Karl Schlögel

 4.2 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Terror und Traum, Das sowjetische Jahrhundert und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Karl Schlögel

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Terror und Traum

Terror und Traum

 (5)
Erschienen am 10.09.2008
Das sowjetische Jahrhundert

Das sowjetische Jahrhundert

 (2)
Erschienen am 29.03.2018
Die Mitte liegt ostwärts

Die Mitte liegt ostwärts

 (2)
Erschienen am 01.09.2008
Planet der Nomaden

Planet der Nomaden

 (1)
Erschienen am 01.04.2006
Das Russische Berlin

Das Russische Berlin

 (1)
Erschienen am 28.03.2007
Im Raume lesen wir die Zeit

Im Raume lesen wir die Zeit

 (1)
Erschienen am 09.12.2011
Moskau lesen

Moskau lesen

 (1)
Erschienen am 07.03.2011

Neue Rezensionen zu Karl Schlögel

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Das sowjetische Jahrhundert" von Karl Schlögel

Großartiges Porträt einer untergegangenen Welt
Bellis-Perennisvor 7 Monaten

Historiker Karl Schlögel hat uns mit seinem 960 Seiten schweren Wälzer ein umfassendes Bild der Sowjetunion vorgestellt.

Auch wenn wir den 100. Geburtstag dieses Staates (glücklicherweise) nicht feiern konnten, bleibt ein bisschen die Frage offen, ob die Entwicklung nach dem Zerfall der UdSSR, die bessere Variante ist oder nicht. Vor allem für wen besser? Die Staatsbürger oder die Welt? Doch das ist wohl ein anderes Thema.

 

Anders als in ähnlichen Werken nimmt sich der Autor der Menschen an, die im sowjetischen System leben. Es werden weniger die Machthaber, sondern die vielen kleinen Rädchen, die die Maschine Sowjetunion am Laufen hielten, beschrieben.

So gibt es ein Kapitel, das sich der Sprache der Tätowierungen widmet. In einer Zeit, in der fast jeder irgendwo ein „Peckerl“ (wienerisch für Tatoo) hat, ohne sich der Bedeutung der Bildersprache zu bewusst zu sein, ein interessanter Teilaspekt.

Auch auf die Gigantomanie mancher Staatschefs und dem damit verbundenen Personenkult wird eingegangen.

Die Idee der sozialistischen Machthaber, einen neuen Menschen zu formen, ist eindrucksvoll dargestellt.

 

Gut gefällt mir, dass das umfangreiche Buch in übersichtliche Themenblöcke und Kapitel gegliedert ist. Das 9 - seitige Inhaltsverzeichnis ermöglicht dem Leser den Einstieg genau dort wo es seinen Interessen am Nächsten kommt. Einzelne Texte sind in sich abgeschlossen. Dadurch kann der Leser das eine oder andere überspringen, ohne den roten Faden zu verlieren.

 

Die knapp 90 Fotos liefern einen imposanten Eindruck der untergegangenen Alltags- und Konsumkultur in der ehemaligen Sowjetunion.

 

Obwohl gewichtig, ist der Inhalt des Buches nicht erdrückend. Es schwingt eine Leichtigkeit beim Lesen mit, die schon ein wenig poetisch anmutet, die für mich aber kein Widerspruch zum Thema ist. Der Autor bindet eigene Erlebnisse und Beobachtungen geschickt in seine Texte ein, woraus sich ein interessantes Alleinstellungsmerkmal des Werkes ergibt.

 

Fazit:

 

Ein eindrucksvolles zeitgeschichtliches Dokument, für das der Autor zu Recht den Buchpreis 2018 der Leipziger Buchmesse erhalten hat.

Kommentare: 3
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S

Rezension zu "Terror und Traum" von Karl Schlögel

Volkskunde statt Geschichte
sKnaerzlevor 5 Jahren

1937 ist das Jahr der großen Säuberung, aber das interessiert Schlögel zunächst nicht. In einzelnen abgeschlossenen Kapiteln zeigt er Alltägliches und historisch Bedeutendes aus dem Leben der Stadt. Das sind Themen wie das Puschkin-Jubiläum, die Lebensweise der Arbeiter, der Städtebau, die Volkszählung, der Parteitag, Begeisterung für die USA... Dabei erklärt er kaum, wie das Regime funktioniert und so ist das Buch weniger für Menschen gedacht, die sich für den Stalinismus interessieren, eher für die, die gern etwas über fremde Kulturen erfahren. Erst im letzen Kapitel schildert er Massenerschießungen politischer Gegner und damit den Terror. Aber erst wenn man das Buch zugeklappt hat, merkt man, dass man doch einiges über die sozialen und kulturellen Voraussetzungen des Stalinismus gelernt hat.

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Sokratess avatar

Rezension zu "Terror und Traum" von Karl Schlögel

Rezension zu "Terror und Traum" von Karl Schlögel
Sokratesvor 7 Jahren

Ein Opus, das zu Lesen nicht leicht fällt. Sehr detaillastig, sehr engmaschige Ereignisschilderung und sicher aufgrund des engen Themas nur etwas für absolut Interessierte der russischen Geschichte der jungen Stalin-Zeit. -- Schlögel - ausgewiesener Russlandgeschichtskenner - widmet sich der End-30er der Moskauer Geschichte. Stalins Ziel war es in jenen Jahren, eine ideal-stalinistische Stadt zu errichten. Historische Bausubstanz wird radikal beseitigt, eine Idealstadt soll errichtet werde. Parallel dazu wird der Schauprozess um Trotzki geführt - Stalin baut obsessiv seine (Gewalt-)Herrschaft aus. Schlögels Einschätzung geht dahin, dass er jene Jahre als Bruch zwischen der "alten" und der "neuen" Zeit ansieht; um die weitere Entwicklung Europas (Russlands) verstehen zu können, muss man jene Jahre des radikalen und forcierten Umbaus verstehen können. Lesenswert!

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