Karl-Markus Gauß Im Wald der Metropolen

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Inhaltsangabe zu „Im Wald der Metropolen“ von Karl-Markus Gauß

»Ein Buch der Entdeckungen und freigelegten Fährten.« Ilma RakusaEine große Erzählung über eine Reise in dreizehn Stationen, die von den Straßen von Bukarest berichtet, im Niemandsland an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien haltmacht, den Geräuschen von Istanbul und der Stille auf einem Militärfriedhof in Italien nachspürt. Es ist eine Kulturgeschichte von Europa, wie wir sie, so reich an Zusammenhängen und ungeahnten Verwandtschaften, bisher noch nicht gekannt haben.

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  • Rezension zu "Im Wald der Metropolen" von Karl-Markus Gauß

    Im Wald der Metropolen
    awogfli

    awogfli

    06. March 2012 um 14:07

    Dieses Werk des Salzburgers Gauß ist wirklich schwer zu beschreiben. Aus einem einfachen Reisetagebuch mit Hintergrundgeschichte, Anekdoten, Beschreibungen von Gebäuden.... entwickelt sich doch tatsächlich fast so etwas wie die Geschichte Europas. Zumindest am Anfang, als Gauß auf den Spuren der österreich-ungarischen Monarchie wandelt, verspürt man sofort den Impuls, mit den Trekkingschuhen und dem Buch in der Hand in Wien Rennweg zu starten und die historischen Häuser, Cafes.. Gedenktafeln aufzusuchen und die Geschichte und Werke der erwähnten großartigen tschechischen, slowakischen, serbischen, bosnischen.. Literaten vorab bzw. während der Reise noch zu studieren. In der Mitte des Buches ging für mich ein bisschen der rote Faden verloren, hier wird es ein sprunghaftes nerviges Reisetagebuch, dessen Schauplätze in 3 seitigen Rhytmus ohne erkennbaren Sinn wechseln. So ganz kurze Geschichten ohne Zusammenhang stressen mich immer sehr. Am Ende im letzten Kapitel, als Gauß die Geschichte der Belgier inkl. Kongo fabuliert, ist die scheinbar zufällige aber logische Struktur der Reise wieder da und der Lesegenuss perfekt. Sprachlich ein Meisterwerk, aber nicht ganz einfach zu lesen, weil vor allem dem gelernten Österreicher wieder mal vor Augen geführt wird, wie wenig man eigentlich über die Geschichte des eigenen Landes weiss bzw. in der Schule lernt. Sehr lesenswert aber nicht für jedermann!

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  • Rezension zu "Im Wald der Metropolen" von Karl-Markus Gauß

    Im Wald der Metropolen
    HeikeG

    HeikeG

    09. October 2011 um 19:00

    "Von denen Europa nichts weiß..." . "Soafa, Soif, Soefm, Säffn, Sääf" - dies alles bedeutet "Seife" und dies alles wird in Bayern gesprochen. Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Nicht nur jedes Bundesland, sondern auch jede Region innerhalb eines Bundeslandes ist geprägt von seiner „eigenen Sprache“. Allerdings gehen auf Grund der allgemeinen Schulpflicht, Radio und Fernsehen, wo meist Hochdeutsch zu hören ist, immer mehr kleinere, lokale Dialekte verloren. So sprachen zum Beispiel die Schlonsaken, die in Schlesien beheimatet waren, einen Mischmasch aus gleich mehreren Sprachen: Polnisch, Tschechisch, Slowakisch und Deutsch. Mit ein bisschen Improvisationswillen kann man den Sinngehalt des nachfolgenden Satzes sogar erkennen: "Moj junge se szlecht auffiruje, ani se sztyfli nie wixowal." Auf Deutsch: "Mein Junge führt sich schlecht auf, nicht einmal seine Stiefel putzt er." . "Man wird über diesen Satz lachen und sich fragen, ob aus einem solchen Dialekt (...) je eine eigene, sozusagen regulär entfaltete Schrift- und Hochsprache hätte werden können?", so Karl-Markus Gauß in seinem wunderbaren Buch "Im Wald der Metropolen". Er beantwortet sie gleich selbst: "Warum nicht? Sprachen sind fließende, keine stehenden Gewässer, und in der Geschichte Europas sind zahllose Dialekte untergegangen, während andere zur Grundlage großer Nationalsprachen wurden." Als klassisches Beispiel der jüngsten Geschichte führt er die italienische Nation an, deren tatsächlich Italienisch sprechender Anteil bei ihrer Vereinigung höchstens zehn Prozent ausmachte. . Im heutigen Europa gibt es circa fünfzig, sechzig größere Sprachen. Die Dialektvielfalt allerdings dürfte um einiges höher sein und eine Zahl mit mindestens einer Null mehr ausmachen. Nun behandelt das Buch des österreichischen Autors und Herausgebers der Zeitschrift "Literatur und Kritik" keineswegs nur die immense Vielfalt landschaftlich geprägter Dialekte. Aber beispielgebend zeigt dieser Einstieg, worum es Gauß geht: dem Kleinen im Großen, dem Individuellen im Ganzen. Sein Buch fokussiert den Blick auf das Einzigartige, das man im Gewusel unserer Zeit schnell übersieht und im lauten Getöse gar nicht mehr wahrnimmt, um es letztendlich wieder in einen großen Kontext einzubinden. . Gauß schlendert unter anderem durch die österreichische Hauptstadt, fernab ihrer Hauptverkehrsadern und entdeckt manch vergessenen - vornehmlich literarischen - "Helden" seiner Stadt, den heute kaum noch jemand kennt. So zum Beispiel den Arzt und Schriftsteller Baron von Feuchtersleben, der zu seiner Zeit - Mitte des neunzehnten Jahrhunderts - von vielen Zeitgenossen als Lebenslehrer und Seelentröster verehrt wurde und von dem solch geistreiche Worte stammen wie: "Der Mensch kann nicht immer zu Allem aufgelegt sein, aber er ist immer zu Etwas aufgelegt. Dies thue er." . Überall in Europa, wo sich Karl-Markus Gauß umschaut, sei es nun in Wien oder auch Slowenien, Italien, Rumänien oder Polen, immer bewegt er sich in "Seitenstraßen", in Gässchen und Winkeln fernab der großen Touristenströme. Er hat Freude am Individuellen, am Unspektakulären und entdeckt oft versteckte Einfahrten und Orte abseits einer Landstraße. In 13 lose miteinander verbundenen Geschichten verknüpft er auf ironische, kluge und eloquente Weise Reiseeindrücke mit politischen sowie kulturgeschichtlichen Reminiszenzen und Entdeckungen und verbindet dadurch kleine, vielleicht gar rätselhafte Existenzen mit der ganzen Welt. . "Im Wald der Metropolen" liest sich als Dialektvariante, als Individualreise und zeichnet gerade dadurch ein "Bild von Europa als Ganzem (...) von Europa, das dabei ist zu vergessen, wie es entstand und was es ausgemacht hat...". Denn irgendwann, noch ehe "die Nationen erfunden, die Dialekte zu Nationalsprachen normiert wurden und die Dichtung sich zur Hüterin des nationalen Bewusstseins berief, gab es diese Sehnsucht, eine europäische Kultur, die auf der Höhe des antiken Griechentums stand, überall heimisch zu machen." Karl-Markus Gauß lässt diese Sehnsucht in seinem Buch erneut erwachen.

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