Karl H Brisch

 4.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Bindungsstörungen, Bindung und Trauma und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Karl H Brisch

Bindungsstörungen

Bindungsstörungen

 (3)
Erschienen am 01.11.2011
Bindung und Trauma

Bindung und Trauma

 (2)
Erschienen am 18.01.2009
Kinder ohne Bindung

Kinder ohne Bindung

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Erschienen am 01.12.2009
Die Anfänge der Eltern-Kind-Bindung

Die Anfänge der Eltern-Kind-Bindung

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Erschienen am 14.11.2014
Bindung, Angst und Aggression

Bindung, Angst und Aggression

 (0)
Erschienen am 27.11.2009

Neue Rezensionen zu Karl H Brisch

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Rezension zu "Bindung und frühe Störungen der Entwicklung" von Karl H Brisch

Rezension zu "Bindung und frühe Störungen der Entwicklung" von Karl H Brisch
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Karl Heinz Brisch ist einer der ausgewiesensten Kenner der Bindungs-Theorie, die er in den letzten Jahren durch verschiedene Veröffentlichungen zusammen mit anderen weiter entwickelt hat.
Im Klett-Cotta Verlag sind bisher von ihm erschienen:

* Bindungsstörungen
* Kinder ohne Bindung
* Die Anfänge der Eltern-Kind-Bindung
* Der Säugling - Bindung, Neurobiologie und Gene
* Wege zu sicheren Bindungen in Familie und Gesellschaft
* Bindung, Angst und Aggression

Alle seine Bücher handeln von der wichtigen und grundlegend prägenden Zeit der Schwangerschaft und der ersten Lebensjahre, wo sich an der Qualität der Bindung zwischen Mutter und Fötus, später dem Baby, entscheidet, wie das Kind reifen und seine neurobiologische sich entwickeln wird.

Der vorliegende Sammelband "Bindung und frühe Störungen der Entwicklung“ versammelt Aufsätze zu dem in unsere Gesellschaft immer wichtiger werdenden Themen der frühen Entwicklungsstörungen von Kindern. Die Bindungsforschung geht von der Annahme aus, dass Störungen im Bindungsverhalten oft sehr früh im Laufe der kindlichen Entwicklung entstehen und zu schwerwiegenden emotionalen und sozialen Störungen sich weiter entwickeln können. Die Autoren des vorliegenden Sammelbandes gehen in unterschiedlichen Ansätzen immer wieder der Frage nach, wie in der Therapie, der Beratung, aber vor allen in der Prävention mit diesem Phänomen umgegangen werden kann.

Immer wieder wird auch deutlich, dass schon die Schwangerschaft und die Umstände der Geburt, also die pränatalen und perinatalen Erfahrungen von Kindern prägend sind für ihre weitere Entwicklung, haben schon die Forschungen von Stanislaf Grof und anderen vor einigen Jahrzehnten gezeigt. In der gegenwärtigen Diskussion um die Lebensumstände unserer Kinder wird, so notwendig und begrüßenswert sie auch ist, viel zu spät angesetzt. Man ist mittlerweile im Kindergarten angelangt, einer Phase der Entwicklung der Kinder, wo im Aspekt auf die Eltern-Kind-Bindung vieles schon irreversibel falsch gelaufen sein kann und nach meiner Beobachtung nicht selten auch ist.

Dass man die Geburt von Kindern unterstützt, dass man Erwachsene durch entsprechende auch finanzielle Unterstützungen wie Elterngeld und Elternzeiten ermutigt zur Elternschaft ist begrüßenswert. Doch ist es auch in jedem Fall sinnvoll ? Müsste es nicht viel mehr Informationen für die allgemeine Öffentlichkeit geben über das, was da in einer Schwangerschaft abläuft und was wichtig ist für das weitere Leben von Eltern und Kind ? Müsste es nicht so etwas geben wie eine emotionale Lernschule und pränatale psychologische Angebote für werdende Eltern? Doch wenn man sieht, wie schwierig es schon ist, die Eltern und die Kinder im Kindergarten und in der Grundschule wirklich zu erreichen in ihrem Verhalten, in ihrer Erziehung, in ihren Bindungsmustern, dann muss man fürchten, dass es sehr lange dauern wird, bis die hier vorliegenden Forschungsergebnisse in den Erziehungsalltag in Familie und den anderen Sozialisationsinstanzen ankommen. Unser Sohn David ist in diesem Sommer eingeschult worden und es ist erschreckend, wie viele von den Kindern in seiner Klasse von ihren sozialen Kompetenzen her noch gar nicht schulreif sind und es wohl auch noch lange nicht werden

Eine gelungene Eltern-Kind-Bindung wird das Kind sein Leben lang positiv begleiten und ihm Lebens- Möglichkeiten verschaffen, die es ohne diesen Bindungsschatz nicht hätte und sich wahrscheinlich aus eigener Kraft auch nicht selbst schaffen kann. Das ist der Ansatz der von Karl Heinz Brisch vorangebrachten Bindungstheorie. Hat man sie einmal begriffen und in seinem Leben mit Kindern versucht umzusetzen, ist man entsetzt über die wachsende Bindungslosigkeit immer größer werdender Teile der Gesellschaft. Und das sind eben nicht nur die sogenannten "bildungsfernen Schichten" und Migrantenfamilien, die in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte gerne genannt werden, sondern diese Bindungslosigkeit geht bis weit in die Mitte unserer Gesellschaft hinein, dorthin, wo die eigentlich tragenden Pfeiler des Gemeinwesens immer wieder ausgemacht und hervorgehoben werden.

Ich empfehle dieses Buch nicht nur allen Erzieherinnen und Pädagogen, allen in der Beratung von Eltern und Kindern Tätigen, sondern auch allen Lehrern, Sozialarbeitern, Streetworkern u.a.

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Rezension zu "Bindung und Trauma" von Karl H Brisch

Rezension zu "Bindung und Trauma" von Karl H Brisch
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Manchmal habe ich den Eindruck, dass mit wachsender Erkenntnis der Entwicklungspsychologie über die Bedeutung der Bindung im Leben eines Menschen, sie im tatsächlichen Leben nachlässt. Schon John Bowlby hatte in seinen Büchern nachgewiesen, dass das „attachment“ ( so der Titel eines schon 1969 erschienenen und erst 1982 ins Deutsche übersetzten Buches) zwischen der Mutter und dem Kleinkind für dessen weitere Entwicklung eine unendlich wichtige Bedeutung hat. Die Bücher, die Karl-Heinz Brisch in den letzten Jahren bei Klett-Cotta veröffentlicht hat über die unterschiedlichen, auch therapeutischen Aspekte der Bindungstheorie, haben nicht nur Therapeuten der unterschiedlichsten Richtungen weiter geholfen, die Bedeutung früher Bindungserfahrung von Kindern zu erkennen, sondern auch unzähligen Eltern und Erziehern.

"Die Bindungstheorie", hatte Bowlby einst geschrieben, "begreift das Streben nach engen emotionalen Beziehungen als spezifisch menschliches, schon beim Neugeborenen angelegtes, bis ins hohe Alter vorhandenes Grundelement ... Trotz der großen Bedeutung des Nahrungs- und Sexualtriebs ist die Bindung, ihrer lebenswichtigen Schutzfunktion wegen, als solche eigenständig."

Eva Rass führt das in ihrem eben bei Klett-Cotta erschienenen Buch „Bindung und Sicherheit im Lebenslauf“ noch weiter: „Es kann heute als gesichert gelten, dass sich die Lebenseinstellung und die damit einhergehenden Lebensstimmung im höheren Erwachsenenalter nicht von ungefähr einstellt, sondern ganz wesentlich vom vorherigen Lebensverlauf bestimmt wird. Diese vorangegangene Entwicklung verläuft in aufeinanderfolgenden Phasen und Stufen, und die Bewältigung des jeweiligen Abschnitts ist mit dem Kontinuum des davor Gelebten verbunden.“

Die in diesem Buch nun schon in der dritten Auflage vorliegenden Aufsätze belegen, wie stark die Erkenntnisse der Bindungsforschung in den letzten 10 Jahren etwa schon Einzug gehalten haben in die Psychoanalyse und die Psychotherapie und führen die bisher weitgehend unabhängig voneinander forschenden Bereiche der Bindungstheorie und der Psychotraumatologie erstmals weiter zusammen.

In verschiedenen Aufsätzen geht es um den Zusammenhang zwischen Bindungsverhalten und Bindungsstörungen mit traumatischen Trennungs- und Verlusterlebnissen. Es ist eine der wichtigen
Erkenntnisse der Bindungsforschung, wie sich solche ungelösten Traumata auswirken können auf gestörtes Verhalten bei Kindern und auf Bindungsrepräsentation bei Erwachsenen.

Die allerwichtigste Erkenntnis überrascht nicht wirklich: eine sichere Bindungserfahrung in der Kindheit ist ein ganz wichtiger Schutz gegen das Aufkommen psychopathologischer Symptome nach einem traumatischen Erlebnis.

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