Karl Wolfgang Flender

 3.7 Sterne bei 26 Bewertungen

Lebenslauf von Karl Wolfgang Flender

Satirische Auseinandersetzungen und Enthüllungen: Karl Wolfgang Flender wurde 1986 in Bielefeld geboren und studierte Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste sowie Mitglied der Künstlerischen Leitung von Prosanova im Jahre 2014. Er arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der UdK Berlin und promoviert dort in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Sein Debütroman "Greenwash, Inc." ist eine satirische Auseinandersetzung mit dem Image der PR-Agenturen.

Neue Bücher

Helden der Nacht

 (2)
Neu erschienen am 20.08.2018 als Hardcover bei DuMont Buchverlag.

Alle Bücher von Karl Wolfgang Flender

Greenwash, Inc.

Greenwash, Inc.

 (24)
Erschienen am 17.11.2016
Helden der Nacht

Helden der Nacht

 (2)
Erschienen am 20.08.2018

Neue Rezensionen zu Karl Wolfgang Flender

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ulrikerabes avatar

Rezension zu "Helden der Nacht" von Karl Wolfgang Flender

Skuriller Klamauk als Hommage an den klassichen Detektivroman.
ulrikerabevor 2 Monaten

Eine Silhouette im Dunkeln, breitkrempiger Hut, Trenchcoat, der sich blau kräuselnde Rauch einer Zigarette, die traurigen Klänge eines Saxophones, ein mysteriöses Verbrechen und eine verzweifelte Blondine. Sind das nicht die typischen Elemente klassischer Detektivromane?

Der Meinung ist wohl auch Bryan Auster, ein junger Berliner Student, der notgedrungen die Detektei seines erkrankten Vaters hüten muss. Eigentlich will er sich nicht anstrengen dabei, in Ruhe den einen oder anderen Joint rauchen, wenn nicht eine Observation aus dem Ruder liefe.  Und plötzlich ist er mittendrin in einem Fall von Mord, Erpressung, Cyberhacking. Parallel dazu ermittelt Kommissarin Colleen McCallum in den Straßen Berlins auf originelle Art und Weise.

Das Buch ist tatsächlich eine „furiose Liebeserklärung an den klassischen Detektivroman“ verlagert in eine digitale Datenwelt, verklärt durch Marihuanschwaden.  

Träumer, Zyniker, Moralisten und kriminelle Genies treffen aufeinander. Die Helden der Nacht sind aufgefordert, die totale Kontrolle zu verhindern, bald ist nichts mehr so wie es scheint.

Der Stil ist sehr salopp und trifft nicht immer meinen Humor. Die Entwicklungen überschlagen sich, aus Satire wird allzu oft alberner Klamauk. Der alte Haudegen Mahlow mit seiner arthritischen Dobermannhündin Eileen konnte mich dann doch erheitern.

Lobend zu erwähnen ist das Cover, das leuchtet tatsächlich im Dunkeln.

 

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Helden der Nacht" von Karl Wolfgang Flender

Ist das Satire oder kann es weg?
R_Mantheyvor 3 Monaten

In diesem Roman wird sehr oft gekifft. Und wahrscheinlich braucht man auch bewusstseinserweiternde Hilfsmittel, um ihm folgen zu können. Oder war es etwa umgekehrt? Kann man so etwas nur schreiben, wenn man sich ab und zu oder dauerhaft vom gewöhnlichen Leben verabschiedet hat? Oder vielleicht liegt es auch an mir? Man ist es ja von Kriminalromanen gewöhnt, dass sie nicht der langweiligen Spur eines durchschnittlichen Lebens folgen, sondern unfassbar geniale Ermittler, todesmutige und unverwundbare Detektive oder sonstige Sonderlinge hervorbringen, die man im wahren Leben eher selten trifft. Keine Spur davon in diesem Buch. Hier liegen die Dinge etwas anders.

Da haben wir auf der einen Seite einen durchschnittlichen Typen mit dem reizenden Namen Bryan Auster, der gerade seinen kränkelnden Vater in dessen Detektei vertritt und irgendwelche Armleuchter beim Ehebruch überführen soll. Und auf der anderen Seite sucht Kommissarin Colleen McCollum in Berlin einen Mörder, der seine Opfer erst einmal zwingt, sich einen Finger abzuschneiden, der dann an die Wand genagelt wird, bevor der Tod den Restkörper ereilt.

Auster bekommt von einem nerdigen, aber genial geschäftstüchtigen Mitarbeiter gegen ein wenig Bitcoin aus dem Darknet die Mitgliederliste einer Vermittlungsplattform für Seitensprünge geliefert, in der auch die gute Colleen verzeichnet ist. So wird die Überführung von Ehebrechern endlich ein Kinderspiel, mit dem man auch noch ausreichend Kohle machen kann.

Bis dahin ist die Geschichte auch noch einigermaßen verständlich. Aber dann geht es drunter und drüber. Und zwar so, dass man sich verzweifelt fragt, wie einem solcher Blödsinn auch nur einfallen kann. Da die Figuren wenig glaubhaft dargestellt werden und der Autor reichlich zwanghaft versucht, so etwas wie Coolness anzudeuten, kann man vielleicht noch eine Weile daran glauben, dass man es mit einer merkwürdig anmutenden Satire zu tun hat. Aber mit zunehmender Seitenzahl verfliegt auch diese Hoffnung, denn die ganze Geschichte entwickelt sich auf einer etwas zu lang geratenen Beschleunigungsspur immer mehr ins Dämliche.

Dass ich diese "furiose Liebeserklärung an den klassischen Detektivroman" wirklich bis zum Ende ausgehalten habe, wundert mich selbst, denn das Buch ist weder spannend, noch lustig, noch unterhaltend, sondern einfach nur auf eine ziemlich blödsinnige Art nutzlos. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass man auf Klappentexte nicht hereinfallen sollte. Aber man hat halt doch noch immer so etwas wie Hoffnung.

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winter-chills avatar

Rezension zu "Greenwash, Inc." von Karl Wolfgang Flender

Demontage der Wohltätigkeits-Lobby
winter-chillvor 2 Jahren

Oh wie böse – dieser Gedanke manifestiert sich einem schon nach wenigen Seiten ins Gehirn und bleibt dort auch bis zum Schluss hängen. Mit „Greenwash Inc.“ ist Karl Wolfang Flenders ein bemerkenswerter Debüt-Roman gelungen: eine zynische, aber auch extrem gute Satire auf die Wohltätigkeitsindustrie, den Nachhaltigkeitstrend und den Bio-Wahn unserer Zeit. Gleichzeitig hinterfragt Flenders die zum Teil fragwürdigen Methoden der PR-Branche.

Protagonist Thomas Hessel ist ein unsympathischer Yuppie aus dem Bilderbuch: Er sieht immer gepflegt und gestylt aus, fährt ein französisches Retro-Rennrad, wetteifert mit Kollegen über sportliche Erfolge und nicht selten pusht er sich mit Koks oder beruhigt sich mit Tranquilizern. Angestellt ist Thomas bei der PR-Agentur Mars & Jung – spezialisiert auf globale Öko-PR und Krisenkommunikation. Thomas Hauptgeschäft sind sogenannte Hope Stories: Geschichten, die er für große Unternehmen in Dritte-Welt-Ländern inszeniert, um deren wohltätiges Engagement in den Medien zu platzieren. Dass es dabei nicht immer mit der Wahrheit zugeht, kann man sich denken.

Beim Lesen schwankt man permanent zwischen Schadenfreude und Entsetzen – so grotesk und bitterböse wird einerseits die Öko-Lobby zerlegt, so erschreckend ist es aber auch zu lesen, mit welcher Skrupellosigkeit Thomas Hessel vorgeht, um die Lügen zu produzieren, die der Konsument gerne hören möchte. Ein intelligenter, spannender Roman.

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