Karl Ove Knausgård

 4.4 Sterne bei 366 Bewertungen
Autor von Sterben, Lieben und weiteren Büchern.
Karl Ove Knausgård

Lebenslauf von Karl Ove Knausgård

Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als wichtigster norwegischer Autor seiner Generation. Als erster Debütant überhaupt bekam er den Norwegischen Kritikerpreis verliehen. "Alles hat seine Zeit", sein zweiter Roman und vielfach preisgekrönt, war nominiert für den Nordischen Literaturpreis und den internationalen IMPAC Dublin Literary Award. "Sterben" - der erste Roman eines sechsbändigen, autobiographisch angelegten literarischen Projektes, das in Norwegen zur Sensation wurde - war das meist diskutierte Buch der letzten Jahre, stand monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste, wurde mit dem wichtigsten norwegischen Literaturpreis, dem Bragepreis ausgezeichnet, in der Zeitung VG zu einem der besten Bücher der letzten zehn Jahre gewählt sowie von den Lesern der Tageszeitung Morgenbladet zum Buch des Jahres. Nach "Sterben", "Lieben" und "Spielen" erscheint der vierte Band seines Projektes, "Leben". Karl Ove Knausgård lebt mit seiner Familie an der schwedischen Südküste.

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Neu erschienen am 12.11.2018 als Taschenbuch bei btb.

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Sterben

Sterben

 (119)
Erschienen am 10.08.2015
Lieben

Lieben

 (71)
Erschienen am 11.01.2016
Leben

Leben

 (48)
Erschienen am 14.12.2015
Spielen

Spielen

 (42)
Erschienen am 11.05.2015
Träumen

Träumen

 (34)
Erschienen am 10.07.2017
Alles hat seine Zeit

Alles hat seine Zeit

 (16)
Erschienen am 06.04.2009
Im Herbst

Im Herbst

 (9)
Erschienen am 18.09.2017
Im Winter

Im Winter

 (7)
Erschienen am 13.11.2017

Neue Rezensionen zu Karl Ove Knausgård

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Bibliomanias avatar

Rezension zu "Träumen" von Karl Ove Knausgård

Aufstieg und Fall von Träumen
Bibliomaniavor 2 Tagen

Karl Ove Knausgard ist mittlerweile 20. Ihm steht die Welt offen, er möchte Schriftsteller werden und hat einen der wenigen Plätze in der Akademie für Schreibkunst in Bergen ergattert. Dort wohnt auch sein Bruder Ynve, was vielleicht mit einer der Gründe für Karl Ove war, dorthin zu gehen. In Bergen breitet sich das ganze Leben vor ihm aus: Er ist verliebt und findet seine erste Freundin, entdeckt andere sexuelle Gelüste, und kann sich voll und ganz dem Schreiben widmen. Doch die Landung auf dem Boden der Tatsachen ist hart. Eine Beziehung zu haben, kann ziemlich schwierig sein, immer nur Kritik für die eigenen literarischen Ergüsse zu kassieren demotiviert, immer der jüngste zu sein, macht einen klein und da Knausgard ein zutiefst verunsicherter Mensch ist, deren Meinung der anderen ihm viel zu viel bedeutet, macht er sich selbst kaputt. Seine Alkoholexzesse sind ausschweifend, ständig ist er betrunken, taut dann erst richtig auf und stellt ziemlich dumme Sachen an. Aber er kann auch Erfolge verzeichnen: Er ist ein groß gewachsener, attraktiver junger Mann, bringt seinen ersten Roman heraus, wird in der Presse gefeiert und für Interviews in Radio und Zeitung gebucht. Er beginnt seine Ehe und lernt die Sicherheit und das Wohlfühlen in einer Beiziehung kennen. Er trifft neue Leute, mit denen er so etwas wie Freundschaft schließt, aber nie den Abschluss schafft, spielt endlich in einer eigenen Band und erlebt den Rausch auf einer Musikbühne. Knausards Leben ist voller normaler Momente und doch sind sie es nicht. Dieses Leben nimmt mich jedes Mal wieder gefangen und muss einfach immer weiter lesen und lesen. Oft regt er mich auf, wenn er weinerlich ist, oder sich permanent sagt, dass andere etwas besseres verdienen als ihn, wenn er sich nicht zusammenreißen kann und seine Freunde und Partner betrügt. Wenn er den Mund hält, weil er nichts sagen kann und sich selbst ständig klein macht. Und doch geht ein Sog von seinem Leben aus, dem ich mich nicht entziehen kann. Es gibt nur noch einen Teil in seiner sechsbändigen Romanbiografie und ich werde jetzt schon traurig, wenn ich daran denke, dass sein Leben bis in die Gegenwart erzählt sein wird und es keine weitere Biografie mehr gibt. Immer wieder überrascht mich seine Offenheit, denn er ist beileibe kein Mensch, dem alles gelingt, der immer gut drauf und nett zu seinen Mitmenschen ist. Er hat viele dunkle Seiten und dass er sie unverblühmt und aufrichtig erzählt, fordert einen Mut, den ich wirklich bewundere. Ein großartiges Werk!

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Insider2199s avatar

Rezension zu "Sterben" von Karl Ove Knausgård

Falsche Szenen helfen nicht, Licht ins Dunkel zu bringen
Insider2199vor 3 Monaten

Falsche Szenen helfen nicht, Licht ins Dunkel zu bringen

Der 1968 in Norwegen geborene Autor lebt mit seiner Familie an der schwedischen Südküste. Der vorliegende erste Teil einer sechsbändigen, nach Themen sortierten Autobiografie wurde in Norwegen zur Sensation, erhielt mehrere Preise, war das meist diskutierte Buch der letzten Jahre und stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste.

Inhalt (Klappentext): Als Knausgård sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass ihres verstorbenen Vaters zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens schon mit den ersten Sätzen ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit. Selten ist in einem Stück Literatur so greif- und fühlbar geworden, was jeder Mensch ist: ein einmaliger und unerschöpflicher innerer Kosmos.

Meine Meinung: Sprachlich gefiel mir das Buch vom ersten Satz an. Schnell wird klar, dass der Autor eine überaus gute Beobachtungsgabe besitzt und die außergewöhnliche Fähigkeit, selbst Alltägliches sehr fesselnd wiederzugeben. Allerdings – und ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals einmal beanstanden würde – waren mir seine Beschreibungen oft zu detailliert und ausschweifend, denn nicht jede triviale Szene muss meines Erachtens unbedingt in Dialogen wiedergegeben werden. Auch fand ich es etwas lächerlich, dass selbst Laute wie Lachen (he he he) und Stöhnen (oooh) als Text wiedergegeben wurden.

Inhaltlich geht es in diesem Band hpts. um Knausgårds Beziehung zu seinem Vater und dessen Tod. Dass sein Verhältnis zum Vater schwierig war, kommt an diversen Stellen zum Vorschein, wird aber leider nur ungenügend mit passenden Szenen untermauert. Stattdessen gibt es Szenen, die im Sande verlaufen und wo ich mich gefragt habe, was der Autor mir damit sagen will, denn sie hatten mit dem Kernthema überhaupt nichts zu tun. Als Beispiel will ich hier eine Kindheitserinnerung nennen, wo Knausgård mit seinem Freund verbotenen Alkohol beschafft, um sich auf einer Silvesterparty zu betrinken. Die Szene wird äußerst detailliert auf mehreren Seiten beschrieben, und so war ich mir relativ sicher, dass es böse ausgehen würde, zumindest zu Konflikten mit dem Vater führen würde. Aber weit gefehlt, die Szene verpufft im Nichts, Knausgård kommt sogar pünktlich nach Hause und das war’s. Ich verstand den Sinn nicht: wenn dem Leser die Beziehung zum Vater nähergebracht werden soll, dann sollte man doch zumindest diejenigen Kindheitserinnerungen auswählen, die unmittelbar mit dem Vater zu tun haben und den Leser verstehen lassen, warum die Beziehung ist wie sie ist. Ich habe es leider nicht verstanden.

Das zweite Beispiel ist am Ende: da wird seitenlang die Wohnung des Vaters geputzt, die Großmutter versorgt und alles für die Beerdigung vorbereitet, nur um dann nach höchst detaillierter Beschreibung auf das Wesentliche zu verzichten. Der abrupte Schluss wollte einfach nicht zum Rest passen. Und auch hier klappt man das Buch zu und fragt nach dem Sinn.

Fazit: Falsche Szenen helfen nicht, Licht ins Dunkel zu bringen! Das Hauptproblem des Buches besteht meines Erachtens darin, dass Knausgård die falschen Szenen ausgewählt hat: thematisch geht es um die Beziehung zum Vater, aber die meisten Szenen haben nichts damit zu tun, so bleibt dieses Vater-Sohn-Verhältnis etwas unverständlich und im Dunkeln. Außerdem ist das Buch insgesamt zu ausschweifend, viele triviale Szenen in Dialoge verpackt. Nur die gute Beobachtungsgabe des Autors, seine offene/direkte Art und seine Sprache sind Grund für mich, es überdurchschnittlich zu bewerten. Ich vergebe 3,5 Sterne und werde mich noch am zweiten Band versuchen, bevor ich entscheide, ob ich die Serie ganz lesen möchte oder nicht.

Kommentare: 1
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Ro_Kes avatar

Rezension zu "Sterben" von Karl Ove Knausgård

Zu großen Teilen STERBENslangweilg!
Ro_Kevor 3 Monaten

Klappentext (Lovelybooks):

Als Knausgård sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass ihres verstorbenen Vaters zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. 

Meine Meinung:

Es war für mich erstaunlich, dass ein Autor bereits im „zarten“ Alter von 37 Jahren anfängt, sein bisheriges  Leben derart seziert durch die Lupe zu betrachten, um letztendlich daraus eine 6-teilige Reihe zu verfassen.

Ich war also sehr neugierig, was er mir im ersten Teil zum Thema „Sterben“ zu erzählen hatte. 

Erwartet habe ich, dass ich vor allem einen tiefen Einblick in seine Beziehung zum Vater erhalte und was sein Tod für ihn bedeutet. Ich habe mir spürbar transportieren Schmerz/Trauer oder auch ein Wechselspiel von Hass und Liebe gewünscht. 

Beides habe ich leider auf über 700 Seiten nicht herauslesen/entdecken können. 

Für Knausgård erschien es wohl wichtiger, seinen Lesern bis ins noch so kleinste Detail davon zu erzählen, wie er in seiner frühen Jugend gemeinsam mit seinen Freunden immer wieder Bier für eine geplante Silvesterfeier verstecken musste. Auch das Teilen bzw. Nichtteilen einer Tafel Schokolade findet ausreichend Raum in diesem für ihn wohl sehr einschneidendem Erlebnis. Für mich aber war das auf mehr als 100 Seiten sterbenslangweilig und an Banalität kaum zu übertreffen, denn auch der zu erwartende Konflikt mit seinem Vater blieb völlig aus. 

Auch das Ende ist eine absolute Enttäuschung. Denn es hielt nicht mehr als ein, für die Beerdigung, sauber geputztes Haus für mich bereit, um mir dann aber die Tür vor der Nase zuzuknallen. 

Sein Erzählstil hat jedoch etwas sehr fesselndes und mir hat vor allem sein feiner Umgang mit Sprache gut gefallen. Etwas erschreckt hat mich mitunter seine brutale Offenheit, die nicht davor zurückschreckt, ihm nahstehende Personen, wie z.B. seine Kinder zu verletzen, denn wer liest schon gerne, dass ein Gemälde für den eigenen Vater einen höheren Wert besitzt, als man selbst. 

So ist es sicher interessant, was der Autor im zweiten Teil „Lieben“ zu erzählen hat, in den ich noch einen Blick hineinwerfen werde, um hinterher entscheiden zu können, ob sein verfasstes Leben für mich noch von Interesse ist. 

Fazit:

Zwischen interessant und sterbenslangweilig/banal, seziert der Autor mit brutaler Offenheit sein Leben. Titel passt nur bedingt zum Inhalt! 

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