Karl-Heinz Ott Die Auferstehung

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Inhaltsangabe zu „Die Auferstehung“ von Karl-Heinz Ott

Die Auferstehung
Vier Geschwister kehren in das elterliche Haus in der süddeutschen Provinz zurück. Joschi ist eigentlich nur ein Clochard, irgendwo zwischen Karl Marx und verlottertem Mönch. Jakob ein Fernsehmann mit winziger Mansarde in Paris. Uli ein alternativer Aussteiger mit wechselnden Vorlieben. Nur Linda ist auch im Privatleben eine Macherin. Ihren Vater haben sie kaum gesehen, seit der sich von der »ungarischen Hure« pflegen lässt. Jetzt ist er tot. Morgen früh wird das Testament eröffnet, bis dahin muss das Erbe verteilt sein. Keiner verlässt das Haus – und nach einer langen Nacht kommt der Augenblick der Wahrheit.

Geniale Beschreibung der Abgründe in einer Familie , leicht , auch witzig und ironisch erzählt , absolut lesenswert!

— Alanda_Vera

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    Die Auferstehung

    Pongokater

    26. December 2015 um 13:49

    Eine eigentümliche Leseerfahrung. Das erste Drittel fand ich begeisternd. Die klassische Konstellation -die zerstrittene Familie versammelt sich um den gerade verstorbenen Vater- schien doch aus besonders spannenden Charaktereren zu bestehen. Im zweiten Drittel war es noch interessant, auch wenn die philosophischen Diskussionen etwas ausschweifend waren. Das letzte Drittel jedoch: katastrophal. Die durch den Romantitel schon abzusehende Wendung lief völlig ins Leere.

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  • Warten auf das Testament...

    Die Auferstehung

    MarinaB

    09. November 2015 um 11:09

    Anfangs meint man, das sei eine Geschichte, wie man sie schon kennt, aus Romanen, aus Filmen. Vier Geschwister treffen sich nach dem Tod des Vaters im Elternhaus, um ihm "die letzte Ehre" zu erweisen(und zu erfahren, wer was erbt). Aus allen Ecken kommen Sie angereist, jeder mit dem eigenen Lebenskonzept im Gepäck, alle könnten unterschiedlicher nicht sein. Alle sind gespannt auf das Testament. Doch was Ott daraus macht, ist durchaus ein großer Lesegenuß. Er weiß genau, was er tut. Er ist ein ziemlich guter Geschichtenerzähler. Der Leser wohnt einem Theaterstück bei, beim Lesen kam es mir oft so vor, als säße ich im Publikum und beobachtete die exquisiten Schauspieler, sympathisierte mal mit dem einen, mal mit dem anderen. Dass der Roman mit vielen sehr gelungenen, teilweise makabren oder extrem komischen Dialogen durchzogen ist, passt zum Charakter eines Kammerspiels. Und dabei stimmt auch der Spannungsaufbau. Ich will wissen, was denn nun im Testament steht und werde hingehalten... "Zeit ist, wenn etwas vorbeigeht. Das weiß doch jedes Kind" Aber die Zeit an sich, was ist das? Mir fehlt nicht viel, wenn ich´s nicht erklären kann. Das sagt der Volkshochschul-Einstein aus Memmingen. Idiot. Und trotzdem biete ich dir an, dass du deinen Pascal bei mir machen kannst. Wieso Pascal? Weil du gerade einen Film über ihn machen wolltest. Was soll ich deinen Memmingern über Pascal erzählen?" Um Pascal geht es auch, hochphilosophisch und laienphilosophisch. Es wird diskutiert über Zeit, Gott und Religion,Tod, Sterben, über "Wie soll man leben?" und jeder legt dazu seine eigene vielfach festgefahrene Sichtweise dazu dar. Und es geht ums Geld, ums Erbe. Die Geschwister, Joschi, Linda, Uli und Jakob(die Erzählerstimme) hatten eigentlich seit dem Tod der Mutter kaum mehr mit dem Vater zu tun. Der Vater, pensionierter Chefarzt, erkrankte an Parkinson und nahm sich eine Hausangestellte, die von den Geschwistern nur "ungarische Hure" genannt wird und die sie nun als potenzielle Konkurrentin in Bezug auf das Erbe sehen. Joschi, der einstige Revoluzzer, der die Familie durch unsaubere Machenschaften in finanzielle Bedrängnis brachte und Jakob, der in Paris gerne Lebemann und Freigeist spielen würde, aber gar nicht über die nötigen Mittel verfügt, sind durchaus auf das Erbe des Vaters angewiesen. Uli, der alternative Aussteiger, der mit seiner Frau Franziska und den Kindern in der Natur lebt und Linda, die Leiterin eines Kunsthauses in einer Provinzstadt, verheiratet mit Fred, sind die beiden, die mehr oder weniger auf eigenen Füßen stehen. Doch gerade Linda ist die, die den Vater entmündigen lassen wollte, wegen seines plötzlich unsteten, triebhaften Lebenswandels, was nicht gelang, der Vater wusste sich durchaus zur Wehr zu setzen und brach den Kontakt ab. Als Linda den Vater tot im Haus auffindet und erfährt, dass der Anwalt, der das Testament des Vaters verwaltet, ausgerechnet der Mann ist, der sie vor Jahren wegen einer anderen hat sitzen lassen, sieht sie das als neuerlichen Affront des Vaters gehen die eigenen Kinder. Während die Geschwister nun in Gegenwart des auf der roten Couch drapierten Vaters ihre "Totenwache" abhalten und auf die Ankunft des Anwalts warten, entspinnen sich Diskussionen, Erinnerungen werden ausgetauscht, es wird wüst gestritten und sogar Pläne entwickelt, wie man das Testament, wenn es denn ungünstig ausfalle, unterschlagen könne. "Und jetzt steht noch nicht einmal fest, ob ihnen das Haus überhaupt noch gehört, in dem der tote Vater liegt. Es lasse sich noch alles ändern, behauptet Linda. Mein Gott, was glaubt sie denn? Willst du Papa noch als Toten entmündigen lassen, fragen ihre Brüder sie heute schon zum zehnten Mal. Sie alle wünschten sich, dass sich alles noch ändern ließe, sollte es so schlimm kommen wie befürchtet, auch wenn keiner weiß, wie." Der Anwalt kommt... nichts läuft so wie vorher erhofft, geplant. Der Anwalt geht. Die Ereignisse überschlagen sich...

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