Karin Tuna

 5 Sterne bei 3 Bewertungen

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Manchmal erdrückt es mich, das Leben

Manchmal erdrückt es mich, das Leben

 (3)
Erschienen am 31.05.2012

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Rezension zu "Manchmal erdrückt es mich, das Leben" von Karin Tuna

Ein wichtiges Thema, das nicht vergessen werden darf!
Tinalinivor 5 Jahren


Ich habe mich sehr gefreut, als ich Anfang Dezember ein Päckchen im Briefkasten hatte. Ein unerwartetes nämlich. Im November hat bei meinem 5 Tage – 5 Autoren-Gewinnspiel Karin Pfolz das Mittwochs-Buch (Gib mir meinen Stern zurück v. Amanda Frost) gewonnen. Als Dankeschön hat sie mir ihr eigenes Buch in der Hörbuchfassung geschenkt.

Die Inhaltsangabe klingt schon grausig, aber es ist alles noch viel grausiger, wenn man es miterlebt. Ich habe während des Hörens immer wieder überlegt, ob Frau Pfolz hier ihre eigene Geschichte aufschreibt, denn so detailliert kann nur jemand schreiben, der es miterlebt hat. Und dann, zum Schluss die Bestätigung. Es ist ihre Geschichte. Ihre und die vieler anderer Frauen auch.

Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter, aber meiner Meinung nach ist es wichtig, dass viele Menschen dieses Buch (und natürlich auch andere Bücher über dieses Thema) lesen, damit sie die Anzeichen häuslicher Gewalt erkennen und den Betroffenen (egal ob Mann oder Frau!) helfen können.

Auch ich habe immer gedacht, weshalb die Opfer häuslicher Gewalt sich nicht Hilfe holen, bei der Polizei, dem Arzt, Frauenhäuser. Aber Frau Pfolz macht hier sehr deutlich, weshalb sie das nicht tun (können) und zeigt auch, dass es nicht immer hilft, wenn man den Täter anzeigt. Aber es hilft, wenn die Opfer wissen, dass sie nicht allein sind, dass sie Freunde/Bekannte/Verwandte haben, auf die sie sich verlassen können.

Dieses Buch hat mich sehr traurig gemacht, ich war sehr berührt und immer wieder erschrocken, wie sehr man einen Menschen misshandeln und quälen kann, den man einst geliebt hat. Erschrocken, mit welcher Selbstverständlichkeit einige Menschen andere unterdrücken und für weniger wert halten. Wie leicht sich Tatsachen verdrehen lassen, wenn man einen Sündenbock braucht.

Mehr als einmal habe ich mich dabei erwischt, wie ich einen enormen Hass auf den Ehemann in dieser Geschichte entwickelt habe und wie bei besonders schrecklichen Taten eine Wut in mir aufgekommen ist, dass ich ihn am liebsten selbst geschlagen hätte. Damit er merkt, was er seiner Frau da antut.

Auch jetzt, nachdem ich schon seit einigen Tagen mit dem Hörbuch durch bin, spukt es mir noch immer im Kopf herum. Wenn auch nicht immer an der Oberfläche, aber es ist doch immer da. Die Schrecken, die Leiden, die Ungerechtigkeit.

Manchmal erdrückt es mich, das Leben ist ein Buch, das jeder lesen sollte. Die Lektüre dieses Buches im Schulunterricht hilft der Menschheit sicher mehr als die alten Klassiker von vorn 150 Jahren. Der Kaufpreis erscheint sehr hoch, aber mit dem Erlös wird der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser unterstützt.

Kein „Die Schimmelreiter“ oder „Maria Stuart“ mehr in deutschen Schulen. Gebt den Schülern Bücher wie dieses, damit sie lernen, die Hinweise zu sehen und zu deuten!

Dieses Buch verdient grausige und traurige 5 von 5 Sternen

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