Karin Kalisa Sungs Laden

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Inhaltsangabe zu „Sungs Laden“ von Karin Kalisa

Am Anfang ist es nur eine alte vietnamesische Holzpuppe, die in der Aula einer Grundschule Kinder und Lehrer bezaubert. Noch ahnt keiner, dass binnen eines Jahres der Prenzlauer Berg auf den Kopf gestellt werden wird: Das Szene-Viertel entdeckt seinen asiatischen Anteil und belebt seine anarchisch-kreative Seele neu. Brücken aus Bambus spannen sich zwischen den Häusern, Parkraumwächter tragen Kegelhüte, auf Brachflächen grünt exotisches Gemüse, und ein Zahnarzt macht Sonntagsdienst für Patienten aus Fernost. Nachdem auf dem Dach des Bezirksamts kurzzeitig auch noch die Ho-Chi-Minh-Flagge wehte, münden die Aktionen in ein Fest, wie der Kiez noch keines erlebt hat: großes vietnamesisches Wassermarionettentheater in einem Ententeich! Vom Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung nimmt all dies seinen Ausgang. Hier treffen die Schicksale ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter mit den Lebensgeschichten früherer DDR-Bürger zusammen, von hier aus wird der Kiez nicht nur mit Obst und Gemüse, sondern auch mit dem guten Geist der Improvisation versorgt. Und siehe da: Gute Laune ist auch in Berlin möglich! Eine Utopie, natürlich. Aber eine hochgradig ansteckende.

Eine schöne Geschichte, die bildhaft, an manchen Stellen nahezu poetisch geschrieben wurde.

— Traubenbaer
Traubenbaer

Gute Idee, schöner Ansatz, der im Laufe des Buches jedoch flacher wird und an Spannung verliert.

— graphida
graphida

Fängt ganz nett an, aber ingesamt zu oberflächlich.

— Apfelgruen
Apfelgruen

Was wäre, wenn? Eine tolle Utopie, die einen glücklich macht,

— buecher-bea
buecher-bea

Märchenhaft Philosophisches und philosophisch Märchenhaftes aus einer Stadt, die Berlin sein könnte ... oder Hanoi ... oder New York ... ode

— Chrischan
Chrischan

Großartig! Empfehlenswert, super geschrieben, interessante Story!

— Bernadette_Kaufmann
Bernadette_Kaufmann

Kleines, nett zu lesendes Büchlein

— Bücherwurm
Bücherwurm

Eine zauberhafte Utopie! Da kriegt man gleich Lust nach Vietnam zu fliegen. <3

— AugeNaseMund83
AugeNaseMund83

Berlin trifft auf Vietnam. Interessantes Multikulti-Experiment, das ganz ohne Angst vor Fremdem auskommt

— LeBoudoir
LeBoudoir

Interessante Idee, aber nach einiger Zeit wird es etwas langweilig

— fredhel
fredhel

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  • Rezension für "Sungs Laden"

    Sungs Laden
    Traubenbaer

    Traubenbaer

    28. July 2017 um 13:43

    In dem Roman "Sungs Laden" von Karin Kalisa (erschienen bei Droemer) wird anhand eines schön gewählten Beispiels beschrieben, wie kleine Taten große Veränderungen bewirken können.In einer kleinen prenzlauer Grundschule soll mehr Völkerverständigung stattfinden. Dazu soll sich jeder Schüler mit seinen Wurzeln beschäftigen. Als Sung von seinem Sohn dafür nach seiner viatnamesischen Herkunft gefragt wird, ist dieser damit zuerst überfordert. Er wurde schließlich in Deutschland geboren und ist dort aufgewachsen. Deswegen schickt er seinen Jungen zu dessen vietnamesischen Großmutter, nichtsahnend, dass er damit nicht nur das Verhältnis seiner Mutter verbessert, sondern auch sein ganzes Stadtviertel, wenn nicht sogar die ganz Berlin ein klein wenig verändert.Der Roman beschreibt den berühmten Schmetterlingseffekt: Eine kleine Tat kann eine große Wirkung haben. Dabei ist das Beispiel, wie ein Hauch Vietnam an den Prenzlauer Berg kommt, sehr schön gewählt. Zudem ist es so realistisch, dass man glauben könnte, dass es sich so, oder so ähnlich wirklich zugetragen haben könnte.Der Schreibstil ist sehr bildhaft. Dadurch fühlt man sich als Leser fast so, als wäre man gleich vor Ort und würde die saftig, süßen Mangos wirklich schmecken oder den harzigen Duft der Holzpuppen wirklich riechen. An manchen Stellen ist der Roman sogar nahezu poetisch. Mir hat besonders gefallen, dass in dem Roman nicht nur eine Geschichte erzählt wird, sondern auch ein Kreis geschlossen wird: Sie beginnt kurz vor Weihnachten mit einem überforderten Schuldirektor und endet genau ein Jahr später mit diesem nun nicht mehr ganz so unzufriedenen Mann. Alles in allem kann ich "Sungs Laden" nur jedem empfehlen, dr eine kurzweilige Geschichte über die Irrungen und Wirrungen des Alltags sucht.

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  • Lesen!

    Sungs Laden
    nic

    nic

    19. May 2017 um 11:15

    In einer Grundschule in Berlin ist eine "weltoffene Woche" geplant. Schüler aus allen Nationen sollen ein Kulturgut aus ihrem jeweiligen Heimatland vorstellen.Als der kleine Minh, der vietnamesische Wurzeln hat, seinen Vater nach einem solchen Kulturgut fragt, ist der in Deutschland geborene und aufgewachsene Sung, Minhs Vater, überfragt und schickt seinen Sohn mit dem Anliegen zur Oma, die das Leben in Vietnam noch kennt. Sung selbst war nie dort und spricht nicht mal vietnamesisch.Oma Hien macht sich mit Minh auf zur Schule, im Gepäck eine vietnamesische Wasserpuppe.Mit ihrer Vorstellung tritt sie eine ungeahnte Welle der Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Völkerverständigung los, die ungeahnte Ausmaße annimmt.Das Buch von Karin Kalisa ist leicht und herzerwärmend erzählt, ohne auch nur ansatzweise kitschig zu sein. Der Autorin gelingt es, den Leser an der Geschichte teilhaben zu lassen und sich nach Berlin zu versetzen, wo eine Sache ins Rollen gekommen ist, die zu schön ist, um wahr zu sein.Gerade in der heutigen Zeit ist die Geschichte eine willkommene Abwechslung, die davon berichtet, wie wichtig Freundschaft und Offenheit für Neues ist. Ein wunderschönes und glücklichmachendes Buch!

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  • Sympathisch und lesenswert

    Sungs Laden
    Dataha

    Dataha

    14. May 2017 um 21:16

    Alles fing mit der Schulaufführung zur weltoffenen Woche an. Da in der Schule viele Nationalitäten vertreten waren, solle man „Dinge der Welt“ vorstellen. Der kleine Minh bringt seine Oma und deren Holz-Marionette mit. Hier beginnt eine Geschichte, die sich immer wieder um Sung und seine Familie dreht. Sung ist Vietnamese und ihm gehört ein Laden am Prenzlauer Berg in Ostberlin. Dies ist an sich nichts besonderes, aber Sung wurde dort als Kind vietnamesischer Eltern geboren, das war zu DDR Zeiten nicht erwünscht und äußerst selten. Und eigentlich hatte er ja schon angefangen, Archäologie zu studieren. Mich hat dieses Buch ausgesprochen positiv überrascht. Obwohl es im Grunde heile Welt vorgaukelt, so ist dennoch deutlich ein gewisser Ernst zu spüren. Die Schicksale der Menschen, die als Leiharbeiter aus einem geteilten Land in ein weiteres geteiltes Land kamen sind mit viel Feingefühl und Überlegung beschrieben. Dieses Buch macht Mut, Schwierigkeiten zu überwinden, wenn man es denn wirklich möchte. Und es zeigt, dass man mit gegenseitigem Respekt sehr weit kommen kann. Das Buch ist in einer schönen Sprache geschrieben und liest sich sehr flüssig. Die für uns fremdartigen Namen und Ausdrücke wurden in der landestypisch korrekten Schreibweise geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat. Das macht diese Geschichte umso authentischer. Für mich war das Lesen definitiv ein Genuss. Ich habe viel über die deutsche sowie auch die vietnamesische Geschichte gelernt ohne dabei belehrt worden zu sein.  Mein großes Lob geht an die Autorin Karin Kalisa für dieses wirklich berührende Buch.  

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  • Ein modernes federleichtes Wohlfühlmärchen

    Sungs Laden
    Marakkaram

    Marakkaram

    13. April 2017 um 19:58

    Ein modernes federleichtes Wohlfühlmärchen mit nachdenklich machenden ganz leisen Zwischentönen. Am Prenzlauer Berg blinzelte man in den Himmel und schaute zugleich tief in die eigene anarchische Seele, die ein bisschen Fett angesetzt hatte mit den Jahren.Allles fängt damit an, dass der Schuldirektor kurz vor Weihnachten mitten in den eh schon hektischen Vorbereitungen, noch schnell eine "weltoffene Woche" veranstalten soll. Der Einfachheit halber und aus Bequemlichkeit, gibt er das Thema an die Lehrerinnen und ihre Schüler mit Migrationshintergrund jeglicher Art ab, die ein "Kulturgut aus der Heimat" vorstellen sollen. Minh, Sungs Sohn und die zweite Generation einer vietnamesischen Einwanderfamilie, sucht Rat bei seiner Großmutter. Die packt kuzerhand ihre geliebte Wasserspielpuppe aus und erzählt in ruhigen, aber sehr eindringlichen Bildern ihre Geschichte. Dieser kurze Moment löst eine langsame schneeballartige Kettenreaktion aus. Im Mittelpunkt die vietnamesischen Ladenbesitzer im Berliner Prenzlberg und ihre Mitmenschen, die größtenteils erst jetzt anfangen ihre Nachbarn wirklich wahrzunehmen. Ich bin so lange um dieses Buch herumgeschlichen.... Märchen sind nicht so meins, aus manchen Rezensionen meinte ich herauszulesen, dass es so überspitzt wird, dass es schon fast einer Persiflage gleicht (das habe ich jetzt z.B. überhaupt nicht so empfunden!). Letztendlich hat es mich dann doch gepackt, plötzlich musste ich es unbedingt haben, so dass ich noch in der Mittagspause in die Stadt gefahren bin. Für mich ist dieses Buch ein kleiner Schatz und ich denke, jeder, der diese leisen, aber unterschwellig erzählten kleinen Geschichten mag (wie z.B. Namiko), wird es genauso lieben, wie ich. Es ist ein Buch der ruhigen Töne, darauf muss man sich einlassen, um sie auch wahrzunehmen und wirken zu lassen. Mich haben sie sehr berührt, die individuellen, aber doch eigentlich so geläufigen Geschichten, jeder einzelnen Person. Warum Ly Phong aufgehört hat zu lächeln, wie verloren Sung sich auf dem vietnamesischen Markt fühlt, weil er die Sprache nicht spricht usw. Wenn man mag, gibt das Buch einem kleine Einblicke in die Geschichte der vietnamesischen Leiharbeiter, die damals in die DDR gekommen sind. Nicht als Geschichtsstunde, sondern auf die fernöstliche Art, federleicht gehaucht. Das ist es, was das Buch ausmacht. Ich wohne zwar nicht in Berlin, aber ich liebe den Prenzlberg und er ist gefühlt meine zweite Heimat. Trotzdem hatte ich mich mit der Thematik noch nie befasst, eigentlich war ich mir sogar noch nicht einmal bewusst. Dieses Buch macht einen Aufmerksam wieder genauer hinzuschauen, seine Mitmenschen wahrzunehmen und auch mal mit Gewohnheiten zu brechen. Und das kann in der heutigen Zeit ja nicht so verkehrt sein, oder....Fazit: Oberflächlich gesehen, ein schönes Wohlfühlmärchen, hinter dem sich tiefer geschaut, viele Geschichten und Schicksale verbergen. 

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  • Berlin, wie es ganz und gar nicht ist. Leider?

    Sungs Laden
    buecher-bea

    buecher-bea

    20. February 2017 um 20:06

    Es fing im Dezember an. Der Direktor hat noch schnell in diesem Jahr eine interkulturelle Woche ausrufen müssen, um seinen Vorgesetzten zu besänftigen. Der achtjährige Minh wird unter 21 Kindern mit vietnamesischem Hintergrund ausgewählt, ein Kulturgut mitzubringen. Da sein Vater Sung in Deutschland aufgewachsen sind, fragt er seine Großmutter Hinh. Diese kam einst als Gastarbeiterin in die DDR, mit der Wasserballettpuppe ihres Großvaters im Gepäck ... Eine Vietnamisierung vom Prenzlberg und von Berlin geschieht, immer wieder sind, durch Zufall oder Schicksal, Sungs Familie und Sungs Laden der Dreh- und Angelpunkt. Eine tolle Geschichte, eine schöne Utopie, die den Leser beglückt zurücklässt und der wieder an Schicksal, Hoffnung und Karma zu glauben beginnt.

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  • Sungs Laden: Tolle Unterhaltung

    Sungs Laden
    Bernadette_Kaufmann

    Bernadette_Kaufmann

    27. June 2016 um 09:18

    Mit feinem Humor empfängt Karin Kalisa ihre Lesenden zu einer hochwertigen Erzählung, die nicht nur multikulturell anregend ist, sondern auch gute Denkanstösse gibt... Empfehlenswert!

  • Vietnamesischer Zauber in Berlin...

    Sungs Laden
    AugeNaseMund83

    AugeNaseMund83

    04. April 2016 um 11:09

    Ich habe dieses Buch relativ schnell durch gehabt. Es liest sich sehr angenehm leicht und die Thematik ist eine zauberhafte utopische Geschichte aus unserer Hauptstadt Berlin. Da ich selber mit einem Vietnamesen zusammen bin und wir eine wunderschöne Tochter haben, ist diese kleine Geschichte des Miteinander für mich ein Genuss gewesen.  Zum Inhalt:Nach einem Tag der Kulturen in der Grundschule des kleinen Minh kommt eine Welle ins rollen, die keiner für möglich gehalten hätte- und eine Holzpuppe namens Thuy ist der Grund dafür. Welcome to Vietnam! Viele typisch vietnamesische "Kulturgüter" werden nach und nach in den prenzlauer Alltag eingesponnen, sprachliche Barrieren überwunden, es erblüht neue Liebe und jede menge sympathische Anarchie in dem bekannten berliner Bezirk. Es werden neue Gedanken gedacht und alte Fehler gut gemacht...Ein tolles Buch über Toleranz und Akzeptanz, ein Miteinander das heute in Deutschland wichtiger ist als je zuvor. Mit Witz erzählt, gibt das Buch einem schweren Thema eine Leichtigkeit die zum Träumen anregt auch mal wieder etwas "auf die Beine zu stellen" ...

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  • Schade

    Sungs Laden
    Waldlaeuferin

    Waldlaeuferin

    20. January 2016 um 19:29

    "Sungs Laden" lässt mich fragend zurück. Wie konnte das so schief gehen, nachdem mich das Buch während der ersten 80 Seiten so gefesselt und verzaubert hatte? Bald darauf verliert sich die Geschichte leider in immer absurderen Details. Ständig kommen neue Nebenpersonen hinzu, über die man wiederum eine Menge Irrelevantes erfährt. Das Ganze verpackt in verworrenen Schachtelsätzen, wie: "In dem Moment, in dem sie dem sie durch einen kurzen ziehenden Schmerz hindurch, den sie in ihrer Seele lange gekannt und von dem sie nur geahnt hatte, dass ihn auch ihr Körper produzieren konnte, Sung in sich spürte, wusste sie, dass auch das Ziehen in ihrer Seele nichts anderes als als eine Vorbereitung für ein Glück war, von dem sie auch jetzt nicht mehr wusste, als dass es kommen würde, irgendwann, auf das sie sich jedoch noch im selben Augenblick unbändig zu freuen begann." Ermüdend. Schade!

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  • Kulturmelange

    Sungs Laden
    fredhel

    fredhel

    04. January 2016 um 20:02

    "Sungs Laden" ist von einer Wissenschaftlerin verfasst worden, die sich schon rein berufsmäßig viel mit asiatischen Sprachen und Denkweisen beschäftigt. Als Wahlberlinerin kennt sie auch die Gegend um den Prenzlauer Berg sehr gut mit all ihren multikulturellen Facetten. Wahrscheinlich ist sie dadurch doppelt inspiriert worden, quasi eine vietnamesische Utopie dort entstehen zu lassen. Ausgehend von einem Schulfest, auf dem eine große vietnamesische Holzmarionette die Hauptattraktion darstellt, findet die asiatische Lebenskultur immer mehr Freunde unter der alteingesessenen Bevölkerung. Langsam verändert sich das Stadtbild, weil Stoffe und Hüte chic und praktisch sind, auch die asiatische Küche wird erkundet. Aber auch die Vietnamesen selbst nähern sich der deutschen Kultur an, in dem sie mehr und mehr Freunde unter den Deutschen finden und deren Sprache erlernen wollen.  Anfangs hat mich der Roman noch fesseln können, aber die zweite Hälfte wurde mir dann doch etwas langweilig. Mir gefällt auch die Vorstellung eines vietnamisierten Prenzlauer Berges nicht so gut, weil  die anderen Kulturen ebenso ihre positiven Seiten haben und somit völlig ins Hintertreffen geraten. Die Idee jedenfalls ist mal originell, und weil sie größtenteils auch ansprechend dargestellt wird, vergebe ich gut gemeinte 3 Lesesterne.

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  • Die weltoffene Woche

    Sungs Laden
    walli007

    walli007

    In der Schule des kleinen Minh wird kurz vor Weihnachten eine weltoffene Woche veranstaltet. Was ist das denn? Zu der Schule gehen Kinder mit einem Herkunftshintergrund verschiedenster Nationen und sie sollen etwas vorstellen, was typisch für die Kultur ihres Herkunftslandes ist. Ganz schön schwierig, etwas zu finden, denn es darf nichts zum Essen sein. Doch Minhs Großmutter hat eine tolle Idee, sie holt ihre Holzmarionette hervor, die sie selbst aus Vietnam mitgebracht hat. Mit dieser Puppe, die eigentlich zu einem traditionellen Wasserpuppentheater gehört, erzählt sie während der Schulveranstaltung eine Geschichte, die die Neugier der Kinder, Lehrer und Eltern weckt. Angefangen mit den vietnamesischen Vertragsarbeitern der DDR bis zu den vietnamesischen Läden und dem Straßenhandel im heutigen Berlin schlägt dieses Buch eine wahre Brücke zwischen den Kulturen. Wie wenig weiß man im alltäglichen Leben doch von den anderen. Doch stellt dieser Roman einen Wunsch dar, von dem man hofft, er möge häufiger in Erfüllung gehen. Denn aus einer kleinen Idee des Schulleiters, die eigentlich eher widerwillig geboren wird, folgt eine Veränderung der näheren Umgebung. Haben sich die Leute vorher etwas abweisend gezeigt, wird durch die Schulveranstaltung das Interesse an dieser fernöstlichen Kultur geweckt. Und es scheint, dass ein Ruck durch den Stadtteil geht, dieser vielfältiger wird und seinen vietnamesischen Anteil als bereichernd empfindet.  Wie schön wäre es doch, wenn es immer so wäre. Sowohl für Einheimische als auch für Fremde könnte das jeweils andere eine Bereicherung des Eigenen darstellen, ihm eine zusätzliche bunte Facette geben. Wie schön wäre es, wenn das gegenseitige Misstrauen zu einer gegenseitigen Neugier würde, zu einer Offenheit, die auf beiden Seiten nicht immer in dem Maße vorhanden ist.  Der Roman wirkt wie eine wunderbare Utopie einer idealen Gesellschaft, die eine Integration schafft, wie man sie sich nur wünschen kann. Etwas, woran man sich im wahren Leben ein Beispiel nehmen sollte. 

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    • 3
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    11. December 2015 um 22:04
  • Hat mich nicht gefesselt

    Sungs Laden
    Pelikanchen

    Pelikanchen

    Ein modernes Märchen als Integrationsbeitrag?  Viele vietnamesische Läden gibt es inzwischen am Prenzlauer Berg und einer der Ladenbesitzer ist Sung. Er hat einen kleinen Gemüse und Obstladen und jede menge Ladenhüter, die aber bleiben dürfen bis sie doch mal jemand kauft. Die Läden leben von Laufkundschaft und die vietnamesischen Betreiber verdienen ganz gut, aber richtig Reich wird man mit so einem Laden nicht. Die Kinder der Vietnamesen wachsen hier auf und sprechen fast nur Deutsch und sind eigentlich integriert, aber sie bleiben doch nur unter sich! "Sungs Laden" kommt bei einer weltoffenen Woche in der Schule ins Gespräch und allmählich ändert sich das Verhalten der deutschen und sie gehen langsam auf die Vietnamesen zu.  Die Idee war von Karin Kalisa ja eigentlich gut, nur mich konnte die Geschichte nicht richtig erreichen. Der Schreibstil und die inhaltliche Verarbeitung fand ich sehr holprig und manche Sätze waren so verschachtelt mit so vielen Einzelheiten, die für die Geschichte selbst nicht wichtig waren und ich diese Dinge auch nicht vermisst hätte. Die eigentliche Geschichte verzögert sich und man liest sich durch langwierige Seiten, die manchmal keinen richtigen Sinn ergaben und haben zu sehr von der wirklichen Geschichte abgelenkt. Die Charaktere selbst waren mir zu Farblos und die Protagonisten waren eigentlich nur Randfiguren, die mich mit ihrer Geschichte nicht wirklich fesseln konnte. Vielleicht muss man für so ein Buch in Stimmung sein, bei mir hat es trotz vieler guter Bewertungen leider nicht geklappt und ich habe es sehr langatmig empfunden und habe manchmal ganze Seiten überblättert. Die Story selbst hätte schon Potenzial gehabt, aber Karin Kalisa hat es leider nicht geschafft, die Geschichte so zu schreiben, das mir das Buch wirklich gefallen hätte. Aber jeder Leser ist anders.

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    • 2
  • Anders als erwartet

    Sungs Laden
    Mellchen

    Mellchen

    23. November 2015 um 14:44

    So lustig wie der Klappentext ist das Buch gar nicht. Es geht um Vietnamesen in Berlin und wie diese dort hinkamen. Es wird betrachtet, wie Vietnamesen im Ostberlin zu DDR Zeiten arbeiten und leben mussten und wie die Regierung mit diesen Billiglöhnern umging. Die meisten sind dann nach der Wende geblieben und machten sich selbständig, was vielen Ost- und Westdeutschen mit deren Kultur und Läden entgegen kam. Erzählt wird dabei die Geschichte einer Familie und ihrer Entwicklung. Buch mit Hintergrund zum Nachdenken. Da es nur 250 Seiten sind hat man das Buch an einem Nachmittag locker gelesen.

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  • Historisches und Kulturelles Leben in einer wunderschönen Geschichte vereint

    Sungs Laden
    Bücherfüllhorn-Blog

    Bücherfüllhorn-Blog

    09. November 2015 um 10:36

    Im „Börsenblatt“ des Buchhandels wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Mein Blick fiel auf das  ungewöhnliche und faszinierende Cover und als erstes „stach“ mir die sogenannte „Affenbrücke“  ins Auge. Da wusste ich allerdings noch nicht, dass diese Brücken „Affenbrücken“ genannt werden, das erfuhr ich erst im Laufe des Buches. Der Kontrast des Covers aus traditioneller Affenbrücke und darunter die moderne Großstadt ist eine gute Einstimmung in dieses Buch. Die Geschichte handelt von der vietnamesischen Familie Tran, von ihren Anfängen in der DDR. Hien Tran, Sungs Mutter, kommt als sogenannte Vertragsarbeiterin nach Berlin. Wie sie ihren Mann Gam kennenlernt, wie ihr Sohn Sung geboren wurde, was mit seiner Schwester geschah, warum sie in Berlin bleiben durften und wie sie zu einem kleinen Laden kamen, der in den Mittelpunkt der Erzählung rückt. Hien’s und Sung‘s Leben, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und wie ein ganzes Viertel in den Bann einer Art vietnamesischer Subkultur am Prenzlauer Berg gezogen wird. Die Geschichte wird in kleinen Kapiteln sehr übersichtlich erzählt. Das faszinierende ist die Vermischung und das Nebeneinander von Kulturen: Vietnamesen und Berliner. Ich habe am Anfang Vergleiche zur Autorin Amy Tan gezogen. Jedoch kann ich beide Autorinnen nicht vergleichen. Karin Kalisa schreibt nicht in wunderschöner schnörkeliger Sprache, sonder treffend kurz und knapp und dabei umso wirkungsvoller. Unweigerlich wollte ich mehr über die Familie Tran wissen. Die Geschichte nimmt in der zweiten Hälfte dabei allzu glücklich-zufällige Wendungen, nicht nur die Familie Tran betreffend, sondern das ganze Stadtviertel. Dies könnte unglaubwürdig wirken, aber ich empfinde es hier eher als eine zauberhafte und magische Komponente.   Fazit: Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen. Die Geschichte hat mich vor allem und gerade durch die vietnamesische Großmutter Hien fasziniert und die Kontraste zwischen deutscher und vietnamesischer Kultur. Der Titel „Sungs Laden“ passt genau zur Geschichte, denn er ist der Dreh- und Angelpunkt für alle mitspielenden Protagonisten. Als Leser bekam ich richtig Lust, mir vietnamesische Läden am Prenzlauer Berg  in Berlin stellvertretend für Sungs Laden“ anzuschauen oder einen vietnamesischen Großmarkt in Berlin zu besuchen. Im letzten Drittel fügt sich alles allzu glatt und zufällig zusammen, eins greift ins andere und es könnte Unglaubwürdig sein, jedoch macht genau dies die Magie und den Zauber dieser Geschichte aus. Eine ausführliche Rezension findet ihr auf meinem Blog Bücherfüllhorn bei wordpress.

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  • Sungs Laden – Fröhliche Episoden eines modernen Märchens

    Sungs Laden
    Nicky_G

    Nicky_G

    Sung ist ein in Berlin geborener Vietnamese, der den kleinen Laden im Prenzlauer Berg von seinen Eltern übernommen hat. Eines Tages kommt sein Sohn aus der Schule nach Hause und soll etwas Landestypisches zu einer Veranstaltung mitbringen. Da Sung spontan nichts einfällt, geht Sungs Mutter mit ihrer Wasserpuppe zur Veranstaltung, erzählt ihre Geschichte und löst damit eine kettenwellige Aktion aus, die sich über das gesamte Viertel ausbreitet. Episodenhaft breitet sich eine positive Grundstimmung aus, die alle in der Umgebung zu erfassen scheint. Die Geschichte wird wie von einer leichten Sommerbrise getragen, die einen umhüllt und aufmerken lässt. Und genau das macht dieses Buch aus, dass es mit einem problematischen Thema scheinbar luftiglocker daherkommt. Für mich trifft es den Ton ziemlich genau und regt zum Nachdenken an. Man fühlt sich nicht mit einem erhobenen Zeigefinger ermahnt, sondern sanft in eine Richtung gestupst. Eine Kleinigkeit - und sei es nur eine Holzpuppe - kann eine Revolution auslösen, kann die Welt verändern, wenn wir nur wollen, wenn wir es zulassen. Wie anders könnte ein Leben verlaufen, wenn nur eine Entscheidung anders getroffen wird? Ein Kiesel wird ins Rollen gebracht und löst eine Lawine mit immer größeren Felsbrocken aus. Im positiven Sinne natürlich. Veränderungen sind nicht immer bedrohlich, sondern bieten Chancen und Zufriedenheit, weil man aus seinem starren Gerüst der Alltäglichkeit ausbricht, etwas Neues wagt, sich selber oder andere neu kennenlernt.

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    • 2
  • Ein modernes Märchen

    Sungs Laden
    Larischen

    Larischen

    Die multikulturelle Woche einer Grundschule in Berlin Prenzlauer führt zu einer kleinen kulturellen Revolution im Bezirk. Nach vielen Jahren des nebeneinander Herlebens geschieht ein kleines Wunder und die Welten der Urberliner und der (ehmaligen) vietnamesischen Vertragsarbeiter vermischen sich. In Prenzlauer Berg zieht ein ganz anderer Geist ein und sogar die mürrischsten Bewohner lassen sich von der vietnamesischen Leichtigkeit anstecken. Karin Kalisa hat mit „Sungs Laden“ ein modernes Märchen geschaffen. Die Sprache ist leicht, eingängig und sehr atmosphärisch. Gleichzeitig schafft es die Autorin aber unglaublich dicht zu schreiben und nie in die seichte Unterhaltung abzudriften. Vielmehr scheint jedes Wort ganz bewusst gewählt. Gerade die Sprache hat mich sehr an ein Märchen erinnert, denn ganz nebenbei schafft es Karin Kalisa dem Leser die Vorzüge der Interkulturalität näher zu bringen. Natürlich ist die Handlung nicht realistisch, aber schon im Klappentext wird „Sungs Laden“ als Utopie angekündigt. Und auch wenn die Entwicklung utopisch ist, gerade die Ausgangssituation und die Protagonisten sind wie aus dem Leben gegriffen. Daher lässt sich auch aus dem utopischen Handlungsverlauf eine Lehre für unseren Alltag ziehen, nämlich „Multikulti“ zu leben und keine Angst zu haben, vor fremden Kulturen, die durchaus auch eine Bereicherung für unser Leben darstellen können. Ganz nebenbei erfährt man als Leser auch noch einiges über die Situation der vietnamesischen Gastarbeiter in der DDR und Teile der vietnamesische Kultur. Ich persönlich hatte keine Ahnung über die Situation der Vertragsarbeiter aus den kommunistischen Bruderstaaten und fand es sehr interessant, einen kleinen Einblick zu bekommen. Wer sich näher für das Thema interessiert, wird hier aber wohl nichts Neues lernen. Ich persönlich bin geradezu durch das Buch geflogen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und war ganz bezaubert von der Erzählweise der Autorin und ihrer Geschichte. „Sungs Laden“ von Karin Kalisa ist ein wunderbar erzähltes modernes Märchen, das den Leser zum Nachdenken anregt. Ein Buch zum immer wieder lesen, da es wohl immer wieder kleine Details zu entdecken gibt. Karin Kalisa hat mir ein Highlight meiner Lesejahres beschert und ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen.

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