Karl-Wilhelm Weeber Smog über Attika

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Inhaltsangabe zu „Smog über Attika“ von Karl-Wilhelm Weeber

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  • Vom Raubbau an der Natur in der Antike

    Smog über Attika
    Sokrates

    Sokrates

    17. April 2014 um 10:27

    Karl-Wilhelm Weeber, Altphilologe und Historiker, widmet sich in diesem schmalen Band der Frage, ob und inwieweit der Mensch der klassischen Antike Umweltbewusstsein hatte. Aus klassischen Texten ist uns bekannt, dass viele Teile des Mittelmeerraumes von großen Wäldern geprägt waren, die heute nicht mehr existieren: beispielsweise dem alten Phönizien, Süditalien, aber auch Zypern und Sizilien. Zwar war Raubbau an der Natur aufgrund der noch schlechter entwickelten technischen Möglichkeiten noch nicht in der Intensität möglich wie das heute der Fall ist, am destabilisierenden Charakter hat der Eingriff des „antiken Menschen“ in die Umwelt hingegen nichts geändert. Weeber stellt vielmehr dar,  dass so gut wie nie darüber nachgedacht wurde, dass die dem Menschen zur Verfügung stehenden Ressourcen endlich sein könnten. Dazu erschien insbesondere die Waldmenge, die der Römer (für seine Verhältnisse) extensiv nutzte, viel zu groß. So verwundert es nicht, dass man lediglich rodete, nicht jedoch im gleichen Verhältnis aufforstete, weil man den Schwund des Waldes im Ganzen befürchtete. Ähnlich unbedacht ging man im Bergbau vor oder reflektierte nicht über Stadthygiene und ähnliches. Auch war das medizinische Verständnis weniger gut ausgeprägt, als dass man eine kausale Verknüpfung zwischen städtischer Verschmutzung und Krankheitswellen angenommen hätte. Umso mehr ist dieses Buch ein Aufruf an uns heutige Menschen, die sehr wohl wissen, welche zukünftigen Konsequenzen ihr Verhalten in der Natur nach sich zieht. Im Gegensatz zu den Menschen der Antike wissen wir, was folgt, wenn über Generationen hinweg Raubbau an der Natur getrieben wird und wir wissen, dass Ressourcen endlich sind – zumindest einige. Dieses Wissen haben wir dem antiken Menschen voraus, machen aber wenig damit – leider. Weeber schreibt leicht verständlich, lebendig, mitunter mit mahnendem Unterton. Seine Darstellung unterstreicht die Ahnungslosigkeit der damaligen Menschen, betreffend ihren schlechten Umgang mit ihrer Umwelt. Insgesamt gelingt Weeber eine ansprechende, kurzweilige, aber sehr nachdenklich anmutende Darstellung einer Lebensweise, die noch jene Unschuld besaß, wonach menschliches Verhalten in der Zukunft keine Konsequenzen nach sich ziehen würde. Wir wurden mittlerweile eines Besseren belehrt.  

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