Karl-Josef Kuschel Mutterland

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Inhaltsangabe zu „Mutterland“ von Karl-Josef Kuschel

Die Mutter von Heinrich und Thomas Mann, Julia da Silva- Bruhns, war Brasilianerin. Zwischen Meer und Urwald verbrachte sie ihre Kindheit. Diese brasilianischen Wurzeln der Familie Mann sind in der Öffentlichkeit weitgehend ignoriert worden. Dieses Buch geht der Familiengeschichte in Brasilien nach, und zwar vorrangig der Auseinandersetzung der beiden großen Schriftsteller mit ihrem Herkunftsland Brasilien. Es enthält unveröffentlichte Dokumente von Thomas Mann, spiegelt die Wirkung der Manns in Brasilien und die Bemühungen Frido Manns um ein deutsch-brasilianisches Kulturzentrum im »Mutterhaus« in Parati.

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  • Rezension zu "Mutterland" von Karl-Josef Kuschel

    Mutterland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. December 2009 um 08:09

    Eine Familie zwischen zwei Kontinenten und Kulturen Das Mutterland ist ein wichtiger Identifikationsbezug. Denn Mutterland ist auch Heimatland. Im vorliegenden Titel geht es vor allen Dingen um die Familie Mann und den biographischen Einfluss, den die Herkunft der Mutter Julia da Silva-Bruhns, spätere Mann, auf das literarische Leben ihrer Kinder und Kindeskinder gehabt hat. Das Buch ist unterteilt in einen darstellenden und einen Dokumentationsteil, der biographische Dokumente sowie Briefe der Familie Mann enthält, die die vorgeführten und dargestellten Lebensdaten noch einmal von anderer Seite beleuchten sollen. „Mit der Tatsache, dass die Manns eine internationale, sich zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Kontinent bewegende Familie sind, hat ihre Präsenz in der Öffentlichkeit zugleich auch an Modernität und Aktualität gewonnen. […] Die Kehrseite dieser globalen Heimatlosigkeit in unserer Epoche des zurückgehenden Nationalstaatentums ist zugleich auch das Gefühl einer Zugehörigkeit zu einem interkulturellen Universum und einem facettenreichen Weltbürgertum mit allen ihren Vorzügen und Chancen.“ Der Einstieg in das Buch erscheint, eingebettet in globalisierte Bezüge, ein wenig unglücklich, der Leser erhält den Eindruck, es müsse hier erst einmal klar gestellt werden, warum der Autorenkreis Kuschel, Soethe und Frido Mann noch ein Buch über die Manns veröffentlichen möchte und so gliedert sich der Schreibgrund in einer politisch und interkulturell belegten Sparte an, die sich durch die hiesige Einführung jedoch nicht ganz nachvollziehen lässt. Die Sprache der literatur-, kultur- und sozialwissenschaftlich orientierten Biographie ist klar und sehr eindrücklich geschrieben, damit auch für einen Leser ohne diese fachliche Hintergründe geeignet. Dennoch zu betonen, ist, dass durch einen ausführlichen Fußnotenteil am Ende des Buches die Quellen und Querverweise nachvollziehbar dargelegt werden und dieses biographische Werk somit auch der wissenschaftlichen Arbeit nützlich machen. Über das Bild der Mutter, das Julia da Silva-Bruhns in einer eigenen Veröffentlichung („Erinnerungen aus Dodos Kindheit“, 1903) geprägt hat, wird das Brasilienbild im literarischen Schaffen durch die Romane „Zwischen den Rassen“ Heinrich Manns, „Der Zauberberg“ von Thomas Mann, durch Bezüge zu Stefan Zweig und den Manns und einer abschließenden Beleuchtung des Romanwerks von Frido Mann, dazwischen werden noch so einige Veröffentlichungen dargelegt und in den Kontext eingebettet, ein umfassendes Bild der interkulturellen Schaffensweise dargestellt. Immer bleibt die Tendenz des Buches, interkulturelle Konflikte und Beeinflussungen zu thematisieren klar und möchte den unwissenden und mit dem Werk der Manns nicht vertrauten Leser an zentralen Stellen abholen. Der Stil des Schreibens wirkt sehr kurz, sehr schnell. Der Leser hastet über die Jahre dahin, so scheint es. Dabei lässt die Darstellung des Autorentrios den literaturgeschichtlichen und wissenschaftlichen Blickwinken nicht außer Acht; Literaturverweise zum Beispiel setzen die biographische Prägung mit Brasilien genauestens auseinander. Dennoch erscheint die Schreibweise manchmal nicht klar auf eine Lesergruppe zugeschnitten zu sein und vermag durch die äußerst stark in den Fließtext integrierten Primärtexte, wie Briefe und Romanauszüge, das Leseinteresse des Lesers nicht stark genug zu halten, zumal die einzelnen Kapitel mit Wiederholungen und nochmalig erklärenden Rückbezügen gefüllt sind. Besonders lobenswert ist die optische Aufmachung des Buches, die neben der klaren Sprachführung einen großen Reiz des Buches ausmachen. Die vorliegende Neuerscheinung zum Brasilienbild der Familie Mann ist eine gut gegliederte Einführung und beleuchtet durch viele eindrücklich aufgezeigte Beispiele die Themenstellung, die für die Autoren ein wichtiger Schritt zur Betrachtung der Interkulturalität der Manns ist und den Leser mit beispielhafter Darstellung und vielen neuen Eindrücken zurücklässt.

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