Karin Gündisch Das Paradies liegt in Amerika

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Inhaltsangabe zu „Das Paradies liegt in Amerika“ von Karin Gündisch

Eine Auswanderergeschichte, erzählt vom zwölfjährigen John, der einst ein Johannes war und in Siebenbürgen lebte. Die Sehnsucht nach dem sagenhaften Paradies ist groß in diesen letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Erst recht, als Benjamin Becker in das kleine siebenbürgische Dorf kommt und vom Leben in der neuen Welt erzählt. Da gibt es für viele kein halten mehr. Auch Johanns Vater macht sich auf die weite Reise und Monate später lässt er die Familie nachkommen. Doch auch in Amerika liegt das Glück nicht auf der Straße. "Miss Miller hat gesagt, ich soll aufschreiben, wie ich ein Amerikaner geworden bin", beginnt John seinen Bericht. Er erzählt vom Abschiednehmen und von der beschwerlichen, abenteuerlichen Reise, vom Wiedersehen mit dem Vater und dem großen Bruder und von der schwierigen ersten Zeit in der neuen Heimat.

Nette Geschichte, niedlicher Schreibstil (eben von einem 12-Jährigen sozusagen) - alles in allem aber eher mittelmäßig.

— sternblut

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  • Eine niedliche, aber etwas unvollständig wirkende Auswanderergeschichte

    Das Paradies liegt in Amerika

    sternblut

    26. June 2017 um 17:30

    Jonathans Familie lebt in Siebenbürgen unter ärmlichen Verhältnissen. Da kommt seinem Vater Benjamin Becker in den Sinn, der von den besonderen Lebensumständen in Amerika erzählte. Zusammen mit anderen Bekannten machte auch er sich auf den Weg mit dem Versprechen, seine Familie später zu sich zu holen. Schließlich ist es soweit und eine große Reise beginnt - eine Reise, die ihren Tribut fordert.Auf der Suche nach einem kleinen Büchlein, das ich zwischendurch lesen kann, weil das Buch, das ich gerade lese echt ermüdend ist, habe ich Das Paradies liegt in Amerika in die Hand genommen. Es ist ein sehr schmales Büchlein, das in recht großen Buchstaben bedruckt ist, also schnell lesbar in jedem Falle. Das Thema an sich fand ich interessant, also war ich gespannt - zum einen wie schnell ich durch sein würde und zum anderen wie es sein würde.Das Buch beginnt mit einem sehr schönen Zitat, das das Melting-Pot-Prinzip Amerikas sehr schön beschreibt und damit als Einleitung für das Buch sehr geeignet ist:"... auf das eine Ende des Fließbandes stellt man einen Iren, einen ukrainischen Juden oder einen Italiener aus Apulien, und am anderen Ende kommt - nach Untersuchung der Tränensäcke, Impfung und Desinfektion - ein Amerikaner heraus." (S. 5)Darauf folgt eine Art Einleitung, in der Jonathan erklärt, wieso er die Geschichte aufschreibt. Hat mich ein bisschen an die Einleitung einer Hausarbeit erinnert, in der legitimiert wird, wieso etwas getan wird. Erst dann beginnt die tatsächliche Geschichte, beginnend mit Jonathans Geburt. Er erzählt von seiner Familie, vom Weggang des Vaters, wie nach und nach die Familie nach Amerika reist und wie das Leben dort für sie ist. Insgesamt wirkt die Geschichte meiner Meinung nach ziemlich oberflächlich. Dabei sollte jedoch eine Sache bedacht werden: die Geschichte ist aus der Sicht eines Zwölfjährigen geschrieben. Gerade musste ich an Aufsätze von kleineren Kindern denken und irgendwie schien mir der Vergleich passend. Es ist nicht sehr tiefgreifend. Es ist eine relativ klare Schilderung in sehr einfacher Sprache, die nicht irgendwie groß drumherum redet oder Dinge besonders beschreibt. Das Kind Jonathan beschränkt sich auf das Wesentliche.Was ich allerdings schade fand war, dass diverse Brüche darin waren - der schlimmste vermutlich am Ende des Buches. Das Buch endet mit der Geburt seines kleinsten Bruders in Amerika. Natürlich ist die Erklärung die er am Ende bringt plausibel, allerdings hätte ich gerne mehr über das Leben erfahren. Was wird aus Peter in der Fremde? Kommt er irgendwann wieder nach Hause? Findet der Vater einen Job, der ihn glücklicher macht? Es wirkt einfach so... unabgeschlossen. Da hätte ich mir vielleicht schon ein bisschen mehr gewünscht. Wenn ich jedoch darüber nachdenke, für welche Zielgruppe das Buch geschrieben ist, muss ich sagen, dass es schon in Ordnung so ist. Es ist eine nette kleine Einführung in ein historisches Thema: die Auswanderungswelle des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Geschichte ist gut recherchiert und ergänzt durch historische Tatsachen im Nachwort. Unbekannte Wörter werden erklärt und durch die einfache Sprache können auch Kinder den Inhalt soweit verstehen. Es sind Lieder darin, Geschichten... einige Dinge, die es einerseits einfacher machen, den Inhalt des Buches zu verstehen.Andererseits... driftet der kleine Jonathan auch immer wieder ab. Er selbst schreibt an manchen Stellen, dass er eigentlich von etwas anderem erzählen wollte. Ich kann mir vorstellen, dass das gerade für kleinere Kinder irritierend sein kann. Man wird beim Lesen einfach aus dem "Fluss" genommen, wenn auch nur für sehr kurze Zeit. Wenn ich insgesamt über das Buch nachdenke, war es wirklich nett für zwischendurch. Es war sehr schnell gelesen, wobei ich natürlich auch wesentlich älter bin als die eigentliche Zielgruppe. Es ist eine schöne, kleine und sehr einfach verfasste Einführung in ein interessantes und wichtiges Thema, das meiner Meinung nach aber doch noch ein bisschen weitgreifender hätte betrachtet werden können. Es ist ein Buch, das man gelesen haben kann - aber nicht muss. Dafür gibt es vermutlich andere Bücher, die sich mit Auswanderung befassen, die etwas besser sind - auch für Kleine. Dennoch eine irgendwie niedliche Geschichte.

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