Karl-Ernst Maedel Geliebte Dampflok

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Inhaltsangabe zu „Geliebte Dampflok“ von Karl-Ernst Maedel

Reprint des großen Bestsellers. Mitreißend erzählte Tatsachenberichte.

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  • Eine Hommage an eine "menschliche" Maschine

    Geliebte Dampflok

    SiCollier

    06. January 2016 um 14:50

    Wie eine Lawine kam die Lokomotive über die staunende Menschheit, und wir machen uns heute keinen Begriff mehr, wie überwältigend damals die aufkommende Technik und besonders die Eisenbahn auf den Menschen gewirkt hat. (Seite 39) Meine Meinung Ob 1960, als die erste Auflage dieses Buches erschien, wohl jemand ahnte, daß das einmal zu den Klassikern unter den Eisenbahnbüchern zählen würde? Ich selbst war damals noch zu jung, um solche Gedanken zu hegen oder mich überhaupt schon für die Eisenbahn zu interessieren. Obwohl, es muß just diese Zeit sein, aus der meine allererste Kindheitserinnerung stammt. In Mainz bei Bekannten stand der zweijährige Junge am Fenster und beobachtete einen vorbeifahrenden Schnellzug, der in der Erinnerung klein wie ein Spielzeug ist, weil er auf der anderen Rheinseite fuhr. Später, einige Jahre älter, war es dann unter anderem dieses Buch, das ich mir wieder und wieder aus der Stadtbücherei auslieh. Obwohl zu der Zeit die Dampfloks noch fast täglich neben dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin, fuhren. - Geliebte Dampflok. Es gibt wohl nur wenige technische Erfindungen im Laufe der Menschheitsgeschichte, welche die Welt so stark veränderten und gleichzeitig dermaßen emotionale Reaktionen mit sich brachten wie die Dampflok. Bis zu ihrer Erfindung war die schnellste Möglichkeit zu reisen die Geschwindigkeit des Pferdes. Zwar dauerte es noch einige Zeit, bis Dampfloks endgültig schneller wurden, aber schon Stephenson hat im Jahre 1830 eine Geschwindigkeit von 58 km/h erreicht. Maedel war ein begnadeter Erzähler. In seinem unnachahmlichen melancholisch-wehmütigen Schreibstil läßt der die Geschichte der Loks vor den Augen des Lesers erstehen, von den Anfängen bis in die Nachkriegszeit, da der Traktionswandel mehr und mehr vonstatten ging. Er berichtet von den ersten Versuchen mit fahrenden Dampfmaschinen, von den Pionieren der Eisenbahn und den erste Zugfahrten - er läßt jene Anfangszeiten lebendig werden wie kaum ein anderer. Unvergeßlich sind aber sicherlich die Kapitel „Wölfe vor Block Schwarzheide“ und vor allem „Lok 17 1179 fährt Fernschnellzug“. In ersterem wird eine Zugfahrt durch den Schnee im Januar 1875 erzählt, Schnellzug - wie man heute sagen würde - Berlin-Königsberg. Eine Zeit, in der ausgehungerte Wölfe dem Lok- und Bahnpersonal durchaus noch gefährlich werden konnten. In der zweiten Geschichte, rund sechzig Jahre später, im Jahre 1936, soll der Autor im Rahmen seines Maschinenbaustudiums auf einer Lok mitfahren, um die Maschinen, die er konstruieren will, auch in der Praxis kennenzulernen. Wie es so geht, wird die Planung über den Haufen geworfen. Der Schnelltriebwagen „Fliegender Kölner“ war wegen Motorschaden ausgefallen, und nun sollte die alte preußische S 10.1 (DRG Baureihe 17) diesen Zug als Wagenzug übernehmen.  Ein Zuglauf, der mit durchschnittlich rund 131 km/h nach Fahrplan berechnet, normalerweise von einem Triebwagen gefahren, der auf 160 km/h zugelassen, gezogen von einer Lok, die auf 120 km/h zugelassen war. Ich will gar nicht erst versuchen, Maedels Bericht hier wiederzugeben. Es ist eine Reportage, so bildhaft geschrieben, daß man den Schlag der Lok hört, Regen und Kälte spürt und am Ende nicht sicher ist, ob einem nicht doch die Knochen von der Durchschüttelei als Passagier auf einer Lok, deren Führerstand nur für zwei Personen ausgelegt ist, weh tun. Kurz, man hat das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein und ist hinterher genauso erschöpft wie der Berichterstatter. Mit der heutigen Bahn weiß ich nicht viel anzufangen. Es lohnt sich wohl auch nicht. (Karl Ernst Maedel im Jahre 2000). Trotz dieser Ansicht, die mir irgendwie sehr vertraut ist, kommt an manchen Stellen der Techniker durch, der weiß, daß der Fortschritt nicht aufzuhalten ist, wenngleich zur Zeit, da das Buch geschrieben wurde, die „moderne Bahn“ noch weit entfernt war. Was man auch daran erkennt, daß als Energiespender der Zukunft die Atomkraft genannt wurde (S. 139). Es ist ein weiter weg, den Maedel in seinem Klassiker beschreibt. Beinahe wie ein Roman, so spannend und abenteuerlich. Nur, daß der Roman mit dem Tod des Helden endet. (Seite 132) Das Bild der Abschiedszene, mit der der Autor sein Buch schließt, ist mir seit meiner Jugend nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich habe selbst einmal einen Lokzug gesehen, mit dem eine Diesellok die letzten Aschaffenburger 65er (Neubaudampflokomotiven der DB) zum Verschrotten brachte; ich hatte die noch als Zuschauer im Betrieb erlebt. Wie eingangs geschrieben, sind mit der Dampflok oftmals Emotionen verbunden, denn eine Dampflok scheint zu leben (Eisenbahnfreunde würden hier vermutlich heftig der Formulierung „scheint“ widersprechen und sagen: sie lebt. Punkt.). Es ist ein ähnlicher Zug, mit dem Madel sein Buch beschließt. Und dem Mann, der diese Lok, eine bayr. S 3/6 (DRG/DB Baureihe 18), jahrelang gefahren hat. (...) als die S 3/6 zum letzten Male ihre mächtigen Glieder regte und in ihrer ganzen stolzen Lokomotivschönheit an uns vorbeirollte, da schaute der alte Mann dem Transport lange nach, selbst als von beiden nichts mehr zu sehen war. Im Vorübergehen sah ich, daß seine Augen voller Tränen standen.- Geliebte Dampflok. --- (Seite 140) Kurzfassung In seinem klassisch gewordenen Buch erzählt Karl-Ernst Maedel in seiner unnachahmlichen Art die Geschichte der Dampflok von den Anfängen bis zu ihrem Ende.

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