Mit Untergang der Welten - Ende eines Zeitalters legt Karl H. Sodek einen ungewöhnlichen Genre-Mix vor, der sich nicht ganz in die klassische Schublade von Fantasy oder Science-Fiction einordnen lässt - und genau darin liegt seine Stärke.
Die Geschichte führt auf den Planeten Valderan, eine hochentwickelte Zivilisation, die im Einklang mit ihren Ressourcen lebt. Im Zentrum stehen Galduran und seine beiden Schüler Kalgira und Brandan, deren Wege sich nach ihrer Ausbildung zunächst trennen, bevor sie angesichts wachsender Konflikte und einer übergeordneten Bedrohung wieder aufeinandertreffen. Erzählt wird dabei weitgehend linear, mit wechselnden Perspektiven zwischen den beiden Hauptfiguren, ergänzt durch gelegentliche Ausflüge in weitere Handlungsstränge.
Was sofort auffällt: Die Figuren sind klar gezeichnet und erfüllen teilweise bekannte Rollenbilder. An einigen Stellen wirken sie etwas stereotyp, insgesamt aber dennoch sympathisch und zugänglich genug, um emotional mitzunehmen. Die eigentliche Stärke des Romans liegt weniger in tiefenpsychologischer Figurenarbeit, sondern vielmehr im Worldbuilding und der Handlung.
Die Welt von Valderan selbst ist spannend angelegt. Obwohl sie in einem fremden Universum verortet ist, erinnert vieles überraschend stark an irdische Strukturen - teilweise sogar mit einem Hauch von Mittelalter. Diese Mischung aus vertrauten Elementen und fremdartiger Kulisse funktioniert gut und schafft eine eigene Atmosphäre, die weder rein futuristisch noch klassisch fantastisch ist.
Besonders prägend ist der Hintergrund des Autors als Physiker. Das merkt man deutlich - sowohl in den detaillierten Beschreibungen als auch im Sprachstil. Manche Passagen sind anspruchsvoller formuliert und setzen ein gewisses Interesse an physikalischen und astronomischen Konzepten voraus. Das macht das Buch nicht unbedingt zu einem „leichteren“ Leseerlebnis: Man braucht Konzentration und gelegentlich die Bereitschaft, im Glossar nachzuschlagen. Aber genau das hebt den Roman auch positiv von vielen Genrevertretern ab.
Die Handlung selbst bleibt angenehm unvorhersehbar. Sie folgt keinem starren Schema, sondern entwickelt sich mit eigenen Wendungen und Dynamiken, was die Spannung konstant hält.
Fazit:
Ein gutes, stellenweise forderndes Buch, das durch seine ungewöhnliche Mischung aus Fantasy, Dystopie und wissenschaftlichem Anspruch überzeugt. Wer Lust auf fremde Welten, komplexere Hintergründe und eine Geschichte abseits der üblichen Klischees hat, wird hier definitiv fündig.




