Ein Mann erwacht in einer Kirche und kann sich an nichts erinnern. Er befindet sich in der Nähe einer Gemeinde der Westfjorden Islands, dort scheint man ihn zu kennen. Er wird aufgenommen, wie einer der ihren. Er ist Schriftsteller und das einzige, dass bei ihm im Fluß zu sein scheint, sind die Worte, die aus ihn herausfließen. Die Worte der Anderen in der Gemeinde, aber auch scheinbar seine, die ohne Erinnerung.
Wir tauchen tief ein in die Geschichte der einzelnen Menschen der Gemeinde, auch in die Geschichte ihrer Vorfahren. Wir setzen uns mit ihnen auseinander über Mut und Feigheit, Liebe und Betrug, Schuld und Scham,Leben und Tod. Wohin zeigt die Kompassnadel ihres Herzens?
Wer ist dieser Mann, der sein Gedächtnis verloren hat?
Durch viele kluge und kurzweilige Begegnungen mit beispielsweise Hölderlin, Kierkegaard, Dylan, Beatles, …nähern wir uns dem Kern des Romans.
Dieses Stilmittel ist sehr gelungen, regt immer wieder den eigenen inneren Diskurs an.
„Bedeutet zu lieben Mut oder Feigheit, fragte Hölderlin, bist du stark oder schwach, wenn du eine Liebe unterdrücktst, bist du egoistisch oder aufrichtig, wenn du deinem Herzen folgst?
Ich bitte dich um Hilfe, nicht um Fragen.
Ich bin tot, und es ist meine Aufgabe, Fragen zu stellen. Du lebst und deine ist es, Antworten zu suchen“
(Zitat S. 477)
Warum man diesen Roman lesen sollte? Unbedingt aufgrund der Kulisse und die damit kombinierte Atmosphäre - es ist Island! Abgerundet durch den schönen , poetischen Schreibstil und natürlich die liebenswerten Charaktere.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto besser wird das Buch, beleuchtet immer mehr Themen und zeigt mir, wie schön Melancholie sein kann.
Große Empfehlung, passt wunderbar in die kalte Jahreszeit!






