Karin Richner Sieben Jahre Schlaf

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Inhaltsangabe zu „Sieben Jahre Schlaf“ von Karin Richner

Der Roman erzählt in suggestiven Bildern die wehmütige und doch zauberschöne Geschichte von Lucies Grossmutter, die als sehr junge unverheiratete Mutter ihre Tocher nach der Geburt an Pflegeeltern gegeben hat. Der Roman erzählt, wie die Mutter von Lucie ihren Mann und schliesslich auch ihre Tochter verlässt. Auf der Suche nach Geborgenheit schliesst sich Lucie immer mehr in sich selbst ein, während draussen ein glühend heisser Sommer alle Sinne betäubt. Durchdrungen von den Düften und Gerüchen des Südens ist die zutiefst berührende Geschichte von Estelle, Aline und Lucie ein kleines impressionistisches Meisterwerk. Dabei setzt Karin Richner eine literarische Tradition fort, die an Marguerite Duras und Nathalie Sarraute erinnert.

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  • Rezension zu "Sieben Jahre Schlaf" von Karin Richner

    Sieben Jahre Schlaf
    Karin1970

    Karin1970

    08. July 2011 um 09:43

    "So scharf ist die Landschaft auf einmal gezeichnet, dass mich das Gefühl befällt, ich könnte mich blutig schneiden an den Konturen der Rebstöcke, mit denen die steilen Hänge bepflanzt sind, der Zypressen mit ihren knorrigen Stämmen und Ästen, der weiten, violett leuchtenden Lavendelfelder, der Steinsplitter auf dem Asphalt.“ Nach dem Prolog nimmt uns die Autorin - mit einer mehr als bildhaften Sprache - Seite an Seite mit auf die Reise in die Vergangenheit ihrer Protagonistin Lucie. Nach mehr als 20 Jahren kehrt Lucie zu ihrem Geburtsort zurück, ihre Mutter hatte einen Schlaganfall und liegt im Krankenhaus. Ein Portrait dreier Generationen in dem sich die Geschichten wiederholen. Estelle, Lucies Großmutter hatte ihre Tochter Alina an Pflegeeltern geben müssen. Erst spät suchte Estelle den Kontakt. Auch Alina verlässt ihre Tochter, als Kind gibt sie Lucie in die Hände ihrer Mutter und verreist für längere Zeit. Aber nun ist Lucie zurückgekehrt. Die Besuche am Krankenbett ihrer Mutter sind zum Scheitern verurteilt. Fremd kommt sie ihr vor, wie sie dort liegt. Fremd auch das ehemalige Zuhause, in dem jetzt andere ihre Ferien verbringen. Karin Richner erzählt nicht viel über ihre Figuren, aber dennoch erkennen wir in der sehr bildhaften Sprache die Fetzen eigener Familiengebilde. So zeigt die Autorin, dass es mit wenigen Worten möglich ist, sich mit dem Leben dreier Generationen in nur 100 Seiten auseinanderzusetzen. Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet wurden und uns sehr viel Raum zur Spekulation bleibt, so halt doch dieser stille Roman sehr in uns nach. Dieses Buch ist kein Häppchen für Zwischendurch, vielmehr ist es ein sehr feines Konstrukt, das es mühsam zu erklimmen gilt. Immer wieder gibt es links und rechts des Weges so viel zu erfassen und aufzuspüren.

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  • Rezension zu "Sieben Jahre Schlaf" von Karin Richner

    Sieben Jahre Schlaf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. April 2011 um 11:57

    Karin Richner hat ein leises Buch geschrieben. Ein Buch, das mich mit seiner Sprache umweht hat wie ein kühler Wind an einem heißen Tagen. Poetische Sätze entströmen jeder Seite und lassen mich innehalten, nachdenken, die Schönheit der Beschreibungen genießen. “Wie ein Vorhang aus feinen Fäden hing der Regen vor der Landschaft.” “Sieben Tage Schlaf” macht den Leser träge wie ein Hochsommertag, an dem man jede Hektik wegen der Hitze unbedingt vermeiden möchte. Auch dieses Buch möchte man nicht schnell lesen, sondern jede Seite genießen. Das knapp 100 Seiten leichte Buch ist sonst viel zu schnell gelesen. Und so vieles gibt es in ihm zu entdecken. Lucie kehrt in ihr Heimatdorf zurück, wo ihre Mutter Aline einen Schlaganfall erlitten hat. Die beiden Frauen haben sich seit vielen Jahren, seit Aline Tochter und Ehemann verließ, nicht mehr gesehen. Lucia wuchs bei Estelle, ihrer Grossmutter, auf. Estelle war häufig verwirrt und verwechselte ihre Enkelin mit der Tochter, die sie als junge, unverheiratete Frau bekommen hatte und zur Adoption freigeben musste. “Seit Monaten schon haben wir an dieser Vorstellung von Mutter und Tochter festgehalten, an dieser Illusion.” Es ist ein heißer Sommer in dem Dorf ihrer Kindheit und Lucie wird an das Leben dort erinnert, das nicht immer erfreulich war. Ein Leben, dass sie um jeden Preis hinter sich lassen wollte. In “Sieben Jahre Schlaf” erzählt Richner von der Suche nach Geborgenheit, von dem Wunsch nach Erfüllung eigener Träume. Sie erzählt von Müttern und Töchtern, von Liebe, Betrug, vom Verlassenwerden und den Möglichkeiten der Versöhnung. Und das alles auf den wenigen Seiten eines sehr schön gestalteten Buches. “Sieben Jahre Schlaf” ist kein Mainstream-Buch. Für mich ist es eine kleine literarische Perle, die ich gerne in meinem Bücheregal behalten werde.

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