Karl Ove Knausgård Spielen

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Inhaltsangabe zu „Spielen“ von Karl Ove Knausgård

So selbstvergessen, so selbstverloren gelingt es nur in der Kindheit - das Spielen. Karl Ove Knausgård beleuchtet eine Zeit, in der Leben gleichbedeutend ist mit Entdecken, Fürchten, Wundern. Er erzählt vom Erwachsenwerden eines Kindes, das in seinen Nöten und Höhenflügen exemplarisch ist. "Spielen", nach "Sterben" und "Lieben" der dritte Teil seines großen autobiographischen Projektes, beschreibt eine Welt, in der Kinder und Erwachsene parallele Leben führen, die sich nur selten begegnen. Eine Welt, in der hinter jeder Ecke dunkle Dämonen lauern, die aber auch die Verheißung auf aufgregende neue Welten in sich birgt.

Was soll ich sagen? Knausgard hat mich auch vöiig in seinen Bann gezogen :)

— liyah40
liyah40

Knausgard schreibt über seine Kindheit. Unterhaltsam und lädt zu eigenen Reflexionen über die eigene Kindheit ein.

— BluevanMeer
BluevanMeer

Knausgard gibt uns wieder einmal einen tollen, weil authentischen, Einblick in sein Leben. Über die Leichtigkeit und Last, ein Kind zu sein.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Eine Kindheit in Norwegen

    Spielen
    Alira

    Alira

    10. July 2017 um 18:40

    Nachdem ich dem Hype um den Schriftsteller Knausgard erlegen bin und „Spielen“, „Leben“ und „Träumen“ gelesen habe, habe ich in allen drei Büchern schöne Landschaftsbeschreibungen Norwegens gefunden, doch ist für mich „Spielen“ eindeutig das beste, und die vier Sterne vergebe ich, indem ich „Träumen“ und „Leben“ völlig ausblende. Bei „Spielen“ handelt es sich um die Kindheit des Autors: Karl Oves Familie besteht aus seinem älteren Bruder, einer schwachen Mutter und einem „allmächtigen“ Vater, einen bei der Dorfbevölkerung hochgeschätzten Lehrer, der seine Kinder in Abwesenheit deren Mutter misshandelt. Karl Ove empfindet sich als Außenseiter, ist bis ins Erwachsenenalter „nahe am Wasser gebaut“ und verbringt einen großen Teil seiner Kindheit mit „Heulen“. Knausgard sieht sich als Kreuzung von Bukowski und Hamsun. „Spielen“ ist - postiv vermerkt - von den späteren Lieblingsthemen des Autors (Alkohol und Sex) frei, aber Hamsun verfehlt er (auf alle drei Bücher bezogen) um ca. 1.500 Seiten.

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  • Die Droge wirkt!

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    liyah40

    liyah40

    10. February 2017 um 10:40

    Zufällig stolperte ich im Buchladen über Knausgard und seine Werke.  Nanu? So viele Bücher? So gute Kritiken? Warum kannte ich ihn nicht?! So fand "Spielen" den Weg zu mir nach Hause und ehrlich gesagt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine Biografie mich so fesseln würde, wie viele andere Leser. Aber was soll ich sagen? Ich war sofort mittendrin, fühlte Sehnsucht bei den Beschreibungen, wie Karl-Ove als Kind durch die Wälder streifte und jeden Tag neue Abenteuer erlebte, ich litt mit ihm mit, wenn sein tyrannischer Vater wieder einmal ausrastete und die Kinder unter diesen seltsam anmutenden Regeln des Hauses litten, ich freute mich über Karl-Oves kleine erfolge bei den Mädchen und wollte immer weiter und weiter lesen. Die Droge wirkt! Dabei kann ich nicht sagen, was genau mich an diesem Buch fasziniert hat, ich weiß nur: Ich will mehr!

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  • Knausgards Kindheit in Norwegen

    Spielen
    Bibliomania

    Bibliomania

    31. December 2016 um 20:47

    Und wieder schafft Karl Ove Knausgard es mich zu fesseln, obwohl er "nur" von seiner Kindheit erzählt. Ich kann dieses Phänomen gar nicht recht beschreiben, aber ich bin immer wieder begeistert und MUSS einfach wissen, wie es ihm weiter ergangen ist. Ich muss zugeben, dass ich in diesem Teil festgestellt habe, was für eine Memme Knausgard ist. Er heult ziemlich viel herum, hält sich für den Besten und kann es nicht verstehen, dass die anderen Kinder von ihm ziemlich genervt sind. Und dennoch finde ich es unglaublich mutig so genau von der eigenen Kindheit zu erzählen, denn Knausgard kommt nicht gerade gut dabei weg.Auf jeden Fall habe ich mich gefreut, das Jahr 2016 mit diesem tollen Buch zu beenden und freue mich auf den nächsten Teil!

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  • Fesselnd, aber auch gefährlich

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    DriftinHeart

    DriftinHeart

    09. October 2015 um 19:55

    Knausgård gibt dem Leser mal wieder Einblick in sein Leben, diesmal in Kindheit und Jugend. Dabei spielt weniger die richtige Reihenfolge der Ereignisse eine Rolle als anscheinend die Wichtigkeit der Ereignisse für die Entwicklung und das Selbstverständnis des Erzählers, der hier dem Autor entspricht (so der Autor selbst). Ich habe beim Lesen Vergleiche mit meinem eigenen Leben angestellt, was wohl eins der Ziele des Textes ist. Das Buch hat mich in den Bann gezogen, ich fand es meistens glaubwürdig und immer schlüssig, hatte aber trotzdem manchmal das Gefühl, dass einiges erfunden war oder der Autor den Leser dahin manipulieren möchte, seine Weltsicht anzunehmen. Das hat jedoch auch Potenzial, denn so kann man an Hand eines Romans verstehen, wie leicht das Gedächtnis und somit der Mensch manipulierbar ist. Auch Karl Ove Knausgård zeigt immer wieder auf, dass auch er seine Erinnerungen oft zu seinen Gunsten, je nach den Bedürfnissen seines Egos, interpretiert. Einerseits eine Warnung, andererseits eine gute Schule :-). Insgesamt ein außergewöhnliches Werk.

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  • Norwegische Kindheit – Knausgård 3

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    serendipity3012

    serendipity3012

    19. August 2015 um 19:33

    Norwegische Kindheit – Knausgård 3 Nun also: „Spielen“, oder wie der Roman im norwegischen Original heißt: Min Kamp 3. Nachdem sich der zweite Band „Lieben“ in aller Ausführlichkeit der Beziehung zu seiner zweiten Frau Linda und dem Alltagsleben als Familienvater von drei Kindern widmete, geht Knausgård nun in seine Kindheit zurück. Hier erklärt sich in beeindruckender Weise, wieso das Verhältnis zu seinem Vater so schlecht war, wie im ersten Band „Sterben“ zu lesen war, in dem Knausgård vom Tod des Vaters erzählte. „Spielen“ setzt da ein, wo Knausgårds Erinnerungen beginnen, seiner eigenen Aussage nach war das ungefähr im Alter von sechs Jahren. Wir lesen von den Alltäglichkeiten einer Kindheit, dem Spielen in der Natur, dem Zündeln, das Knausgård faszinierte und dem Kaufen von Süßigkeiten, der Liebe zu Comics und später zu Büchern, den Besuchen bei den Großeltern, der Beziehung zu seinem älteren Bruder Ingve, den er liebte, wie er an einer Stelle schreibt. Später dann beginnen der junge Karl Ove und seine Freunde, sich für Mädchen zu interessieren, sie lesen heimlich Pornohefte und Karl Ove schwärmt für einige seiner Schulkameradinnen, mit denen er dann zum Teil auch „geht“, wie es heißt, wenn dies auch nie von langer Dauer ist, da er sich dabei nicht gerade geschickt anstellt. Die Beziehung zum Vater allerdings ist das vorherrschende Thema. Er war ein strenger, unberechenbarer Mann, den Karl Ove von klein auf genau studiert und sein eigenes Verhalten komplett danach ausrichtet, ihn nicht zu verärgern, seine Wut nicht zu entfachen, was aber in den meisten Fällen nicht klappt. Der Vater ist unberechenbar in seinem Jähzorn. Er scheint immer zu wissen, wenn sein Sohn etwas zu verbergen, wenn er etwas angestellt hat, er schreit und wird handgreiflich. Seinen Söhnen verbietet er, Freunde nach Hause einzuladen, und es gibt einige strenge Regeln, an die sie sich unbedingt halten müssen. Er ist ein Tyrann, vor dem die Söhne Angst haben. Im Laufe der Lektüre spürt man als Leser immer deutlicher, wie sehr dieser Vater Knausgård geprägt hat – für sein ganzes Leben. „Sie [seine Mutter] rettete mich, denn wenn sie nicht gewesen wäre, hätte ich alleine mit Vater aufwachsen müssen, und dann hätte ich mir früher oder später auf irgendeine Weise das Leben genommen. […] Ich lebe, bin selbst Vater und habe im Zusammenleben mit meinen Kindern im Grunde immer nur ein einziges Ziel verfolgt: dass sie keine Angst vor ihrem Vater haben.“ S. 331 „Ich hatte eine solche Angst vor ihm, dass ich selbst unter Aufbietung all meiner Willenskraft nicht in der Lage bin, sie heute wieder heraufzubeschwören; die Gefühle, die ich ihm gegenüber hegte, habe ich seither nie, nicht einmal ansatzweise empfunden.“ S. 336 Die Mutter rettete ihn, aber ebenso deutlich ist, dass er sich nicht sicher ist, dass es genug war, was sie getan hat. Sie bleibt in seinen Erzählungen stets ein wenig im Hintergrund, hinter dem Vater zurück. Die Erinnerungen an sie scheinen weniger deutlich, obwohl sie präsent war. Wirklich geschützt hat die Mutter ihre Söhne vor dem Vater nicht. Und sie blieb bei ihm, wo die Frage im Raum steht, ob sie hätte gehen können. Wer weiß, Knausgård urteilt nicht über sie. Der junge Knausgård ist sensibel, weint schnell, ohne dass er es verhindern könnte, wofür er sich schämt. Auch als er älter wird, legt sich das nicht. „Mit meinem ganzen Wesen, meinem intensiven Interesse für Kleider, meinen langen Wimpern und weichen Wangen, meiner besserwisserischen Art und meinen nur unzureichend vertuschten Fähigkeiten als Schüler brachte ich alle Voraussetzungen einer präpubertären Katastrophe mit.“ S. 543 Er ist schüchtern und zeigt Eigenschaften, die gemeinhin eher Mädchen zugeschrieben werden. Und er ist gut in der Schule, was uncool ist. Knausgård hat einen schweren Stand bei seinen Mitschülern. Leicht ist es für ihn nicht. Dass „Spielen“ mich nicht ganz so fesseln und mitnehmen konnte wie es die beiden Vorgänger vermochten, liegt, so möchte ich als große Verehrerin der Bücher Knausgårds erläutern, nicht daran, dass er hier weniger eindringlich beschriebe und veranschauliche, wie dieser Teil seines Lebens aussah. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist nur allzu deutlich, wie sehr diese Kinderwelt von der der Erwachsenen abgekoppelt ist, und Knausgård weckt diese so authentisch zum Leben, dass man als Leser seine eigene Kindheit wieder nachfühlen kann. Nun sprachen mich die Themen der beiden Vorgänger einfach mehr an, sie waren mir näher als diese Jungenkindheit. Wobei dies ein Klagen auf hohem Niveau ist, lediglich ab und zu wurden mir die typischen Knausgård-Beschreibungen zu lang, jene, in denen jeder Handgriff beschrieben wird. Im Ganzen hat mich Knausgård auch mit dem dritten Teil seines autobiographischen Projekts wieder fasziniert. Ob man nach dem sechsten Band vollends das Gefühl haben wird, dass man diesen Mann persönlich kennt? Sehr gut kennt? Es würde mich nicht wundern. Ich freue mich schon auf den nächsten Band seines autobiographischen Projekts. Und auf den übernächsten. Und auf den danach, der leider der letzte sein wird.

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  • süchtig!

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    Krischan500

    Krischan500

    07. February 2014 um 13:43

    Ich mache es kurz: ich bin süchtig nach Karl Ove! Am Anfang von "Sterben" hatte ich noch leise Zweifel, ob ich da einem Hype aufsitze, aber schon wenige Seiten später hatte es mich gepackt. Diese Spannung bei der Beschreibung des Alltags. Kluge Gedanken über die Welt. Anregende Tips für weitere Autoren (leider meist nicht ins Deutsche übersetzt), Künstler und Fotografen. Die eigene Vergangenheit wird lebendig. Und so oft das Gefühl: das kenne ich auch an mir. Kann man danach jemals wieder andere Autoren lesen?

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  • Kindheit eines Außenseiters

    Spielen
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    13. January 2014 um 01:41

    „Das Gedächtnis ist keine verlässliche Größe im Leben, aus dem einfachen Grund, dass für das Gedächtnis nicht die Wahrheit am wichtigsten ist. Niemals ist der Wahrheitsanspruch entscheidend dafür, ob das Gedächtnis ein Ereignis richtig oder falsch wiedergibt. Entscheidend ist der Eigennutz.“ Umso schwieriger ist es, sich an die eigene Kindheit zu erinnern. Im Gedächtnis bleiben meist nur einzelne Episoden und generelle Gefühle, wie zum Beispiel Angst. Letzteres wird wohl der Grund sein, warum Karl Ove Knausgård sich so genau an seine Kindheit erinnern kann. Denn sie war geprägt von der Angst vor dem Vater, wie schon im ersten Band des auf sechs Bände angelegten autobiografischen Projekts zu lesen war. Als Kind war Karl Ove dem Vater völlig ausgeliefert. Einem Vater, der irrsinnige Regeln aufstellte, die streng befolgt werden mussten. Es durfte niemand mit nach Hause gebracht werden, im Haus durfte man sich nicht schnell bewegen, selbst der Ablauf des Essens war streng reglementiert, kurz, es herrschte eine ständige Kontrolle, und Verstöße hatten übermäßig harte Auswirkungen. Das Familienleben war völlig anders als das der Nachbarsfamilien. Eine schöne Kindheit war es nicht. Karl Oves Alltag war ein ständiges Flüchten vor den Launen und vor allem vor der Wut des Vaters. Das ging so weit, dass er einmal in Anwesenheit des Vaters eine Schüssel Cornflakes mit sauer gewordener Milch ganz aufaß. Er traute sich einfach nicht, etwas zu sagen. Eine im Schwimmbad verlorene Socke kam da einer Katastrophe gleich. „Und was meinst du eigentlich, wie viel Geld wir haben? Denkst Du, wir können es uns leisten, dass du deine Kleider verlierst?“, schrie der Vater und verbot weitere Schwimmbadbesuche. Kurz darauf kaufte er für sich selbst eine neue Skiausrüstung und ein Boot. Obwohl es zwischendurch Momente gab, in denen der Vater andere Seiten zeigte, war er insgesamt gesehen völlig ichbezogen, tyrannisch, manipulativ und egoistisch. Weit weniger präsent in den Erinnerungen ist die Mutter, ein Umstand, den Karl Ove Knausgård sich selbst nicht erklären kann. Dabei ist er sich sehr bewusst, wie wichtig die Mutter für sein Leben war, und zwar nicht nur, weil sie all das für ihre Söhne tat, was Mütter eben so tun. Nein, sie tat noch mehr. „Sie rettete mich, denn wenn sie nicht gewesen wäre, hätte ich alleine mit Vater aufwachsen müssen, und dann hätte ich mir früher oder später auf irgendeine Weise das Leben genommen.“ Seine Mutter war es auch, die ihn mit einem Trick zum Lesen gebracht hat. Ab diesem Moment hat Karl Ove Knausgård alles gelesen, was ihm in die Finger kam. Dazu gab es genügend Zeit, denn eine Kindheit in den 70er Jahren war völlig anders als heutzutage. Man spielte den ganzen Tag über draußen, hatte die Eltern nicht ständig im Nacken und musste nicht erst im Terminkalender suchen, wenn man Freunde treffen wollte. Ein nennenswertes Fernsehprogramm und technische Spielereien gab es noch nicht. Man könnte sich an Bullerbü erinnert fühlen, so viel ist von den gemeinsamen Unternehmungen und Entdeckungen der Kinder die Rede. Wie schon in den anderen Bänden beschreibt Karl Ove Knausgård dabei auch peinliche Situationen. Da geht es um Vorhäute, es wird gemeinsam im Wald gekackt, man sieht sich Pornohefte an, es kommt zu schmerzhafte Begegnungen zwischen Penis und Flaschenhals, und zu den anscheinend unvermeidbaren Penisvergleichen in der Dusche. Die ersten Erfahrungen mit Mädchen verlaufen, freundlich ausgedrückt, suboptimal, und der erste Kuss ist eine Katastrophe. Genau wie die erste Badekappe, die seine Mutter ihm gekauft hat – mit Blümchenmuster. Es gibt viele schreiend komische Szenen in diesem Buch. Aber das Zusammensein mit den anderen Kindern ist nicht nur unbeschwert, denn Karl Ove ist ein Außenseiter. Er weint leicht, interessiert sich für Kleidung und wirkt irgendwie mädchenhaft. Und dann ist er auch noch gut in der Schule und versteckt das nicht. Zusammengenommen macht ihn das unbeliebt. Auch diese Kindheitserinnerungen sind also getrübt. Aber wäre das überhaupt anders zu erwarten, wenn ein Kind so aufwachsen muss, wie der Autor unter der Knute seines Vaters? Eine derartige Erfahrung muss einfach alles andere überschatten. Wie schon beim Lesen der ersten beiden Bände, „Sterben“ und „Lieben“, habe ich auch diesmal gemerkt, dass ich Einiges mit dem Autor gemeinsam habe. Ich denke, genau das ist es, was diese Bücher so reizvoll macht. Man kann die eigenen Erinnerungen, Gefühle, Erfahrungen und den eigenen Alltag darin wiederfinden, denn Karl Ove Knausgård beschreibt nicht mehr als das tägliche Leben und damit nicht weniger als das Leben selbst. Und das macht er intelligent und mit einem wunderbaren Schreibstil. Ich konnte keinen der drei Bände aus der Hand legen; es sind Bücher, in denen ich mich völlig verlieren kann und beim Lesen meine Umgebung völlig ausblende. Schade, dass dieser faszinierende Autor in diesem Jahr nicht zu einer Lesereise nach Deutschland kommt. Dafür erscheint der nächste Band, „Leben“, schon im Juni 2014.

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