Kallocain

von Karin Boye 
4,4 Sterne bei5 Bewertungen
Kallocain
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Eine klassische, Kommunismus-basierte Dystopie mit leider etwas schwachem Ende

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Inhaltsangabe zu "Kallocain"

Was wäre, wenn selbst die Gedanken lesbar wären?
Könnt ihr die Wahrheit hören? Nicht alle sind wahrhaftig genug, um die Wahrheit zu hören, das ist das Traurige. Sie könnte eine Brücke zwischen den Menschen sein – nun ja, solange sie freiwillig ist, solange sie als ein Geschenk gegeben und als ein Geschenk empfangen wird. Ist es nicht eigenartig, das alles seinen Wert verliert, sobald es aufhört ein Geschenk zu sein – selbst die Wahrheit?
Aktueller denn je: „Kallocain“, der große dystopische Roman von Karin Boye – in dem Menschen gelernt haben, sich gegenseitig zu kontrollieren, und verlernt haben, sich selbst und anderen zu vertrauen.

Was wäre, wenn selbst die Gedanken unfrei wären? Mit einer Wahrheitsdroge hat der Chemiker Leo Kall einen Weg in die Seelen seiner Mitbürger gefunden. Die neue Verhörmethode des Staates übernimmt die Kontrolle über die Menschen. Staatsfeindliche Gedanken werden entlarvt, alle Bürger auf Linie gebracht, Ehen gewöhnlich als reine Zweckgemeinschaft geschlossen, um dem Staat Kinder zu schenken. Doch im Geheimen regt sich Widerstand. Manche Menschen suchen Lebenssinn jenseits der offiziellen Doktrin. Auch Leo Kall beginnt zu zweifeln und seine Rolle als loyaler Mitsoldat in Frage zu stellen. Dennoch möchte er mit Hilfe des Wahrheitsserums herausfinden, ob seine Frau ein Verhältnis hat ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442757756
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:29.10.2018

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    Simon_liests avatar
    Simon_liestvor einem Jahr
    Kurzmeinung: siehe Rezension
    Alle Wahrheit ist relativ.

    Ohne Inhaltitis betreiben zu wollen, so muss doch gesagt werden, dass der Held Leo Kall ein Feigling ist. Und er Weiss es.
    Als Erfinder eines Wahrheitsserums betreibt er die Legislative eines Gesetzes wider die staatsfeindliche Gesinnung in einem totalitären Gemeinwesen, denunziert seinen Vorgesetzten aus Angst. Welcher Angst?
    Der Angst vor etwas Fremden, Unerklärlichen, was Leo auch dazu verleitet, seiner Frau eine Dosis des nach ihm benannten Serums zu verabreichen.
    Doch seine Frau entpuppt sich als Hoffnungsträgerin, bietet eine Alternative, auch wenn Sie gesteht, sie wolle ihn töten, und dass sie kein Verhältnis mit seinem Chef habe.
    Hier beginnt die männliche Hauptperson unglaubwürdig zu werden, da Leo nichts weiter darauf gibt, obwohl seine Frau Entwarnung signalisiert, er trotzdem und unmotiviert seinen Chef anschwärzt (ach stimmt, er hat ja Angst …), so plötzlich wird er von seiner Frau vom Sinn des Lebens, vom wahren Sinn, überzeugt.
    Trotz dieser Vermischung mit der persönlichen Lebensgeschichte der Autorin ist Karin Boye eine sprachlich hochwertige, eine meist spannende Dystopie gelungen, die das Verhalten unserer Gesellschaft in sozialen Netzwerken (leider) gut beschreibt, und das vor der Entstehung von ›1984‹. Ein Schelm, wer Böses denkt.

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    Sakukovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine klassische, Kommunismus-basierte Dystopie mit leider etwas schwachem Ende
    Eine alte, klassische Dystopie

    Kallocain ist ein Wahrheitsserum, das dem Menschen die Hemmung nimmt, so dass er frei seine innersten Gedanken und Gefühle ausplaudert.
    Leo Kall ist der Erfinder dieses Serums, ein loyaler Mit-Soldat des Weltstaates. Eine Kommunistisch angelehnte, militaristische Gemeinschaft wo individuelle Zuneigung zu Partnern, Freunden, Kindern asozial ist, wo Misstrauen und Paranoia als integraller Teil des Staats gesehen werden und nur der Staat, die Gemeinschaft, nie der Einzelne Wert hat.
    Das Buch beschreibt Kalls Leben ab Erfindung der Droge. Man erfährt über den streng durchorganisierten, einsamen Alltag, Kalls unsicheres Moralverständniss, seine geheime Zuneigung zu seiner Frau und seine Befürchtung, sein Chief könnte eine Affäre mit ihr haben.

    Das Buch beschreibt sehr bedrückend aber anschaulich die inneren Gefühle, Träume und Hoffnungen, denen sich viele Mitglieder dieses einsammen, misstrauischen Staates hingeben. Mit Kallocain ist niemand unschuldig, sagt das Buch, und das trifft es sehr gut. Niemand ist 100% loyal, kann es bei so einer angespannten Situation sein.

    Ich bin ein großer Freund der alten, klassischen Dystopien und fand deswegen auch dieses Buch sehr spannend und pakend.
    Alleine das Ende fand ich etwas plötzlich, wenig aussagekräftig, enttäuschend. Ich hätte mir mehr Auflösung ggf. sogar mehr Konsequenz gewünscht.

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    zachines avatar
    zachinevor 6 Jahren
    Rezension zu "Kallocain" von Karin Boye

    Spannung, Krise, Wandlung, Liebe, Mord, Krieg, alles da! Ein spannender Roman also, auch wenn mensch sich nicht weiter mit Karin Boye beschäftigt hat. Denn diese frühe Dystopie - im Jahr 1940, noch vor Orwells 1984 geschrieben - spiegelt offenbar Boyes Leiden im Leben: Sie beschreibt eine Welt der Einsamkeit. In dem wohlüberwachten, rationalen Staat, in dem jeder "Mitsoldat" den anderen überwacht und zum Mißtrauen angehalten ist, sehnen sich die Menschen doch eigentlich nach Kontakt, nach Liebe und Berührbarkeit.
    Boyes Gedicht "Das Beste" (http://www.karinboye.se/verk/dikter/dikter-tyska/das-beste.shtml ) spricht die selbe Sprache.
    Gleichzeitig verarbeitet die Autorin wohl die Enttäuschung über den totalitären Pseudo-Kommunismus in Russland, das sie als engagierte Linke besucht hatte und die Entwicklung in Deutschland.

    Ein zeitloses Buch also und dennoch - mit ein paar Infos über die Autorin, klar als ein Produkt ihres Lebens und ihrer Zeit zu erkennen.

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    chiochias avatar
    chiochiavor 4 Jahren
    Fauns avatar
    Faunvor 8 Jahren

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