Schluss mit Fertig-Pizza

von Karin Blessing 
4,0 Sterne bei1 Bewertungen
Schluss mit Fertig-Pizza
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Inhaltsangabe zu "Schluss mit Fertig-Pizza"

Falsche Ernährung und Bewegungsmangel führen dazu, dass immer mehr junge Menschen übergewichtig sind. Unsere Gesellschaft wird hier vor große Herausforderungen und Anstrengungen gestellt. Schulen stehen immer mehr vor der Aufgabe, eine adäquate Mittagsverpflegung anzubieten. Wie aber sollte diese aussehen? Woher kommt das Essen? Wie viel ist uns eine gesunde, nachhaltige Schulverpflegung letztendlich wert? Dieses Handbuch gibt Hilfestellung bei der Gestaltung von Schulverpflegung – insbesondere im Hinblick auf verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig dient es Lehrkräften, Eltern, Großeltern und anderen gesellschaftlichen Akteuren als Leitfaden für die Vermittlung gesunder Ernährung sowie eines nachhaltigen Lebensstils an Kinder und Jugendliche. Pressestimmen: Die zahlreichen praktischen Anregungen und Beispiele rund um das Thema Nachhaltigkeit richten sich an Lehrer verschiedener Schulstufen und -typen. Im Vordergrund stehen nicht ernährungsphysiologische, sondern ökologische und biologische Aspekte der Ernährung. (Ernährung aktuell)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783777621098
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:211 Seiten
Verlag:Hirzel, S
Erscheinungsdatum:22.12.2010

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    michael_lehmann-papevor 8 Jahren
    Rezension zu "Schluss mit Fertig-Pizza" von Karin Blessing

    Wege zu einer nachhaltigen Schulverpflegung

    Die Akademie für Natur- und Umweltschutz in Baden Württemberg hat vor einiger Zeit bereits ein Modellprojekt ins Leben gerufen unter der Überschrift „Wissens-Hunger – Wege zu einer nachhaltigen Schulverpflegung“. Das vorliegende Buch ist als Praxisbuch konzipiert und stellt einen Beitrag zu diesem Projekt dar.

    Verschiedenen Strömungen das Essen betreffend werden hier einer kritischen Sichtung auf ihre Folgen gerade für die Kinder und Jugendlichen betrachtet. Zum einen haben sich die Unterrichtszeiten, zumindest auf den weiterführenden Schulen drastisch verlängert, auch Grundschulen werden im Betreuungsangebot mehr und mehr zu Ganztagesschulen umgewandelt. Das klassische kleine Pausenbrot und dann das Mittagessen zu Hause gehören somit der Vergangenheit an. Zudem entsteht eine erhöhte Multitasking Haltung, die vom Fernsehen über den PC bis hin zum Handy alles noch nebenbei, auch neben dem Essen, mit erledigt. Nicht nur die Zubereitungszeit, auch das Essen selbst steht somit fast unter den gleichen Effizienzgesichtspunkten, wie vielfach die Arbeitswelt. Schnell und mühelos soll es gehen, trotz des Trends zu immer mehr Kochshows im Fernsehen andererseits.

    Die Folgen sind mannigfaltig, gerade für Schüler. Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, ständige Ablenkung, weder werden genügend gesunde Nährstoffe aufgenommen, noch der Körper genügend gefordert. Nicht nur Übergewicht, auch Mattigkeit und Konzentrationsstörungen sind die direkten Folgen falscher und mangelhafter Ernährung und Essgewohnheiten. Vor allem aber verbrietet sich eine Wissenserosion über die Nahrung und ihre Stellung im ökologischen Netz des eigenen Körpers und der Natur. Zu all dem gesellt sich die oft schwierige Versorgungslage in der Schule selbst.

    Auf diese Frage der schulischen Versorgung konzentrieren sich die Autoren im weiteren Verlauf des Buches unter der Leitfrage, wie viel in die Kinder und Jugendlichen tatsächlich investiert werden soll. Ziel des Buches ist, eine Nachhaltigkeit im Blick auf die Rahmenbedingungen (Mensen) und die angeboten Nahrungsmittel zu ermöglichen, die dauerhaft eine gesunde und wertvolle Ernährung der Schüler sicherstellt einerseits und ein nachhaltiges Wissen den Schülern andererseits vermittelt.

    Zunächst werden die Grundlagen gelegt und das Projekt als solches vorgestellt, sodann eine auch kulturelle Einordnung des Essens und ein Blick auf verlorenes gegeben.
    Im anspruchsvollen dritten Teil des Buches ziehen die Autoren einsichtig argumentierend eine grundlegende Verbindung zwischen Ernährung, Wissenserwerb, Selbstkompetenz und Nachhaltigkeit und bündeln diese vier Kernbereich unter den Begriff einer nachhaltigen Schulverpflegung. Hier sind auch die Einlassungen zur Entstehung lokaler Netzwerke zwischen eigener Gesundheit, zukunftsorientiertem Verhalten im Blick auf die Natur und Umwelt und ebenso auf das Sozialverhalten und das wirtschaftliche Denken. Systemische Zusammenhänge können so durch das Essen in der Schule gemeinsam wahrgenommen und rezipiert werden.

    Der Rest des Buches wendet sich im Anschluss in breiter Form (tatsächlich durchaus gangbaren) Vorschlägen zur praktischen Umsetzung und der Einbindung des Gesamtthemas in das Unterrichtsgeschehen zu.

    Die Autoren argumentieren im Buch schlüssig und folgerichtig, sorgen für eine Offenlegung von Verbindungen zwischen Essen, Lebensqualität und Wissenserwerb, die so (noch) nicht offenkundig im Fokus der Diskussion stehen und bieten vielfache Anregungen und Hinweise für eine praktische Umsetzung. Vieles von dem, was im Buch erwähnt wird, sollten die Kinder und Jugendlichen der Gesellschaft durchaus wert sein und die systemisch vernetzte Betrachtung zur Nachhaltigkeit wäre tatsächlich ein sinnvoller Unterrichtsinhalt. Ein wichtiges Buch, dass über eine einfache Betrachtung von vitaminreicher Nahrung weit hinaus geht.

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