinnert, auf den abgewetzten Tanzschuhen des Vaters stehend und mit diesem Schritt für Schritt die Hingabe spüren. Denn, „Tango tanzt man blind“.

 

Eine Ahnung von dem, was der Tango ist, was er im besten Falle „anrichten“ kann und wie er ins Leben tritt findet sich ebenfalls im Buch. Wo ein „leichtes Mädchen“ von einem Tanguero nach den ersten Schritten, die sie gestalten will, zu hören bekommt: „Lass das. Ich alleine reite Dich“.

 

Überwiegend, trotz der ein oder anderen schwächeren Geschichte, bietet der kleine Band Emotionen, Tiefe und einen beeindruckenden „Innenblick“ auf „den traurigen Gedanken, den man tanzen kann“. Mitsamt einem „Brevier“ für Neulinge, sich die wichtigsten Tange Begriffe aneignen zu können.

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