Karl Rittner

 3,8 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor*in von Die Toten von Wien.

Lebenslauf

Karl Rittner ist das Pseudonym eines österreichischen Schriftstellers und Hochschulprofessors. Mit »Die Toten von Wien« legt er seinen ersten historischen Kriminalroman vor. Heute lebt der 1960 im Salzburger Land geborene Autor in Wien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Karl Rittner

Cover des Buches Die Toten von Wien (ISBN: 9783442490905)

Die Toten von Wien

(6)
Erschienen am 21.09.2022

Neue Rezensionen zu Karl Rittner

Cover des Buches Die Toten von Wien (ISBN: 9783442490905)
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Rezension zu "Die Toten von Wien" von Karl Rittner

Bellis-Perennis
Hier ist wenig, so wie es scheint

Wien 1922, Donaumonarchie, Kaiser und Adel sind Geschichte - geblieben sind unzählige Kriegsversehrte, Gestrandete aus den ehemaligen Kronländern, die unter menschenunwürdigen Bedingungen ihr Leben fristen sowie enteignete Adelige, die kaum einen Beruf erlernt haben und sehen müssen, wie sie ihren Unterhalt verdienen können. 

Sandor von Baranyi ist einer von ihnen. Er hat seine Besitzungen in Ungarn verloren und arbeitet nun unter dem eingedeutschten Namen Alexander Baran bei der Wiener Kriminalpolizei. Der Erste Weltkrieg hat ebenso Traumata hinterlassen wie das Verschwinden seiner Schwester Szonja. Baran hat seinen Schwager in Verdacht, daran beteiligt zu sein.  

Sowie ihm seine beruflichen Verpflichtungen ein wenig Raum geben, macht er sich auf die Suche nach seiner Schwester und bangt bei jeder gefundenen Frauenleiche, Szonja identifizieren zu müssen. Die aktuelle Tote, die am Donaukanal entdeckt wird ist eine aufstrebende Tänzerin an der Wiener Oper. Beinahe gleichzeitig wird ein ehemaliger Hofbeamter vor eine Tramway gestoßen und getötet. Es dauert, bis Baran und Bezirksinspektor Florian Meisel, erkennen, dass sowohl die beiden Toten als auch Szonjas Verschwinden in einem viel größeren Fall verwickelt sind. 

Meine Meinung: 

Ich bin ja ein Fan von komplexen Kriminalromanen, die in Wien spielen. Daher hat mir dieser Krimi, der das Leben der Menschen nach dem verlorenen Weltkrieg und dem Zerfall der Donaumonarchie plastisch darstellt, sehr gut gefallen. Besonders vertraut sind mir die Szenen, die in der Leopoldstadt, also dem zweiten Gemeindebezirk, rund um den Karmelitermarkt angesiedelt sind, habe ich in seiner Nähe mehr 40 Jahre gearbeitet und 20 davon auch dort gewohnt.  

Der Schreibstil sorgt für die passende Atmosphäre. Die Lebensverhältnisse der jungen Republik sind authentisch beschrieben. Die Detailtreue geht an manchen Stellen zu Lasten der Spannung, was mich persönlich nicht sehr stört. Leser, die Wien und die Leopoldstadt nicht gut kennen, müssen - auch auf Grund der vielen Charaktere - aufpassen, sich nicht im Dickicht der Nachkriegszeit, in der die alte Ordnung noch nicht  weg, aber die neue noch nicht ganz angekommen ist, verlieren.  

Ob es weitere Verbrechen für Alexander Baran und Bezirksinspektor Florian Meisel aufzuklären geben wird? Mich würd's freuen.

Fazit: 

Gerne gebe ich diesem historischen Kriminalroman 4 Sterne.

 

Cover des Buches Die Toten von Wien (ISBN: 9783442490905)
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Rezension zu "Die Toten von Wien" von Karl Rittner

WDP
Eine spannungslose Geschichte ...

Der Plot:

Rittner stellt an den Beginn einen Prolog. Er spielt lange vor der eigentlichen Geschichte und dient dazu, die Backgroundgeschichte zu erläutern. Diese plakative, stimmige Einleitung zog mich in die Geschichte. 

Doch kurz danach beginnt das Verwirrspiel. Der Autor präsentiert zwei Morde die scheinbar nicht zusammenhängen. Die bis dahin „runde“ Story wird immer „eckiger“, sprunghafter. Dialoge werden abrupt abgebrochen, Schauplätze kommen ins Spiel, die für den „Fall“ irrelevant sind; die Personen wechseln in schneller Abfolge. „Antisemitismus“ prägt die erste Hälfte des Buches. Als Leser gewinnt man den Eindruck, dass daran die Lösung des Falles festgemacht wird. – Falsch gedacht!

Der Autor bietet dem Leser keine Möglichkeit, logisch mitzuraten. Irrungen und Wirrungen beherrschen den Fortgang der Story, sodass es mitunter sehr schwerfällt, dem Inhalt zu folgen. Man darf auch nicht hinterfragen, warum so mancher Ortswechsel stattfindet. Ein wirres Konstrukt bis zum enttäuschenden Ende. Dem Leser bleibt mit einem verwundert gedehnten „AHA – Deshalb.“ zurück.  

 

Die Charaktere:

Rittner kann die Charaktere gut beschreiben; entwickelt sie ständig weiter. Doch irgendwie fehlt überall der „Pepp“, egal ob es für den Leser in Richtung Sympathie, Zu- oder Abneigung geht. Man kann sich mit keiner der Romanfiguren identifizieren, mit ihr fühlen, freuen oder ängstigen. 

 

Die Sprache:

So schön das Deutsch des Autors ist, seine Art zu schreiben, so wenig bringt er mit der Sprache das Lokalkolorit Wiens zum Ausdruck. Die paar „Gesprächsfetzen“ in direkter Sprache sind für die damalige Zeit nicht typisch. Diesen Zungenschlag hört man noch heute in eingesessenen Wirtshäusern von Wien. Was es zu dieser Zeit allerdings gab, waren z.B.: spezielle Bezeichnungen für Berufs- und Volksgruppen, Örtlichkeiten oder Standesbezeichnungen. Das fehlt in dem Text. 

 

Fazit:

Eine spannungslose Geschichte. Neugier wird kaum geweckt. Wie eine 08/15-TV-Serienproduktion plätschert die Story an einem vorüber um zu guter Letzt, in breit angelegten Worten, in einem nicht nachvollziehbaren Setting die realitätsfremde Lösung zu präsentieren.

Zudem kommt noch die Historie Wiens / Österreichs, die „geschönt“ dargestellt wird: So wie es „Gutmenschen“ heute machen würden. Oder ist dies nur schlecht recherchiert und der Autor saß Desinformationen auf? Alex Beer (Larcher) oder Peter Lorath können und wissen das eindeutig besser.

Diese hanebüchene Geschichte kann ich niemanden empfehlen.

Cover des Buches Die Toten von Wien (ISBN: 9783442490905)
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Rezension zu "Die Toten von Wien" von Karl Rittner

65_buchliebhaber
Das historische Wien steht im Mittelpunkt

Der ungarische Adelige Sandor von Baranyi hat den ersten Weltkrieg überlebt und arbeitet nun bei der Wiener Kriminalpolizei als Kommissär Alexander Baran. Neben einigen Traumata aus Kriegszeiten, ist sein Privatleben von der Suche nach seiner verschwundenen Schwester bestimmt. Gleich zwei Kriminalfälle hat er mit seinem Kollegen zu bearbeiten. Der Weg zur Auflösung ist von vielen, vielleicht zu vielen, Irrungen und Wirrungen bestimmt, denen man aufmerksam folgen muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. Teilweise erscheint mir die Geschichte ein wenig konstruiert.

Der Schreibstil des Autors sorgt für die passende Atmosphäre. Man fühlt sich ins Wien des Jahres 1922 zurückversetzt. Die Beschreibungen sind plastisch; egal wo die Polizei sich aufhält, man kann Wege und Örtlichkeiten problemlos nachvollziehen. Die Lebensverhältnisse der Nachkriegszeit sind gut eingefangen.

Das Ende des Buches lässt vermuten, dass weitere Bände folgen werden. Ob Krimi oder historischer Roman, so ganz einfach lässt sich dieses Buch nicht kategorisieren. Für mich persönlich ist es eher ein Krimi und als solchen empfehle ich ihn gerne.

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