Karl Kraus

 4.2 Sterne bei 59 Bewertungen

Lebenslauf von Karl Kraus

Karl Kraus, geboren 1874 in Böhmen, gehört zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern des beginnenden 20. Jahrhunderts. Kraus machte sich als Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker einen Namen. Vor allem galt er als scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus. Er starb 1936 in Wien.

Quelle: Verlag / vlb

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Ausgewählte Werke

Erscheint am 01.02.2020 als Hardcover bei wbg Edition.

Die letzten Tage der Menschheit. Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog

Neu erschienen am 20.09.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

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Cover des Buches Die letzten Tage der Menschheit (ISBN:9783518457153)

Die letzten Tage der Menschheit

 (20)
Erschienen am 31.10.2005
Cover des Buches Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt (ISBN:9783865391162)

Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt

 (3)
Erschienen am 18.02.2007
Cover des Buches Auch Zwerge werfen lange Schatten (ISBN:9783865393043)

Auch Zwerge werfen lange Schatten

 (2)
Erschienen am 22.09.2016
Cover des Buches Die chinesische Mauer (ISBN:9783458191995)

Die chinesische Mauer

 (2)
Erschienen am 08.03.1999
Cover des Buches Karl Kraus zum Vergnügen (ISBN:9783150184677)

Karl Kraus zum Vergnügen

 (2)
Erschienen am 01.01.2007
Cover des Buches Karl-Kraus-Lesebuch (ISBN:9783518379356)

Karl-Kraus-Lesebuch

 (2)
Erschienen am 07.10.1987

Neue Rezensionen zu Karl Kraus

Neu

Rezension zu "Auch Zwerge werfen lange Schatten" von Karl Kraus

Perlen von Kraus
Duffyvor 7 Monaten

Wer heute den Namen Karl Kraus hört, weiß in der Regel damit nicht allzu viel anzufangen, nur dass er hier und da erwähnt oder gar zitiert wird. Kraus (1874-1936) war u.a. der Gründer von Die Fackel, ein Kritikmedium, das bis heute noch seinesgleichen sucht und schrieb auch für den Simplicissimus, eine der führenden Satirezeitschriften im deutschsprachigen Raum.

Heute sind seine Bücher zwar überall zu finden, der Bildungsbürger hat sie wie Götzenbilder selbstverständlich im Bücherregal, doch das Lesen und die Auseinandersetzung mit dem Werk dieses einmaligen Wortakrobaten ist eine Mühe, dem sich nur die wenigsten unterziehen. Dabei ist das eine lohnende Entdeckung, nicht nur die Art und Weise, wie Kraus mit den Wörtern und deren Bedeutung umgeht, sondern auch der Scharfsinn und die ungemein detaillierte Formulierung sind etwas, das heute niemand mehr zustande bringt. Alles muss man auch im gesellschaftlichen und politischen Kontext des Ersten Weltkrieges und der drohenden Nazizeit sehen, erst dann wird die ganze Schwere und Tragweite der Kraus-Literatur richtig zu bewerten sein. Tucholskys Einschätzung, dass Kraus in Berlin wohl nicht überlebt hätte und es gut ist, dass er in Wien lebte, ist ganz sicher richtig, denn die Einlassungen des Denkers und Kritikers waren trotz ihrer stilistischen Finesse ziemlich eindeutig. Korruption, Doppelmoral und die Dummheit der Gesellschaft wurden gnadenlos aufgezeigt. Kraus war eigentlich eine Ein-Mann-Opposition, jederzeit bereit, auf dem Grat zu laufen und sich nie zu verbiegen.

Wer ihn allerdings als „Querdenker“ bezeichnet, hat sich nicht die Mühe gemacht, ihn zu verstehen. Oder war zu faul um mitzudenken. Für die Lektüre dieser hier zusammengetragenen „Kraus-Perlen“ braucht man Zeit, Geduld für die Details und eine Bereitschaft, sogar einzelne Sätze mehrmals zu reflektieren und zu lesen, damit auch nicht eine kleine Einzelheit verlorengeht. Denn die Kunst des Karl Kraus waren die Details, alles was man mit dem Wortsinn anstellen kann, hat er meisterhaft praktiziert.

Diese kleine Sammlung bietet Stoff für Stunden des Nachdenkens. Nichts für zwischendurch und in kleinen Häppchen zu genießen, damit man alles würdigen kann. Denn so einer wie Kraus fehlt heute und man kann sich nur mal wieder wundern, wie wenig sich die Menschen seit damals verändert haben, im Gegenteil, was seinerzeit schon das Negative der Gesellschaft ausmachte, hat sich noch ein wenig verstärkt. Insofern ist Kraus hochaktuell, gerade auch deswegen, weil noch niemand in seine Fußstapfen getreten ist. Essentiell!

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S

Rezension zu "Das große Lesebuch" von Karl Kraus

Zu dieser Ausgabe...
sKnaerzlevor 5 Jahren

Über Karl Kraus will ich lieber nichts sagen, dafür zu dieser Sammlung des Fischer-Verlags.

Das Design gefällt mir gut, es ist sehr unaufdringlich und im Regal sieht die Klassiker-Ecke mit diesen Ausgaben fröhlich-bunt und doch geschmackvoll aus.

Die Auswahl aus Kraus Werken scheint mir gelungen. Das Spektrum seiner Werke wird, so weit ich das beurteilen kann, gut wiedergegeben. Es sind Aufsätze zur Literatur, zur Sprache, zur Dichtung enthalten, Satiren über Sittenjustiz, Glossen, Gedichte und Ausschnitte aus "Die letzten Tage der Menschheit".

Damit wird dem Ansprüch eines Lesebuchs voll genügt und wenn man Karl Kraus kennen lernen will, ist man gut bedient.

Auf der Minusseite ist zu verbuchen, dass es kein Vorwort gibt, wo der Herausgeber erklärt, nach welchen Kriterien er wählte, an den einzelnen Artikeln nicht steht, wann sie erschienen (das findet man dann im Literaturverzeichnis) und ein paar Hinweise zu dem Zusammenhang, in dem die einzelnen Artikel standen, wäre oft sinnvoller gewesen, als die Auszüge aus Kindlers-Literaturlexikon.

Bei einem tabelarischen Lebenslauf dann marktschreierisch das Adjektiv "exklusiv" hinzuzufügen, streift man dann schon die Peinlichkeitsgrenze.

Ist ist jetzt nicht besonders fair, zu mäkeln, denn das Preis-Leistungsverhältnis des Buches ist wirklich gut. Nur das, was als Hilfestellung für den Leser angepriesen wird, ist nicht das, was der Leser, zumindest der Autor dieser Rezension, benötigt.


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S

Rezension zu "Letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus

Genial!
sKnaerzlevor 6 Jahren

Das Drama wurde zu Kraus Lebzeiten nie aufgeführt und war wohl auch nicht für die Bühne gedacht, aber Kraus hat immer wieder daraus vorgelesen und das muss so ähnlich geklungen haben wie diese Lesung von Qualtinger. Er schlüpft in jede Person und gibt ihr eine eigene Stimme und Sprache: österreichischer Dialekt, jiddische Anklänge, knarzende preußische Offiziere, nicht ganz reines Hochdeutsch für die Hofbeamten, alles gleichzeitig bei den Straßenszenen... das muss man können und das kann Qualtinger!

Zum Inhalt: Kraus schildert in kurzen Episoden das Alltagsleben in Österreich während des Ersten Weltkriegs. Die Szenen sind weitgehend unabhängig von einander, manchmal kommen Personen in mehreren Szenen vor. Jeder Akt beginnt mit einer Szene auf der Ringstraße, wo die Stimmung der Bevölkerung vorgeführt wird.

Die Personen sind Karikaturen, die Szenen sind satirisch überspitzt, wenn die Minister sich im Kaffeehaus langweilen, während sie gerade einen Krieg begonnen haben, wenn militärische Leistungen dazu dienen, sich bei Kaffeehauskellnern in Szene zu setzen, wenn begeisterter Patriotismus eigentlich nur dummdreister Fremdenhass ist, die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen unter dem Kriegsrecht, die wachsende Armut und bei Kraus unvermeidlich, die Eitelkeit und der Egoismus von Schriftstellern und Journalisten.

Und natürlich hat man den Verdacht, dass dies nicht Satire ist, sondern die pure Wahrheit

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Karl Kraus wurde am 28. April 1874 in Gitschin (Tschechische Republik) geboren.

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