Karine Tuil Die Zeit der Ruhelosen

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Inhaltsangabe zu „Die Zeit der Ruhelosen“ von Karine Tuil

Furios erzählt Karine Tuil von Menschen, die getrieben sind von dem Wunsch nach Anerkennung, Geld und Macht – und beinah tragisch daran scheitern. Ein grandioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit, aus der Feder einer der wichtigsten französischen Autorinnen der Gegenwart, nominiert für den Prix Goncourt.
Der Aufstieg des brillanten Managers François Vély scheint unaufhaltsam. Bis seine Exfrau sich aus dem Fenster stürzt, als sie erfährt, dass er wieder heiraten will. Der Tragödie folgt die Entdeckung, dass seine neue Lebensgefährtin in eine Affäre mit einem Offizier verstrickt ist, der völlig traumatisiert aus Afghanistan heimkehrt. Außerdem wird Vély ein Mediencoup zum Verhängnis, man bezichtigt ihn des Rassismus und Sexismus. Als er persönlich und beruflich am Ende ist, ergreift ausgerechnet der Politiker Osman Diboula Partei für ihn – dabei ist Diboula bekannt als Wortführer gegen eine weiße gesellschaftliche Elite. Wenige Wochen später kommt es im Irak zu einer Begegnung aller Beteiligten, die für Vély fatale Konsequenzen hat.

Geschichte über die aktuelle Situation in Frankreich aus verschiedenen Persepektiven erzählt, die miteinander verzahnt sind

— Alexlaura

Spannende Erlebnisse, menschliche Tragödien: Die Protagonistinnen und Protagonisten scheitern alle.

— Tatzentier

Nicht nur Macht, Gier, Lügen und Scheitern sondern auch Fremdenhass werden hier wunderbar beschrieben.

— hans-bubi

Ein eher düsteres und ernstes Buch mit starken Charakteren, welches sehr zum Nachdenken anregt & aktuelle Themen aufgreift

— AgnesM

Wäre dieser Roman ein Lied, wäre es in Moll geschrieben. Treffende, pressimistische Gesellschaftskritik.

— Lovely_Lila

Ein sehr fesselnder gesellschaftlicher Roman- brandaktuell

— katrin297

Intelligent, treffsicher, hochaktuell, politisch - mit Antihelden, die zutiefst menschlich wirken, auch, wenn man so nicht sein möchte

— StefanieFreigericht

Empfehlenswerter Roman über unsere heutige Zeit

— vielleser18

absolut lesenswert

— albiorix

Eindringlicher Gesellschaftsroman, der auch den Leser ruhelos zurücklässt. Sehr lesenswert!

— Walli_Gabs

Stöbern in Romane

Winterengel

In meinen Augen das bisher beste Buch von Corina Bomann. Märchenhaft weihnachtlich

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Menschenwerk

Insgesamt ist dieser Roman ein Werk von ungeheurer atmosphärischer Dichte, das einen gnadenlosen Blick auf das Wesen 'Mensch' gewährt.

parden

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  • Ein französisches Bild der Gesellschaft

    Die Zeit der Ruhelosen

    Gwhynwhyfar

    21. August 2017 um 13:05

    »Ein Muslim, der nach Afghanistan geht, tötet seine Brüder und ist ein dreckiger Mörder.«Frankreich, eine gespaltene Gesellschaft, oben, unten, schwarz und weiß, Religionen, ein Konflikt ohne Ende, Rassismus, Privilegien, brennende Vorstädte. Menschen, die sich alles nehmen, andere die mimosenhaft jede Vokabel untersuchen, ob nicht irgendwo eine Diskriminierung im Satz versteckt sei. Völlig verschiedene Typen, die in diesem Plot auf den Show-down zureiten. Eins der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.Mit Romain Roller beginnt der Roman, ein Soldat, der aus Afghanistan zurückkehrt, völlig traumatisiert nach einem Anschlag. Er hat überlebt. Ein Freund ist tot, Farid, der andere, liegt gelähmt im Krankenhaus, die Beine amputiert. Warum durfte Romain weiterleben? Er fühlt sich wie ein Zombie, innen ist alles tot, niemand, der nicht in Afghanistan war, kann begreifen, was dort passiert, kann ihn begreifen, fühlen, was er fühlt. Bevor die Soldaten in die Heimat kehren, werden sie in eine Art Touristenhotel gebracht, damit sie entspannt nach Hause fahren. Dort trifft Romain auf die Journalistin Marion und eine Amor fou beginnt. Sie können nicht voneinander lassen, auch als Romain wieder bei seiner Familie lebt. Romain reagiert hektisch auf »normale« Situationen, Geräusche, Kindergeschrei, ein Auto, dass auf der Autobahn überholt, identifiziert er innerlich als Feind, zu seiner Frau findet er keinen Zugang. Marion ist seine Obsession.Marion wiederum ist mit dem schwerreichen Geschäftsmann Francois Vély verheiratet. Ein Fettnäpfchentreter, der sorglos durch die Welt stapft, nicht bedenkt, was sein Verhalten als berühmter Mensch auslösen könnte. Nach seiner Scheidung heiratet er Marion, nimmt seiner Frau die Kinder weg. Die Frau bringt sich später um, was ihm öffentlich zur Last gelegt wird. Die Kinder akzeptieren die neue Familie nicht, sind renitent. Vély ist katholisch, sein Vater hieß noch Lévy, war Jude, wechselte ins Christentum. »Andere Bürgersöhne wurden Anarchisten, Thibault lebte seine Ablehnung jeglicher Autorität als Spieler aus. All diese Rebellen, diese Versehrten mussten sich nach ihrer überbehüteten Kindheit das Leiden selbst erschaffen, sie waren Vatersöhne, die glaubten., sie könnten ihrem vorgezeichneten Weg entgehen, indem sie in den besetzten Häusern von Belle-ville oder Barbès Joins rauchten, die sie aus der Kasse ihrer Väter und Mütter bezahlten.«Vélys Sohn, Thibault, mutiert plötzlich zum erzkonservativen Juden, will den Thalmud in den USA studieren. Ein Journalist möchte ein Interview mit Francois Vély und er fotografiert den Unternehmer mitten in einem diskussionswürdigen Kunstwerk, das als rassistisch bezeichnet wird. Vély denkt sich nichts dabei, wie immer. Ist doch bloß Kunst, Provokation. »Francois hatte die politische Brisanz der Skulptur nicht erkannt, Kunstwerke waren ein Teil seines Lebens, er war immun gegen Schockelemente.« – »Mehrere User teilten den Post, die Empörung schaukelte sich hoch, die Nachricht wurde überall aufgegriffen, auf der ganzen Welt verbreitet … auch das Image seines Unternehmens litt, auf ihm lastete nun der Verdacht des Rassismus und der Diskriminierung.«Und dann schlägt die Presse zu: Er sei ein Rassist, stinkreicher Unternehmer, der die Menschen in anderen Kontinenten ausbeutet, ein moderner Sklavenhalter. Der Jude schlechthin, der geldgeile. Vély kapiert nicht, was hier abgeht. Immer weiter wird der Fall medial aufgeblasen. Francois hat nicht einen Hauch der Chance, sich zu wehren, irgendetwas richtigzustellen.»Es wurde stillschweigend angenommen, dass seine Hautfarbe bei der Entscheidung des Präsidenten den Ausschlag gegeben hatte, dass es um Diversität gegangen war.«Osman Diboula, schwarz, stammt aus dem Problemviertel Clichy-sur-Bois, hat sich als Streetworker einen Namen gemacht. Der Präsident war auf ihn aufmerksam geworden. Ein Farbiger aus den Slums, so einen suchte er für sein Team als Berater. Aufgestiegen in den Präsidentenpalast lernt er dort Sonia kennen. Sie ist auch farbig, entstammt aber einer reichen Familie, hat die besten Universitäten besucht. Sie sind ein Paar.»Sonia, es ist keine Ausnahme. Sie lassen uns ständig spüren, dass wir nicht dazugehören! Das kannst du doch nicht leugnen!«Osman fühlt sich in einer Sitzung beleidigt von einem Konservativen, diskriminiert. Er steht auf und verlässt den Raum, obwohl ihn der Präsident auffordert zu bleiben. Osman verliert seinen Job. Er ist stolz, lässt sich nicht beleidigen. Sonia ist anderer Meinung. Sie glaubt, wenn man weghört, sich nicht auf den Schlips getreten fühlt, kann man seinen Weg gehen. Sie ist doppelt unter Beschuss in der Politik, sie ist schwarz und Frau. Wer sich umdreht und geht, hat verloren. Nur Weicheier und Dumme fühlen sich beleidigt, nehmen das als Entschuldigung für die eigene Unzulänglichkeit. Sonia hasst die die Familie und die alten Freunde von Osman, denn sie interpretieren alles um sich herum als Rassismus, das einzige Thema, das sie haben. Issa, ist einer von ihnen, machtgeil, Kleinunternehmer, der sich in islamistische Verschwörungstheorien verläuft.»Am Tisch wurde über die Wirtschaftsabkommen mir Afrika gesprochen. Osman hörte, wie einige die ›afrofranzösische Diaspora‹ beschworen, dabei fühlte er sich als Franzose, einer mit afrikanischen Wurzeln, ja, aber Franzose. Er war in Frankreich geboren und überhaupt nur dreimal im Leben mit seinen Eltern in die Ferien an die Elfenbeinküste gefahren, er fühlte sich Afrika emotional nicht besonders verbunden. Das Land interessierte ihn als Tourist. Nicht als Anker. Nicht als Bezugspunkt.«Karine Tuil zeigt verschiedene Gesellschaftsschichten des modernen Frankreichs. Sie lässt die Protagonisten sprechen, mit all ihrer Arroganz, mit Hass, mit Verzweiflung, zeigt somit alle Positionen auf, in allen Widersprüchen, die Schwierigkeit, einen Konsens zu finden. Die Autorin wertet nie, nicht einmal hat man das Gefühl, auf eine Seite gezogen zu werden. Der Leser fühlt sich als Zuschauer in einem Spiel, das ständig die Positionen wechselt. In kurzen Kapiteln springen wir von einem zum anderen Protagonisten, werden durch den Roman gejagt, wie die Protagonisten, die angetrieben durch ihr Leben hetzen: Die Ruhelosen. Das Buch ist ein Gesellschaftsroman, aber auch ein Politthriller, bitterbös, abgründig, komplex, absolut spannend, mitreißend, mitdenkend. »Die Moral ist eine variable Größe«, heißt es, und darum geht es. Scheitern kann jeder, ob oben oder unten, ganz schnell reißt die Menge dir die Beine weg, wenn du versuchst aufzustehen. Ein Gesellschaftsbild des heutigen Frankreichs, atemberaubend.

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  • Sehr düsteres, nachdenkliches Buch

    Die Zeit der Ruhelosen

    Littlebookdreams

    08. August 2017 um 16:11

              "Es ist eine atemlose Gegenwart, die Karine Tuil beschreibt. Eine Gegenwart, in der die unterschiedlichsten Temperamente und Schichten aufeinanderprallen."So beschreibt die FAZ den Roman in ein paar Worten sehr treffend. Die Grundstory besteht aus drei vermeintlich unterschiedlichen Schicksalen der drei männlichen Protagonisten, die allerdings eine Sache miteinander verbindet- das unaufhaltsame Streben nach Macht, Anerkennung und Liebe. Zum einen geht es um François Vély einen der erfolgreichsten Unternehmer in Frankreich, der nachdem seine Ehefrau Selbstmord begeht, sowohl im Privaten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und zusätzlich seine Firma, die er jahrelang aufgebaut hat den Bach runter geht. Zum anderen geht es um den Soldaten Romain Roller, der von einem Auslandseinsatz aus Afghanistan zurückkehrt und so viele schlimme Bilder dort gesehen, sodass er von diesen heimgejagt wird.Der letzte und dritte Protagonist ist der schwarze Osman Diboula, der sich von ganz unten aus einem Pariser Getto nach oben gearbeitet hat und nun einen begehrenswerte Anstellung innehält, doch auch er hat mit dem sozialen Abstieg zu kämpfen. Wenn man dieses Buch liest, muss einem klar sein, dass es nicht sonderlich positive Themen behandelt, allerdings tagesaktuelle, die zum Nachdenken anregen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Geschichte zu jedem Zeitpunkt spannend. Ich kann dieses Buch jedem weiterempfehlen, der sich auch in Büchern mit der Gesellschaft und Politik auseinandersetzen will.         

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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  • Die Zeit der Ruhelosen

    Die Zeit der Ruhelosen

    schokoloko29

    10. June 2017 um 16:49

    Inhalt des Buches:In diesem Buch wird das Leben von dem schwarzen Politiker Osman Diboula, dem Manager Francois Vely und dem traumatisierten Soldaten Romain Roller beleuchtet. Das Leben der einzelnen Personen sind ineinander verwoben und der Leser begleitet die Personen, die sich am Ende alle im Irak wiedersehen.Eigene Meinung:Dieses Buch hat mir außergewöhnlich gut gefallen. Besonders haben mich die Beschreibungen von Afghanistan und das Kriegsgeschehen mich sehr beeindruckt. Darüber hinaus hat mir sehr gut die Meinung der Autorin über den Krieg und das sinnlose Sterben der Soldaten gefallen. Es ist ein Buch, welches sehr sachlich geschrieben wurde.Für mich war es ein Lesehighlight und am Ende war ich wirklich traurig als ich das Buch beendet hatte.Fazit:Eine klare Leseempfehlung!

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  • leider nichts für mich

    Die Zeit der Ruhelosen

    Tara01092012

    09. June 2017 um 22:51

    Nach dem Lesen der Inhaltsangabe war ich mir sicher, dass dies ein Buch sein könnte, dass mir gefällt, doch leider habe ich mich da ein wenig getäuscht. Das Buch war leider überhaupt nichts für mich. Ich konnte keine Spannung aufbauen und die Handlung hat mich irgendwie so gar nicht interessiert... Sehr schade, denn ich hatte schon recht hohe Erwartungen an das Buch durch das Thema und die Inhaltsbeschreibung, doch leider wurde diese nicht wirklich erfüllt.Das Cover fand ich interessant und vielversprechend. Den Anfang des Buch fand ich noch interessant, leider ging das nur wenige Seiten so. Und nach ca der Hälfte hab ich das Buch ehrlich gesagt weggelegt und auch nicht wieder in die Hände genommen!

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  • Ungeahnte Entwicklungen

    Die Zeit der Ruhelosen

    echidna

    27. May 2017 um 13:02

              "Die Zeit der Ruhelosen" wird aus drei Perspektiven geschrieben: der Offizier Romain Roller, der gerade zutiefst traumatisiert aus Afghanistan zurückgekommen ist, der erfolgreiche Unternehmer Francois Vely, dessen gesamtes Leben durch einen Faux-Pas vor dem Aus steht und Osman Diboula, der sich aus dem Pariser Problemviertel Banlieue hochgearbeitet hat und mittlerweile zum engsten Stab um den Präsidenten gehört. Doch auch seine Karriere ist gefährdet.Jede dieser drei Figuren hat eine Vergangenheit, die sie stark geprägt hat. Und jede dieser Figuren muss sich nun durch Schicksalsschläge oder eigenem Unvermögen zurück in die Gesellschaft kämpfen und ihren Platz behaupten.Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich die Charaktere gut ausgearbeitet fand und sie mir auch alle in ihrer eigenen Art und Weise sympathisch waren, so dass ich wirklich mit ihnen mitleiden konnte. Es war interessant zu sehen, wie sich die Geschichten der drei sich anfangs völlig fremden Charaktere im Laufe der Zeit immer weiter ineinander verwoben haben. Die Charaktere haben eine Entwicklung durchgemacht, die nachvollziehbar, aber dennoch nicht von Anfang an zu erwarten war. Diese Entwicklung erklärt auch die Länge des Buches. Für Leser, die viel Spannung und Handlung in einem Buch erwarten, könnten manche Passagen vielleicht langatmig sein, doch mir kam es nicht so vor, da mich so vielschichtige Charaktere, die sich stetig weiter entwickeln, interessieren.Ich würde das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen, aber nur an Leser, denen auch die Charaktere und nicht nur die Spannung in einem Buch wichtig sind.        

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  • Die Zeit der Ruhelosen

    Die Zeit der Ruhelosen

    AgnesM

    13. May 2017 um 12:18

    François Vély, einer der erfolgreichsten Geschäftsmänner Frankreichs, schwimmt in Geld, gehört zu der Oberschicht und genießt hier großes Ansehen. Er zieht machtvolle Verbündete an und schließt millionenschwere Verträge ab. Doch Geld allein macht nicht glücklich und das spürt er nachdem seine erste Ehefrau den Freitod gewählt hat, sich seine Kinder von ihm abwenden und seine neue Ehefrau mit dieser bedrückenden Situation nicht zurechtkommt und sich ihre Gefühle für Vély regelrecht in Luft auflösen. Der Super-Gau folgt nachdem Vély ein relativ harmloses Interview einem Journalisten gegeben hat und dieses veröffentlicht wird. Alles ändert sich urplötzlich, denn keiner konnte ahnen was für negative Konsequenzen diese Veröffentlichung nach sich ziehen würde. Vély stürzt gesellschaftlich ab und kann nicht glauben das alles, was er sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, von einem Tag auf den anderen zunichte gemacht wurde. Wie soll ein Mensch wie Vély aus der Schlucht, in die er gefallen ist, wieder aufsteigen und die gewohnte Macht zurückerlangen? Romain Roller kehrt aus Afghanistan als ein psychisches Wrack wieder. Der Soldat hat Dinge gesehen, gehört und erlebt, die sich tief in die Seele eines Menschen bohren und die man nie mehr vergisst. Schreckliche Träume, Panikattacken und eine Schreckhaftigkeit begleiten ihn und erschweren die Rückkehr in den normalen Alltag mit seiner Familie. Zuflucht findet er in einer Affäre mit einer Journalistin, die ihn alles um sich herum vergessen lässt. Doch ist diese Affäre der richtige Ausweg für ihn? Wird er je wieder ein normales Leben führen können? Osman Diboula ist schwarz und hat sich gegen die vorherrschenden Weißen im Palast des Präsidenten durchgesetzt und dort einen angesehenen Job ergattert. Er wohnte in einem der Ghettos in Paris und hat sich als Autodidakt vieles angeeignet, was ihm den politischen Aufstieg ermöglicht hat. Doch niemand ist vor einem Tritt in ein Fettnäpfchen gefeit und so begeht Diboula einen folgenschweren Fehler und verliert Macht, Ansehen und seine Anstellung. Seine Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt und seine Kollegen lassen ihn fallen. Kann er trotzdem den Wiederaufstieg bewältigen und seine politische Karriere fortführen? Alle drei Charaktere haben vieles gemeinsam. Sie alle streben nach Macht, Ansehen, einer Karriere, Geld und der großen Liebe. Aufgrund all dieser Begehren kreuzen sich ihre Wege früher oder später und all das hat Auswirkungen auf die Zukunft eines jeden einzelnen von ihnen. Alle drei sind ruhelos und streben verzweifelt nach einem inneren Frieden. Karine Tuil hat einen politischen und gesellschaftlichen Roman geschaffen der viele Themen und Probleme der modernen Gesellschaft direkt, aber auch unterschwellig anspricht - Macht, Sexismus, Geldgier, Krieg, Gewalt, Religion, Liebe, Kunst und Rassismus. Der ständige Drang der Menschen nach Ansehen und einer adäquaten Stellung in einer der besseren Schichten zieht sich durch den Roman. Auch die allgegenwärtige Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Wut wird thematisiert, so dass hier ein sehr abwechslungsreicher, spannender und zeitgenössischer Roman vorliegt. Die Lektüre wird nie langweilig, ist absolut nicht langatmig und die Mischung der so unterschiedlichen Themen finde ich sehr gut ausgearbeitet. Der Schreibstil ist klar, nicht verschnörkelt und die Kapitel haben allesamt eine gute Länge. Allgemein gesehen ist es ein eher düsteres und ernstes Buch mit starken Charakteren, welches sehr zum Nachdenken anregt.

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  • Fesselnd!

    Die Zeit der Ruhelosen

    HoroSoul

    21. April 2017 um 12:45

    "Die Zeit der Ruhelosen" ist ein sehr eindringliches, erschütterndes und beeindruckendes Buch. Die Wege der Hauptpersonen kreuzen sich immer wieder, obwohl sie nicht sonderlich viel gemeinsam haben. Ein Soldat der aus Afghanistan kommt und die schrecklichen Bilder des Krieges nicht mehr aus dem Kopf bekommt, ein jüdischer Geschäftsmann der in einen Skandal gewickelt wird und ein Politiker der Karriere gemacht hat aber auch einige Probleme hat. In dem Buch wird den Personen klar, dass ihre Vergangenheit sie einholt und sie ihre Herkunft nicht abschütteln können.Das Buch ist keine leichte Kost und sehr pessimistisch. Der Schreibstil ist flüssig aber auch irgendwie kalt und intensiv.Die Art wie beispielsweise der Afghanistan-Einsatz geschildert ist, ist zutiefst erschütternd und sehr hart; es regt zum Nachdenken an.Einen Stern Abzug gibt es jedoch, weil es für mich an einigen Stellen "zu viel" war und ich die Handlung mancher Personen nicht nachvollziehen konnte und deswegen manchmal nicht die Motivation hatte weiterzulesen.Alles in allem aber ein sehr gutes Buch, dass ein Portrait der Gegenwart wiedergibt. 

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  • Konnte mich nur teilweise überzeugen

    Die Zeit der Ruhelosen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. April 2017 um 22:44

    'Die Zeit der Ruhelosen' erzählt von drei unterschiedlichen Menschen, einem traumatisierten Soldaten, einem reichen Manager und dem Politiker Osman Diboula. Aufgrund ihres Berufes und ihrer sozialen Stellung nehmen sie das Leben völlig unterschiedlich wahr, sind aber doch alle durch die innere Unruhe vereint. Diesbezüglich finde ich den neugierig machenden Titel perfekt gewählt, da er das ganze Buch mit vier Worten zusammenfasst. Der Anfang hatte mir sehr gefallen, wobei ich besonders begeistert von der Erzählweise und Authentizität des Soldaten war, der mich als einziger Protagonist das ganze Buch über fesseln konnte. Den Kapiteln über den Manager hingegen fehlte es an Spannung, weshalb ich auch gerne einmal ein paar Seiten übersprungen habe und nicht wirklich viel verpasst habe.Der Schreibstil der Autorin ist der einzige Grund, weshalb das Buch auf drei Sterne in meiner Bewertung kommt. Man kann sich überhaupt nicht beschweren - im Gegensatz zu zahlreichen Jugendbüchern, die auf niedrigem Niveau geschrieben sind, besitzt dieses Buch ein solch hohes Niveau, das man sich bei ein paar Wörtern fragte, was sie denn eigentlich bedeuten. Die Sätze waren oftmals lang, aber doch so gut strukturiert, dass es flüssig zum Lesen war. Die Konzentration musste während des Lesen vollkommen auf dem Text liegen, da man sonst einen Satz wieder von Anfang an lesen musste. Das Buch bietet einen wunderschönen Blick in die unterschiedlichen Seiten unserer Gesellschaft. Auf das Ende habe ich mich sehr gefreut. Die Begegnung der drei Protagonisten hat mich dazu gebracht, das Buch immer weiter zu lesen, auch wenn manchmal nur elendig lange Beschreibungen vorzufinden waren. Das Ende an sich konnte mich zwar zufriedenstellen, aber ich hatte mir mehr erhofft. Es gab durchaus Überraschungen, doch nach diesem langatmigen Roman habe ich einen spannenderen Höhepunkt erwartet. Um es zusammenzufassen, 'Die Zeit der Ruhelosen' ist ein sprachlich niveauvoller Roman, der mich jedoch in seiner Ausführung nicht überzeugen konnte und zu viel Zeit beanspruchte. Es ist auf jeden Fall ein Roman, der einem ewig in Erinnerung bleibt und zu stundenlangem Denken anregt.       

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  • Ein Roman in Moll

    Die Zeit der Ruhelosen

    Lovely_Lila

    13. April 2017 um 13:20

    * Spoilerfreie Rezension! *~ Ein ernstes, pessimistisches Buch, das die Probleme unserer Gesellschaft treffend skizziert und besonders auf das Problem der Herkunft eingeht, die sich nicht abschütteln lässt. Der Schreibstil von Karine Tuil ist kühl, anspruchsvoll, und sprachlich ein Genuss; die ruhelosen Protagonisten sind nicht immer sympathisch, aber sehr glaubwürdig beschrieben, so dass man ständig wissen möchte, wie es ihnen weiterhin ergeht. Der Schluss ist rund und wunderschön, er bleibt lange im Gedächtnis, und regt, wie das ganze Buch, auch nach der Lektüre noch zum Nachdenken an. ~ InhaltKarine Tuil verbindet in ihrem Roman nach und nach die Leben und Schicksale dreier ganz unterschiedlicher Menschen: François Vély ist ein reicher, bekannter Manager, Osman Diboula ist ein aufstrebender junger Politiker und Romain Roller ist Soldat in Afghanistan. Sie alle zeichnen sich durch eine gewisse Ruhelosigkeit aus – ständig sind sie auf der Suche, nach Macht, Liebe, Einfluss, einem besserem Job, mehr Geld oder Adrenalin. Auf dem Weg zu ihrem Ziel sind sie bereit, vieles zu opfern, manches verlieren sie auch ganz unerwartet… InformationenErzählstil: überwiegend Personaler Erzähler; PräteritumPerspektive: hauptsächlich aus männlicher SichtKapitellänge: kurz bis sehr kurzMeine MeinungEinstieg & SchreibstilDer Einstieg fiel mir nicht wirklich leicht. Das liegt vor allem daran, dass es zu Beginn dauert, bis man sich von den verschiedenen Erzählsträngen und Protagonisten ein Bild gemacht hat, und daran, dass der Schreibstil für mich im Vergleich zu meiner üblichen Freizeitlektüre ungewohnt anspruchsvoll war. Die kurzen Kapitel erleichtern jedoch diese erste Phase erheblich. Nach einigen Seiten gewöhnt man sich an den komplexen Satzbau und die gehobene Wortwahl, und sobald man hineingefunden hat, ist der Schreibstil wirklich ein Genuss. Jedes einzelne Wort steht an der richtigen Stelle, es gibt keine Wortwiederholungen, und so manches neue Wort kann man hier bestimmt noch dazulernen. Karine Tuil hat einen ungewohnt nüchternen, kühlen, aber erstklassigen Schreibstil, mit dem sie den Leser verwöhnt.PersonenEs dauert einige Seiten, bis man die Protagonisten einzuschätzen weiß. Das liegt an den kurzen Kapiteln, durch die man immer nur bruchstückhaft Details aus dem Leben der Figuren erfährt. Bis zum Ende des Buches bleibt allerdings eine gewisse Distanz bestehen, richtig warm wurde ich mit den meisten Personen nicht. Das liegt nicht nur am nüchternen, Schreibstil, der relativ ruhig und unaufgeregt die dramatischen Erlebnisse im Leben der Figuren schildert, sondern auch an den Personen, die nicht wirklich mit Sympathie glänzen. Obwohl ich viele ihrer Handlungen verstehen konnte, hat mich ihr Egoismus und ihr rücksichtsloses Streben nach Macht streckenweise wirklich angewidert. Das ging jedoch nie so weit, dass ich die Lust am Lesen verloren hätte, denn ihre Motivationen wurden gut und nachvollziehbar erklärt. Dennoch wird man in diesem Buch wahrscheinlich kaum Lieblingsfiguren finden, an die man sich noch Jahre später mit einem warmen Gefühl im Bauch erinnert. Ein Beispiel: Der erfolgreiche Manager François Vély erklärt, dass er „zur Zerstreuung“ mit seiner Frau in Afrika auf Löwenjagd war. Wenn Menschen, die im Überfluss leben, zur Zerstreuung töten, dann braut sich Wut in meinem Bauch zusammen. Vielleicht, weil die Autorin auch hier wieder treffend die traurige Realität einfängt. Idee & ThemenViele Ideen, zahlreiche Probleme und wichtige Thematiken hat die Autorin in dieses Buch gepackt. Sie thematisiert subtilen, versteckten Rassismus, Sexismus, das Streben nach Macht und wie diese die Menschen verändern kann, Krieg, Geld, Religion, Verlust, Hoffnungslosigkeit, Liebe und, ganz wichtig, unsere Herkunft / Vergangenheit und wie sie anscheinend immer an uns kleben bleibt. Vor allem Letzteres wird im Buch ausführlich behandelt, denn den Figuren gelingt es nicht, ihre Herkunft „abzuschütteln“ und hinter sich zu lassen. Im Gegenteil, ihr Leben scheint durch sie ständig beeinflusst – mit allen negativen Konsequenzen. Die Themen, die Karine Tuil behandelt, behandelt sie mit der nötigen Ernsthaftigkeit, und trotz des eher nüchternen Schreibstiles zeichnet sie ein eher trauriges, trostloses Bild der französischen Gesellschaft. Diese Ruhelosigkeit unserer Zeit, dieses ständige Streben nach mehr Macht, Geld, Adrenalin, Glück oder Einfluss wird in diesem Roman wunderschön dargestellt. Wäre dieses Buch ein Lied, wäre es bestimmt in Moll geschrieben.Besonders loben möchte ich, wie gründlich die Autorin recherchiert und sich auf das Buch vorbereitet hat. Das wird nicht nur durch die Liste der verwendeten Werke deutlich, sondern auch durch die vielen Zitate und Informationshäppchen, die sie mit Leichtigkeit in die Geschichte einwebt, so dass ein schlüssiges, sehr gut gelungenes Ganzes entsteht. SpannungSobald man einmal ins Buch gefunden hat, will man ständig wissen, wie es weitergeht. Die 500 Seiten ziehen sich überraschenderweise nie.Mein FazitEin ernstes, pessimistisches Buch, das die Probleme unserer Gesellschaft treffend skizziert und besonders auf das Problem der Herkunft eingeht, die sich nicht abschütteln lässt. Der Schreibstil von Karine Tuil ist kühl, anspruchsvoll und sprachlich ein Genuss; die ruhelosen Protagonisten sind nicht immer sympathisch, aber sehr glaubwürdig beschrieben, so dass man ständig wissen möchte, wie es ihnen weiterhin ergeht. Der Schluss ist rund und wunderschön, er bleibt lange im Gedächtnis, und regt, wie das ganze Buch, auch nach der Lektüre noch zum Nachdenken an.Meine Empfehlung: Für alle, die Lust auf etwas Anspruchsvolleres haben, das zum Nachdenken anregt.Bewertung:Idee & Thematik: 5 Sterne ♥Ausführung: 5 Sterne Schreibstil: 5 Sterne Personen: 4 Sterne Spannung: 5 Sterne Regt zum Nachtdenken an!Insgesamt:❀❀❀❀❀Dieser zurecht gelobte Roman erhält von mir fünf Sterne!

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  • Frankreich im Ausnahmezustand

    Die Zeit der Ruhelosen

    Xirxe

    11. April 2017 um 14:11

    Der Großteil Europas blickt voller Furcht auf Frankreich, wo am 23. April 2017 die Präsidentschaftswahlen stattfinden werden. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Rechtspopulistin Le Pen die Wahl gewinnen könnte und das zweite Land wäre, das den Ausstieg aus der EU beschließen würde. Frankreichs Gesellschaft steht kopf und allerorts wird diskutiert, wie es soweit kommen konnte.In einem ähnlichen Zustand befinden sich auch die Protagonisten dieses Buches der französischen Autorin Karine Tuil, die alle drei glaubten, sich in ihrem Leben eingerichtet zu haben, das ewig so weitergehen würde: Francois Vély, ein reicher brillianter Manager, dem nach einem scheinbar erst einmal eher nebensächlichen Skandal plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Osman Diboula, ein farbiger Sozialarbeiter, der in der Politik Karriere machte und plötzlich abserviert wird. Und Romain Roller, Soldat, der nach diversen Auslandseinsätzen nach seinem Afghanistanaufenthalt völlig gebrochen zurückkehrt und ein Verhältnis mit der Frau von Vély beginnt, ohne dies am Anfang jedoch zu wissen.Es sind drei völlig unterschiedliche Konflikte, in denen diese Männer stecken; doch was sie verbindet, ist ihr jeweils einsamer Kampf, sich daraus zu befreien und immer wieder einen neuen Rückschlag zu erleiden. Denn selbst als sich Alles (mehr oder weniger) in Wohlgefallen aufgelöst hat, wird es wohl nur ein vorübergehender Ruhezustand sein. Die Unsicherheiten und Ängste werden sie ein Leben lang begleiten - die Sorglosigkeit (so der Originaltitel) ihres bisherigen Lebens ist vorbei.Tuil stellt ein detailliertes Abbild eines Teils der Gesellschaft dar, wobei es sich bei Osman Diboula und Francois Vély um eher typisch französische 'Vertreter ihrer Art' handelt. Diboula hat sich aus den Banlieues von Paris auf die Ebene der Karrieristen der französischen Eliteuni ENA hochgearbeitet; etwas, das in dieser Form in Deutschland nicht existiert. Vermutlich ebensowenig wie dass ein Wirtschaftsboss wie Vély wegen seiner jüdischen Abstammung sozial 'hingerichtet' würde. Dennoch lässt sich dieser Roman in Vielem sicherlich auf Deutschland ebenso wie auf andere Länder übertragen: Die Fähigkeiten der modernen Medien, Menschen in kürzester Zeit zu demontieren und zu ruinieren; wie Macht Menschen korrumpiert und sie rücksichtslos alles hinter sich lassen, was ihnen einmal wichtig war; wie der Krieg Menschen zerstört - und zwar nicht nur im physischen sondern auch im psychischen Sinn. Es ist kein schönes Bild, was Karine Tuil hier entwirft - aber auf jeden Fall ein erhellendes, das vielleicht ein bisschen Licht in das Dunkel bringt: Weshalb die Welt so ist wie sie ist.Nur eine Frage lässt mir keine Ruhe: Weshalb sind die drei Hauptfiguren dieser Autorin Männer? Kommen Frauen mit der nicht mehr vorhandenen Sorglosigkeit besser klar? Sind sie die ständige Unsicherheit schon länger gewohnt?

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    • 3
  • Ein sehr fesselnder Roman

    Die Zeit der Ruhelosen

    katrin297

    10. April 2017 um 23:12

    „Die Zeit der Ruhelosen" ist ein sehr fesselndes Gesellschaftsdrame der heutigen Zeit. Die drei Protagonisten könnten nicht unterschiedlicher sein und doch sehnen sich alle drei letztendlich nach Liebe, Karriere und Annerkennung. Romain Roller ist ein französischer Soldat und ein traumatisierter Afghanistanheimkehrer. Gleich am Anfang wird der Leser mit dem Krieg in Afghanistan konfrontiert, so dass man gut nachvollziehen kann warum Romain große Schwierigkeiten hat sich in seinem altem bzw neuem Leben wieder zu finden und einen Sinn darin zu finden. Francoise Vély, ein sehr erfolgreicher Unternehmer mit jüdischen Wurzeln wird von einer bösartign antisemitischen Kampagne erpresst und fühlt sich ihr ausgesetzt. Auch Osman Diboula wird von seiner Vergangenheit heimgesucht und an seine Wurzeln erinnert. Er ist aus dem Vorort von Paris und ist politisch aufgestiegen ,so dass er sogar im Elysée Palast arbeitet. Die Autorin schildert eine sehr aktuelle Situation. Das Streben nach Macht und Anerkennung und gleichzeitig versuchen die Protagonisten ihre Vergangenheit zu verarbeiten bzw. mit ihr klar zu kommen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, kritsch und tiefgründig. Man fühlt mit den Charaktären mit ob in guten oder schlechten Zeiten. Die Geschichte ist nicht verschönert sondern schildert den Kampf des lebens und den Kampf ums Überleben. Ein Buch das ich jedem nur empfehlen kann.

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  • „Ein grandioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit“

    Die Zeit der Ruhelosen

    StefanieFreigericht

    10. April 2017 um 21:38

    Der Klappentext nennt das Buch „ein grandioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit“ – und das passt. Der Rest vom Klappentext verrät etwas viel, wobei das hier nicht einmal schadet, weil es mehr darauf ankommt, WIE elegant Karine Tuil das tut – und welche eigenen Überlegungen das auslösen kann. Der Roman wechselt die Perspektiven zwischen drei Männern, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Reich geboren oder aus dem Problemviertel, als Kind von afrikanischen Einwanderern oder mit rein französischer Ahnenreihe, mit Hintergrund im Islam, im Katholizismus, im Judentum (oder sogar mit Kombinationen davon), erfolgreich, aufstrebend oder gebrochen. Überhaupt, gebrochen – alle von ihnen werden in diesem Roman in der einen oder anderen Weise zu Verlierern werden; der Text lebt davon, ihnen dabei zuzusehen. Ihr Scheitern ist dabei teils zutiefst menschlich – sie verlieben sich und Partnerschaften zerbrechen, Karrieren gehen kaputt, angebliche Freunde werden zu Verrätern - zur wirklichen Identifikationsfigur taugt mir keiner von ihnen: zu sehr finden sie ihre Identifikation in der Selbst-Zelebrierung als „Alpha-Männchen“; selbst die Frauen um sie herum sind kaum besser in ihrem Streben nach Durchsetzung eigener Machtbedürfnisse. Die Sprache ist eine Freude: gut verständlich, treffsicher, situativ changierend – ob von den Schrecken des Krieges handelnd: „Könnte der Übersetzer, der euch seine Dienste anbietet, nicht ein von den Taliban ferngesteuerter Spion sein, eine Geisel, die unter Zwang handelt? Es ist ein Leichtes, ihn zu erpressen, indem sie damit drohen, seine Familie zu töten, sie wissen, wo sie wohnt, sie kennen den Namen seines Vaters und seiner Schwester, du weißt, was wir deiner Schwester antun können, ja, er weiß es, sie werden ihr eine Kugel in den Kopf jagen oder sie mit Säure bespritzen, ein Strahl ins Gesicht, und sie ist für immer entstellt, als abschreckendes Beispiel.“ S. 20oder ob es um oft ernüchternde Schlussfolgerungen geht: „Er hatte die Liebe verschmäht. Nun musste er sich mit der Zuneigung seiner Familie begnügen, dem Trostpreis.“ S. 278 Mich hat der Text sehr zum Nachdenken angeregt – hinaus über das altbekannte Erwägen, wo Diskriminierung beginnt, inwieweit viele Förderungen verkappte Demütigungen beinhalten, wo die Zensur im Kopf stattfindet, hin dazu, wo die Demütigung geflissentlich ignoriert wird, um nicht als „Spielverderber“ dazustehen. Das ist kein rein französisches Thema, das lässt sich auch in deutschsprachigen Ländern exemplifizieren; ich war teils erschreckt, wie viele dumme (rassistische, sexistische, antisemitische,…) Sprüche aus dem Buch ich bereits im gesellschaftlichen Umgang gehört hatte, oft „natürlich“ ganz „harmlos“ gemeint. Das ist schon „ganz großes Kino“ von Karine Tuil. Andere Hintergründe im Roman wird man nur verstehen, wenn man sich ein wenig mit Frankreich auskennt, so die „Grandes Écoles“ unter den Universitäten, die quasi als Automatismus eine Karriere in Politik und Wirtschaft versprechen, und das spezielle Schulsystem mit den stark konkurrierenden vorbereitenden Gymnasien – aber andererseits werfen internationale Studien Deutschland vor, unterdurchschnittlich wenige Studenten hervorzubringen, die aus Nicht-Akademiker-Familien stammen (stimmt, das ist schon insgesamt etwas anderes, „normale“ Universitäten haben die Franzosen auch noch – und diese „besonderen“ Universitäten haben wir hier nicht, die Bedeutung von Rankings ist geringer, die Privat-Unis finden den Vergleich eher mit dem US-System). Lässt man das außen vor, liest sich das Buch nicht nur als „französische“ Gesellschaftsstudie, sondern durchaus als eine der westlichen Gesellschaftssysteme, bei der vielleicht die Eltern von Osman bei einem britischen Autor aus Indien kämen, bei einem deutschen Autor aus der Türkei, etc. Immer noch fasziniert mich das Ende – sehr geschickt, bei allen zwischendurch oft sehr ernüchternden Aussagen. Es bleibt, über einige von ihnen nachzudenken: „Die meisten Menschen ziehen die Bequemlichkeit dem Risiko vor, … weil sie Angst vor einer Veränderung oder einem Scheitern haben, dabei müssten sie am meisten Angst vor einem vergeudeten Leben haben.“ S. 496 Meine Empfehlung als Folgebuch:James Finn Garner: Politically Correct Bedtime-Stories (Märchen in „politisch-korrekt-Sprech“ – da sind „Zwerge“ stattdessen „vertically handicapped“ – sehr entlarvend und damit durchaus adäquat zu einem Zitat aus Tuil: „In unserer Gesellschaft ist etwas sehr Ungesundes im Gange, alles wird durch den Blickwinkel der Identität betrachtet.“ S. 285  Nachtrag 29.5.2017: Gila Lustiger: Die Schuld der anderen - die seit 1987 in Paris lebende und in Frankfurt/Main geborene Autorin schreibt "kompatibler" für deutschsprachige Leser, da sie einiges erklärt (damit aber das Dilemma verursacht, dadurch etwas belehrender zu wirken). Vordergründig als Krimi angelegt, spiegelt auch dieses Buch die Zerrissenheit der französischen Gesellschaft wieder. Ich würde es beschreiben als "gleiche Hintergründe, aber ein ganz anderes Buch". https://www.lovelybooks.de/autor/Gila-Lustiger/Die-Schuld-der-anderen-1130715931-w/rezension/1459433064/ alternativ werde ich selbst in den Büchern stöbern, die Paul Vély zum Trauern empfiehlt:Rainer Maria Rilke „Du musst das Leben nicht verstehen“Joan Didion „Das Jahr magischen Denkens“Roland Barthes „Tagebuch der Trauer“Jorge Semprún „Schreiben oder Leben“ mit dem schönen Zitat „Das Leben war noch lebbar. Es genügte zu vergessen, es mit Bestimmtheit, brutal zu beschließen.“ S. 487

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    • 3
  • eindrucksvoller Einblick

    Die Zeit der Ruhelosen

    vielleser18

    09. April 2017 um 08:38

    Im Roman von Karine Tuil stehen vier Menschen im Vordergrund. Romain Roller, Soldat der französischen Armee und traumatisierter Afghanistan-Heimkehrer. Francoise Vely, reicher Unternehmer, mit einem außergewöhnlichen Kunstinteresse und jüdischen Wurzeln,und seine zweite Frau Marion. Die Beziehung der beiden fing durch den Selbstmord von Francoise erster Frau kurz vor der Heirat an zu bröckeln. Der Vierte, der hier im Blickpunkt steht, ist der farbige Mitarbeiter im Elysee-Palast, Osman Diboula. Aufgewachsen im sozialen Brennpunkt, im Banlieue, den Vororten Paris, hat Osman als Streetworker, Vermittler und Schlichter auf sich aufmerksam gemacht und danach eine steile Karriere im politischen Geschäft begonnen. Anfangs erzählt die Autorin abwechselnd in öfters kurzen Abschnitten von den vier Hauptprotagonisten, die sich anfangs weder kennen noch sonstige Berührungspunkte haben. Doch sie haben eines gemein: richtig glücklich und zufrieden mit sich und seinem Leben ist keiner. Es geht um die Suche nach Macht, weil manche der Protagonisten das Gefühl haben, nur dann glücklich/anerkannt/zufrieden zu sein. Es geht um die eigenen Wurzeln (bei Osman Diboula, aber auch bei Francoise Vely), die man abschütteln möchte, weil man dazu gehören möchte, nicht anders sein will.Es geht auch um das eigene Gewissen. Um das Abschütteln der Vergangenheit, nur mit dem Blick nach vorne zu leben. Ist das möglich ?Es geht um Beziehungen, Liebe und Ehen. Ehen, die aufgrund der Verschiedenheit der Ehepartner oder auch durch die Selbstsucht der Protagonisten zum Scheitern verurteilt sind. Es geht aber auch um die sozialen Netzwerke, Meinungsmache, Medien. Und um ihre Macht, die das Leben eines Einzelnen nicht nur verändern können.Und es ist eine Suche nach einem glücklichen Leben, das eigentlich jeder der Protagonisten sich wünscht. Als Leser verfolgt man gespannt ihre Anstrengungen, ihre Fehltritte, ihre Entscheidungen. Manchmal kann man als Leser Symphatiepunkte verteilen um diese im nächsten Augenblick wieder zu streichen. Es gibt bei den Protagonisten keine eindeutigen Helden oder Antihelden - irgendwie steckt in jedem beides.  Anfangs sind es vier Erzählstränge, die aber nach und nach sich immer mehr verwickeln, nach und nach berühren sich die Leben der vier Protagonisten, am Ende kennen sich alle Protagonisten und sind in unterschiedlichen Konstellationen auch voneinander abhängig. Am Ende muss man tief durchatmen und das Ganze Geschehen, die ganze Geschichte erst einmal sacken lassen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, wenn man sich mit den Protagonisten vertraut gemacht hat, ist man gespannt auf den Fortgang. Auch wenn alles aus der Erzählwarte eher kühl, diagnostisch, seziert erzählt wird, verfolgt man als Leser gespannt das Auf und Ab der Protagonisten mit. Irgendwie herrscht in ihrem Leben auch nie Ruhe, es ist immer Entwicklung, immer Bewegung - egal in welche Richtung - vorhanden. "Die Zeit der Ruhelosen" - ein Roman aus unserer heutigen Zeit, den ich empfehle kann.

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