Karl-Heinz Tuschel

 3.7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Die blaue Sonne der Paksi, Zielstern Beteigeuze. und weiteren Büchern.

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Zielstern Beteigeuze.

Zielstern Beteigeuze.

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Erschienen am 01.01.1982
Die blaue Sonne der Paksi

Die blaue Sonne der Paksi

 (4)
Erschienen am 01.01.1978
Das Rätsel Sigma

Das Rätsel Sigma

 (3)
Erschienen am 01.01.1981
Zielstern Beteigeuze

Zielstern Beteigeuze

 (3)
Erschienen am 01.01.1982
Ein Stern fliegt vorbei

Ein Stern fliegt vorbei

 (0)
Erschienen am 05.10.2015
Aufbruch zu den Sternen

Aufbruch zu den Sternen

 (0)
Erschienen am 22.08.2016
Zwischen Perseus und Schütze

Zwischen Perseus und Schütze

 (0)
Erschienen am 27.10.2016
Kommando Venus 3. Utopischer Roman.

Kommando Venus 3. Utopischer Roman.

 (0)
Erschienen am 01.01.1981

Neue Rezensionen zu Karl-Heinz Tuschel

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Rezension zu "Zielstern Beteigeuze." von Karl-Heinz Tuschel

Menschsein in kosmischem Kontext
buchwanderervor 3 Jahren

„Was sie suchten, hatten sie nicht gefunden, was sie fanden, hatten sie nicht gesucht.“ (S.5)

Zum Inhalt: Auffälligkeiten im astrophysikalischen Verhalten des Sternes Beteigeuze rücken diesen in den Fokus der Forschung in einer Zukunft, in der es den Menschen gelungen ist, bemannte Raumfahrt auch über dermaßen große Distanzen möglich zu machen. Ein Crew bestehend aus Hirosh – Arzt und Koch -, Atacama – der ursprünglichen Leiterin der Expedition und Astrophysikerin -, Kiliman – einem Gesellschaftswissenschaftler -, Woleg – einem Raumfahrttechniker -, Delawara – einer Astronomin und Pilotin -, dem Ehepaar Rila und Gibralt – Meßtechniker und Piloten -, den Zwillingen Vienna und Kerala – den Basistechnikerinnen – und Elber – dem Planetologe- wird in Richtung des Sternes auf Kurs gebracht. In einem weitestgehend autark agierenden Raumfahrzeug gelangen sie wohlbehalten in ihr Zielgebiet, um dort festzustellen, dass die vorgefundenen Konstellationen weit mehr Rätsel bereithalten, als ursprünglich angenommen. Der vorgezeichnete wissenschaftliche Plan der Expedition und deren inhaltliche Zielsetzung müssen mehr und mehr hinterfragt werden, zumal niemand mit der Entdeckung eindeutiger Spuren einer Zivilisation gerechnet hatte, und schon gar nicht auf einen ersten Kontakt zu hoffen wagte. Die teils verwirrenden Antworten auf die unzähligen Fragen muss die Gruppe der Raumfahrer dabei dem  System rund um den Zentralstern Beteigeuze in mühevoller und spannender Weise abringen. Dass diese Antworten sich nicht stets in rein naturwissenschaftlichen Zusammenhängen, mathematischen Modellen und mit noch so ausgefeilten technischen Apparaturen finden lassen, wirft die Mitglieder der kleinen Gruppe – jeden auf seine ganz individuelle Art und Weise – auf den Kern des Menschseins und dessen kosmische Bestimmung zurück.

Fazit: Im Untertitel dem Genre des wissenschaftlich-phantastischen Romans zugeordnet weist der Text eine beinahe archetypische Klarheit in puncto Thematik, stilistischer und thematischer Aufbereitung, sowie sprachlicher Gestaltung auf. Dabei geht es weniger um den Aufbau einer reißerischen Spannung mit epischen Raumschlachten, apokalyptisch hereinbrechenden Unbilden oder charakterlich flach gezeichneten Aliens. Der raumfahrende, forschende Mensch steht mit seiner Sinnsuche im Zentrum des Geschehens. Längst sind Lichtjahre-weite Reisen kein Thema, auch Gravitationsmanipulation im eingeschränkten Maße möglich und dennoch bewegt stets die Frage nach dem Zweck des Daseins der Menschheit als Gesamtes und der Aufgabe des Individuums in diesem Kollektiv, sowie im kosmischen Kontext, den Forschergeist. Nicht nur einmal schneidet Tuschel in höchstem Maße gesellschaftsphilosophische Fragen an. („Die Philosophen haben gelehrt: In der Gesellschaft wird sich die Natur ihrer selbst bewußt.“ S.295) ), es ist auch das Kollektiv en miniture der Mannschaft, die in ihrer fast abgeklärt wirkenden wissenschaftlichen Distanz ihre zwischenmenschlichen Probleme exemplarisch zu lösen imstande ist. Man ist versucht darin eine Art Entwurf einer Idealgesellschaft zu sehen, deren fiktionale Bühne Tuschel zur Ausgestalltung sozialer Szenarien verwendet. Vielfach spielen dabei Technik und Wissenschaft eine tragende Rolle, immer jedoch auf dem Hintergrund eines zutiefst positiven Menschenbildes welches genau dieses Mensch-Sein als Kern der Stärken einer räumlich und zeitlich expandierenden Menschheit versteht. („»Ach, Junge«, sagte Hirosh seufzend, »unsere Mittel reichen weder aus, die Vermutung zu beweisen, noch, sie zu widerlegen. Sie ist bloß gegenwärtig grade mal nicht in Mode. Lebe noch ein bißchen länger, und du merkst, in der Wissenschaft gibt es auch Moden. Hat es schon immer gegeben.«“ (S.125)). Faszinierend ist auch auf diesem Hintergrund die Herausarbeitung gruppendynamischer Aspekte die nie konstruiert wirken, sondern sich organisch aus dem stimmigen Agieren der Protagonisten ergeben, dabei aber stets auch für den Leser nachvollziehbar bleiben. (Beispielhaft sei hier die Ablöse in der Leitungsfunktion der Expedition erwähnt.)



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Rezension zu "Zielstern Beteigeuze." von Karl-Heinz Tuschel

Zielstern Beteigeuze
SuSavor 5 Jahren

Ein kurzer Einblick

Ein Wissenschaftsteam aus zehn Leuten macht sich auf, um die aktuelle Entwicklungsetappe des Roten Überriesen Beteigeuze zu untersuchen, denn vor ca. 600 Jahren hörten die periodischen Leuchtkraftschwankungen des Sterns auf. Während die Besatzungsmitglieder Atacama (Chefin der Expedition), Rila und Gibralt (Piloten und Messtechniker), Kilimann (Chef für Personalfragen) und Delawara (Astronomin und Pilotin) mittels Shuttle dem nachgehen, machen sich Woleg (Chef der Basisstation), Elber (Planetologe), Hirosh (Arzt und Koch) und die Zwillinge Vienna und Kerala (Technikerinnen der Basisstation) auf, die Untersuchung von dem Planeten aus durchzuführen, der seine Bahnen um den Beteigeuze zieht. Während die Shuttlecrew kaum Erfolge verzeichnen kann, haben die Basisleute mit Wellen erhöhter Schwerkraft zu kämpfen und finden eine verlassene Stadt und rätselhafte Phänomene vor. Nachdem der Basis beinahe ein Unglück wiederfahren wäre, zieht sich auch die Shuttlecrew auf den Planeten zurück. Doch nicht nur heftige Auseinandersetzungen entzweien die Expeditionsmitglieder, auch eine fremde Lebensform nimmt Kontakt zu den Leuten auf…

Bewertung


Jeder, der sich das Sternbild Orion am nächtlichen Himmel schon einmal angesehen hat, kennt ihn: Beteigeuze, die „linke Schulter“ des Jägers. Um genau diesen Stern dreht sich Tuschels Geschichte, 400 Jahre nach seiner Zeit. Tuschel beschränkt sich aber nicht nur auf seine Hauptcharaktere und ihre Reise, sondern zeigt auch Änderungen in der Gesellschaft auf. So zum Beispiel erhalten die Menschen ihre Namen nicht mehr von ihren Eltern sondern suchen sich diese selbst aus. Ich finde, der Autor hatte hier einen sehr interessanten Gedanken, und unweigerlich überlegt man sich beim Lesen, wie man sich selbst nennen würde, sollte solch ein Gesellschaftsmodell irgendwann Realität werden. Vielleicht nach einer Pflanze, einem Tier oder auch einer geographischen Begebenheit, wie die zehn Expeditionsmitglieder?

Auffällig ist aber auch, dass Karl-Heinz Tuschel seine Protagonisten als Kosmonauten bezeichnet (die übliche sowjetische Bezeichnung von Raumfahrern zu Zeiten der DDR) und nicht den (amerikanischen/westlichen) Begriff Astronauten verwendet.

Was seinen Roman weiterhin prägt, ist die hervorgehobene Bedeutung der Wissenschaft, wobei die Fiktion auch nicht zu kurz kommt. Denn die Kontaktaufnahme mit einem fremden Volk auf einem noch nicht erforschten Planeten in einem anderen Eck des Universums ist kein Zuckerschlecken und es müssen biologische, physikalische und geologische Begebenheiten beachtet werden. Karl-Heinz Tuschel versteht es dabei wie kein anderer Autor – von denen ich bereits Science-Fiction-Romane gelesen habe – das Genre der Science-Fiction realitätsnah in allen Facetten auszuloten und durch eine mitreißende Sprache spannend zu erzählen.

Was ich bei „Zielstern Beteigeuze“ zuerst ein wenig enttäuschend fand, war das allzu abrupte Ende. So hatte ich das Gefühl, mitten im spannendsten Geschehen alleingelassen zu werden. Nach reichlicher Überlegung muss ich aber zugeben, dass Tuschel kein besseres Ende hätte schreiben können; es sei denn, man wollte die Story ins Unendliche ziehen, was aber nicht immer gut ist. Somit kann man sagen, dass „Zielstern Beteigeuze“ knackig und auf den Punkt gebracht ist.

Fazit


Eine spannende Entwicklung im Lichte des Beteigeuze, gepaart mit der knallharten Realität, die den Menschen wiederfährt, welche sich auf einen fremden Planeten begeben, um der Menschheit neue Erkenntnisse zu liefern. Ein Muss für jeden Science-Fiction-Fan!

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RogerSuffos avatar

Rezension zu "Der purpurne Planet" von Karl-Heinz Tuschel

Rezension zu "Der purpurne Planet" von Karl-Heinz Tuschel
RogerSuffovor 6 Jahren

Auf dem Cover ist wie ein Markenzeichen zu sehen „SPANNEND ERZÄHLT“. Die das getan haben, taten etwas Wichtiges: Ohne, dass es außen drauf gestanden hätte, hätte man es nicht geahnt. Ich war überzeugt, jedes Buch, was in dem oberen SF-Regalteil steht, auch wirklich gelesen zu haben. Nachdem ich es jetzt gelesen habe, kann ich nur sagen, dass ich mich an nichts erinnern kann. Das liegt nicht an mir. Das Buch als Ganzes illustriert eine Absicht der DDR-Literatur, die von vornherein zum Scheitern verurteilt war: Der alltägliche Alltag der Arbeit sollte als aufregend und spannend gezeigt werden. So aber funktioniert keine Erinnerung. Man behält Außergewöhnliches, das besondere Gefühle hervorrief. Von den etwa 250 Seiten des Buches beschreiben etwa 200 was die Kosmonauten auf der Reise zu ihrem Zielplaneten gehandhabt haben, dass sie sich relativ gut verstanden haben, dass sie eine fremde Atmosphäre untersucht haben, sie durchdrangen, es nicht einfach war, die Expedition, die sich von dort nicht mehr gemeldet hatte, zu finden, und weil das Wetter dort auf die Psyche wirkte, mussten die Terraforming betreibenden Ansiedler die Retter finden und retten. Während all dieser Seiten vermeidet es Tuschel geschickt, irgendwo Dramatik aufkommen zu lassen.
Insgesamt ist es das einzige Buch, das durchgängig ohne „Feind“, ja eigentlich auch ohne „Gegenspieler“ auszukommen versucht – weshalb sich auch keine „Handlung“ ins Gedächtnis einbrennt.
Selbst der Schlussentscheidungskonflikt ist so angelegt, dass man bereits am Anfang ahnt, dass das Raumschiff nicht zurück zur Erde fliegen wird, sondern bei der Urbarmachung des Planeten helfen wird. Allerdings passiert da zumindest ein Unfall, dessen unmittelbare Folgen nicht von vornherein klar sind und auch die Beziehungen zwischen den Beteiligten sind nicht mehr bedingungslos glatt. Die Relevanz der wissenschaftlichen Erfindungen des Autors mag ich nicht beurteilen. Wenn sie nicht einen so überdimensionierten Umfang verschluckt hätten, wären sie mir auch belanglos erschienen – wen interessiert schon die Wetterentstehung in einer vorsintflutlichen, mit Asche angereicherten Atmosphäre unter besonderer Berücksichtigung elektrischer Ladungen, die in Wechselwirkung mit bestimmten teilkonstruierten Pflanzen treten? Immerhin bemüht sich Tuschel, die Harmonie sich entwickelnder kommunistischer Persönlichkeiten vorzuführen. Insofern ist das Buch lesbar und nirgendwo so abstoßend, dass man das Lesen aufgeben muss. Dieser Harmonismus wirkt allerdings bei den Abgeschiedenen naiv. Ich kann mir offen gesagt nicht vorstellen, dass bei wenigen, durch äußeren Zwang aufeinander angewiesenen Menschen natürliche Zwistigkeiten nicht nur nicht zu Kollisionen führen, sondern sogar überhaupt nicht auftreten. Wie vernünftig werden Emotionen beherrscht!
Letztlich ein Buch, das weniger literarisch unterhaltend zu empfehlen ist, sondern zum Verständnis beitragen kann, welche Illusionen einer Zukunftsgesellschaft in der DDR aufzukommen vermochten.

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