Karl Heinz Bohrer

 3,9 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor*in von Granatsplitter, Jetzt und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Karl Heinz Bohrer, geboren 1932 in Köln, war Literaturkritiker, Herausgeber, Wissenschaftler, Verfasser vieler Werke um die zentrale Idee des Momentanismus, der »Plötzlichkeit«. Langjährige Aufenthalte in Frankreich und England als bewusste Erfahrung der »Fremde«. Hochschullehrer in Deutschland, Frankreich und den USA. Als scharfzüngiger, auch polemischer Zeitkritiker stand er immer wieder im Zentrum heftiger Diskussionen. Bohrer verstarb am 4. August 2021 in London.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Karl Heinz Bohrer

Cover des Buches Granatsplitter (ISBN: 9783423142939)

Granatsplitter

(7)
Erschienen am 01.03.2014
Cover des Buches Jetzt (ISBN: 9783518468777)

Jetzt

(4)
Erschienen am 13.06.2018
Cover des Buches Der Abschied (ISBN: 9783518297025)

Der Abschied

(1)
Erschienen am 16.06.2014
Cover des Buches Granatsplitter: Eine Erzählung (ISBN: B008MAXXG8)

Granatsplitter: Eine Erzählung

(1)
Erschienen am 30.07.2012
Cover des Buches Ästhetische Negativität (ISBN: 9783446200715)

Ästhetische Negativität

(0)
Erschienen am 18.02.2002

Neue Rezensionen zu Karl Heinz Bohrer

Cover des Buches Granatsplitter: Eine Erzählung (ISBN: B008MAXXG8)
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Rezension zu "Granatsplitter: Eine Erzählung" von Karl Heinz Bohrer

Henk_Bleu
Matte Splitter – Bohrer ist nicht Reich-Ranicki

Falls Sie den Autor nicht kennen: Karl Heinz Bohrer war FAZ-Redakteur und England-Korrespondent sowie später Professor für Literaturwissenschaften. In "Granatsplitter" erzählt er von seiner Jugend in Köln im zweiten Weltkrieg, im Nachkriegsdeutschland und seiner weiteren Ausbildung in England.

Eindrücke und Schilderungen aus dem 2. Weltkrieg aus erster Hand sind spannend, insofern beginnt der Band verheißungsvoll. Doch die schillernd beschriebenen Splitter werden rasch matt: Wir werden in Bohrers Familiengeschichte hineingezogen, in Erkenntnis- und moralische Fragen während der Adoleszenz etc. pp. In weiteren Teilen werden wir Zeuge seiner Internats- und Studienzeit in England, was - bei allem Respekt - immer fader wurde.

Bestimmt war es für Bohrer zur damaligen Zeit ein unerhörtes Abenteuer, längere Zeit in England zu verbringen. Nur liegt in der Lektüre kein besonderer Gewinn für den heutigen Leser. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, der faszinierenden Innenwelt eines großen Intellektuellen und seinen Erinnerungen beizuwohnen, sondern habe mich dezent gelangweilt. Da hatte Marcel Reich-Ranicki in seinen Erinnerungen deutlich mehr zu bieten.

Die Erklärung gibt der Autor selbst am Schluss: Das Buch liest sich zwar wie eine Autobiographie, soll aber eine (fiktive) Erzählung sein, geschrieben aus der Perspektive des Heranwachsenden. Für mich hat das nur begrenzt funktioniert; die Jubelgesänge der Kritikergemeinde kann ich mir nur so erklären, dass ein Ex-Kollege unter Artenschutz steht und freundlich besprochen wird.

In einer Fußnote muss ich sagen, dass Bohrer mich mit einem ziemlich erratischen Gebrauch des Konjunktivs in der indirekten Rede gequält hat (tue vs. täte etc. pp.) - das hätte ich einem Literaturprofessor schon zugetraut.

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