Karl-Heinz Witzko Das Schwarze Auge, Westwärts, Geschuppte!

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Inhaltsangabe zu „Das Schwarze Auge, Westwärts, Geschuppte!“ von Karl-Heinz Witzko

"Einundsechzigster Roman aus der aventurischen Spielewelt", dieser Satz auf der Umschlaginnenseite bürgt nicht unbedingt für qualitätvolle Fantasy. Zur Beruhigung vorweg: Karl-Heinz Witzko ist ein echter Goldnugget im Flusssand der "Romane zum Rollenspiel".<p> Die ersten Seiten dürften bei unbedarften Leser etwas Verwirrung stiften: Icherzähler der Geschichte ist ein gewisser Alrik, der mit seinen Vettern Alrik, Alrik und Alrik vergeblich versucht, einer Auseinandersetzung mit übellaunigen Gardisten zu entgehen, nicht ohne sie dabei als Kothaufen zu titulieren. Die Unbedarftheit der Alriks in bezug auf unter Menschen allgemein gültige Gepflogenheiten erklärt sich bald daraus, dass es sich bei ihnen abgesehen von ihrer äußeren Erscheinung nicht um Menschen handelt, sondern um Marus, krokodilsähnliche Echsenwesen. Magisch getarnt haben sie ihr außerhalb der Zeit gelegenes Tal verlassen, um über das Meer ins ferne Güldenland zu reisen. Dass K'Kessu, so der wirkliche Name des geschuppten Helden, annimmt, man könne durchs Meer hindurchwaten, gehört noch zu den kleineren Fehleinschätzungen, die die Marus von der Welt außerhalb ihres Tals haben.<p> Witzko nutzt seine Prämisse, um zunehmend skurrile Episoden aneinander zu reihen, in denen die durchaus etwas selbstgerechten Marus ihre Betrachtungen über die Menschheit zum besten geben, wobei sich durchaus Gelegenheit zu so manchen philosophischen Anspielungen findet. Der Roman entwickelt sich zu einer umgedrehten Entdeckergeschichte, in der die Marus außerirdischer erscheinen als so manche ihrer Vettern aus der SF-Literatur. Und trotz der verschrobenen Erzählperspektive ist <i>Westwärts, Geschuppte</i> wegen seiner geradlinigen und durchweg unterhaltsamen Handlung sogar zugänglicher als Witzkos vorangegangene DSA-Romane. Einziges Manko des Buches ist der etwas zäh geratene letzte Teil, der zu einem abrupten Ende führt, das den Eindruck erweckt, der Autor hätte einfach die Lust an seinem Experiment verloren.<p> Witzkos Romane sind übrigens durch zahlreiche Querverweise verbunden. So ist mittlerweile aus der Insel Maraskan, über die er sich offenbar als Autor die Alleinherrschaft gesichert hat, fast schon eine Fantasy-Welt innerhalb der Fantasy-Welt geworden. Auch für nicht Rollenspieler ist ein Blick ins Land der Bruderschwestern allemal lohnend. Was Witz, Stil und Ideenreichtum angeht, muss Witzko sich mit Sicherheit hinter keinem aktuellen deutschen Fantasy-Autor verstecken. Das Einzige, was an seinem neuen Roman versteckt gehört, ist das Titelbild, dem hiermit der Sonderpreis "Selten Unpassend" verliehen sei. <i>--Jakob Schmidt</i>

Ein sehr lustiges Buch und ein absoluter Exot unter den DSA Romanen! Kann ich nur empfehlen.

— ReadFish
ReadFish
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