Karl Kraus

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Lebenslauf von Karl Kraus

Karl Kraus wurde am 28. April 1874 im nordböhmischen Gitschin / Österreich-Ungarn (heute: Jicín / Tschechien) als Sohn eines jüdischen Papierfabrikanten geboren. In Wien studierte er seit 1877 Jura, Philosophie und Germanistik, schloß das Studium jedoch nicht ab. Schon während der Studienzeit veröffentlichte er literaturkritische Beiträge u.a. in der Zeitschrift Die Gesellschaft. Daneben betätigte er sich als Dramatiker, Lyriker und Vortragskünstler und hatte Kontakt zu Mitgliedern der Gruppe "Jung-Wien", u.a. Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal, von denen er sich aber 1897 in der Satire Die demolierte Literatur distanzierte. 1899 gründete er die Zeitschrift Die Fackel. Sie war zeitlebens die wichtigste Veröffentlichungsplattform für seine kulturkritischen Beiträge. Er starb am 12. Juni 1936 in Wien.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Büffelhaut und Kreatur (ISBN: 9783751806152)

Büffelhaut und Kreatur

Neu erschienen am 13.01.2022 als Taschenbuch bei Friedenauer Presse.
Cover des Buches Büffelhaut und Kreatur (ISBN: 9783835352117)

Büffelhaut und Kreatur

Erscheint am 09.03.2022 als Hardcover bei Wallstein.

Alle Bücher von Karl Kraus

Cover des Buches Die letzten Tage der Menschheit (ISBN: 9783518457153)

Die letzten Tage der Menschheit

 (20)
Erschienen am 31.10.2005
Cover des Buches Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt (ISBN: 9783865391162)

Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt

 (3)
Erschienen am 18.02.2007
Cover des Buches Auch Zwerge werfen lange Schatten (ISBN: 9783865393043)

Auch Zwerge werfen lange Schatten

 (2)
Erschienen am 22.09.2016
Cover des Buches Die chinesische Mauer (ISBN: 9783458191995)

Die chinesische Mauer

 (2)
Erschienen am 08.03.1999
Cover des Buches Karl Kraus zum Vergnügen (ISBN: 9783150184677)

Karl Kraus zum Vergnügen

 (2)
Erschienen am 01.01.2007
Cover des Buches Karl-Kraus-Lesebuch (ISBN: 9783518379356)

Karl-Kraus-Lesebuch

 (2)
Erschienen am 07.10.1987

Neue Rezensionen zu Karl Kraus

Cover des Buches Schriften in den suhrkamp taschenbüchern. Erste Abteilung. Zwölf Bände (ISBN: 9783518378205)D

Rezension zu "Schriften in den suhrkamp taschenbüchern. Erste Abteilung. Zwölf Bände" von Karl Kraus

Die Absurdität und der Wahnsinn des 1. Weltkrieges
DrGordonvor 21 Tagen

Der Schriftsteller und Satiriker Karl Kraus beschreibt den ersten Weltkrieg aus Sicht der Donaumonarchie anhand orginaler Dokumente, angeblich echte Diskussionen bis zu fast schon philosophischen Abhandlungen zwischen dem Optimisten und dem Nörgler. Teils mit dem Mittel der Satire, wird die Absurdität dieses Krieges, der zynische, ideologisch verhärtetete politische Chauvinismus (Steigerung von Nationalismus) dem Leser recht deutliich vor Augen geführt. 


Dabei werden Zitate miteinander verbunden und dadurch der Irrsinn des Krieges verstärkt. 

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Cover des Buches Die letzten Tage der Menschheit (ISBN: 9783863120047)A

Rezension zu "Die letzten Tage der Menschheit" von Anton Holzer

Kritischer Blick auf die Berichterstattung im ersten Weltkrieg
annluvor 2 Jahren

„Ich bin jetzt nur ein einfacher Zeitungsleser.“


In seinem Drama „Die letzten Tage der Menschheit“ verarbeitet Karl Kraus all jene Bilder und Zeitungsartikel, die ihm während des ersten Weltkrieges begegnen. Die Propaganda nimmt er nicht als Wahrheit an und bastelt rund um all die Eindrücke, die ihn über die Presse erreichen ein monumentales Antikriegsdrama, in dem er seine Meinung anderen in den Mund legt, scheinbar reale Szenen aus dem Krieg nachstellt und mit Worten Bilder beschreibt, denen in diesem Buch Fotografien aus der Zeit gegenübergestellt werden. 



Die Einleitung betrachtet Fakten zum ersten Weltkrieg aus Sicht des Autors Karl Kraus. Bereits hier wird auf seine Arbeit, mehr noch aber auf seine Artikel in seiner eigenen Zeitung, eingegangen. Sie gibt einen Überblick über das Gesamtwerk „Die letzten Tage der Menschheit“, aus dem in den folgenden Kapiteln einzelne Szenen herausgenommen werden, die ein besonderes Thema aufnehmen. 


Da sich das Drama auf Pressemitteilungen und Bilder aus Zeitungen stützt, gibt dieser Bildband die Zitate aus Kraus Buch zusammen mit Fotografien wieder. Schon das erste Kapitel über die inszenierte Kriegsbegeisterung zeigt einerseits die literarische Auseinandersetzung damit, die mehr in den Bildern aus den Zeitungen sieht. Diese lassen erkennen, worauf sich die Propaganda bezieht (die übrigens in einem eigenen Kapitel behandelt wird). Die „Schlachtbilder“ stehen den „Posen und Begegnungen“ gegenüber, da in ersteren die einfachen Soldaten an der Front – samt Toten – zu sehen sind, während das zweite Kapitel sich mit der Inszenierung des Kaisers bei seinen Truppenbesuchen beschäftigt. Das Schicksal der Bevölkerung wird in „Kriegsgefangene, Trophäen, Raubzüge“ aber auch in „Krieg im Hinterland“ aufgezeigt. Wie das Drama selbst endet das Buch mit Albtraumbildern und Betrachtungen, die alles in Frage stellen. 


Fazit: Die Auseinandersetzung mit dem Drama in Zusammenhang mit den Bildern hat Einsichten in den ersten Weltkrieg ermöglicht, besonders aber die Seite davon gezeigt, die von den Zeitungen und Zeitschriften inszeniert wurde. 

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Cover des Buches Auch Zwerge werfen lange Schatten (ISBN: 9783865393043)D

Rezension zu "Auch Zwerge werfen lange Schatten" von Karl Kraus

Perlen von Kraus
Duffyvor 3 Jahren

Wer heute den Namen Karl Kraus hört, weiß in der Regel damit nicht allzu viel anzufangen, nur dass er hier und da erwähnt oder gar zitiert wird. Kraus (1874-1936) war u.a. der Gründer von Die Fackel, ein Kritikmedium, das bis heute noch seinesgleichen sucht und schrieb auch für den Simplicissimus, eine der führenden Satirezeitschriften im deutschsprachigen Raum.

Heute sind seine Bücher zwar überall zu finden, der Bildungsbürger hat sie wie Götzenbilder selbstverständlich im Bücherregal, doch das Lesen und die Auseinandersetzung mit dem Werk dieses einmaligen Wortakrobaten ist eine Mühe, dem sich nur die wenigsten unterziehen. Dabei ist das eine lohnende Entdeckung, nicht nur die Art und Weise, wie Kraus mit den Wörtern und deren Bedeutung umgeht, sondern auch der Scharfsinn und die ungemein detaillierte Formulierung sind etwas, das heute niemand mehr zustande bringt. Alles muss man auch im gesellschaftlichen und politischen Kontext des Ersten Weltkrieges und der drohenden Nazizeit sehen, erst dann wird die ganze Schwere und Tragweite der Kraus-Literatur richtig zu bewerten sein. Tucholskys Einschätzung, dass Kraus in Berlin wohl nicht überlebt hätte und es gut ist, dass er in Wien lebte, ist ganz sicher richtig, denn die Einlassungen des Denkers und Kritikers waren trotz ihrer stilistischen Finesse ziemlich eindeutig. Korruption, Doppelmoral und die Dummheit der Gesellschaft wurden gnadenlos aufgezeigt. Kraus war eigentlich eine Ein-Mann-Opposition, jederzeit bereit, auf dem Grat zu laufen und sich nie zu verbiegen.

Wer ihn allerdings als „Querdenker“ bezeichnet, hat sich nicht die Mühe gemacht, ihn zu verstehen. Oder war zu faul um mitzudenken. Für die Lektüre dieser hier zusammengetragenen „Kraus-Perlen“ braucht man Zeit, Geduld für die Details und eine Bereitschaft, sogar einzelne Sätze mehrmals zu reflektieren und zu lesen, damit auch nicht eine kleine Einzelheit verlorengeht. Denn die Kunst des Karl Kraus waren die Details, alles was man mit dem Wortsinn anstellen kann, hat er meisterhaft praktiziert.

Diese kleine Sammlung bietet Stoff für Stunden des Nachdenkens. Nichts für zwischendurch und in kleinen Häppchen zu genießen, damit man alles würdigen kann. Denn so einer wie Kraus fehlt heute und man kann sich nur mal wieder wundern, wie wenig sich die Menschen seit damals verändert haben, im Gegenteil, was seinerzeit schon das Negative der Gesellschaft ausmachte, hat sich noch ein wenig verstärkt. Insofern ist Kraus hochaktuell, gerade auch deswegen, weil noch niemand in seine Fußstapfen getreten ist. Essentiell!

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Karl Kraus wurde am 28. April 1874 in Gitschin (Tschechische Republik) geboren.

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