Monika B. beschreibt den Missbrauch von verschiedenen Personen an ihr. Mit ihrem Großvater ging es los, dann der schlimmste Übeltäter ihr eigener Vater. Auch ihre Brüder haben nicht haltgemacht und selbst auch ihre Mutter ist Mittäterin und das nicht nur, weil sie es vom Vater hat dulden lassen.
Schwierig hier die richtigen Worte zu finden. Achtung Spoiler, aber ich glaube, dass ist bei so einem Buch nicht schlimm, sondern zeigt eher, auf was man sich hier gefasst machen sollte.
Monikas Leben als Kind und Jugendliche war eine reine Tortur. Wie sie es schon selbst geschrieben hatte: Monika kam auf die Welt, um Missbraucht zu werden. Erst der Großvater, der sich an einem Baby vergeht. Und schon da wird klar, wie ihre Eltern sie nicht beschützen. Obwohl Monika deutlich zeigt, dass dort etwas nicht stimmt, wird sie immer wieder zu diesen gebrachten. Besonders schockierte mich daran, dass es die Mutter zuließ, die ja selbst von ihrem Vater missbraucht wurde und nun ihre Tochter ins offene Messer laufen ließ.
Die Mutter habe ich sowieso nicht verstanden. Als Monikas Vater, eigentlich hat diesen Titel nicht verdient – er ist lediglich ihr Erzeuger, sich immer mehr auf sie fixierte, war bei der Mutter kein Gedanke daran, sie zu beschützen. Sie hat Monika ja sowieso von Anfang an gehasst. Nein, wie war eifersüchtig – auf ihre Tochter! Das muss man sich mal überlegen. Diese Frau war genauso, wenn nicht sogar schlimmer, als Monikas Erzeuger.
Ihre Brüder waren auch schlimm, dass sie dann auch noch angefangen haben. Erst ihr älterer Halbbruder, dann der Zweitjüngste. Lediglich Georg stand zu ihr und konnte es wohl letzten Endes einfach nicht mehr ertragen. Aber bei den Brüdern, die bekamen es ja so vorgelebt. Ihre Taten kann man nicht gut reden und sind genauso verachtenswert, aber bei so einem Vater… der immer schamloser und grausamer wurde.
Und zu dem Vater fehlen mir alle Worte. Er hat sich als der tolle Vater dargestellt, von jedermann geachtet, sogar alles Schlechte auf seine unzureichende Frau abgewälzt. Doch das war alles nur Fassade. In ihm steckte ein Monster, der seine unschuldige Tochter nach Strich und Faden missbraucht und manipuliert hatte. Und da die Verwandten ihm auch noch in die Karten gespielt haben, wurde er immer schlimmer. Denn wenn Monika versucht hat sich jemand anzuvertrauen, wurde sie ausgeschimpft und niedergemacht, weil sich niemand vorstellen konnte oder wahrscheinlich eher wollte, dass ihr Vater sie missbraucht. Aber wie kann man denn ein Kind so abschmettern, es den Lügen bezichtigen, wenn man es doch gar nicht so genau wissen kann? Ich hoffe, sie fühlten sich richtig Scheiße, als Monika sich endlich wehren konnte, als sie es geschafft hatte, ihren Vater anzuzeigen.
Aber richtig schlimm war am Ende das Urteil. 8 Jahre. Das ist nichts, zudem was er ihr angetan hat. Dieser Mistkerl hätte im Gefängnis versauern sollen.
Fazit: Eine Biografie möchte ich gar nicht richtig bewerten, schon gar nicht diese. Trotzdem kann ich sagen, dass das Buch unglaublich gutgeschrieben ist. Monika nimmt den Leser mit und lässt nichts aus. Sie hat sich geöffnet, geht in die Tiefe und das verdient riesigen Respekt. Mich würde es sehr interessieren, wie es Monika heute geht – 30 Jahre später. Natürlich gibt es 5 Sterne.















