Karl-Heinz Tuschel Der purpurne Planet

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Inhaltsangabe zu „Der purpurne Planet“ von Karl-Heinz Tuschel

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  • Rezension zu "Der purpurne Planet" von Karl-Heinz Tuschel

    Der purpurne Planet

    RogerSuffo

    02. March 2013 um 12:38

    Auf dem Cover ist wie ein Markenzeichen zu sehen „SPANNEND ERZÄHLT“. Die das getan haben, taten etwas Wichtiges: Ohne, dass es außen drauf gestanden hätte, hätte man es nicht geahnt. Ich war überzeugt, jedes Buch, was in dem oberen SF-Regalteil steht, auch wirklich gelesen zu haben. Nachdem ich es jetzt gelesen habe, kann ich nur sagen, dass ich mich an nichts erinnern kann. Das liegt nicht an mir. Das Buch als Ganzes illustriert eine Absicht der DDR-Literatur, die von vornherein zum Scheitern verurteilt war: Der alltägliche Alltag der Arbeit sollte als aufregend und spannend gezeigt werden. So aber funktioniert keine Erinnerung. Man behält Außergewöhnliches, das besondere Gefühle hervorrief. Von den etwa 250 Seiten des Buches beschreiben etwa 200 was die Kosmonauten auf der Reise zu ihrem Zielplaneten gehandhabt haben, dass sie sich relativ gut verstanden haben, dass sie eine fremde Atmosphäre untersucht haben, sie durchdrangen, es nicht einfach war, die Expedition, die sich von dort nicht mehr gemeldet hatte, zu finden, und weil das Wetter dort auf die Psyche wirkte, mussten die Terraforming betreibenden Ansiedler die Retter finden und retten. Während all dieser Seiten vermeidet es Tuschel geschickt, irgendwo Dramatik aufkommen zu lassen. Insgesamt ist es das einzige Buch, das durchgängig ohne „Feind“, ja eigentlich auch ohne „Gegenspieler“ auszukommen versucht – weshalb sich auch keine „Handlung“ ins Gedächtnis einbrennt. Selbst der Schlussentscheidungskonflikt ist so angelegt, dass man bereits am Anfang ahnt, dass das Raumschiff nicht zurück zur Erde fliegen wird, sondern bei der Urbarmachung des Planeten helfen wird. Allerdings passiert da zumindest ein Unfall, dessen unmittelbare Folgen nicht von vornherein klar sind und auch die Beziehungen zwischen den Beteiligten sind nicht mehr bedingungslos glatt. Die Relevanz der wissenschaftlichen Erfindungen des Autors mag ich nicht beurteilen. Wenn sie nicht einen so überdimensionierten Umfang verschluckt hätten, wären sie mir auch belanglos erschienen – wen interessiert schon die Wetterentstehung in einer vorsintflutlichen, mit Asche angereicherten Atmosphäre unter besonderer Berücksichtigung elektrischer Ladungen, die in Wechselwirkung mit bestimmten teilkonstruierten Pflanzen treten? Immerhin bemüht sich Tuschel, die Harmonie sich entwickelnder kommunistischer Persönlichkeiten vorzuführen. Insofern ist das Buch lesbar und nirgendwo so abstoßend, dass man das Lesen aufgeben muss. Dieser Harmonismus wirkt allerdings bei den Abgeschiedenen naiv. Ich kann mir offen gesagt nicht vorstellen, dass bei wenigen, durch äußeren Zwang aufeinander angewiesenen Menschen natürliche Zwistigkeiten nicht nur nicht zu Kollisionen führen, sondern sogar überhaupt nicht auftreten. Wie vernünftig werden Emotionen beherrscht! Letztlich ein Buch, das weniger literarisch unterhaltend zu empfehlen ist, sondern zum Verständnis beitragen kann, welche Illusionen einer Zukunftsgesellschaft in der DDR aufzukommen vermochten.

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  • Rezension zu "Der purpurne Planet" von Karl-Heinz Tuschel

    Der purpurne Planet

    SuSa

    01. November 2010 um 21:14

    „Obgleich das Interesse für wissenschaftlich-phantastische Literatur - wie die Leselust im Allgemei­nen - im Leseland Deutschland kränkelt, ebbt die Flut überwiegend amerikanischer Werke - bei etli­chen ist die Zuordnung zur SF zweifelhaft - auf dem hiesigen Markt nicht ab. Viele davon sind weltfremd, das heißt, unserer Welt fremd, verquicken wenig Science mit sehr viel Fiction oder gar Zauberei, scheren sich oftmals den Teufel um realistische Grundlagen. Der Unterhaltungswert sol­cher Geschichten für Liebhaber sei jedoch nicht bestritten. Nur, man legt das Buch weg und hat kei­ne Fragen ... Gute wissenschaftliche Phantastik sollte schon in gewisser Weise zeitlos sein. [...]“ So beginnt der Nachruf von Alexander Kröger für Karl-Heinz Tuschel, der am 12.02.2005 im Alter von 76 verstorben ist. Karl-Heinz Tuschel lässt in seinem Roman „Der purpurne Planet“ den großen Menschheitstraum von der Besiedlung fremder Planeten wahr werden. Im Jahre 112 Neuzeit folgen fünf speziell dazu ausgesuchte Menschen einer ersten Expedition, die einen Planeten in der Nähe der Proxima Centau­ri - welche mit einer Entfernung von 4,2 Lichtjahren der sonnennächste Stern ist - besiedeln und für die Ankunft weiterer Menschen vorbereiten sollten. Nach allerhand Turbulenzen und unerwarteten Schwierigkeiten treffen schließlich die Besatzungsmitglieder der TERRA auf die Ersten des Projek­tes und für einige heißt es nun, eine Entscheidung zu treffen. Denn nicht alle Neuankömmlinge wol­len auf dem Planeten bleiben... Dies war der erste Roman, den ich von Karl-Heinz Tuschel gelesen habe und wie bereits Alexander Kröger in seinem Nachruf angedeutet hat, ist dies keine SF-Geschichte, der nur unterhalten will. Hier wird man konfrontiert mit den Tücken der Technik, mit der überlebenswichtigen Frage, wie man die Atmosphäre eines Planeten atembar machen kann, wie sich die Strahlungsverhältnisse der Proxima auf die von den Biologen herangezüchteten Pflanzen und die seismologischen Aktivitäten des Planeten auswirken und vieles mehr. Somit stehen hier nicht die Menschen im Vordergrund, sondern das große Ganze. Trotzdem kommen die einzelnen Personen und ihre Beziehungen unter­einander nicht zu kurz. Vielmehr wird auf interessante und nachvollziehbare Weise angedeutet, was passieren kann, wenn junge Erwachsene, die auf einem fremden Planeten geboren und aufgewach­sen sind und bisher in einer Gesellschaft von lediglich neun bzw. sieben Menschen lebten, zum ers­ten Mal auf andere Erdenbewohner neben ihren Eltern treffen. Da können dann die Gefühle schon mal verrückt spielen und man sollte darauf achten, dass bestehende Ehen nicht zerrüttet werden und Eifersucht und unerfüllte Liebe den wichtigen Arbeitsalltag nicht stören. Gerade wegen dieser Symbiose hinsichtlich der menschlichen Geschichten und der biologischen/physikalischen/astronomischen Hintergründe ist dieses Buch sehr lesenswert und ich habe es paradoxerweise sehr genossen, teilweise ganze Absätze nochmal lesen zu müssen, um die wissenschaftlichen Gedankengänge nachvollziehen zu können. Und es hat schon lange keine Ge­schichte mehr geschafft, dass ich mich hinterher noch weiter damit beschäftige und einzelne Sachen nachrecherchiere!

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