Karl-Markus Gauß

 4,3 Sterne bei 53 Bewertungen
Autor von Die Hundeesser von Svinia, Im Wald der Metropolen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Karl-Markus Gauß (*1954 in Salzburg) ist Autor und Journalist. Er studierte Germanistik und Geschichte und veröffentlicht Essays, Reportagen, Journale, kritische Kommentare und Reiseberichte. Über dreißig Jahre war er Herausgeber der Zeitschrift Literatur und Kritik. Für sein Werk wurde er u. a. mit dem Österreichischen Kunstpreis für Literatur, dem Jean-Améry-Preis für europäische Essayistik und dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Karl-Markus Gauß lebt in Salzburg.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Schiff aus Stein (ISBN: 9783293710658)

Schiff aus Stein

(1)
Neu erschienen am 24.09.2026 als Taschenbuch bei Unionsverlag.

Alle Bücher von Karl-Markus Gauß

Cover des Buches Die Hundeesser von Svinia (ISBN: 9783423134378)

Die Hundeesser von Svinia

(11)
Erschienen am 01.03.2006
Cover des Buches Im Wald der Metropolen (ISBN: 9783552059719)

Im Wald der Metropolen

(5)
Erschienen am 01.08.2019
Cover des Buches Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer (ISBN: 9783552059238)

Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer

(3)
Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches Die fröhlichen Untergeher von Roana (ISBN: 9783423346313)

Die fröhlichen Untergeher von Roana

(3)
Erschienen am 01.11.2010
Cover des Buches Ruhm am Nachmittag (ISBN: 9783552073203)

Ruhm am Nachmittag

(3)
Erschienen am 14.02.2022
Cover des Buches Die sterbenden Europäer (ISBN: 9783423308540)

Die sterbenden Europäer

(3)
Erschienen am 01.08.2002
Cover des Buches Der Alltag der Welt (ISBN: 9783423349222)

Der Alltag der Welt

(3)
Erschienen am 10.11.2017
Cover des Buches Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer (ISBN: 9783293208988)

Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer

(2)
Erschienen am 24.08.2020

Neue Rezensionen zu Karl-Markus Gauß

Cover des Buches Schiff aus Stein (ISBN: 9783293710658)
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Rezension zu "Schiff aus Stein" von Karl-Markus Gauß

aus-erlesen
Volle Fahrt voraus mit Blick zurück

Albaner in Kalabrien, Ferragosto in Venetien, Schnitzler (nicht Schnitzel!) in Wien – mit Karl-Markus Gauß zu reisen ist jedes Mal ein Erlebnis. Denn überall, wo der studierte Germanist und Historiker auftaucht, findet er Aufregendes, Erinnerungen und Zusammenhänge, die nur er so stilvoll in Worte fassen kann.

Es sind Ausflüge in die Vergangenheit sowohl des Autors (hier wird die Neugier des Lesers nach privaten Geheimnissen nur insofern gestillt wie Gauß es selbst zulässt) als auch in Rückschauen auf das große Ganze. Europa ist nicht an einem Tag gebaut worden. Es hat sich entwickelt. Mal in die richtige, zu oft leider auch in die falsche Richtung. Nicht immer war es ein Europa, sondern ein bunter Mix, der erst in der Interpretation das Siegel Europa erhielt. Man denke nur an die Allianzen im zweiten Viertel des 20. Jahrhunderts oder an den Eisernen Vorhang.

Karl-Markus Gauß reiste immer schon. Grenzen waren für ihn lediglich Passkontrollstationen. Wahre Grenzen gab und gibt es für ihn nicht. Wo andere mit gen Himmel geneigten Kopf sich der Architektur hingeben, sitzt Gauß am Tisch mit den Menschen, die darin leben. Manchmal trifft er Leute wieder, die er Jahrzehnte zuvor schon einmal getroffen habe. Oder ihre Verwandten. Oder auch nicht!

Die kurzen Kapitel sind scharf umrissene Extrakte Europas. Was dem Autor passiert, kann jedem passieren. Nur eben nur hier, in Europa. Man muss sich anstrengen, Empathie nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen, sondern wahrhaft leben – erst dann besteht die Möglichkeit dasselbe zu erleben. Die Möglichkeit, wohl gemerkt! Das kann im Wiener Kunsthistorischen Museum sein, wenn man ungehobelte Jugendliche beobachtet oder auch ein nicht bekommenes Menü in Troyes, einer der ehemaligen Hauptstädte Frankreichs sein. Das nicht bekommen bezieht sich in diesem Fall nicht auf ein „Upps, da haben wir vergessen zu servieren“…

„“Schiff aus Stein“ ist ein Buch, das auf jeder Europareise Museminuten bereitet und im Handumdrehen tiefgreifende Gedanken an die Oberfläche spült. Alles, was man sieht, reicht, schmeckt, erscheint in einem anderen Licht, ohne das man dabei der eigenen Eindrücke beraubt wird.

Gauß’ Geschichten sind wie Statusmeldungen in den sozialen Medien. Doch im Gegensatz zu den überzähligen „Guck mal wie viele Kilometer ich heute gelaufen bin“-Sinnlosigkeiten, die niemand einfordert, sind seine Statusmeldungen wahre Kostbarkeiten, von denen man sich wünscht, sie würden noch öfter aufpoppen.

Dieses Buch muss man lesen. Und vielleicht sind ja genau die beiden darunter, die gleich in der ersten Geschichte die Aufmerksamkeit des Autors auf sich zogen, und sich wieder erkennen. Zwei Verschwörer, die gemeinsam mehr als doppelt so stark wie einzeln sind. Die – vielleicht? – immer angestiert werden, weil… das muss man lesen!

Cover des Buches Die Liebe kommt immer zu spät (ISBN: 9783552076181)
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Rezension zu "Die Liebe kommt immer zu spät" von Karl-Markus Gauß

yellowdog
Drei Reisen

Karl-Markus Gauß ist gerade in Bezug auf Reiseberichten ein großer Essayist, da er es vermag, weit auszuholen und den Leser doch an den Text zu binden.

Die erste Reise führt in 2022 nach Slowenien. Aber eigentlich berichtet er hier viel von Persönlichkeiten der Vergangenheit, vor allen von denen mit einem feministischen Ansatz. Das war interessant, mir vollkommen unbekannt.

Mehr drin im Buch war ich der zweiten Reise nach Bosnien. Dieser Text ist durchdrungen vom Werk und Wesen des Schriftstellers Dzevad Karahasan, der als Stimme Bosniens galt und der 2023 starb. Ich habe sein Tagebuch der Übersiedlung besonders bewundert. Gauß war mit Karahasan gut befreundet und konnte viel berichten. Daher war diese mittlere Reise für mich der Höhepunkt, wobei Gauß einige gute Beschreibungen der Umgebung hinzufügt. Gauß schreibt insgesamt so detailliert und genau, das es wirklich beeindruckend ist. Nur den letzten Teil des Buches empfand ich als etwas zu ausschweifend, aber das mindert nicht den guten Gesamteindruck.

Cover des Buches Die sterbenden Europäer (ISBN: 9783293209329)
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Rezension zu "Die sterbenden Europäer" von Karl-Markus Gauß

aus-erlesen
Europas lebendige, fast vergessene Völker

Immer wieder staunt man doch wie wenig man als weit gereister, weltoffener Europäer über den eigenen Kontinent weiß. Das standardisierte Europa kennt man. Allenthalben werden einem die konformistischen Begriffe um die Ohren gehauen. Doch abseits von EU, Europa, Außengrenze gibt es mehr als nur Statistiken, die brav von Beamten gefüttert werden, um dem Tun eine Zahl anzuheften. Mit dieser Zahl, mit diesen Zahlen lässt sich leichter arbeiten.

Aber in Europa lebt man, nicht um zu arbeiten, sondern um zu leben, es zu gestalten. Und so kommt auch, dass auf dem Balkan, in Bosnien, es für Spanier teilweise sehr leicht ist sich zu verständigen. Die Sepharden wurden Ende des 15. Jahrhunderts, zu der Zeit als Kolumbus die Neue Welt entdeckte, aus ihrer Heimat vertrieben. Dem Ruf Bajezet II. folgend trieb es sie gen Osten. Ins Osmanische Reich. Religionsfreiheit, Sicherheit im Recht und in wirtschaftlicher Hinsicht waren gute Argumente der iberischen Halbinsel den Rücken zu kehren. Einige blieben auf dem Balkan hängen. Hier stand man dem Judentum ebenfalls aufgeschlossen gegenüber. Karl-Markus Gauß lässt sich in Sarajevo, einer Stadt, die noch immer vom Krieg gezeichnet ist, von Jakob Finci die Geschichte seines Volkes erzählen. Finci ist der Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Von Clinton bis zum Papst und dem UN-Generalsekretär ließen sich bei ihm nieder, um seinen Worten zu lauschen. 

Das Volk der Sorben ist in unseren Breiten sicher das bekannteste unter den im Buch vorgestellten europäischen Völkern. Von Bautzen bis zum Spreewald sind die auffälligsten Hinweise auf ihre Existenz die zweisprachigen Ortsschilder. 

In Süditalien trifft man – bei Weitem nicht so offensichtlich – auf die Arbëresche. Sie kamen einst aus dem Süden Albaniens. Einige wenige Dörfer Kalabriens sind durch ihre Kultur geprägt. Gauß wird bei seiner reise gebeten einen Streit zu schlichten. Ihm als überzeugten Europäer traut man das wohl zu. So entspinnt sich eine Geschichte über einen bedeutenden Teil europäischer Geschichte.

Um die Jahrtausendwende war Karl-Markus Gauß in Europa unterwegs, um nach Menschen zu suchen, deren Identität nicht durch Landesgrenzen bestimmt wird. Ihre Geschichte verläuft oft im Treibsand der Vergangenheit. Nur wenige Reste ihrer Kultur sind noch vorhanden. Gesetze und Regeln, Traditionen und Gebräuche zu bewahren liegen in den Händen einzelner sich noch bewusster Sepharden, Gottschee (in Slowenien) Arbëresche, Sorben und Aromunen (in Mazedonien). Ihre Länder existieren nicht mehr, wenn es sie denn je gab. Sie leben in einem Europa, das sich durch Vielfalt auszeichnet. Und sie sind sich ihre Verantwortung das in Jahrtausenden Geschaffene an die nächsten Generationen weiterzugeben, bewusst. „Die sterbenden Europäer“ ist ein provokativer Titel. Der Autor Karl-Markus Gauß richtet ein starkes Licht auf ihre Kulturen, auf dass sie niemals verblassen. Preisgekrönter Autor mit dem Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung 2022.

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Zusätzliche Informationen

Karl-Markus Gauß wurde am 14. Mai 1954 in Salzburg (Österreich) geboren.

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