Karin Boye

 3.8 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Kallocain, Kallocain und weiteren Büchern.

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Kallocain
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Erscheint am 29.10.2018 als Hardcover bei btb.

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Erschienen am 29.10.2018
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Erschienen am 01.05.1982
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Erschienen am 01.02.1996

Neue Rezensionen zu Karin Boye

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Simon_liests avatar

Rezension zu "Kallocain" von Karin Boye

Alle Wahrheit ist relativ.
Simon_liestvor einem Jahr

Ohne Inhaltitis betreiben zu wollen, so muss doch gesagt werden, dass der Held Leo Kall ein Feigling ist. Und er Weiss es.
Als Erfinder eines Wahrheitsserums betreibt er die Legislative eines Gesetzes wider die staatsfeindliche Gesinnung in einem totalitären Gemeinwesen, denunziert seinen Vorgesetzten aus Angst. Welcher Angst?
Der Angst vor etwas Fremden, Unerklärlichen, was Leo auch dazu verleitet, seiner Frau eine Dosis des nach ihm benannten Serums zu verabreichen.
Doch seine Frau entpuppt sich als Hoffnungsträgerin, bietet eine Alternative, auch wenn Sie gesteht, sie wolle ihn töten, und dass sie kein Verhältnis mit seinem Chef habe.
Hier beginnt die männliche Hauptperson unglaubwürdig zu werden, da Leo nichts weiter darauf gibt, obwohl seine Frau Entwarnung signalisiert, er trotzdem und unmotiviert seinen Chef anschwärzt (ach stimmt, er hat ja Angst …), so plötzlich wird er von seiner Frau vom Sinn des Lebens, vom wahren Sinn, überzeugt.
Trotz dieser Vermischung mit der persönlichen Lebensgeschichte der Autorin ist Karin Boye eine sprachlich hochwertige, eine meist spannende Dystopie gelungen, die das Verhalten unserer Gesellschaft in sozialen Netzwerken (leider) gut beschreibt, und das vor der Entstehung von ›1984‹. Ein Schelm, wer Böses denkt.

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Sakukos avatar

Rezension zu "Kallocain" von Karin Boye

Eine alte, klassische Dystopie
Sakukovor 3 Jahren

Kallocain ist ein Wahrheitsserum, das dem Menschen die Hemmung nimmt, so dass er frei seine innersten Gedanken und Gefühle ausplaudert.
Leo Kall ist der Erfinder dieses Serums, ein loyaler Mit-Soldat des Weltstaates. Eine Kommunistisch angelehnte, militaristische Gemeinschaft wo individuelle Zuneigung zu Partnern, Freunden, Kindern asozial ist, wo Misstrauen und Paranoia als integraller Teil des Staats gesehen werden und nur der Staat, die Gemeinschaft, nie der Einzelne Wert hat.
Das Buch beschreibt Kalls Leben ab Erfindung der Droge. Man erfährt über den streng durchorganisierten, einsamen Alltag, Kalls unsicheres Moralverständniss, seine geheime Zuneigung zu seiner Frau und seine Befürchtung, sein Chief könnte eine Affäre mit ihr haben.

Das Buch beschreibt sehr bedrückend aber anschaulich die inneren Gefühle, Träume und Hoffnungen, denen sich viele Mitglieder dieses einsammen, misstrauischen Staates hingeben. Mit Kallocain ist niemand unschuldig, sagt das Buch, und das trifft es sehr gut. Niemand ist 100% loyal, kann es bei so einer angespannten Situation sein.

Ich bin ein großer Freund der alten, klassischen Dystopien und fand deswegen auch dieses Buch sehr spannend und pakend.
Alleine das Ende fand ich etwas plötzlich, wenig aussagekräftig, enttäuschend. Ich hätte mir mehr Auflösung ggf. sogar mehr Konsequenz gewünscht.

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zachines avatar

Rezension zu "Kallocain" von Karin Boye

Rezension zu "Kallocain" von Karin Boye
zachinevor 6 Jahren

Spannung, Krise, Wandlung, Liebe, Mord, Krieg, alles da! Ein spannender Roman also, auch wenn mensch sich nicht weiter mit Karin Boye beschäftigt hat. Denn diese frühe Dystopie - im Jahr 1940, noch vor Orwells 1984 geschrieben - spiegelt offenbar Boyes Leiden im Leben: Sie beschreibt eine Welt der Einsamkeit. In dem wohlüberwachten, rationalen Staat, in dem jeder "Mitsoldat" den anderen überwacht und zum Mißtrauen angehalten ist, sehnen sich die Menschen doch eigentlich nach Kontakt, nach Liebe und Berührbarkeit.
Boyes Gedicht "Das Beste" (http://www.karinboye.se/verk/dikter/dikter-tyska/das-beste.shtml ) spricht die selbe Sprache.
Gleichzeitig verarbeitet die Autorin wohl die Enttäuschung über den totalitären Pseudo-Kommunismus in Russland, das sie als engagierte Linke besucht hatte und die Entwicklung in Deutschland.

Ein zeitloses Buch also und dennoch - mit ein paar Infos über die Autorin, klar als ein Produkt ihres Lebens und ihrer Zeit zu erkennen.

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