Karl Alberti

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Japanische Märchen

Japanische Märchen

 (8)
Erschienen am 01.02.2016
Märchen aus Japan

Märchen aus Japan

 (0)
Erschienen am 12.02.2013

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Rezension zu "Japanische Märchen" von Karl Alberti

Rezension zu "Japanische Märchen" von Karl Alberti
Rainevor 6 Jahren

Eine schöne Sammlung japanischer Märchen. Leider unterwarf sie Alberti zu seiner Zeit einer ziemlichen Zensur (im Namen der moralischen Bildung der Jugend) und die Übersetzungen bzw. Erklärungen bedarfen unbedingt einer Überarbeitung. So sind es gerade Kleinigkeiten, die negativ auffallen, wie beispielsweise das "Juki" aus der Schneefrau-Geschichte, welches man eigentlich "Yuki" schreibt, u.s.w.
Da es das ebook aber auf Amazon kostenlos gibt, lohnt sich auf alle Fälle ein Blick!

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Rezension zu "Japanische Märchen" von Karl Alberti

Rezension zu "Japanische Märchen" von Karl Alberti
sabistebvor 7 Jahren

1. Juki-onna: ***
Die Schneefrau verschont einen jungen Holzfäller unter der Bedingung, dass er nie über ihre Begegnung sprechen darf. Jahre später verplappert er sich vor seiner Frau.
Moral: Lieber Mann, halte die Klappe, was Deine Ex-Beziehungen angeht, deine aktuelle Ehefrau will davon definitiv nichts wissen.

2. Der weiße Fuchs: *
Füchsin angelt sich ahnungslosen Bauern. Seine Verlobte muss danach deren Sohn großziehen.
Moral: Männer sind dumm und können eine schöne Frau nicht von der anderen Unterscheiden.

3. Urashima Taro: ***
Fischer rettet eine Schildkröte, die sich als Dienerin der Meereskönigin herausstellt. Sie lädt ihn ins Meeresreich ein. 7 Tage bleibt der Fischer und kehrt dann zurück. An Land sind derweil 700 Jahre vergangen und er nimmt sich das Leben, weil er ohne seine Familie das Leben als wertlos ansieht.
Urishima Taro ist eine der beliebtesten Märchenfiguran Japans.
Moral: Ohne Familie ist das Leben nichts wert.

4. Wenn man mit Kobolden tanzt: *
Bauer mit Geschwulst tanzt mit Kobolden. Die nehmen ihm die Geschwulst. Ein anderer Bauer, ebenfalls mit Geschwulst, will seine auch los werden und geht zu den Kobolden, ist aber ein schlechter Tänzer.
Moral: Das kommt davon, wenn man neideischen Sinnes das Gleiche Glück besitzen will, das andere genießen!

5. Neid bringt Leid **
Ein armer guter Nachbar, ein reicher böser Nachbar und ein Hund der Wunder bewirkt.
Moral: Neid zahlt sich nicht aus

6. Der schlaue Polizist ***
Ein listiger Polizist löst mit Witz und Intelligenz die vom Kaiser gestellte Aufgabe.

7. Der Abt des Klosters Yakhusi *
Ein Mönch beging vor vielen Jahren Diebstahl an einem Maß Reiß und soll deswegen in die Hölle.

8. List geht über Gewalt ***
Ein Holzfäller befreit einen Tiger, der ihn zum Dank fressen will.
Moral: Mit List kommt man weiter als mit Gewalt + Erst Denken, dann Handeln

9. Die Kröte von Osaka und die von Kyoto ***
Zwei Kröten auf Wanderschaft
Moral: Oft wird ein falsches Urteil gefällt, weil man seine Augen nicht richtig nutzt und nicht weiß, wo man sie hat :-)))

10.Der Affe und der Sake ***
Ein Jäger ködert und fängt einen Affen mit Sake.
Moral: Wer am Sake richt, der trinkt ihn auch. Eine Fabel speziell für Männer, die sich regelmäßig betrinken.

11. Die Auster ***
Auster klappt die Schale zu und landet auf dem Verkaufstisch.
Moral: Nie sich in Sicherheit wiegen und nie vor einer Gefahr die Augen schließen.

12. Der Sperling mit abgeschnittener Zunge ***
Ein guter Mann ist mit einer bösen Frau geschlagen, die eine Lektion erteilt bekommt. Ein Klassiker, wie man sie auch bei den deutschen Märchen findet.

13. Die geplagte Krabbe **
Ein fieser Affe will eine gutmütige Krabbe überlisten und piesaken. Diese rächt sich mit Hilfe anderer kleiner Freunde.
Moral: Böse Taten finden immer ihren Lohn, und man darf auf kleine Rächer nicht gering achten.

14. Der kluge Hase **
Der Fischkönig hat einen Angelhaken verschluckt. Als Kur sollen Hasenaugen dienen. Der hase jedoch, will seine Augen lieber selber behalten und ersinnt eine List.

15. Maorigashima **
Die Bewohner Maorigashima sind dekadent und verlachen die Götter, bis diese sie Strafen und die Insel untergehen lassen.

16. Der Hase und der Dachs **
Der gemeine Dachs neidet Mensch und Hase ihre Freundschaft und mischt sich ein. Das Genze endet in einer Spirale der Gewalt mit 2 Toten.
(Fragwürdige) Moral: Man straft sich selbst, wenn man mißgünstig die Freundschaft anderer stört

17. Schlauheit schützt nicht vor Täuschung ***
Katze versucht ihren Dösenöffner zu überlisten.

18. Der bedächtige Reiher ***
Nich zu lange überlegen, bevor man handelt, sonst bekommt man gar nichts ab.

19. Belohnte Kindesliebe **
Endeckungsmythos der Yoronotaki Quelle

20. Der bestrafte Tierquäler *
Die Götter strafen einen Schirmmacher, der Kälber als Tiger verkleidet und vernachlässigt.

21. Rai-taro ***
Zwei alte, arme, kinderlose Bauersleut bekommen vom Donnergott einen Sohn geschenkt, der über sie wacht.

22. Hotaru ***
Jeder, der ein Johanniswürmchen freien will, muss ein Lichtlein mitbringen oder warum so viele Insekten in die Flammen der Menschen fliegen und dabei umkommen.

23. Horaisan **
Mythos wie die Orange nach Japan kam.
Wasobiowo findet das Land der ewigen Jugend (Horaisan). Nach 700 Jahren wird es ihm aber langweilig und er flüchtet auf dem Rücken eines Kranichs zurück in die normale Welt Japans.

24. Die Wünsche des Steinhauers **
Ein Steinhauer ist nie zufrieden. Auf einen Wunsch folgen mehrere, bis er einsieht, dass in jedem Stande und in jedem Berufe etwas zu wünschen übrig bleibt.

1912 erschien diese Märchensammlung, die Karl Alberti aufgrund mündlicher Überlieferungen der deutschen Jugend widmete. Es handelt sich hierbei, wie bei vielen Grimm’schen Sammlungen, um eine für Kinder entschärfte und bearbeitete, also in gewisser Weise zensierte Sammlung, in der „manche Stellen verändert, fortgelassen oder durch andere ersetzt wurden, um das Ganze dem Verständnis der Jugend anzupassen, dies umso mehr, als die Originale oft eine derart freie Sprache führen, daß man sie, unserem deutschen Moralempfinden entsprechend, nicht jedermann in die Hand geben kann.“
Dementsprechend wählte der Autor meist moralisierende, gefällige Stücke, wo sich Eheleute in „reiner Liebe“ zugetan sind, oder die böse Gattin erzogen wird. Man liest Dinge wie „Juki war stets eine brave Frau“ und altertümliche Wendungen wie „Scheeweißer Fuchs weiblichen Geschlechts“ statt Füchsin und da straft „Gott im Himmel“ Kinder, die Tiere quälen.
Viele Begriffe wurden mit Fußnoten versehen und erklären vor allem Namen und deren Herkunft. Jedoch werden auch Dinge erklärt, die heute zum Allgemeinwissen über Japan gehören, wie Sake und dass die Japaner (damals) meist beim Essen knieten. Fugu jedoch gilt als ungenießbar und wird nur als Düngemittel verwendet, was schlichtweg falsch ist.
Ein schönes ebook mit vielen Bildern, aber nicht mehr zeitgemäß. Einige der Märchen und Fabeln sind wirklich wunderschön, andere eher platt und moralisierend. Wer sich wirklich für japanische Märchen interessiert, sollte zu modernen Übersetzungen greifen und nicht zu diesen entschärften Kinderversionen von 1912.

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