Karin Nohr Herr Merse bricht auf

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Inhaltsangabe zu „Herr Merse bricht auf“ von Karin Nohr

Ein Roman für Frauen, die wissen wollen, wie Männer wirklich ticken Herr Merse ist Hornist und geschieden. Nun ist er auf der Suche – nach Erklärungen und einer neuen Beziehung. In den Sommerferien auf Sylt erregt eine attraktive Frau sein Interesse und seine Fantasie. Wäre mit ihr ein Neubeginn möglich? Karin Nohr erzählt mit viel Gespür für Situationskomik aus dem Leben eines sensiblen, liebenswerten Mannes, der sich stets den starken Frauen in seinem Leben untergeordnet hat und an ihrer robusten Tüchtigkeit zu scheitern droht.

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  • Herr Merse bricht auf von Karin Nohr.

    Herr Merse bricht auf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 00:04

    Herr Merse ist Hornist, geschieden, und wird, da ihn eben diese Scheidung so aus der Bahn geworfen hat, von seiner Schwester in die Ferienwohnung nach Sylt beordert, um dort mal wieder richtig Urlaub zu machen – am liebsten ohne Horn.  Nach langem hin und her willigt Herr Merse ein, das Horn muss aber mit. Auf Sylt mietet er sich dann sogleich einen Strandkorb und macht prompt Bekanntschaft mit einer schönen Berliner Mutter, die ihm so richtig den Kopf verdreht. Sylt ist ja nicht jedermanns Sache, Strandkörbe auch nicht, dafür dürfte Herrn Merses Abenteuer auf der Insel mit Horn und den klugen Ratschlägen von Johannes Brahms umso mehr begeistern, als es etwaige Urlaubsziele vermögen dürften. Ich fühlte mich trotz Regensommer gleich beschwingt und Strand-versetzt, an der Seite Herrn Merses in seiner Lok, mit Stullen und Geschichten vom Minotaurus. Mein zweites Sommer-, Sonne-, Urlaubsbuch diesen Monat, mit uneingeschränkter Empfehlung oben drauf. Doch so seicht und spielerisch die Geschichte von Herrn Merse auch anfangen  mag, dies ist kein Liebesroman. Der Leser merkt das spätestens nach Seite 200, wo Karin Nohr unser Verständnis von ihrer Hauptfigur gehörig auf den Kopf dreht und aus dem sympathischen Hornisten einen tragischen Helden macht. Doch zu viel will ich hier nicht verraten, nur dass dieses Buch mehr zu bieten hat, als es der Klappentext zunächst andeutet. Ich selbst war überrascht, erfreut und habe mich etwas gewundert, dass ich nicht zuvor dem Ende auf die Schliche kam – so viel dazu. Man verbringt die 280 Seiten zum größten Teil im Kopf der Hauptfigur, die etwas kurios, aber doch durchaus liebenswert ist, was ihr Ende noch herzzerreißender macht. Denn Herr Merse ist eine Figur, der man wünscht, sie möge sich emanzipieren. Die es sogar fast schafft, über sich hinaus wächst und dann doch wieder ganz klein zusammen schrumpft. Ein Fest für alle, die die Welt mal mit anderen Augen sehen möchten, mal mit Brahms über die Liebe philosophieren wollen und das alles vor der Kulisse des Insellebens zur Hochsaison. Wem die Irrfahrt durch die Gedankengänge der Hauptfigur jedoch zu verkopft ist, wer sich nur schwer mit dem Gedanken eines unzuverlässigen Erzählers anfreunden kann, der möchte sich vielleicht doch zunächst an eine Leseprobe wagen. Denn dieses Buch und seine Hauptfigur sind solche auf die man sich ganz einlassen muss, oder man wird sie als sperrig, hier und da zwickend und die eine oder andere Druckstelle auf dem Gemüt hinterlassend empfinden. Doch wer will schon einen Roman auf Armeslänge lesen, es ist doch das Eintauchen in die Welt der Erzählung, welche uns danach greifen lässt. Ein intelligenter Roman, der zu überraschen weiß, aber ab und an ein wenig verkopft sein  kann.

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  • Rezension zu "Herr Merse bricht auf" von Karin Nohr

    Herr Merse bricht auf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. July 2012 um 12:52

    Herr Merse ist Hornist, geschieden, und wird, da ihn eben diese Scheidung so aus der Bahn geworfen hat, von seiner Schwester in die Ferienwohnung nach Sylt beordert, um dort mal wieder richtig Urlaub zu machen – am liebsten ohne Horn. Nach langem hin und her willigt Herr Merse ein, das Horn muss aber mit. Auf Sylt mietet er sich dann sogleich einen Strandkorb und macht prompt Bekanntschaft mit einer schönen Berliner Mutter, die ihm so richtig den Kopf verdreht. Sylt ist ja nicht jedermanns Sache, Strandkörbe auch nicht, dafür dürfte Herrn Merses Abenteuer auf der Insel mit Horn und den klugen Ratschlägen von Johannes Brahms umso mehr begeistern, als es etwaige Urlaubsziele vermögen dürften. Ich fühlte mich trotz Regensommer gleich beschwingt und Strand-versetzt, an der Seite Herrn Merses in seiner Lok, mit Stullen und Geschichten vom Minotaurus. Mein zweites Sommer-, Sonne-, Urlaubsbuch diesen Monat, mit uneingeschränkter Empfehlung oben drauf Doch so seicht und spielerisch die Geschichte von Herrn Merse auch anfangen mag, dies ist kein Liebesroman. Der Leser merkt das spätestens nach Seite 200, wo Karin Nohr unser Verständnis von ihrer Hauptfigur gehörig auf den Kopf dreht und aus dem sympathischen Hornisten einen tragischen Helden macht. Doch zu viel will ich hier nicht verraten, nur dass dieses Buch mehr zu bieten hat, als es der Klappentext zunächst andeutet. Ich selbst war überrascht, erfreut und habe mich etwas gewundert, dass ich nicht zuvor dem Ende auf die Schliche kam – so viel dazu. Man verbringt die 280 Seiten zum größten Teil im Kopf der Hauptfigur, die etwas kurios, aber doch durchaus liebenswert ist, was ihr Ende noch herzzerreißender macht. Denn Herr Merse ist eine Figur, der man wünscht, sie möge sich emanzipieren. Die es sogar fast schafft, über sich hinaus wächst und dann doch wieder ganz klein zusammen schrumpft. Ein Fest für alle, die die Welt mal mit anderen Augen sehen möchten, mal mit Brahms über die Liebe philosophieren wollen und das alles vor der Kulisse des Insellebens zur Hochsaison. Wem die Irrfahrt durch die Gedankengänge der Hauptfigur jedoch zu verkopft ist, wer sich nur schwer mit dem Gedanken eines unzuverlässigen Erzählers anfreunden kann, der möchte sich vielleicht doch zunächst an eine Leseprobe wagen. Denn dieses Buch und seine Hauptfigur sind solche auf die man sich ganz einlassen muss, oder man wird sie als sperrig, hier und da zwickend und die eine oder andere Druckstelle auf dem Gemüt hinterlassend empfinden. Doch wer will schon einen Roman auf Armeslänge lesen, es ist doch das Eintauchen in die Welt der Erzählung, welche uns danach greifen lässt. Ein intelligenter Roman, der zu überraschen weiß, aber ab und an ein wenig verkopft sein kann.

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  • Rezension zu "Herr Merse bricht auf" von Karin Nohr

    Herr Merse bricht auf
    Eselsohren-Werner

    Eselsohren-Werner

    17. June 2012 um 19:02

    Männlich, geschieden, depressiv Ich sehe sie vor mir, die Männer, die in Kaffeehäusern und Bars an der Theke stehen und so tun, als könnten sie jede Frau kriegen. Vor Sperrstunde machen sie sich noch an die Kellnerinnen ran und wenn es mit denen auch nicht klappt, dann gehen oder wanken sie alleine nach Hause. Sie unterscheiden sich nur äußerlich von Karin Nohrs Herrn Merse. Der hängt halt nicht in Kaffeehäusern ab. Der hat – wie viele der oben Beschriebenen – eine Trennung nicht verkraftet, aber er tut nicht so, als sei ihm das egal. Er hat es sich in Niedergeschlagenheit und Tablettensucht gerade noch erträglich eingerichtet, geht ansonsten seinem Beruf nach (er ist Hornist) und fährt jedes Jahr in die Ferienwohnung seiner Schwester nach Sylt. Dort ist er zu Beginn des Romans gelandet und hat beschlossen, seine Antidepressiva abzusetzen. Mitgenommen hat er außer seinem Horn den „Mann ohne Eigenschaften“, den ihm seine Frau bei ihrem Auszug dagelassen hat. Dann lässt er sich auch noch ein Tagebuch seiner Frau nachschicken, das er ihr dereinst gestohlen hat, und entdeckt darin etwas Niederschmetterndes. Und er begegnet Frau Luner, einer Alleinerzieherin. Er ist ihr sympathisch – auch weil er auf ihre Kinder aufpasst und mit ihren spielt –, und beide erzählen einander aus ihrem Leben. Er verhält sich wie ein romantischer Halbwüchsiger und malt sich schon eine Beziehung aus, während sie nicht einmal in ihn verliebt ist. Da taucht seine Schwester samt Ehemann auf und vertreibt ihn aus der Wohnung, woraufhin er – Sylt ist ausgebucht – wild am Strand kampiert. Was tut man nicht alles für die Liebe! Ohne sich über ihn lustig zu machen beschreibt Karin Nohr diesen ein wenig lächerlichen Mann. Manches in diesem Roman wirkt auf mich zu gewollt. Dass Herr Merse mit dem „Mann ohne Eigenschaften“ „Bibelstechen“ spielt und die Stellen, die er zufällig aufschlägt, auf sich bezieht, mag ja noch angehen. Aber dass er mit Johannes Brahms persönlich spricht, war mir denn doch zu viel. (Er hat sich in der Inselbücherei zwei Bände über den Komponisten ausgeborgt, und dieser gibt ihm nun Tipps, unter anderem wie Herr Merse seine Frau Luner am besten von sich überzeugen könne.) Mit oder ohne Brahms: Kann das gut ausgehen? Oder wird Herr Merse lieb, aber einsam bleiben? Eines steht fest: Mit großer Klappe nachts im Kaffeehaus wird man ihn wohl nie antreffen.

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