Karl Ove Knausgård Sterben

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Inhaltsangabe zu „Sterben“ von Karl Ove Knausgård

Die Buchsensation aus Norwegen im handlichen Leinenformat!

Als Knausgård sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass ihres verstorbenen Vaters zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens schon mit den ersten Sätzen ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit. Selten ist in einem Stück Literatur so greif- und fühlbar geworden, was jeder Mensch ist: ein einmaliger und unerschöpflicher innerer Kosmos.

Ein besonderes, faszinierendes Buch und wie die anderen Teile der Reihe sehr zu empfehlen. Man kann es kaum aus der Hand legen...

— Kompassqualle

Auch ich bin in den Knausgard-Sog geraten.

— Knigaljub

Ein unheimlich schonungsloser Bericht über die eigene Psyche. Es wird bis an die persönliche Schmerzgrenze gegangen.

— Fritz_Nitzsch

Sehr vulgär und sehr negativ in allen Einstellungen. Aber dennoch fesselt die schreibweise einen an das Buch.

— Cinderella11k

Nach 200 Seiten habe ich aufgegeben.

— UtaRuscher

Literarische Verarbeitung eines Lebens. Ruhig, unprätentiös. Meisterhaft!

— SabsB

Nicht wahnsinnig spannend, kein sprachliches Highlight & dennoch kann man sich Knausgards autobiographischem Werk einfach nicht entziehen.

— Helles_Leuchten

Viele kluge Gedanken, aber v.a. Nabelschau eines eitlen Mannes. Überbewertet...

— FrauGonzo

Ein Buch, das einen immer mehr in seinen Bann zieht.

— sofie

Es packt einen!

— Pue

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    Sterben

    princess_leia

    02. February 2018 um 10:46

    Der Sog…Er hat mich mitgerissen. Vorab gesagt… Ich verstehe tatsächlich noch nicht einmal, warum es auch mich erwischt hat. Ich habe meinen Büchergeschmack erst vor kurzem erweitert und bin von Fantasie-Jugendromanen auf Romane umgestiegen, also eigentlich noch in der Gewöhnungsphase. Aber dieses Buch ist relativ einzigartig, da ich auch nach kurzer Selbstreflexion nicht bestimmen kann, warum es mich so mitnimmt.   Eine Szene habe ich mit meinem Freund gelesen, die in der er den Alltag mit seinen Kindern beschreibt. Da haben wir uns wiedererkannt. Als mein Freund mich jedoch fragte, ob das Buch auch etwas für ihn wäre, musste ich glatt verneinen. Es ist so, es passiert tatsächlich nicht viel. Trotzdem ist es ungeheuer spannend den Schriftsteller durch seine Kindheit und durch die schwierigen familiären Beziehungen zu folgen. Denn diese Ambivalenz, vor allem zwischen den Brüdern und den unterschiedlichen Familienmitgliedern hat sowas alltägliches, etwas das man vermutlich in jeder Familie findet. Verschieden ausgeprägte, gute und schlechte Verbündete, von Ablehnung geprägte Beziehungen, Alltag mit unangenehmen Tätigkeiten, wenig Zeit für Wesentliches, wenig Zeit für Verständnis und Zuwendung. Knausgard schreibt sehr gut, sehr präzise und teilweise wirklich lange Sätze, was mich manchmal etwas genervt hat, allerdings konnte weder die Banalität des Erzählten, noch die nicht enden wollenden Schachtelsätze oder die ewig langen Ausführungen über Kunst oder nostalgische Markenprodukte der Spannungskurve einen Abbruch tun. Er schafft es eine einzigartige Stimmung zu erzeugen, man kann ihm folgen, sich reinfühlen und sich selbst wiedererkennen. Den Vorrednern muss ich nur zustimmen, sonderlich Lust diesen Mann kennenzulernen bekommt man in der Tat nicht, weil er einfach völlig unsympathisch und unsicher ist. Ich würde fast sagen, so wie er sich selbst sieht, ist er ein Mann ohne Tiefgang, der verzweifelt versucht Schriftsteller zu werden und im Grunde genommen keine Ahnung hat, was ihn ausmacht, wie man liebt, was man braucht. Ich finde nur Schade, dass der Tod des Vaters eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielt. Er fungiert als Auslöser für einen Streifzug durch seine Vergangenheit und Jugend. Eine richtige Auseinandersetzung mit den Gefühlen des Protagonisten findet nicht unmittelbar statt, sondern spielt sich eher in den Erinnerungen, die er schildert, ab.   Ich gebe dem Roman 4 Sterne und bin sehr auf den zweiten Teil gespannt. Ich habe den Roman in einer Buchhandlung bestimmt viermal angelesen und konnte zu keiner Kaufentscheidung gelangen. Dementsprechend skeptisch war ich dann, als auch ich dieses Werk in einer verzweifelten Minute erwarb, weil ich einfach keine passende Alternative fand. Desto überraschter war ich dann auch, als ich es nicht mehr weglegen konnte. Es ist keine leichte Kost, da man viel Nachdenken kann und vielleicht auch muss. Das Ende hat mich überhaupt nicht überzeugt, was ich sehr schade finde. Umso beruhigender, dass ich weiß, dass noch ein paar Knausgard-Werke auf mich warten, in denen er vielleicht noch die letzten Geheimnisse enthüllt. Wer weiß, wer weiß 😉

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  • Schonungslos ehrlich

    Sterben

    Knigaljub

    19. October 2017 um 14:32

    Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch polarisiert - entweder versinkt man vollkommen und gerät in den Knausgard-Sog (so war es bei mir) oder man ist genervt wegen detailreicher Beschreibungen einer echten Lebensgeschichte, die sich (eben nur) durch die kleinen und großen Höhen und Tiefen eines ganz normalen Lebens auszeichnet.Obwohl Knausgard weder in Deutschland aufwuchs (sondern in Norwegen) noch in meinem Alter (sondern ein Kind der 70er) ist, konnte ich mich gut in ihn hineinfühlen und war mittendrin in seiner Jugend, hingerissen von seinen schonungslosen Schilderungen der Beziehungen und Erlebnisse seines jungen Lebens.Die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend werden erzählt, wie Gedanken eben kommen, und wechseln sich ab mit Passagen aus seinem späteren Leben, als er schon verheiratet und Vater ist. Besonders eindrucksvoll schildert er die Beziehung zu seinem Vater (und deren/dessen Ende).Es ist nicht so, dass ich unbedingt direkt im Anschluss die Nachfolgerbände lesen möchte, aber warum Knausgards Werke so hochgelobt sind, verstehe ich jetzt. Und ich kann mir gut vorstellen, dass ich früher oder später zum nächsten Band greifen werde, um wieder in diese einzigartige Knausgard-Stimmung versetzt zu werden (und zu erfahren, wie es weitergeht in seinem Leben).Fazit:Das Buch kann einen in seinen Bann ziehen und sich mit sich selbst auseinandersetzen lassen. Für Menschen, die gerne über Menschen nachdenken, und denen Geschichten aus dem echten Leben genug sind, durchaus empfehlenswert.

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  • Karl Ove und die Suche nach dem Ich

    Sterben

    Fritz_Nitzsch

    29. September 2017 um 11:26

    Der erste Band der präsenten und autobiographischen Reihe des norwegischen Schriftstellers Karl Ove Knausgård. Was erfahren wir hier als Voyeure, die an seinem Leben aufs Intimste und Äußerste teilhaben, über sein Leben? Welchen Einblick gewährt er uns? Der Autor berichtet scheinbar zusammenhangslos, meditativ und schonungslos genau. Er zeichnet damit alleine schon formell den Vorgang des Nachdenkens über das eigene Leben nach. Die Schulzeit, Gehversuche in der Liebe und die schweren Schritte hin zum Erwachsenwerden kreisen ebenso umher wie gegenwärtige Ausführungen über den Umgang mit Toten und erste Streitigkeiten mit Ehefrau Nummer 2. Er geht nicht chronologisch vor, doch all das kreist nicht um  Madeleines, die Ausgangspunkt der Ich-Konzentration sind, wie bei Proust, und darum ständig zum Trivialen und zum Nichts, eben zur Suche nach etwas zurückkehren, Knausgård vertritt eine andere Ansicht, weshalb er zwar als mit Proust verwandt, allerdings von einem völlig anderem Standpunkte her angesehen werden muss: passend zu den Lesegewohnheiten gibt er uns zwei Episoden als Rahmen vor, die wiederum, wie es der Titel schon vermuten lässt um ein großes Thema kreisen. Er fängt seine eigene Erinnerung damit ein, eh sie ihm entschwinden kann. Zum einen schildert er eine Silvesterparty, an der er gesellschaftlichen Mord an sich selbst erfährt, zum anderen den erbärmlichen Tod seines Vaters, als er um die 30 war, der Vater, als Alkoholiker verkommen im eigenen Kot liegend, und seine Konfrontation damit. Doch damit ist nicht nur das Sterben des Vaters gemeint, worum es geht, es ist auch das Sterben der schrecklichen Beziehung von Karl Ove zu seinem Vater durch das Sterben des Vaters und eine Aussöhnung, die durch diesen jämmerlichen Tod erst möglich wurde, aber gleichzeitig im Negativen die Person Karl Ove ausgemacht hat, und somit auch ein Sterben der eigenen Identität, die sich als Opfer des eigenen Vaters verstand. Was einem also anfänglich als völlig willkürlicher Trip durch das solide geführte Tagebuch vorkam, entfaltet zum Ende seine anamnetische Kraft: das Leben passt zwar nicht in Kapitel, aber es erschließt sich einem heute, so zumindest in fiktiven, Kategorien. Hier meisterlich geschehen, man glaubt, in sich selbst hineinzublicken durch die Brille eines andern. Unheimlich authentisch und trotz mühevoll, das Leben eines sympathischen Unsympathen zu begleiten. Ein Experiment, das glückt und schonungslos mit sich ins Gericht geht.

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  • Karl Ove Knausgård | STERBEN

    Sterben

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 10:13

    INHALT: Knausgård beschreibt in diesem biografischen Roman das lieblose Verhältnis zu seinem Vater, das von Herzenskälte, Demütigung und Alkoholismus bestimmt war. Als er mit 30 vom Ableben seines Vaters erfährt, trifft er sich mit seinem Bruder um den Nachlass aufzulösen. Dieser Akt fördert längst vergessen geglaubte Erinnerungen zutage, die ihn in all ihrer Wucht treffen. FORM: Knausgård schreibt ohne den Anspruch auf Kunstfertigkeit oder Poesie, völlig trocken und nüchtern. Gerade dieser Stil macht das Gelesene so realistisch und glaubhaft. Ein reiner Bericht: ernst, ehrlich, traurig. STERBEN ist der erste von sechs biografischen Romanen, die in Deutschland zurzeit (mit ein paar Jahren Verspätung) verlegt werden. Die nächsten Bände LIEBEN, SPIELEN und LEBEN sind bereits veröffentlicht, die letzten beiden folgen. Der Titel der norwegischen Originalausgaben MEIN KAMPF ist ebenso provozierend wie passend: Leben heißt Kämpfen, wer etwas anderes denkt, sollte die Augen öffnen. FAZIT: Mit Sicherheit nicht mein letzter Knausgård; selten hat mich ein Roman so sehr bewegt – Fünf Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Habe mich ehrlich bemüht - umsonst

    Sterben

    UtaRuscher

    03. May 2017 um 08:58

    Eine Freundin, die ich sehr schätze, empfahl mir dieses Buch. Meine Grundeinstellung war also sehr positiv. Ich hatte mich darauf gefreut. Aber ich habe mich gelangweilt. Es passiert nichts. Muss ja auch nicht. Aber dann erwarte ich eine Sprache, die mich in ihren Bann zieht. Nichts dergleichen. Tödliche Langeweile. Der Stil ist banal. Der Inhalt uninteressant. Vielleicht ist das Absicht? Das Sterben als ein sich ewig hinziehender, quälender Prozess? Ich habe dieses Buch nach 200 Seiten weggelegt und mich nach Besserem umgeschaut.

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  • Für mich war alles wie hinter Glas

    Sterben

    dominona

    06. January 2017 um 08:26

    Was ich dem Autor zugestehen muss: schreiben kann er, aber am Ende hat es nicht gereicht, um das Buch komplett zu lesen. Zuerst hat mir die Dichte der Ereignisse gefallen, aber dann habe ich mich gefragt: muss ich mir die Kindheitserinnerungen und Gefühle eines alten Mannes wirklich 600 Seiten lang geben? Nein. Ich habe mittendrin abgebrochen, weil mich irgendwann genau die Dichte erschlagen hatte, sodass ich das Buch gar nicht mehr in die Hand nehmen wollte.

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  • Eine Kindheit in Norwegen

    Sterben

    Bibliomania

    12. December 2015 um 22:51

    Karl Ove Knausgard hat ein Projekt gestartet, in dem er sein Leben in Romanform veröffentlicht. "Sterben" ist der erste der geplanten sechs Bände. Im ersten geht es hauptsächlich um seine Kindheit, was er erlebt hat, welche Träume er hatte, Ängste, Wünsche und dergleichen. Ein Leben wie es einerseits wohl viele Jungen führen oder geführt haben. Und doch ist es anders. Obwohl Knausgard "nur" über sein Leben schreibt und zuvor zumindest in Deutschland nicht wirklich bekannt war, geht von seinem Schreibstil eine Faszination aus, die schwer zu beschreiben ist. Ich war regelrecht überrumpelt vom Ende, aber es gab keine weitere Seite. Nun muss ich natürlich unbedingt auch den nächsten Teil lesen! Ein tolles Buch, ein toller Auftakt und ein interessantes Leben. Mehr von Knausgard!

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  • Ein außergewöhnliches Buch

    Sterben

    Uomo_ragno

    12. October 2015 um 16:17

    Ich kann zu diesem Roman nur soviel sagen: Er hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Die sprachliche Dichte ist unglaublich, die Beschreibungen sind großartig - vielleicht das Beste, was ich bis dato gelesen habe. Nicht umsonst gibt es im Moment diesen Hype um Knausgård. 

  • Band 1 eines autobiografischen Projektes in sechs Bänden

    Sterben

    schoensa

    22. June 2015 um 17:56

    Worum es geht Die Schwierigkeit einer Inhaltsangabe von „Sterben“ ist: Eigentlich geht es um Nichts – und doch um so viel. Zum Beispiel um die Beziehung von Knausgard zu seinem Vater. Es geht um den Tod seines Vaters, um Knausgards Beziehung zu seinem Bruder. Chronologisch sind diese Erinnerungen nicht, Knausgard springt hin und her in seinem Leben. Dabei schont er weder sich noch seine Familie. Der Alkoholismus des Vaters (und der Zustand des Hauses, in dem er zum Schluss gelebt hat), die scheinbare Überlegenheit seines Bruders Yngve, alle Schwächen werden offengelegt und bis ins Kleinste geschildert. Sterben ist das erste Buch einer sechsbändigen Serie, die im norwegischen Original „Min Kamp“ heißt. Ein Titel, der aus offensichtlichen Gründen in Deutschland so nicht ging. Ins Deutsche übersetzt wurden mittlerweile «Sterben», «Lieben», «Spielen» und «Leben».Wie es gefällt Meist hat man das Gefühl, Ereignisse in Echtzeit zu lesen, über unendlich viele Seiten streckt sich Beschreibung, wie er mit einem Kumpel und zwei Tüten Bier Silvester verbringt. Und dennoch: Es ist nicht langweilig, Knausgard beim Leben und beim Darüber philosophieren „zuzuschauen“. Es ist sogar so faszinierend, dass ich die 576 Seiten durchaus zügig weggelesen habe. Worin die Faszination liegt,kann ich allerdings nicht beschreiben. Ein bisschen scheint es wie bei einem Unfall zu sein, bei dem man nicht wegschauen kann. Oder einer Reality-Show, die einen in den Bann zieht. Ob diese Faszination auch die restlichen Bände von Knausgards Biografie anhalten wird, kann ich auch nicht vorhersehen. Ich werde es aber berichten.

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  • Ein Autor, der gibt.

    Sterben

    Lutzlesefieber

    04. September 2014 um 08:56

    Dieses Buch ist keines, der Bücher, die ich in einem Rutsch durchlese. Obwohl es einen starken Sog hat. Es ist eines der Bücher, bei denen ich gierig weiterlese, aber dann feststelle, dass bloß noch meine Augen die Lesebewegung ausgeführt haben, weil ich eigentlich nachgedacht habe. Knausgards Gedanken und die beschriebenen Episoden regen beständig an, der Frage darin nachzugehen. Ich lande bei mir und meinem Leben. Deswegen ist es mir wertvoll. Was mich am meisten fasziniert, ist, dass es scheinbar so universell ist, dass ich mit Ende 30 mich darin wiederfinde, aber auch meine Mutter, die Ende 60 ist. Ich hatte nicht erwartet, dass sie mit dem Buch etwas anfangen kann, da ich dachte, es sei enger verwoben mit den Erfahrungen meiner Generation bzw der Generation des Autors. Aber nun ist es fast das erste Buch überhaupt, über das sie sich mit mir austauschen will. Knausgard erzählt keine Geschichte, er erzählt übers Menschsein. Ich bin gespannt, was bleibt. Aber zur Zeit begleiten mich die Gedanken aus dem Text durch den Tag und es gibt mit etwas Entspanntheit zurück, weil ich entdecke, dass auch andere sich nicht immer geschickt anstellen bei "ihrem Kampf." Knausgard sagte in einem Interview, er hat mitunter das Gefühl, durch die offene Darstellung seinerselbst und seiner Familie hätte er sich weggegeben. Tatsächlich "gibt" dieses Buch viel.

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  • Sehr dichte, persönliche Erzählung

    Sterben

    literat

    31. August 2014 um 12:58

    Karl Ove Knausgards Vater ist gestorben, er und sein Bruder Yngve kümmern sich um die Beerdigung, um den Nachlass, etc. Der Autor nimmt den Tod des Vaters als Anlass um über sein Leben, seine Familie nachzudenken und zu schreiben. Und hier geht er sehr schonungslos, sehr detailliert und sehr persönlich vor. Die beiden Jungs haben sich von ihrem Vater, der mal sehr wichtig für sie war, sehr entfernt. Sie habe ihn zu hassen begonnen und er hat sich vom angesehenen Lehrer, vom Akademiker, zum Alkoholiker, der sich systematisch zu Tode gesoffen hat, entwickelt. Der Autor erzählt seine Geschichte aus der Sicht des Jugendlichen der den Alkohol als Fluchtmittel für sich entdeckt, er urteilt also nicht über den Jugendlichen von damals, sondern erzählt nur seine Geschichte. Ich geb's zu, es hat etwas gedauert, bis ich drin war. Aber dann hat's mich gepackt. Undzwar richtig. Der Autor versteht es sehr gut nicht nur seine Gedanken sondern auch seine Gefühle, Stimmungen, die Atmosphäre einzufangen und wiederzugeben. Das ist natürlich ein etwas schwieriges Unterfangen, deswegen ist das Buch auch etwas umfangreich, aber jedes Wort ist nötig und richtig. Die anderen 5 Bücher möchte ich auch unbedingt lesen!

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  • Radikale Selbstreflektion

    Sterben

    AnnaChi

    18. April 2014 um 11:18

    "Für das Herz ist das Leben einfach: Es schlägt, solange es kann." Diesem magischen ersten Satz folgt ein Buch, in dem man sich findet und verliert. Es ist ein sehr persönliches Buch, das man nahe an sich herankommen lassen kann, ein Buch, das einen unglaublichen Sog entwickelt, Lese-Sucht erzeugt. Im Mittelpunkt steht die Beziehung des Autors zu seinem Vater, der seine Kindheit und Jugend durch emotionale Distanziertheit und Zynismus geprägt hat. Das Verhalten dieses Vaters hat mich teilweise so entsetzt und verstört, dass mir bei der Lektüre Tränen in den Augen standen. - Aber die Kindheit und Jugendzeit Knausgards hat auch heitere Aspekte, beispielsweise die ausführlich geschilderte Schwierigkeit, als 16-Jähriger mit nicht erlaubtem Alkohol im hohen Schnee am Silvesterabend zur vermeintlich angesagten Party zu kommen ... Konfrontiert wird der Autor als Erwachsener mit seinem Vater erst dann wieder, als dieser stirbt - als völlig heruntergekommener Alkoholiker, der das Haus der Großmutter als stinkende Hölle zurückgelassen hat und in dem die alte, demente Frau nur noch dahindämmert. Knausgard und sein Bruder "entmüllen" das Haus (Schilderungen, die sich man wegen des hohen Ekelfaktors nicht nach einer Mahlzeit zumuten sollte). Glauben, dass der Vater, der beider Leben so überschattet hat, aber wirklich tot ist, können die Brüder erst, als sie seinen Leichnam gesehen haben. Ein großartiges, schonungslos offenes Buch! Gerade die Menschen, die sich mit der eigenen Biografie kritisch auseinandersetzen, sollten es unbedingt lesen.

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  • Sein Kampf - Der erste Teil

    Sterben

    serendipity3012

    15. February 2014 um 18:39

    Sein Kampf - Der erste Teil „Sterben“, so lautet der deutsche Titel des ersten von 6 Bänden, in denen der norwegische Autor Karl Ove Knausgard über sein Leben schreibt. Im Original mit „Mein Kampf“ überschrieben, war in Deutschland keine wortgetreue Übersetzung möglich. Aber was man da liest, ist ein Kampf. In „Sterben“ beschäftigt sich der Autor intensiv mit seiner schwierigen Beziehung zu seinem Vater, der ihn sehr geprägt hat und zu dem er ein sehr schwieriges Verhältnis hatte. Der Vater stirbt, aber zunächst lesen wir über Episoden aus der Kindheit und Jugend Knausgards, über Ängste und alle möglichen Arten von negativen Gefühlen, bevor in der zweiten Hälfte des Romans der Fokus auf dem liegt, was passiert, nachdem der Autor vom Tod seines Vaters erfährt und sich um alles kümmert, was vor allem bedeutet, das total verdreckte und heruntergekommene Haus zu putzen, in dem sein Vater sich selbst zugrunde gerichtet hat. Knausgards Buch ist ein Roman, keine Autobiographie. In einem Interview sagte er, dass er sich an Stimmungen und Gefühle erinnert, Dialoge aber rekonstruieren musste. Dass seine Romane daher nicht wahr seien, aber ehrlich. Knausgards ganz persönliche Geschichte über sich und seinen Vater braucht an die 600 Seiten. Als Leser muss man sich auf seine Art des Erzählens einlassen, auf lange Einschübe und Rückblicke, bevor es dort weitergeht, wo er sich an diese oder jene Episode erinnert hat. Knausgard erzählt auch kleinste alltägliche Handlungen ganz genau, jeder Handgriff beim Kaffeekochen kann da Erwähnung finden. „Schwer“ ist der Roman deshalb, weil sein Autor nichts verklärt, er sucht keine Entschuldigungen und Erklärungen, er benutzt keine metaphernreiche Sprache, er verschleiert nichts. Das macht ihn zwar menschlicher, aber nicht unbedingt sympathischer. So liest man „Sterben“ nicht immer gern, braucht vielleicht einmal öfter eine Pause, und das Buch ist immer wieder nicht nur ein Kampf für den Autor, sondern auch für den Leser. Auf der anderen Seite besitzt gerade diese Art des manchmal brutal ehrlichen Schreibens eine ganz besondere Faszination, so dass ich die folgenden fünf Bücher, die sich mit anderen Aspekten aus Knausgards Leben beschäftigen, unbedingt auch noch lesen muss.

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  • Vom Leben im Angesicht des Todes

    Sterben

    Babscha

    09. February 2014 um 01:57

    Denn während der Name zu Lebzeiten eines Menschen auf den Körper verweist, wo er sich aufhält, was er tut, löst der Name sich im Tode vom Körper und verweilt wieder bei den Lebenden, die mit dem Namen stets meinen, was der Mensch war, und nie, was er jetzt ist, ein Körper, der irgendwo liegt und verwest. Es ist im Sommer 1998, als Karl Ove Knausgard, der Autor des Buches, die Nachricht vom Tod seines Vaters erhält. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Yngve macht er sich deshalb noch einmal auf nach Kristiansand, seiner Heimatstadt an der norwegischen Küste, um die letzten Dinge seines Vaters zu regeln. Was er dort vorfindet, nämlich eine Tragödie der ganz besonderen Art, trifft ihn bis ins Mark und war wohl Grund genug, sich im vorliegenden Buch sowohl mit dem Thema Tod und Sterben allgemein wie auch mit seiner eigenen komplizierten Familiengeschichte, und hierbei insbesondere mit seinem ganz speziellen Verhältnis zu seinem Vater, intensiv auseinander zu setzen. Herausgekommen ist ein besonderer Roman, der schonungslos offene und ehrliche Lebensbericht eines Neununddreißigjährigen, der trotz gelegentlich ausufernder, eben ganz der persönlichen Erzählweise und Gedankenwelt des Autors zuzuschreibender Passagen wirklich zu fesseln vermag und den Leser völlig vereinnahmt. In der ersten Hälfte des Buches gibt Knausgard dem Leser zunächst einen Einblick in seine eigene Jugendzeit in einem ziemlich verkorksten Elternhaus, in dem seine Mutter sich bis zu ihrer letztendlichen Scheidung weitgehend zu ihrem Studium in eine andere Stadt zurückzieht und den jüngeren Sohn damit einfach bei seinem gefühlskalten, pedantischen und gleichgültigen Vater zurück lässt. Im zweiten Teil des Werks berichtet der Autor nach einem Zeitsprung über mehrere Jahre dann von den Geschehnissen nach dem Tod des Vaters, den Beerdigungsvorbereitungen, von der zwangsweisen temporären Wiederzusammenführung zweier ungleicher Brüder, die sich ebenfalls kaum noch etwas zu sagen haben und als Schicksalsgemeinschaft einfach nur schematisch agieren. Ohne jede Vorbehalte erschließt sich der Autor dem Leser Schritt für Schritt, zeichnet von sich das selbstkritische Bild eines sensiblen, empathischen Mannes voller innerer Zerrissenheit, der schwer an seiner Vergangenheit zu kauen hat, sie im Grunde nie abstreifen konnte und es erst ganz am Schluss am Totenbett seines Vaters schafft, mit seinem unguten inneren Ungleichgewicht von Hass, Wut und Trauer zumindest ansatzweise ins Reine zu kommen. Ich habe das Buch ausschließlich zu später Stunde und in völliger Stille gelesen. Zum Glück, denn so lässt sich die Intensität seiner Worte ganz besonders genießen.  

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  • Rezension zu "Sterben" von Karl Ove Knausgård

    Sterben

    Golondrina

    23. October 2012 um 19:04

    Widersprüchlich. Der Autor reflektiert tagebuchartig den Tod seines Vaters und erzählt dabei Episoden aus seinem Leben. Er folgt dabei nicht stringent einer zeitlichen Reihenfolge sondern reiht Erlebnisse aus der fernen und näheren Vergangenheit lose aneinander, beschreibt dabei die Beziehung zu seinen Freunden, seiner Familie und natürlich besonders die zu seinem Vater. Eine schwierige Beziehung, das wird schnell klar. Berührt hat mich dabei die schonungslose Ehrlichkeit, die den Autor nicht immer in das beste Licht rückt aber wer selbst eine belastete Beziehung zu einem nahen Angehörigen hat und dann mit dessen Tod konfrontiert wird, kann vielleicht nachvollziehen, mit welch zum Teil abstusen Gedanken man sich in dieser Situation konfrontiert sieht. Dafür würde ich gern 4 Sterne vergeben, allerdings haben mich einige Passagen sehr geärgert oder gelangweilt: so füllt die Bierbeschaffung für eine jugendliche Silvesterfeier mehrere Seiten, x-mal wird der Alkohol im Strassengraben versteckt und wieder hervorgeholt.... Das ist nicht besonders originell und leider auch nicht besonders originell beschrieben.

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