Karl Valentin

 4,2 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Buchbinder Wanninger, Das Beste von Karl Valentin und weiteren Büchern.
Autorenbild von Karl Valentin (©Gemeinfrei)

Lebenslauf von Karl Valentin

Karl Valentin (bürgerlich Valentin Ludwig Fey) war einer der bekanntesten deutschen Komiker, Volkssänger, Autoren und Filmproduzenten. Er wird am 4. Juni 1882 in München geboren und wächst als Einzelkind auf, da seine Geschwister – eine Schwester und zwei Brüder – kurz nach seiner Geburt an Diphterie sterben. Nach der ihm verhassten Schulzeit beginnt Valentin eine Schreiner- und Tischlerlehre, was ihm in seiner Laufbahn zugutekommt, denn er baut seine Kulissen stets selbst. 1902 tritt er zum ersten Mal als Karl Valentin auf und übernimmt im selben Jahr zusammen mit seiner Mutter die Spedition seines Vaters nach dessen Tod. Jedoch geht die Firma wenige Jahre darauf bankrott und Valentin zieht mit seiner Mutter nach Zittau. Nebenbei tritt er bei Vereinen und Veranstaltungen auf. 1905 wird seine erste Tochter Gisela geboren, die Mutter ist das Dienstmädchen der Familie Fey und Valentins spätere Ehefrau Gisela Royes. 1908 kehrt Valentin nach einer erfolglosen Tournee nach München zurück und kann ein Engagement am „Frankfurter Hof“ ergattern, was seine Geldnöte beendet. 1910 wird seine zweite Tochter Bertha geboren und 1911 heiratet er die Mutter seiner Kinder, Gisela Royes. Im selben Jahr lernt er Elisabeth Wellano kennen, die mit ihm gemeinsam ab 1913 als Liesl Karlstadt auftritt – der große Durchbruch für Valentin und die Geburtsstunde einer 26-jährigen Bühnenpartnerschaft. Zu dieser Zeit entwickelte er seinen eigenen Stil, für den er heute bekannt ist, seine groteske Körpersprache und den Sprachwitz, auf dem sein Humor beruht. In München baut er sich ein eigenes Filmstudio und beginnt, Stummfilme zu drehen. Weil Valentin unter einer Asthmakrankheit leidet, ist er vom Militärdienst während dem Ersten Weltkrieg befreit und schreibt zu dieser Zeit stattdessen verharmlosende Kriegslieder und Sketche. In den Jahren von 1915 bis 1921 tritt er in allen bekannten Kabaretts Münchens mit großen Erfolg auf. In der NS-Zeit wird ein Film von Valentin und Karlstadt zensiert und 1939 enden die gemeinsamen Bühnenauftritte mit Liesl Karstadt, da diese mental stark angeschlagen ist und sich bereits 1935 in einer Nervenklinik aufhielt. Neue Bühnenpartnerin wird Anne-Marie Fischer. 1940 tritt Valentin noch einmal mit Karlstadt im Deutschen Theater auf, einer seiner letzten öffentlichen Auftritte vor Kriegsende. In den Jahren 1941 bis 1945 zieht sich Karl Valentin aus der Öffentlichkeit sowie aus der Stadt München zurück, die von Fliegerbomben bedroht ist, und lebt fortan auf seinem Anwesen in Planegg. Nach dem Krieg versucht Valentin erneut Fuß zu fassen, doch kann er angesichts der Trümmer nicht wieder zur Tagesordnung übergehen, und sein Humor wird deutlich dunkler, was dem Publikum nicht mehr zusagt. 1948 erkältet sich Valentin bei einer Übernachtung in einer ungeheizten Garderobe und kuriert seine Bronchitis nicht vollständig aus. Am 9. Februar 1948 stirbt Karl Valentin an einer Lungenentzündung. Er wird am 11. Februar 1948 auf dem Waldfriedhof in Planegg beigesetzt.

Neue Bücher

Cover des Buches Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist (ISBN: 9783737411066)

Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist

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Neu erschienen am 16.08.2022 als Gebundenes Buch bei marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg.

Alle Bücher von Karl Valentin

Cover des Buches Buchbinder Wanninger (ISBN: 9783150089415)

Buchbinder Wanninger

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Erschienen am 01.01.1993
Cover des Buches Das Beste von Karl Valentin (ISBN: 9783492049597)

Das Beste von Karl Valentin

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Erschienen am 01.12.2006
Cover des Buches Das große Lesebuch (ISBN: 9783596907106)

Das große Lesebuch

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Erschienen am 23.10.2019
Cover des Buches Der große Karl Valentin (ISBN: 9783492050401)

Der große Karl Valentin

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Erschienen am 01.03.2009
Cover des Buches Alles von Karl Valentin (ISBN: 9783492024693)

Alles von Karl Valentin

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Erschienen am 01.01.1984
Cover des Buches Arschlings heißt von hintenherwärts (ISBN: 9783492301176)

Arschlings heißt von hintenherwärts

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Erschienen am 12.03.2013
Cover des Buches Die alten Rittersleut (ISBN: 9783492120272)

Die alten Rittersleut

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Erschienen am 01.01.1995

Neue Rezensionen zu Karl Valentin

Cover des Buches Das Leben des Karl Valentin (Sonderausgabe) (ISBN: 9783958625655)Anteks avatar

Rezension zu "Das Leben des Karl Valentin (Sonderausgabe)" von Michael Schulte

Vergnüglicher war eine Biografie für mich noch nie
Antekvor 2 Jahren

Das Leben des Karl Valentin – „Zum Kotzen ist das“ (Karl Valentin)

 

Da komme ich mir ja vor wie der Buchbinder Wanninger. Wie oft habe ich den Satz von meinem Vater gehört? Ich weiß es nicht, ich habe ihn aber immer noch im Ohr. Er war ein großer Fan von Karl Valentin, ich folglich als Kind auch, gerade in der Zeit in der die nach dem zweiten Weltkrieg und seinem Tod fast ein wenig in Vergessenheit geratenen Produktionen eine Wiederentdeckung und neue Popularität erlebten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich immer königlich amüsiert habe. Auch jetzt noch wenn mir Zitate von ihm begegnet sind, musste ich oft schmunzeln. Er ist zweifelsohne einer der größten Komiker des 20. Jahrhunderts. Außer dieser Tatsache wusste ich bisher nicht viel von diesem Mann, da ich aber neugierig und mir sicher war, ich werde lachen können, musste ich ganz unbedingt zu dieser klingenden Biografie greifen. Und ich habe es nicht bereut - ein kleines Hörhighlight, das jede Investition mehr als wert ist. 

 

Die Biografie erfolgt weitgehend chronologisch und beginnt dementsprechend mit seinen Wurzeln. Hatte ich Valentin als Münchner Original im Hinterkopf, war ich daher erst einmal baff erstaunt, dass sein Vater ein Hesse, seine Mutter gar eine Sächsin war. In einem ersten Abschnitt erfährt man unheimlich viel interessante Details über seine Familienverhältnisse, sein Aufwachsen und wie sehr ihn der Münchner damals noch Vorort Au und dessen Bewohner geprägt haben und er auch nur dort zu dem werden konnte, was er war. Ein Originaleinspielung von ihm, „Nein, wir waren fast mehrere“ von Valentin auf die Frage nach Geschwistern wird hier z.B. vom Autor mit der Information, dass er als jüngster und einziger Sohn überlebt hat, unterfüttert. Man erfährt von seiner Schulbildung, solche kleine Details dabei, wie dass er Mathe hasste, und dass er die Schule mit einem Zuchthaus verglichen hat. Auch welche Musikinstrumente er als Autodidakt erlernt hat, samt kleiner Kostproben, fehlen nicht. War für mich unwissend Valentin immer einfach ein Spaßmacher, erfährt man hier auch von seinen anderen Seiten, bei denen Hypochonder, eigenwilliger Egozentriker oder Misanthrop an oberster Stelle zu nennen wären. Auch seine Ehe zu Ehefrau Gisela, die Dreiecksbeziehung mit seiner Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt und deren Folgen für sie, sowie seine Vorlieben für Wallküren, eine attraktive Frau beginnt für ihn z.B. erst ab zwei Zentner, wird unter die Lupe genommen. Besonders im Kopf ist mir dabei sicher geblieben, dass er, der selbst nicht treu war, Untreue bei seinen Geliebten nicht tolerierte. Ein Abschiedsgeschenk an eine solche war ein Volksempfänger, denn das würde dazu passen, dass sie auch andere empfängt. Auch die Einspielung, in der er seiner Tochter, eine Aufstellung der Kosten präsentiert, die sie ihm seit ihrer Geburt verursacht hat, werde ich wohl so schnell sicher nicht vergessen. Es gäbe noch unzählige interessante Details anzufügen.

 

Viel Einblick erhält man natürlich auch in seine Karriere, die mit ersten Auftritten in privaten Krippentheatern begonnen hat, über Volkstheater führte, auch bei den Kammerspielen einige Erfolge feiern konnte, aber nie den Durchbruch in der Filmwelt geschafft, was ihm schwer zu schaffen gemacht hat. Einige Abschnitte des Hörbuchs sind besonders seiner Zusammenarbeit mit Liesl Karlstadt gewidmet. Als Zuhörer kann man natürlich froh sein, dass die sich von seinen ersten Worten für sie „Des war nix Sopranette“, nicht abschrecken hat lassen, schockiert muss man aber sein, dass sie so unter ihm litt, dass sie in der Nervenheilanstalt landete. Besonders interessant fand ich auch den Abschnitt zu den Kriegsjahren, der davon zeugt, dass er sich von Hitler nicht hat kaufen lassen und nicht nur von ihm lukrative Angebote ausgeschlagen hat, was er sich auch lange leisten konnte. Nie hätte ich auch vermutet, dass so ein bekannter und gefeierter Künstler einmal als Hausierer enden würde. Immer wieder erhält man witzige Einspielungen seiner Produktionen aus allen Phasen seines Schaffens. So konnte ich mich darüber amüsieren, wenn er sich beklagt, dass in der Hölle das Essen schlecht ist, von seinen Erlebnissen bei Versuchen einen Goldfisch- mit einem Vogelkäfig zu tauschen, berichtet oder auch von einem Streit über die zu heiße Suppe, weil Ehefrauen einfach nie etwas rechtmachen können. Man darf sich an Gedankenspielen zu blöden Rindviechern, dummen Enten und Papageien und ganz viel sonstigem prima Nonsens erfreuen und bekommt auch einen kleinen Einblick in Stücke, die davon zeugen, dass er gesellschaftliche Probleme und Schieflagen liebend gern humoristisch aufs Korn genommen hat. Diese zahlreichen Einspielungen machen die Biografie zu einem äußerst abwechslungsreichen und daher enorm kurzweiligen Vergnügen. Ich hätte noch ewig zuhören können und war fast traurig, als mit dem Ende des Stücks Buchbinder Wanninger auch der Spaß dieser klingenden Biografie ein fast schon abruptes Ende hat. 

 

Sprecher wechseln sich hier gleich einige ab. Das größte Highlight sind natürlich die Original-Hörszenen von Karl Valentin, oft auch gemeinsam mit Liesl Karlstadt. Von denen könnte ich gar nicht genug bekommen. Aber auch alle anderen Sprecher, die zum einen Valentins Biografie umreißen, aber auch in die Rollen seiner Wegbegleiter schlüpfen, die sich hier über ihn äußern dürfen, haben das Gesamtpaket zu einem Hörgenuss gemacht. Ich hatte das Gefühl, Gerd Anthoff, Josef Bierbichler, Wolf Euba, Peter Fricke und Walter Schmidinger hatten bei den Aufnahmen mindestens genauso viel Spaß wie ich beim Hören. 

 

Lobend erwähnen möchte ich auch noch das etwas ausführlichere Booklet, das einen Kurzabriss Valentins Biografie enthält, in dem alle Titel der eingespielten Hörszenen, einige Zitate und auch zahlreiche Quellen aufgeführt sind. 

 

Alles in allem volle Begeisterung und mehr als wohlverdiente fünf Sterne in Verbindung mit einer absoluten Kauf- und Hörempfehlung

Kommentare: 2
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Cover des Buches Das große Lesebuch (ISBN: 9783596907106)HEIDIZs avatar

Rezension zu "Das große Lesebuch" von Karl Valentin

Karl Valentin PUR
HEIDIZvor 3 Jahren

Ich mag Karl Valentin sehr gern. Neulich habe ich durch Zufall von einem neuen Lesebuch erfahren, welches den Komiker und sein Werk thematisiert. Das Buch umfasst eine vielfältige Auswahl der Texte Valentins.

Die Sprache war sein Kapitel - dies kommt im Buch sehr deutlich rüber. Sein Können diesbezüglich hat mich wieder einmal mehr überzeugt. Sein Talent, den Leser bzw. Zuhörer auf seine ganz unnachahmliche Art zum Lachen zu bringen.

Gliederung:
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Monologe und Szenen
Couplets
Szenen
Dialoge
Stücke
Briefe
Autobiografisches und Vermischtes
Filme und Filmprojekte

Anhang
Editorische Notiz
Michael Lentz: Und plötzlich ist am Ende Schluss. Karl valentins Kunst der Komik
Alphabetisches Verzeichnis der ausgewählten Titel
Ausführliches Inhaltsverzeichnis

Einfach herrlich, wie dem großen Komiker mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt wurde. Was soll ich sagen, wer Karl Valentin mag, der hat mit diesem Buch ein wahres Schatzkästchen seines Talents vereint.

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Cover des Buches Das Beste von Karl Valentin (ISBN: 9783492233927)Buchperlentauchers avatar

Rezension zu "Das Beste von Karl Valentin" von Karl Valentin

Humor - keiner ist so gut wie er
Buchperlentauchervor 8 Jahren

Man kann es drehen wie man will, wenn man humoriges, tiefgründiges, vielsagendes in einem Stück möchte, kann kommt man um Karl Valentin nicht herum. Lustig schreiben, dass können leider nur sehr, sehr wenige Autoren. Falls sie es können, so haben viele bei KV die Ideen geholt oder sind zumindest inspiriert worden.

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Zusätzliche Informationen

Karl Valentin wurde am 03. Juni 1882 in München (Deutschland) geboren.

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