Karin Nohr Vier Paare und ein Ring

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Inhaltsangabe zu „Vier Paare und ein Ring“ von Karin Nohr

Vom Paarungverhalten bildungsbürgerlicher Best Ager. Ein Ehepaar fasst einen Plan: Warum nicht mit befreundeten Paaren an vier Sonntagen Richard Wagners »Ring des Nibelungen« besuchen? Doch die ungeahnte Dynamik, die diese gepflegten Opernabende freisetzen, hat wenig mit Kulturgenuss zu tun. Karin Nohr zeigt uns in ihrem raffiniert komponierten Roman, dass sich nicht nur auf der Bühne alles um Eifersucht, Verrat, Ehrgeiz und die Liebe dreht. »Sehr musikalisch und psychologisch fein beobachtet.« BR5 aktuell

Kurzweilig, gut zu lesen, Beziehungen und wie sie sich entwickeln

— sabine399
sabine399

Kurzweilige Beziehungsanalyse einer Freundesgruppe nach Motiven des Wagnerschen Ringzyklus. Auf Wagner habe ich immer noch keine Lust;-)

— alasca
alasca

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  • Wagners Ring oder eher der an der Hand?

    Vier Paare und ein Ring
    dominona

    dominona

    14. October 2014 um 08:39

    Das ist mal eine sehr interessante Herangehensweise an den Ring der Nibelungen - 4 befreundete Paare sehen sich die 4 Teile an je 4 Wochenenden an und auf merkwürdige Art und Weise spiegelt sich die Opernhandlung partiell innerhalb der Paare wieder. Jeder schleppt sein Paket mit sich herum und ohne Verstrickungen kommt man schon gar nicht aus. Wahrscheinlich wird jeder Leser für sich recht schnell sein Lieblingspaar oder den Lieblings-Wagnerianer für sich herausfinden und nebenbei wird man gleich nochmal über die Handlung des Rings aufgeklärt. Die einzelnen geteilten Schicksale können schon sehr nahe gehen und sind entsprechend charakteristisch geschildert.

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  • Beziehungen.....

    Vier Paare und ein Ring
    Igela

    Igela

    04. January 2014 um 12:05

    Beziehungen...jeglicher Couleur...um die geht es in diesem Buch.Da Kurt die Idee hatte an 4 aufeinanderfolgenden Sonntagen Wagner Opern zu besuchen,lädt er Freunde,Berufskollegen und die Freundin seiner Frau dazu ein.Kurt hatte eine Affäre mit einer dieser Frauen und dies wird totgeschwiegen.Eine andere Teilnehmerin will unbedingt schwanger von ihrem cholerischen Mann werden und die dritte ist eine Uebermutter,die alles für den kleinen Sohn tut und dabei ihren Mann vergisst.Daraus ergibt sich eine Geschichte,die facettenreich ist.Mühsam fand ich das viele Geschreibsel zu der Handlung der Wagner Oper.Aber diese kann man ja grosszūgig überlesen.Das Buch ist sehr gut,aber manchmal in komplizierten Sätzen geschrieben.Definitiv kein Buch um "nebenher"zu lesen,da man sich bei diesem Schreibstil konzentrieren muss.

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  • Wagner und Lebenswogen

    Vier Paare und ein Ring
    cosima73

    cosima73

    13. April 2013 um 13:06

    Das Ringprojekt: Drei Paare und eine Witwe mit ihre Tochter besuchen an vier aufeinander folgenden Sonntagen Wagners „Ring der Nibelungen“ in der Semper Oper in Dresden. Bei einem gemeinsamen Nachtessen wollen sie sich jeweils auf die bevorstehende Aufführung einstimmen, bei einem Treffen nach den vier Aufführungen soll eine Nachbetrachtung stattfinden. Es ist immer dasselbe: Du planst, ich soll mitmachen. Na gut Also ich weiss nicht – vier Sonntage hintereinander Wagner? So lang. So laut. Und dann immer nach Dresden. So weit. Alle Beteiligten haben unterschiedliche Motivationen, an diesem Projekt teilzunehmen und bei allen löst es Unterschiedliches aus. Sie sehen sich mit sich selber und ihrer Beziehung sowie den Beziehungen untereinander konfrontiert. Wieder wanderten ihre Gedanken zur Ring-Einladung. Sie lehnte den Kopf zurück und begann zu “fantasieren“, wie sie ein inneres Mäandern bei sich nannte, das sie sonst unterdrückte. Von ihnen beiden war Thomas der Versponnene, der sich oft in seine Gedanken verlor; während sie sich als eine eher kontrollierte Frau empfand [...] Auch die Abgründe kommen ans Licht, die schwelenden negativen Gefühle in der Beziehung, Wie Brigitte ausgesehen hatte! Wie ein Engel, die Hände erhoben: „Fürchtet euch nicht! Es ist schon gut.“ Er konnte sie provozieren, wie er wollte: Sie bleib ruhig. Der unschuldige Engel. Der wohlmeinende Engel. Der ihn immer und immer ins Unrecht setzende Engel. sowie zwischen den Teilnehmern: Da hatten sie nebeneinander gestanden, zwei Frauen, die eine älter aussehend, als sie war, die andere jünger. Was Annegret plötzlich wie eine Kluft empfunden hatte. Ihr eigenes Spiegelbild hatte sich zu wohl und weich neben Evas hagerem ausgenommen; [...] Annegret überliess sich dem schmerzenden Gefühl, das in ihr aufkam, schob es nicht weg. Das hatte sie gelernt in den Jahren nach Alfreds Tod. Das Ringprojekt nimmt eine eigene Dynamik an und zieht die einzelnen Figuren immer tiefer in einen Strom, der sie einerseits zu sich selber und ihren oft unterdrückten Gefühlen und Gedanken führt, dabei aber auch auf ein Ziel hinsteuert, das so nicht voraussehbar war.  Aus den verschiedenen Perspektiven der Teilnehmenden des Ringprojekts wird eine Geschichte erzählt, die sich am roten Faden der „Ring der Nibelungen“ orientiert und dann die Auseinandersetzung jedes einzelnen mit Wagners Stück sowie dessen Wirkung auf sich selber aufzeigt. Es wird ein Panoramablick in die Seelenleben jedes einzelnen, der die tiefgreifende Dynamik zwischen den Protagonisten offenlegt. Karin Nohr gelingt es, die psychologischen Innenschauen und auch Abgründe der jeweiligen Figuren ohne Pathos darzustellen, sachlich, fein, leise, trotzdem so, dass man sich darin wiederfindet, sie nachvollziehen kann. Fazit: Ein psychologischer, lebensnaher Roman über menschliche Beziehungen. Sehr empfehlenswert.

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  • Von der Bühne in den Alltag

    Vier Paare und ein Ring
    IlonGerMon

    IlonGerMon

    22. March 2013 um 16:37

    Alles beginnt im Prolog mit einer Email an befreundete Paare – Kurt Schwemmers, noch nicht ganz sechzigjähriger Dozent für Literatur, verteilt seine Idee, mit befreundeten Paare an vier aufeinander folgenden Sonntagen alle vier Ring-Opern Wagners in der Dresdner Semperoper zu besuchen. Es folgt das Gespräch mit seiner Ehefrau Eva, in dem darüber debattiert und abgewogen wird, wer denn nun zum Empfängerkreis dieser Mail gehören soll, wer lieber nicht. Schon hier ist die Lektüre vergnüglich, denn das Für und Wider der verschiedenen Personen und Möglichkeiten wird sehr dezidiert abgeklopft. Dies ist der Auftakt zu einem unterhaltsamen und nachdenklichen Roman gleichzeitig, der sich in seinem Handlungsverlauf an den vier Opernabenden, aber auch an den Inhalten der einzelnen Opern anlehnt. Jeder Abend wird eingeleitet durch eine Inhaltsangabe zur jeweiligen Oper, verfasst von Schülern einer 10. Klasse. Ulrike Diesterkamp, eine der Teilnehmerinnen an den Opernbesuchen, hat diese Aufgabe ihren Schülern gestellt. Durch diese in gewisser Weise positiv „respektlosen“ Inhaltsangaben wird dem Leser die Handlung der jeweiligen Oper kurz vorgestellt bzw. ins Gedächtnis gerufen. Der Opernabend selbst spielt nicht wirklich eine Rolle im Roman, aber gleich danach sezt die Geschichte ein. Die Autorin lässt den Leser mal hier, mal dort im Auto der Zurückfahrenden Platz nehmen und gibt ihm die Gelegenheit, den Gesprächen zu lauschen. Auch die Tage zwischen den Aufführungen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt und der Leser erlebt mit, wie lang schon unter den verschiedensten Oberflächen schwelende Konflikte zu Tage treten. Er wird zum Beobachter von Veränderung in Beziehungen und erlebt, dass Menschen oftmals zur Klärung eigener Lebenssituationen im Realen durch Menschen und Ereignissen aus dem Fiktiven ermutigt werden. Das führt auch dazu, dass sich die Konstellation der Gruppe an jedem Abend ein wenig verändert. Hier ist jemand verhindert oder gibt zumindest vor, dies zu sein. Dort kommt eine neue Person als Vertretung dazu und schon ändern sich aufs Neue Sichtweisen und Entwicklungen. Karin Nohr hat einen sehr unterhaltsamen Roman geschrieben, in dem ihr mühelos der Beweis gelingt, dass leichte Unterhaltung keineswegs geistlos sein muss. Im Gegenteil, angeregt durch die Lektüre verspürt der Leser vielleicht den Wunsch, selbst noch einmal in diese Opern hineinzuhören oder sich vielleicht noch einmal mit der Sage um die Nibelungen zu beschäftigen. Insofern also auch eine sehr anregende Lektüre. Sehr treffend finde ich die Überschrift des Verlages zu diesem Buch: „Vom Paarungsverhalten des Bildungsbürgertums“. Hierin ist in einem Satz eigentlich alles enthalten, was es zum Inhalt des Romans zu sagen gibt, aber niemand sollte danach erwarten, dass ihn ein erotischer Roman erwartet. Auch wenn es hier und da mal ein wenig prickelt, viel wichtiger sind die durch viele Jahre durch den Alltag verdeckten wirklichen Wünsche der Menschen, über die plötzlich allein oder auch zu zweit neu nachgedacht wird. Sehr zur Lektüre empfohlen.

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  • Wagners Opern und das wahre Leben

    Vier Paare und ein Ring
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    18. March 2013 um 15:02

      An der Semperoper in Dresden wird „Der Ring des Nibelungen“ gegeben. Die vier Opern werden demnächst im Wochenabstand die Sonntagabende füllen.   Kurt Schwemmers, Professor für Literatur, den 60. Geburtstag vor Augen, ist auf der Suche. Nach irgendetwas, das ihm unbenennbar ist. Das was passiert. Das „Handlung“ ins Leben kommt, nicht immer nur schwarze Buchstaben auf weißem Papier, Vorlesungen, Referate. Und eine, nach langen Jahren in vorgefertigten Bahnen sich vollziehende, Ehe. Da muss noch was ins Leben. Was Bedeutsames. Kommt da Wagner mit dieser besonderen Schwere, der tragenden Musik, dem ganzen Thema nicht ganz Recht?   Und wäre es nicht ein prächtiger Gedanke, diese Opern nicht alleine oder nur mit der eigenen Ehefrau anzusehen, sondern mit einem kleinen Kreis Vertrauter samt vorhergehendem Essen und nachfolgendem Austausch? Ein „Opernevent“, sozusagen?   Schwemmers überzeugt seine Frau und setzt seine Idee in die Tat um. Allerdings ist der Titel des Buches hier zunächst ein wenig irreführend. Nur drei „echte“ Paare sind es, die sich zusammenfügen, mit zudem einer Ärztin, deren „Opernpartnerin“, die eigene, pubertierende Tochter, zwar von der Idee begeistert scheint, dann aber doch die Lust verliert, vor der ersten Aufführung bereits.   Drei Paare und eine Frau, zunächst.   Doch, was dem Leser erst nach einer Weile aufgeht, so innerlich „getrennt“ voneinander sind die Paare nicht, wie es zunächst scheint. Es gab Verbindungen, weit im Vorfeld dieses konkreten Treffens oder sehr verdeckt zumindest, die von den Beteiligten lieber unter der Decke gehalten werden. Und auch die Motivation für diese Opernbesuche ist durchaus verschieden. Bei manchen liegt sie ganz offen: Man will es sich als gerade promovierender Literaturwissenschaftler nicht mit Professor Schwemmers verderben (so kalkuliert Dirk, der von Opern wenig hält, an sich eine unterschwellige Aggression im Leben verspürt und mit dem drängend vorgetragenen Kinderwunsch seiner Frau schon genügend innerer Spannung ha).   Oder man genießt die intellektuelle Auseinandersetzung mit Schwemmers (der sanfte Psychotherapeut Thomas, der so tief angerührt ist von einem seiner aktuellen Patienten), bemerkt aber nicht wirklich, dass die eigene Frau (Ulrike) mit Schwemmers und dessen Frau Eva auf sehr merkwürdige Weise innerlich fremdelt. Mit Grund, wie sich zeigen wird.   Und die Letzte im Bunde, Annegret. Zunächst ganz unbedarft freut sie sich auf das musikalische Erlebnis, doch zugleich sind da Grundgelüste der Single Frau an das Leben, die sich ganz allmählich auch in der trauten Runde Bahn brechen werden.   Intensive Charaktere, die doppelbödig agieren, die voneinander wegdriften oder sich einander nach Längerem wieder nähern. Personen, deren Absichten mit vielen Schichten versehen sind, welche Karin Nohr treffend und mit langsamer Steigerung und Offenlegung in den Raum zu setzen versteht. Personen, bei denen im Lauf der Ereignisse eine Übertragung der Opern, der Personen Wagners, vor allem deren inneren Antrieben von der Bühne her auf die Besucher beginnen, abzufärben. Insgesamt eine sehr gelungene Darstellung einer sehr dynamischen Entwicklung in den Personen und Beziehungen untereinander.   Zudem bietet Nohr mit einem kleinen Kunstgriff (eine Zusammenfassung durch fiktive Schüler oder Schülerinnen) je eine sehr verständliche Einleitung in die einzelnen Werke des Rings und eröffnet, als quasi „klingendem Hintergrund“, immer wieder Verbindungen zwischen Leben, Erleben, Beziehung zueinander und Inhalt und Personal der jeweiligen Oper.   Ein interessantes, sprachlich rundum gelungenes und in der Form abwechslungsreich gestaltetes Buch, welches den „Ring der Nibelungen“ ganz anders näher bringt. Auf der Bühne und im Leben. Und damit aufzeigt, dass Wagner in den Anlagen seiner Personen, von Wotan über Loge bis zu den Rheintöchtern, auch generelle Typisierungen auf die Bühne gebracht hat, die bei den Protagonisten des Buches lebendig vor Augen geführt werden.

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