Origin-Geschichte einer besonderen Heldin, die die Vorgeschichte einer inzwischen 12 teiligen Reihe erzählt. Zwischen Romantasy, Agenten-Thriller und Science Fiction balanciert Karin Kratt und erschafft eine Heldin, die zwar ganz besonders stark ist, aber auch immer wieder an ihre Grenze kommt.
Karin Kratt gibt in ihrer Autorinnenvita an, dass sie sich in Bibliotheken am wohlsten fühlt. Begegnet bin ich ihren Bücher tatsächlich in einer Bücherei in Südhessen. Die Autorin hat Mathematik studiert und arbeitete in der Bankenbranche, doch Buchstaben hatten eine weitaus größere Anziehungskraft auf sie. Heute ist sie seit zehn Jahren Autorin und hat seitdem siebzehn Bücher veröffentlicht.
Cey ist eine J'ajal. Eine Heldin mit übernatürlicher Schönheit und übermenschlichen Fähigkeiten. Doch was sich im ersten Moment nach einer Gabe anhört, ist für Cey ein Fluch. Sie ist ständig auf der Flucht, kann keine beständigen Freundschaften eingehen und leidet unter Einsamkeit. Dann begegnet sie Xyen, der wie sie mit besonderen Talenten gesegnet ist. Er zwingt sie an der Teilnahme am Seday-Programm, eine Akademie, die Übermenschen wie Cey und Xyen unter Kontrolle halten will. Kann Cey fliehen? Oder ist es vielleicht ausgerechnet Xyen, der ihr Grund sein wird, zu bleiben?
In den Online-Shops wird die Reihe als "Dämonen Fantasy" beworben und das trifft es auch ganz gut, auch wenn gerade im ersten Teil noch gar nicht so klar ist, was Cey eigentlich genau ist. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl einen Agenten-Thriller zu lesen, mit Einschlägen zu Romantasy und Science-Fiction. Vor allem ist dieser erste Teil aber die Origin-Story von Cey, der Heldin der Reihe.
Karin Kratt ist kulturelle Vielfalt sehr wichtig, das spürt man sehr, und ich habe es geliebt. Der erste Teil der Reihe ist vor zehn Jahren erschienen, einige Beschreibungen würde man heute vermutlich etwas anders vornehmen, aber es hat mich gefreut, dass so viele PoC eine große Rolle spielen. Was ich außerdem sehr erfrischend empfand, war der feministische Gedanke in der Reihe. Cey hat es immer wieder mit Männern zu tun, die glauben, ihr überlegen zu sein, mit denen sie aber geschickt und auch humorvoll umgeht und ihnen die Schranken weist. Angedeutet wird außerdem, dass Cey eine poly-Beziehung eingehen könnte, da die Romantik aber hier im ersten Teil noch nicht sehr ausgeprägt ist, bleibt es erst einmal bei Andeutungen. Spannend ist diese Art der Repräsentation aber auf jeden Fall!
Das Cover ist orange-braun gehalten und geht vom Hellen oben bis über ins Schwarze ganz unten auf dem Cover. Wir sehen in der unteren Hälfte ein Gebäude, das sicherlich die Akademie darstellen soll. Es ist ein imposantes, aber nicht wunderschönes Gebäude (recheckig, viele Fenster). Darüber ragt das Gesicht einer Frau (offensichtlich Cey?) mit wehenden Haaren, die sehr selbstbewusst in die Kamera schaut. Der Name der Autorin Karin Kratt steht in weißen Buchstaben ganz oben, darunter steht der Titel der Reihe: Seday Academy. Und darunter in eher unauffälligen Buchstaben der Name des Buches: Gejagte der Schatten. Ganz unten in drei mal drei Punkten verteilt stehen die Buchstaben IMPRESS, der Name des Verlags.
Ich war vorrangig neugierig auf die Reihe, weil die Autorin aus der Region von mir kommt. Mein Lieblings-Genre ist das nicht. Das wusste ich beim Zugreifen des Buches auch bereits schon. Cey ist eine götterähnliche Heldin, übermenschlich, wunderschön, hochintelligent etc. Da ich lieber Bücher über Menschen lese, die an ihre Grenzen kommen und über ihre eigene Fehler stolpern, gehöre ich sicherlich nicht zur Zielgruppe. Daher ist jede Kritik, die ich an Ceys Darstellung habe, ganz subjektiv. Obwohl ich am Anfang meine Probleme mit Cey hatte, hat mich die Geschichte trotzdem schnell in ihre Bann gezogen. Besonders die Nebenfiguren haben mir gut gefallen, und was ich an Cey wirklich sehr mochte, war ihre Abneigung von anderen J'ajal und dass sie die Gesellschaft von Menschen bevorzugt.
Neben den Nebencharakteren mochte ich den humorvollen Schreibstil der Autorin, die Vielfalt der Figuren und die angedeutete Liebesgeschichte, die in den Folgebänden sicherlich noch weiter an Wichtigkeit gewinnt.
Im Laufe der Geschichte wird auch klar, dass Cey nicht nur sehr talentiert ist, sondern dass ihre Gaben auch ihren Tribut zollen. So leidet sie an einer Art chronischen Erkrankung, durch die sie immer wieder in eine Art Ohnmacht fällt. Behandelt wird sie mit einem Medikament Lortisol und von Arzt Lee. Die regelmäßigen Begegnungen zwischen Cey und Lee fand ich jedes Mal spannend und ich bin neugierig, wie Cey im weiteren Verlauf mit den mentalen Aussetzern umgehen können wird. Spannend fand ich auch Ceys Vergangenheit und ihre familiäre Verbindungen (Der Graf z.B.).
Die Reihe besteht aus zwei Staffeln, wobei die erste Staffel Ceys Werdegang als Schülerin erzählt (10 Bücher, abgeschlossen), und die zweite Staffel Ceys Alltag als Leiterin der Akademie beinhaltet (bisher 2 Bücher, nicht abgeschlossen). Gelesen habe ich also das erste von zehn, bzw. 12 Büchern. Geschrieben hat die Autorin aber auch einige Einzelbände. Mit siebzehn veröffentlichten Büchern gehört sie zu den Erfahreneren der Branche. Das vorliegende, rezensierte Buch hat in Kürze zehnjähriges Jubiläum.
Ich mochte den Einstieg in die Reihe sehr und kann es sehr empfehlen, besonders Menschen, die auf Agenten-Thriller stehen oder auf Heldinnengeschichte. Nicht nur ist für ausreichend Lesestoff gesorgt (12 Bücher!), sondern auch (was ich besonders toll finde!) für einen vielfältigen Cast, diverser Repräsentation inkl. einer Poly-Beziehung, die sich über die bisherigen zwölf Bände streckt. Ich werde die Autorin ganz sicherlich weiter verfolgen und bin gespannt, welche Bücher noch erscheinen.






















Insgesamt haben 89 User 811 Bücher von DebütautorInnen gelesen. 










