Karl Marlantes Was es heißt, in den Krieg zu ziehen

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Inhaltsangabe zu „Was es heißt, in den Krieg zu ziehen“ von Karl Marlantes

Kriege werden seit Menschengedenken geführt, doch nie zuvor wurden Soldaten in der westlichen Welt so gut ausgebildet wie heute. Dabei ist und bleibt der Krieg eine unvorstellbare Erfahrung – nur derjenige kann wahrhaftig Auskunft darüber geben, der ihn erlebt hat. Dreißig Jahre hat Karl Marlantes schwer an seiner eigenen Kriegserfahrung, die er in Vietnam machen musste, getragen – um sie jetzt mit seinen Lesern zu teilen.
In Was es heißt, in den Krieg zu ziehen beschönigt er nichts – und er verschweigt nichts. Ohne Rücksicht auf sich selbst und seine Leser erzählt er von Tapferkeit ebenso wie vom Töten; von der Notwendigkeit, Gewalt anzuwenden, um noch Schlimmeres zu verhindern, und von dem einzigartigen Kick, der mit einem echten Kampfeinsatz einhergehen kann.
Auf diese Weise gelingt ihm dreierlei: zukünftigen Soldaten begreiflich zu machen, wozu sie sich verpflichten; -Veteranen dabei zu helfen, mit dem Gesehenen und Getanen weiterzuleben; und Politikern und Militärs mit gnadenloser Klarheit vor Augen zu führen, was sie den jungen Männern abverlangen, die sie in den Kampf schicken. Das macht Was es heißt, in den Krieg zu ziehen zu einem ebenso großen wie wichtigen Buch, das uns alle angeht.

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  • Es ist kein pazifistisches Buch, das Marlantes geschrieben hat

    Was es heißt, in den Krieg zu ziehen

    WinfriedStanzick

    03. July 2013 um 09:01

      Nach seinem großen Romanerfolg „Matterhorn“, an dem der ehemalige Vietnamsoldat Karl Marlantes dreißig Jahre arbeitete und in dem er seine Erfahrungen im Krieg verarbeitete, legt er nun ein zweites Buch nach, viel persönlicher und direkter, um mit seiner eigenen Kriegserfahrung ins Reine zu kommen.   Es ist ein erschütterndes Buch, das er jungen Leuten, die sich fragen, ob sie eine militärische Laufbahn einschlagen wollen, empfiehlt, als „eine Art spirituelles Prophylaktikum“. Denn für ihn ist eines klar: sein Land wird auch in der Zukunft in militärische Auseinandersetzungen verwickelt werden (für Deutschland ist das relativ neu, gilt aber auf einem niedrigen Level genauso). Deshalb:  „Wir sollten uns dafür wappnen, indem wir uns klar machen, was ein Krieg für die im Gefecht stehenden Soldaten bedeutet: Jeder seinem Gewissen folgende Bürger, und vor allem jener, der an den politischen Schaltstellen sitzt, ist besser darauf vorbereitet zu entscheiden, ob junge Menschen in den Krieg geschickt werden müssen oder nicht, wenn er weiß, was man damit von ihnen verlangt.“   Doch auch „dem jungen Kämpfer“ will er mit seinen Aufzeichnungen vor dem Eintritt in die Schlacht dabei helfen, „besser mit den vielzähligen psychologischen, moralischen und spirituellen Belastungen des Kriegs zurechtzukommen.“   Es ist kein pazifistisches Buch, das Marlantes geschrieben hat, aber eines, das immer vor Augen führt, dem, der Menschen in den Krieg schickt, und  denen, die sich schicken lassen,  welche Verantwortung sie dabei für sich und andere übernehmen.    

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  • Vom Leben im und nach dem Kriegseinsatz

    Was es heißt, in den Krieg zu ziehen

    HeikeM

    10. June 2013 um 19:36

    Am besten nähert man sich diesem Buch, wenn man sich vorher die Biografie des Autors zu Gemüte führt. Daraus wird ersichtlich, Karl Marlantes hat persönlich erfahren, was es heißt, in den Krieg zu ziehen, was es heißt, im Krieg zu sein und aus diesem zurückzukehren. Meine persönlichen Berührungspunkte zum Militär sind verschwindend gering, trotzdem wollte ich mir ein Bild davon machen, was Soldaten denken und fühlen, wenn sie für ihr Vaterland in den Krieg ziehen (müssen), ihr Leben riskieren und vor die Frage ‚Töten oder getötet werden?‘ gestellt werden. In diesem Buch öffnete der Autor, ein Vietnam-Veteran, sein Innerstes, um dem Leser genau diesen Einblick zu gewähren. Sorgfältig analysiert und reflektiert er Erlebtes und Empfundenes. Ehrlich berichtet er von den Gräueln des Krieges und sinniert über seine eigenen Taten, über Freude und Trauer, Drogen, Alkohol und Selbstmord. Der Leser spürt, wie Karl Marlantes von der Vergangenheit gequält wird. Man kann dies nachvollziehen und begreifen. Marlantes macht aber auch deutlich, dass die Marines zwar gut ausgebildet in den Krieg gingen, aber auf das, was sie dort erleben wurden sie nur ungenügend vorbereitet. Ebenso wie bei der Rückkehr des Soldaten zu wenig Augenmerk auf eine psychische Verarbeitung des Erlebten gelegt wurde. Körperlich wiederhergestellt wurden sie in den Alltag entlassen, ohne dass sich jemand groß um die Psyche der Kämpfer kümmerte. Marlantes macht sich aber auch Gedanken zur heutigen Form der Kriegführung, bei der oft tausende von Kilometern zwischen dem die tödliche Waffe Auslösenden und deren tödlicher Wirkung liegen. Die herkömmlichen er-oder-ich-Situationen werden immer seltener. Der Kampf wird abstrakter. Politiker sprechen von „sauberen Kriegen“, da der Krieg nicht mehr so unmittelbar wie in vergangenen Zeiten ist. Was das für Auswirkungen auf die menschliche Psyche hat, wird noch abzuklären sein. Karl Marlantes beschreibt das Wesen des Krieges, betrachtet dessen ethische und moralische Seite, er bezieht sich dabei neben den eigenen Erlebnissen, auf die Mythologie, auf Spiritualität und Psychologie. Die eigenen Erlebnisse Marlantes belegen auf einzigartige Weise, was es wirklich heißt, in den Krieg zu ziehen. Das in 11 prägnant betitelte Kapitel gegliederte Buch gewährt dem Leser einen ganz privaten Einblick in die Gefühlswelt der Kämpfenden. Es fiel mir nicht immer leicht, dieses Buch zu lesen, es wird mich sicher auch noch eine Weile beschäftigen. Trotzdem ist es eines der wichtigsten Bücher die ich in meinem Leben gelesen habe. Dieses Buch ist von immenser Bedeutung, etwas Vergleichbares habe ich bisher noch nicht gelesen. Es sollte die Pflichtlektüre aller zukünftigen Soldaten, Soldatinnen und der Politiker sein, die diese in Kampfeinsätze schicken.

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  • Ein persönlicher Nachtrag zum Roman

    Was es heißt, in den Krieg zu ziehen

    michael_lehmann-pape

    06. June 2013 um 07:33

      Nach dem Erfolg seines Vietnam-Romans „Matterhorn“, in dem Marlantes seine persönlichen Erfahrungen zu Grunde legte, folgt nun durch Marlantes eine offene und persönliche Reflektion des damaligen Erlebens. Ein Erleben, an dem Marlantes schwer trägt, dass lange Zeit benötigte, um auch nur einigermaßen verarbeitet sein zu können und das erst jetzt, über 30 Jahre später, für Marlantes selbst „sprachfähig“ wird.   „Dieses Buch habe ich vor allem geschrieben, um mit meiner eigenen Kriegserfahrung ins Reine zu kommen“. Und das mit dem Ziel, diese Erfahrungen zu teilen, anderen Veteranen auch eine Sprache vielleicht mit an die Hand zu geben und unbefangenen Lesern den Krieg in all seiner auch „Personenzerstörenden“ Kraft unmissverständlich vor Augen zu führen.   „Die Gewalt des Krieges ist ein Angriff auf die Psyche, bringt Ethik und Moral durcheinander und stellt die Seele auf die Probe“.   Und das nicht nur aufgrund der Formen von „erlittener“ Gewalt, denen ein Soldat ausgesetzt ist, sondern vor allem auch aufgrund der Formen „ausgeübter“ Gewalt. Da nimmt Marlantes kein  Blatt vor den Mund und versteht es in seiner nüchternen und dennoch bildkräftigen Sprache den Leser mit an die Orte des damaligen Geschehens und seiner Folgen zu nehmen.   Folgen der Gewalt, auch das weiß Marlantes aus erster Hand, die dann im heimischen Umfeld, in den Dienstwegen, in der Ausbildung und der Gesellschaft kleingeredet bis ignoriert werden. Es geht somit für den ehemaligen US-Marine nicht um die Schilderung technischer Ausbildungen oder bester formaler Vorbereitungen, es geht um die Hinwendung zum inneren Erleben für Soldaten im Kampf und in der Zeit danach.   „Krieger handeln mit dem Tod sie nehmen anderen das Leben. Das ist eigentlich die Rolle Gottes“. Und da junge Menschen oft nicht die nötige Stabilität und Reife in sich tragen, kann dies dazu führen, dass Gewalt über das notwendige Maß hinausgeht, dass Soldaten ihrer innere Gewalt „freien Lauf“ lassen.   Nur eines der Themen, die Marlantes aufgreift und bei denen er versucht aufzuzeigen, dass eine intensive auch psychische Vorbereitung hier präventiv wirken können (so pervers der Gedanke auch zu sein scheint, Gewalt auf ein „notwendiges Maß“ zu reduzieren, besser als nichts, könnte man sagen. Für alle Beteiligten).   Ebenso eindrücklich stehen auch seine Gedanken zum „Heldentum“ im Raum, jener verklärt-romantischen Vorstellung von „Alpha-Männern““, die ihr „Rudel“ nicht im Stich lassen sondern „mutig vorweg schreiten“. Ideal und Idole. Hier wendet Marlantes den Blick des Leser weg von den „unbewussten stürmenden“ jungen Soldaten hin zu dem, was man in seinem Verständnis auch (und vielleicht eher) als „Helden“ bezeichnen könnte. Männer mir Erfahrung und Verantwortung, die weitreichende Entscheidungen treffen, die ein Wissen darum besitzen, was sie „anrichten“ können. Viele genau solcher „Heldentaten“ finden dann kaum Beachtung oder werden sogar erregt kritisiert.   Und was ist danach, dann „zu Hause“, kommend aus einer Welt „jenseits von Gut und Böse“ in eine „normales“ Umfeld, das sich nicht groß verändert hat, aber der Soldat im Einsatz hat sich verändert.   Viele Aspekte nimmt Marlantes auf und es gelingt ihm, einerseits seine persönliche Beteiligung darzustellen, andererseits aber auch diese persönlichen Erfahrungen zu abstrahieren in allgemein und breiter gültige Reflektionen hinein.   Ein gutes und treffendes Buch, nicht nur zur Ergänzung von „Matterhorn“, sondern auch für sich stehend wichtig zu lesen. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre von einem, der dabei war, der seine Erfahrungen reflektiert hat, nicht daran zu Grunde ging und nu für das „Innere des Soldaten“ eine Menge zu sagen hat.

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