Karl-Markus Gauß , Kurt Kaindl Die sterbenden Europäer

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Inhaltsangabe zu „Die sterbenden Europäer“ von Karl-Markus Gauß

'Gauß lesen bedeutet: mit anderen Augen sehen zu lernen.'
Ulrich Weinzierl, FAZ

Karl-Markus Gauß, dessen Aufmerksamkeit seit langem den randständigen Nationalitäten gilt, ist in den vergangenen Jahren immer wieder aufgebrochen zu jenen kleinen Völkern, denen Europa seine Vielfalt an Kultur verdankt. Seine Reisebilder verbinden Naturbeschreibung, Stadtporträt, Exkurs in unbekanntes Gelände der Kulturgeschichte, politische Skizze und Erzählung von unverwechselbaren Menschen zu einer wunderbaren Form von Literatur.

'In Gauß Studien verbinden sich politische Analyse, historischer Exkurs, kulturphilosophische Reflexion, Reportage, Interview und Reisebild zu einer Eigengattung von hoher literarischer Qualität und Lesbarkeit.' Die Zeit

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  • Rezension zu "Die sterbenden Europäer" von Karl-Markus Gauß

    Die sterbenden Europäer

    Liisa

    07. May 2007 um 00:34

    Insgesamt fünf europäische Minderheiten stellt der österreichische Essayist Karl-Markus Gauss den Lesern in diesem Buch vor und ich war einfach nur begeistert über die Art und Weise, wie er sich diesen Menschen nähert, ihre Geschichte und kulturelles Erbe in wenigen Kapiteln vermittelt - was für eine erstmalige Information durchaus reicht - und so die Europäer aufmerksam macht auf diese Völker und Minderheiten, die mitten unter ihnen leben und sich über Jahrhunderte behauptet haben. Der interessierte Leser erfährt, dass es schon seit dem 15 Jahrhundert eine blühende große jüdische Sepharden-Gemeinde in Sarajevo gab, die aber schwer gelitten hat - zuletzt in der Zeit der Belagerung von Sarajevo. Zunächst waren sie aus Spanien vertrieben worden, fanden dann im moslemischen Sarajevo eine neue Heimat. 500 Jahre später verließen schließlich die meisten von ihnen ihre Heimat unter UN-Schutz. Nur wenige sephardische Juden blieben in Sarajevo zurück und sind nun Zeugen des Endes der sephardischen Juden in Sarajevo. Dann geht es zu den übriggebliebenen Gottscheern, einer deutschstämmigen Minderheit, die in der sog. Gottschee, einem Waldgebiet im heutigen Slowenien beheimatet ist/war. Was Generationen in 500 Jahren dort kultiviert hatten ist in nur 50 Jahren durch den Lauf der Geschichte fast zunichte gemacht worden. Nur noch wenige Spuren zeugen heute noch von den Gottscheern in dieser Gegend, dafür sind ihre Nachkommen in alle Welt verstreut und bekennen sich dort immer noch zu ihrer Herkunft. Weiter geht's zu den Arbereshe in Italien, sie kamen einst als griechisch-orthodoxe Flüchtlinge aus Albanien und siedelten sich speziell in Kalabrien an. Ihnen gelang der Spagat zwischen der neuen italienischen und ihrer eigenen Kultur und Identität. Die Sorben in Deutschland, dürften den meisten Lesern zumindest dem Namen nach bekannt sein. Auch sie haben sich über Jahrhunderte ihre eigene Sprache, Kultur und Identität bewahren können. Im wiedervereinigten Deutschland - wo sie nie gekannte Förderung erfahren - aber sind sie erneut bedroht. Es scheint, dass gerade der fehlende äußere Druck dazu führt, dass die junge Generation sich immer mehr assimiliert und ihre Kultur und Bräuche nur noch zur Attraktion der Touristen dient. Schließlich geht es noch zu den Aromunen Mazedoniens. Sie sind die Nachkommen der Bewohner der ehemaligen »Provincia Macedonia«(158 v. Chr. – 467 n. Chr.). Diese umfasste das alte Königreich Mazedonien sowie die Regionen Thessalien und Epirus. Im Mittelalter gründeten sie autonome staatliche Gebilde, die unter dem Namen »Walachei« eine wichtige Rolle in Südost-Europa spielten. Nur in der kurzen Zeitspanne von 1905 bis zum Frieden von Bukarest (1913) konnten die Aromunen ihre Sprache und Kultur frei entfalten und pflegen. Als eigenständiges Volk sind sie heute einzig und allein von Mazedonien anerkannt. Natürlich ist der Titel des Buches »Die sterbenden Europäer« provokativ. Sterben diese Minderheiten in einem Europa, das sich immer mehr zusammenschließt und Grenzen und Unterschiede verwischt und verwischen will wirklich aus? Auf den ersten Blick scheint es so. Bei einigen von ihnen scheint wirklich das Totenglöckchen zu läuten. Andererseits, sind diese Minderheiten in den vergangenen Jahrhunderten schon häufig totgesagt worden und sie sind immer noch da. Wer weiß, vielleicht behaupten sie sich auch noch im Europa von heute und morgen?! Es wäre ihnen jedenfalls zu wünschen, dass sie nicht aussterben, ihre Kulturen und Sprachen bewahren können und nicht zu bloßen Touristenattraktionen verkommen. Alles in allem ein lehrreiches, wunderbares und auch trauriges Buch, das diesen Völkern und Minderheiten zumindest ein literarisches Denkmal setzt. Es gibt übrigens auch einen Fotoband, »Die unbekannten Europäer«, der Fotos von Kurt Kaindl und Texte von Karl-Markus Gauß von den Reisen zu diesen Minderheiten enthält und so das hier besprochene Buch noch bildlich ergänzt.

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