Karl Ove Knausgård Im Herbst

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Inhaltsangabe zu „Im Herbst“ von Karl Ove Knausgård

Die Jahreszeiten-Bände von Karl Ove Knausgård: "Im Herbst" ist der erste Teil einer aus vier Bänden bestehenden grandiosen Liebeserklärung an das Leben und die sinnlich erfahrbare Welt. Enthalten: Briefe an eine ungeborene Tochter, Reflektionen über alltägliche Phänomene.
Ein Kind wird zur Welt kommen. Und ein Vater setzt sich hin, um ihm zu schreiben. Er will dem Kind zeigen, was es erwartet, die Myriade von Phänomenen und Materie, Tieren und Menschen, die wir die Welt nennen. Er schreibt über die Sonne und den Dachs, über die Thermoskanne und Urin, über das Bett und die Einsamkeit, während das Kind im Dunkeln wächst.
„All das Fantastische, dem du bald begegnen wirst, das du bald sehen darfst, verliert man so leicht aus den Augen, und es gibt fast so viele Arten, dies zu tun, wie es Menschen gibt. Deshalb schreibe dieses Buch für dich. Ich will dir die Welt zeigen, wie sie ist und wie sie uns umgibt, die ganze Zeit. Nur indem ich das tue, kann ich selbst sie sehen. Was macht das Leben lebenswert?“

Detailgetreu und mit viel Wahrnehmung auf die alltäglichen Dinge des Lebens.

— 0Marlene0

Ein Geschenk

— buchstabensammlerin

Ein wunderbares Buch, in dem ganz alltägliche Dinge warmherzig beschrieben werden

— Curin

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    Im Herbst

    buchstabensammlerin

    25. March 2018 um 18:31

    Rund ums Buch:Titel: Im HerbstAutor: Karl Ove Knausgård Verlag: Luchterhand Literaturverlag Buch: HardcoverSeiten: 283Erscheinungstag: 18.09.2017 ISBN: 978-3630875149Preis: 22,00 €Cover:Das Cover stellt etwas abstrakt und szenisch Wasser und Wolken dar. Ob das jetzt das ideale Cover für die Jahreszeit Herbst ist, na ja... Aber was es zum Buch auf alle Fälle zu sagen gibt: es ist in einer wunderbaren Papierqualität, starke Grammatur gedruckt, welche das Buch sehr hochwertig erscheinen lässt, da es dementsprechend auch Gewicht für seine 283 Seiten hat. Das gefällt! Inhalt: Das Buch teilt sich in die Monate September, Oktober, November auf, die jeweils mit einem Brief des Autors an sein ungeborenes Kind beginnen. Danach gibt es jeden Monat zu 20 verschiedenen Begriffen, eine Abhandlung, Beschreibung, Erklärung. Meine Meinung: Knausgård stellt in sehr ehrlicher, offener, emotionaler und vor allem persönlicher Art in diesen 60 „Kurzgeschichten“ seine Kunst dar, aus den banalsten Dingen, eine Abhandlung von Seiten zu schaffen, die faszinierend sind. Und genau diese Banalität macht es dem Leser so anschaulich oder hat sich jemand schon mal über vier Seiten Gedanken über Knöpfe gemacht?  Die Kunst, die einfachen Dinge in wunderbar mitreißenden Worten zu beschreiben – ich verehre ihn fast dafür, wie er das Telefon aufs Papier bringt - ist einmalig und es hat mich einfach nur überwältigt. Wenn er darüber schreibt, wie er eine Apfelsine isst, dann schmeckt man die säuerliche Frische selbst im Mund und möchte direkt auch eine Frucht essen: „An der Oberseite der Apfelsine ein Stück Schale herauszubeißen und für eine kurze Sekunde den bitteren Geschmack wahrzunehmen, der in die Mundhöhle schießt, um zwischen Schale und Fruchtfleisch Platz für den Daumen zu schaffen, und die Frucht anschließend Stück für Stück zu schälen, entweder, wenn die Schale dünn ist, in kleine Fetzen, oder, wenn die Schale dick und die Verbindung zum Fruchtfleisch lose ist, in einem einzigen langen Streifen, hat zudem etwas von einem Ritual, fast so, als befände man sich zunächst im Säulenhof des Tempels und bewegte sich langsam auf den innersten Raum zu, wenn die Zähne in die dünne, blanke Haut beißen und der Fruchtsaft in den Mund rinnt und ihn mit seiner Süße füllt.“ (SEITE 23) Hier erkennt man auch den herausragenden Stil des Autors und für mich auch DIE Besonderheit des Buches: Aus den einfachen Dingen, in homöopathisch kleinen Einzelheiten einen Satz (ja, das war ein einziger Satz oben) zu schaffen, der den Leser mitfühlen, -riechen, -schmecken, -hören und –sehen lässt. Knausgård spielt mit den Sinnen, wie für mich kaum ein anderer. Ganz stark schafft er das für mich auch im Text „Einsamkeit“. Er seziert Gefühle von sich und anderen bis man sie selbst spürt und man nickt, weil man sich an vielen Stellen erkennt und sagt, „ja, so war es“ oder „kenne ich“. Interessant ist auch die jeglicher Logik entbehrende Reihenfolge der einzelnen Themen. Da folgt nach „Frösche“ das Thema „Kirche“ und anschließend lesen wir vier Seiten über die „Pisse“, in aller Ausführlichkeit. So ist das Kapitel Stille eine Erklärung für vieles, was den Menschen ausmacht: die Sprache. „Diese gewaltige Expansion unserer Lebenswelt, die durch Sprache geschieht und in ihr aufrechterhalten wird, ist das vielleicht wichtigste Kennzeichen des Menschlichen. Ohne Sprache würde die Welt zuwuchern: Jedes einzelne Wort ist wie eine kleine Lichtung.“ (SEITE 273) Fazit: Das Buch ist für mich zu einem unglaublichen Schatz beim Lesen geworden und ich werde sicherlich immer mal wieder zu den einzelnen Themen im Buch lesen. Knausgård ist für mich ein so lebensbejahender, wissender, suchender, zweifelnder, genießender, liebevoller, neugieriger, fast einem Lexikon gleichender Mensch, wie er sich in dem Buch darstellt, ich zolle riesen Respekt davor. Und: ich könnte zu fast jeder Geschichte etwas kommentieren, da sie so aus dem Leben sind! Ein wunderbarer Vater, hinterlässt seinem ungeborenen Kind ein Buch, welches mit unvergänglichen Worten eine Welt beschreibt, die so schön und so wertvoll ist. Ein großes Geschenk!

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  • Ein ruhiges Buch voller Wärme

    Im Herbst

    Curin

    17. October 2017 um 20:00

    Für seine noch ungeborene Tochter schreibt der norwegische Autor Karl Ove Knausgard einen Brief. Darin erzählt er ihr Begebenheiten aus der Familie, in die sie kommt und macht sie vertraut mit ganz alltäglichen und besonderen Dingen, die ihm als Vater wichtig sind und die ihn selbst immer faszinieren und zum staunen bringen.Karl Ove Knausgard hat hier den ersten Band zu einer Jahreszeiten-Reihe vorgelegt, in der er gewissermaßen in vielen kleinen Kapiteln versucht zu erklären, was unsere Welt ausmacht. Wenn man dieses Buch liest, wird man gleich von der ruhigen Stimmung und gelassenen Atmosphäre, die die Texte ausstrahlen, erfasst. Obwohl der Autor eigentlich nur ganz normale Dinge beschreibt und was er damit erlebt hat oder verbindet, gelingt es ihm, den Leser mit in seine Welt zu nehmen und mit seiner Sicht darauf vertraut zu machen.So beschreibt er ganz banale Sachen wie das Laub und Knöpfe, genauso wie Toilettenschüsseln und Erbrochenes. Mich hat dabei beeindruckt, wie offen er bei seinen Erklärungen vorgeht und selbst bei heiklen Themen nichts verschweigt. Ohne Scham schildert er zum Beispiel, wie er auf einer Klassenfahrt ins Bett gemacht hat. Solche Erinnerungen von ihm wurden mir dann allerdings doch etwas zu genau beschrieben und waren für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Generell ist es aber faszinierend, wie Knausgard es auf ganz natürliche Art und Weise schafft, ohne jegliche Hilfsmittel zur Spannungserzeugung die Aufmerksamkeit des Lesers zu gewinnen und alltägliche Dinge neu vor Augen zu führen.Insgesamt habe ich ,,Im Herbst" sehr gerne gelesen und war überrascht, wie viel Leben und Wärme in den Texten steckt. Für mich ist dies ein wunderbar gelassenes Buch, das ich hier gerne weiterempfehle.

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