Im Winter

von Karl Ove Knausgård 
4,6 Sterne bei7 Bewertungen
Im Winter
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Auch der zweite Teil ist großartig

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Ein poetisch, faszinierender Blick über den Tellerrand

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Inhaltsangabe zu "Im Winter"

Die Jahreszeiten-Bücher von Karl Ove Knausgård: "Im Winter" ist der zweite Teil einer aus vier Bänden bestehenden grandiosen Liebeserklärung an das Leben und die sinnlich erfahrbare Welt. Enthalten: Briefe an eine neu geborene Tochter, Essays über Weihnachten und den Schnee, das Licht am Winterhimmel und ein Feuerwerk zwischen den Jahren, das Leben im Winter.
„Es ist seltsam, dass es dich gibt, du aber nichts darüber weißt, wie die Welt aussieht. Es ist seltsam, dass es ein erstes Mal dafür gibt, den Himmel zu sehen, ein erstes Mal dafür, die Luft auf der Haut zu spüren. Es ist seltsam, dass es ein erstes Mal dafür gibt, ein Gesicht, einen Baum, eine Lampe, einen Pyjama, einen Schuh zu sehen. In meinem Leben passiert das so gut wie nie. Aber bald ist es so weit. In ein paar Monaten nur werde ich dich zum ersten Mal sehen.“

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783630875156
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Luchterhand
Erscheinungsdatum:13.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    buchstabensammlerinvor einem Monat
    Kurzmeinung: Auch der zweite Teil ist großartig
    Auch der zweite Teil ist großartig

    Rund ums Buch:
    Titel: Im Winter
    Autor: Karl Ove Knausgård
    Verlag: Luchterhand Literaturverlag
    Buch: Hardcover
    Seiten: 310
    Erscheinungstag: 13.11.2017
    ISBN: 978-3630-87515-6
    Preis: 22,00 €

    Cover:
    Das Cover stellt etwas abstrakt und szenisch eine Winterlandschaft dar. Das tiefe blau spricht einen an. Aber was es zum Buch auf alle Fälle auch hier wieder zu sagen gibt: es ist in einer wunderbaren Grammatur gedruckt, starkes Papier, was das Buch sehr hochwertig erscheinen lässt, da es dementsprechend auch Gewicht für seine über 300 Seiten hat. Das gefällt!

    Inhalt:
    Das Buch teilt sich in die Monate Dezember, Januar, Februar auf, die jeweils mit einem Brief des Autors an sein ungeborenes Kind beginnen. Danach gibt es jeden Monat zu 20 verschiedenen Begriffen eine Abhandlung, Beschreibung, Erklärung.

    Meine Meinung:
    Das Buch "Im Winter" ist der zweite Teil der Jahreszeitenbände des Autors und wieder ein gelungenes Vermächtnis an seine Tochter, die in nun auch das Licht der Welt erblickt. Knausgard schafft es erneut in den 60 Geschichten so ehrlich, offen und emotional den banalsten Dingen aus Leben, Alltag, Familie, Flora und Fauna eine Bühne zu geben und sie über Seiten zu beschreiben und sich mit ihnen auseinander zu setzen. Über Wintergeräusche, Schnee, Atome, Q-tipps oder auch Schneewehen beispielsweise und er nimmt den Leser mit auf seinen ganz persönlichen Blick auf die Dinge. "Schnee besteht aus sechsarmigen Kristallen, und jeder Arm ist identisch, weil sie nah aneinander gebildet wurden, wo die Bedingungen dieselben gewesen waren, dagegen sind die einzelnen Kristalle ausnahmslos unterschiedlich, da sie an verschiedenen Orten und unter variierenden Bedingungen entstanden sind." (Kapitel Schnee, Seite 124)
    Ganz besonders gefallen haben mir seine Ausführungen über Zucker... über die "kleinen, weißen Kristalle, die zwischen den Zähnen knistern, auf der Zunge schmelzen und die Mundhöhle trotz ihres unansehnlichen Äußeren mit einem ebenso speziellen wie begehrenswerten Geschmack füllen, mit Süße in ihrer reinsten Form, ja, der Süße an sich." (Kapitel Zucker, Seite 205).

    Jedem Monat ist auch hier wieder ein Brief an die Tochter vorangestellt, die so intensiv sind, man kann die Liebe zur ungeborenen und dann auch geborenen Tochter spüren. Die Bilder im Buch sind m.E. nicht nötig, aber nicht schlecht, sie bringen eine winterliche Stimmung rüber, die einen durch das Buch trägt.

    Fazit:
    Auch dieser Teil nimmt den Leser in die emotionale Welt des Autors mit, schafft eine Stimmung, die seinesgleichen beim Lesen sucht und gleichzeitig Freude auf den Frühling.

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    herrzetts avatar
    herrzettvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein poetisch, faszinierender Blick über den Tellerrand
    Lesen, Denken, Philosophieren - im Winter

    "Im Winter", der zweite Teil der Jahreszeiten-Bücher von Karlove Knausgård, begleitete mich in den letzten Tagen dieses Winters oder was man dank Schnee halbwegs als Winter bezeichnen konnte. Nachdem ich schon recht viel über Knausgård gehört habe und sich die Meinungen doch stark voneinander unterscheiden, musste ich mich nun einfach selbst davon überzeugen. Da die Herbstzeit nun schon eine Weile zurückliegt, war dieses Buch über den Winter nahezu perfekt. Und was soll ich sagen? Großartig!

    "Du warst in allem ahnungslos, wusstest nicht, wo du warst oder wer du warst, aber vage, ganz vage, musst du gewusst haben, dass du warst, da es Unterschiede in deinen Zuständen gab..."

    Knausgård nimmt uns mit in seine Gedanken- und Gefühlswelt. Im Winter enthält zum einen Briefe an seine ungeborene und etwas später dann neugeborene Tochter. Diese sehr fürsorglichen Zeilen, die Einblick auf seine Gedankenwelt geben, sind umringt von einer Menge anderer Essays - Erklärungen und Gedanken über den Einzug des Winters, des Feierns und Teilens, aber auch über den Abschied, den Lebenswillen und Neubeginn. Jedem Brief werden so an die zwanzig philosophischen Ansätze zur Seite gestellt, die zwar losgelöst betrachtet und für sich alleine stehen können, allerdings im Bezug auf sie, Bekräftigung oder Angst und Hoffnung verdeutlichen. Knausgård richtet neben dem Familiengeschehen den Fokus auf verschiedenste Dinge wie Eulen, Hohlräume, Unordnung, Feuerwerk, die man zwar wahrnimmt, aber nur selten bewusst mit so vielem verknüpft.

    "Es ist merkwürdig, dass du existierst, aber nichts darüber weißt, wie die Welt aussieht. Es ist merkwürdig, dass es ein erstes Mal dafür gibt, den Himmel zu sehen, [...] die Sonne zu sehen, [...] die Luft auf der Haut zu spüren."

    Mit Gedankenreichtum kann man mich einfach immer begeistern, daher ist es für mich auch nicht schwer dieses Buch toll zu finden. Es ist auch kein typisches Winterbuch, da sich sehr viele Essays auch um andere Dinge drehen. Die thematische Abwechslung macht es für mich so faszinierend, interessant und zugleich so inspirierend. Seine Beschreibungen und gezielt gewählten Metaphern zogen mich sofort in den Bann. Es ist ein gedanklicher Blick über den Tellerrand. Nicht nur inhaltlich, auch optisch und haptisch macht dieses Buch einiges her. Die Bilder von Lars Lerin, die klare Linie und der Weißraum zwischen den einzelnen Themen verleihen den Gedanken Raum und laden zum Runterkommen ein. Dies wird auf jeden Fall nicht mein einziger Knausgård bleiben und ich freue mich schon jetzt auf die bald erscheinende Fortsetzung und den Frühling.

    "Weiß ist die Abwesenheit von Farbe, das Äquivalent zum Weiß in der Welt der Klänge muss deshalb die Stille sein. Wenn der schneebedeckte Wald reglos unter dem schwach dämmernden Himmel steht, herrscht vollkommene Stille."

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    YukBooks avatar
    YukBookvor 9 Monaten
    Wunderbare Miniaturen über die Schöpfung und den Alltag

    Pünktlich zur kalten Jahreszeit ist der zweite Teil eines vierbändigen Projekts von Karl Ove Knausgård erschienen. Der Titel hätte auch ebenso gut „Das Leben“ lauten können, denn darum geht es in dieser Essay-Sammlung. Das deutet bereits das erste Kapitel an, in dem der Autor in einem Brief seine ungeborene Tochter darauf vorbereitet, was sie nach der Trennung vom Mutterleib erwartet.

    Es folgen Betrachtungen über Alltagsgegenstände, Lebewesen, Naturerscheinungen und abstrakte Themen, die in ihrer Auswahl willkürlich erscheinen. Manche haben einen Bezug zum Winter, manche nicht. Der norwegische Schriftsteller hat dabei einen ganz eigenen Stil: Erst beschreibt er sachlich Form und Funktionalität eines Elements wie Wasser oder eines Möbelstücks wie einen Stuhl. Daraus lässt er überraschende Assoziationen und Gedanken entfalten, die oft das ganze Universum umfassen.

    Eines haben die Miniaturen gemeinsam: Sie sind alle angetrieben von Knausgårds immenser Neugier, Wissbegierde und Bewunderung für seine Umwelt. Er versucht das Leben zu begreifen, indem er Gesetzmäßigkeiten ausarbeitet, nach Parallelen zwischen der materiellen Welt und den Lebewesen sucht und Gegenstände bin ins Kleinste seziert.

    Nach den Naturbeschreibungen zu Beginn des Buches, die eher trist, dunkel, teilweise mystisch sind, tut es richtig gut, wenn der Autor aus seinem Familienleben plaudert. Er beschreibt Geburtstagsrituale, die Unordnung im Kinderzimmer oder Weihnachtsvorbereitungen und bringt dabei nicht nur Farben, Fülle und Lebensfreude ins Spiel, sondern strahlt auch eine unglaubliche Wärme aus. Besonders gut gelingt ihm dies in der Episode „Weihnachtsgeschenke“. Darin beschreibt er, wie leblose Gegenstände wie ein Kuscheltier mit seinem neuen Besitzer eine Bindung eingehen und eine völlig neue Bedeutung gewinnen – erst als ständiger Begleiter, später als wertvolle Kindheitserinnerung.

    Es ist erstaunlich, welche tiefgründigen Gedanken banale Alltagsgegenstände wie Zahnbürsten oder Q-Tips bei Knausgård auslösen. Sein Buch liest sich wie ein Appell, auf das Besondere, Staunenswerte im Leben, das sich einem nicht sofort erschließt, zu achten. Es enthält außerdem sehr schöne Aquarelle von Lars Lerin, die mit den Essays stimmig sind. Es könnte gut sein, dass ich bei meinem nächsten Waldspaziergang die Winterlandschaft mit anderen Augen sehe als bisher.

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    reisendebuechers avatar
    reisendebuechervor 10 Monaten
    Der Winter toppt den Herbst

    Auch der zweite Teil des Jahreszeitenzylkus hat mir wieder außerordentlich gut gefallen. Im Vergleich zu "Im Herbst" sogar ein Stückchen besser. Ich denke, dass liegt vor allem an den Dingen und Themen, welche Knausgard dieses Mal anspricht. Diese waren hier vielschichtiger und doch etwas interessanter meines Erachtens. Er schafft es auf alle Fälle immer wieder selbst banale Dinge so zu hinterlassen, dass man wenigstens, wenn man diese dann das nächste Mal sieht, über sie nachdenkt.

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    Jas_Min1s avatar
    Jas_Min1vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Wortgewandte Essays, die den Blick für die eigene Umgebung schärfen. Eine wahrlich gehaltvolle Winterlektüre!
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    T
    tiggervor 6 Monaten
    Tounys avatar
    Tounyvor 10 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

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