Karl H Bittel Singen. Ein Anfang

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Inhaltsangabe zu „Singen. Ein Anfang“ von Karl H Bittel

Eine süddeutsche Kleinstadt in den 50er Jahren: Singen am Hohentwiel. Die Fabriken der Maggi, Alu und Fitting bestimmen das Leben in der Stadt. Der Horizont endet am Bodensee. Für den Jungen Felix, den die Zumutungen der Normalität früh in den inneren Widerstand treiben, kommt die Rettung aus dem Radio: Musik, am liebsten laut und wild. Mit den Beatles und den Stones kommt eine Ahnung davon in sein Leben, dass es doch mehr geben muss, als den von Generationen vorgezeichneten Lebenswegen zu folgen. Die Gitarre erscheint ihm als das geeignete Instrument des Widerstands. In knappen Momentaufnahmen verdichten sich die Songs der Beatles, die Sehnsüchte eines Teenagers und der allgegenwärtige Geruch von Speisewürze zu einem ebenso präzisen wie humorvollen Sittenbild der 50er und 60er Jahre.

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  • Rezension zu "Singen. Ein Anfang" von Karl H Bittel

    Singen. Ein Anfang

    ChiefC

    22. August 2010 um 22:25

    Leicht zu lesendes Buch über eine Jugend in den 50er und 60er Jahren in Singen am Hohentwiel, Hauptstadt von Maggi-Suppenwürze & Co. So richtig interessant wohl nur für jene, die in Singen aufgewachsen sind und auch noch der gleichen Generation angehören wie der Autor, was also nicht unbedingt auf die Masse der Literaturfreunde zutrifft. Ansonsten aber ein durchaus exemplarischer Roman, was den Zeitgeist jener Epoche in einer Kleinstadt angeht. Angesichts der Muffigkeit jener Jahre können durchaus auch Nachgeborene nachvollziehen, warum die 68er zu 68ern wurden. Beispiele: Der Deutschlehrer, der am liebsten im Nibelungenlied schwelgt und dessen Lieblingsgedicht Platens "Das Grab im Busento" ist und dem zu einem literarischen Leitstern wie Johnson (kann nur Uwe Johnson sein) nur einfällt, dass dieser nicht viel von Kommaregeln halte. Oder die Obrigkeitshörigkeit sowie die ewigen platten Sprüche und abgelutschten Lebensweisheiten des Vaters, bei denen der Leser unweigerlich in Solidarität mit dem Protagonisten aufstöhnt. Man kann verstehen, dass er nach dem Abi dem Schatten des Singener Hausberges Hohentwiel dringend entkommen will. Davor hat er sein Leben weniger dem Gymi als vielmehr seiner Musikleidenschaft gewidmet: Beatles oder Stones, das ist damals die Frage, allerdings weniger für unseren Helden Felix, der beide Bands gut findet. Darum immerhin beneidet man seine Generation: dass er diese beiden Giganten-Gruppen von Anfang an erleben durfte, während die heutigen Kids fast nur noch geklonte Casting-Kasper kennen, deren Halbwertszeit geringer ist als die einer Milchschnitte.

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