Karl Vocelka

 4,3 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor*in von Der Dozent und der Tod, Geschichte Österreichs und weiteren Büchern.

Lebenslauf

KARL VOCELKA, 1947 in Wien, promovierte an der Universität Wien zum Dr.phil. Ab 1972 war er Assistent am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, 1978 folgte die Habilitation für Österreichische Geschichte. Der Autor wirkte als Dozent an der Universität Wien, unterrichtete an der Summer University of Vienna in Strobl und war bis 1986 Visiting Professor an der Stanford University. Danach war Karl Vocelka Guest Lectorer der American Heritage Association und las an der Duke University. Zusammen mit Walter Pohl verfasste der Wissenschaftler das Buch "Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte", mit Lynne Heller schrieb er die Werke "Die Lebenswelt der Habsburger. Kultur- und Mentalitätsgeschichte einer Familie und 1999 Die private Welt der Habsburger. Leben und Alltag einer Familie."

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Karl Vocelka

Cover des Buches Der Bezoar (ISBN: 9783800090181)

Der Bezoar

(11)
Erschienen am 29.02.2024
Cover des Buches Geschichte Österreichs (ISBN: 9783453216228)

Geschichte Österreichs

(3)
Erschienen am 01.09.2002
Cover des Buches Der Dozent und der Tod (ISBN: 9783800090112)

Der Dozent und der Tod

(3)
Erschienen am 11.03.2022
Cover des Buches Franz Joseph I. (ISBN: 9783406811166)

Franz Joseph I.

(2)
Erschienen am 25.08.2023
Cover des Buches Österreichische Geschichte (ISBN: 9783406826573)

Österreichische Geschichte

(2)
Erschienen am 24.10.2024
Cover des Buches Sisi (ISBN: 9783406660894)

Sisi

(2)
Erschienen am 12.02.2014

Neue Rezensionen zu Karl Vocelka

Cover des Buches Der Bezoar (ISBN: 9783800090181)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Der Bezoar" von Michaela Vocelka

Bellis-Perennis
Hier ist wenig, wie es scheint

Das Historiker- und Autorenehepaar Michaela und Karl Vocelka nimmt uns auf eine Reise in das Prag des ausgehenden 16. Jahrhunderts mit. Der Habsburger Rudolf II. herrscht als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1583 hat er seinen Hof von Wien nach Prag verlegt, um den Böhmischen Adel enger an den seine Herrschaft zu binden. Es ist die Zeit der Gegenreformation und im Königreich Böhmen sind viele Unteranen protestantisch. Rudolf gilt als toleranter Herrscher, der sich lieber mit Künstlern und Wissenschaftlern umgibt. Nachdem die Staatskasse chronisch leer ist, versucht er das Geheimnis des „Goldmachens“ zu lüften. Damit ist er natürlich nicht der einzige. Der geheimnisvolle Stein des Weisen, der sich nur Auserwählten zu erkennen gibt, soll das Wunder wirken.


 


Im November 1594 erreichen der Salzamtsgegenschreiber Matthias Gaiswinkler und sein Vorgesetzter, der Hallamtsverweser Christoph Praunfalk Prag. Man muss dem Kaiser Rechenschaft über Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung der Saline in Aussee berichten. 


 


Noch bevor Praunfalk beim Kaiser vorstellig werden kann, stolpert Gaiswinkler über einen Toten, den niemand kennen will. Durch Gaiswinklers hohe Aufmerksamkeit beeindruckt, beauftragt ihn Wolf Rumpff, der Oberhofmeister des Kaisers, Ermittlungen anzustellen. Gaiswinkler regt an, eine Zeichnung des Toten am Hof zu veröffentlichen und die Reaktion der Besucher zu beobachten. Gleich drei Männer fallen durch ihr merkwürdiges Verhalten auf. Blöderweise sind sie höher gestellte Persönlichkeiten, deren Befragung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Kaisers und vorsichtig erfolgen kann. Zudem ist die Verständigung auf Grund der unterschiedlichen Herlunft nicht immer ganz leicht. Doch da Gaiswinkler auch der lateinischen Sprache mächtig ist, ist dieses Problem recht bald gelöst.  


„‚Welch ein Glück‘, dachte der junge Salzamtsgegenschreiber bei sich, ,dass es die Lingua Latina gibt, die alle Gebildeten lesen und sprechen, und die es einem, egal aus welchem Land Europas man kommt, ermöglicht, sich trotz verschiedener Muttersprachen ohne Dolmetscher miteinander zu unterhalten.‘“ 


Wenig später erfährt Gaiswinkler, dass sich nicht nur die drei selbst, sondern auch den Toten bei einer früheren Reise nach Konstantinopel kennengelernt haben. Es scheint, als hinge der Mord mit dem Bezoar zusammen, der gemeinsam mit einer Art Anleitung, in Konstantinopel aufgetaucht ist.  


Wird es Matthias Gaiswinkler gelingen, den Täter zu entlarven? Und welche Rolle spielt der Jesuit, der zum einem jedem Protestanten mit dem Fegefeuer droht und zum anderen seine Finger nicht von jungen Männern lassen kann? Oder ist alles ganz anders? 


Meine Meinung: 


Man sagt uns Österreicherinnen und Österreichern ja bis heute eine besondere Liebe zu opulent klingenden Titeln nach. Hier, in diesem historischen Roman, der auf realen Personen beruht, kommen zwei vor, die auch in Bayern gebräuchlich waren. Nämlich der Hallamtsverweser, der heute wohl Salinendirektor heißt und der Salzamtsgegenschreiber, der als Kontrolleur der Salinen und Gerichtsprokurator mit Abrechungen bzw. rechtlichen Fragen beschäftigt war. Heute würde man ihn als Controller bezeichnen. 


Das Historiker- und Autorenehepaar Michaela und Karl Vocelka, das ich von anderen Büchern kenne, hat hier eine spannende Kriminalgeschichte vor dem Hintergrund der Gegenreformation geschrieben, einer Zeit in der die Landesfürsten bestimmen konnten, welcher Religion ihre Untertanen anzugehören hatten „cuius regio, eius religio“ und jenen, die nicht konvertieren wollten, Ausweisung und manchmal auch Tod drohten.  


Gut ist die Atmosphäre und die Lebensweise der unterschiedlichen Stände in Prag beschrieben. Dazu passt auch das dunkle Cover sehr gut. Die Personen, seien sie nun historisch belegt oder fiktiv sind lebendig und interessant gestaltet. Kaiser Rudolf allerdings scheint ein wenig milder dargestellt zu werden, als er um diese Zeit gewesen sein soll. Zwar beschäftigt er sich schon intensiv mit seiner Kunst- und Wunderkammer und die Begeisterung für die Alchemie, seine aufkeimende Paranoia und Depressionen scheinen hier bewusst, wie die Autoren im Nachwort berichten, nicht auf.  


Für alle jene, die sich in dieser Epoche nicht so gut auskennen, wäre ein Personenverzeichnis oder eine Zeittafel hilfreich. Sehr gut gelungen finde ich das Nachwort, in dem Michaela und Karl Vocelka ergänzende Hinweise geben. Die Sprache ist dem 16. Jahrhundert angepasst.  


Fazit:


Gerne gebe ich diesem historischen Krimi, der im Prag des ausgehenden 16. Jahrhunderts spielt und bis zur letzten Seite fesselt, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.


 

Cover des Buches Der Bezoar (ISBN: 9783800090181)
Estrelass avatar

Rezension zu "Der Bezoar" von Michaela Vocelka

Estrelas
Mystisches Prag

Zwei Österreicher, die sich im November des Jahres 1594 ihrer Arbeit wegen in Prag aufhalten, werden in eine Mordermittlung verwickelt. Alles scheint sich um einen Bezoar, einen Stein mit besonderen Kräften, zu drehen. Hier trifft das Vertrauen in Alchemie auf wissenschaftliche Methoden, um den Täter zu enttarnen.

„‚Welch ein Glück‘, dachte der junge Salzamtsgegenschreiber bei sich, ,dass es die Lingua Latina gibt, die alle Gebildeten lesen und sprechen, und die es einem, egal aus welchem Land Europas man kommt, ermöglicht, sich trotz verschiedener Muttersprachen ohne Dolmetscher miteinander zu unterhalten.‘“

Mein Hadern mit diesem Roman betrifft die Sprache. Die häufige Verwendung des Wortes „trotzdem“ als Konjunktion empfand ich als besonders störend. Zudem fehlten mir Erklärungen für spezifische Funktionsbezeichnungen der Figuren für das Verständnis ihrer Aufgaben.

Gut gefallen hat mir hingegen, wie eine mystische Atmosphäre geschaffen wurde. Ich konnte mit der Hauptfigur mitfiebern, da sie sympathisch dargestellt wurde und nicht sicher sein konnte, wem zu trauen war. Die Auflösung des Kriminalfalls war noch dazu so komplex, dass es bis zum Ende spannend blieb.

Cover des Buches Der Bezoar (ISBN: 9783800090181)
Herbi-Gs avatar

Rezension zu "Der Bezoar" von Michaela Vocelka

Herbi-G
Der Stein der Weisen

Rudolf II war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, König von Böhmen, und Ungarn. 1583 verlegte er seinen Hof von Wien nach Prag, um den Böhmischen Adel stärker an den Hof zu binden. Hier umgab er sich mit Künstlern und Alchemisten 


Der junge Salinenbeamter Matthias Gaiswinkler reist aus geschäftlichen Gründen mit seinem Vorgesetzten Christof Praunfalk in die Stadt in Böhmen. Eines Morgens findet Gaiswinkler die Leiche eines unbekannten Mannes auf der Straße. Durch seine hohe Aufmerksamkeit und Wahrnehmungskenntnisse  beauftragt der Oberhofmeister des Kaisers, ihm mit der Lösung des Falls. Er begibt sich auf die Spurensuche in den verwinkelten Straßen der Stadt.Er erfährt,  daß alles mit einem Bezoar zu tun hat, der auf einer lang vergangenen Reise nach Konstantinopel auftauchte und magische Kräfte haben soll. 


Die Autoren haben hier einen spannenden Kriminalroman, mit historischen Hintergrund geschrieben. Es ist die Zeit des Umbruchs, vom katholischen zum evangelischen Glauben. Die Ermittlungen Gaiswinklers in der mystischen Atmosphäre der Stadt , machen das Lesen zu einem Vergnügen.  Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und verständlich dargestellt. Der Schreibstiel ist dem Jahrhundert angepasst.  Das Ende ist überraschend und nicht vorhersehbar.  Ein Roman,  für Krimifans,  den ich sehr empfehlen kann. 

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Der Bezoar
Carl Ueberreuter Verlags avatar
Carl Ueberreuter Verlag

Wenn renommierte Historiker wie Michaela und Karl Vocelka auch leidenschaftliche Krimifans sind, dann entsteht wunderbare Lektüre mit authentischen Details, die Geschichte zum Leben erwecken. Ein spannender und informativer historischer Kriminalfall! 

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