Karl Wolfgang Flender Greenwash, Inc.

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Inhaltsangabe zu „Greenwash, Inc.“ von Karl Wolfgang Flender

Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer Textilfabrik zum Beispiel. In der es keine Fluchtwege gibt. Thomas Hessel ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Und er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Kreativität, Empathie, Aufopferungsbereitschaft – und Skrupellosigkeit. Für PR-Storys reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana und geht für den Erfolg seiner Projekte über Leichen. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle hören wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flenders Debüt erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte einer steilen Karriere – und eines rasanten charakterlichen Zerfalls.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 14.04.2017: _Jassi                                           ---  38 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   83,5 Punkte Astell                                           ---    0 Punkte BeeLu                                         ---   62 Punkte Bellis-Perennis                          ---  261 Punkte Beust                                          ---   100 Punkte Bibliomania                               ---   97 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  161 Punkte ChattysBuecherblog                --- 111 Punkte CherryGraphics                     ---   62.5 Punkte Code-between-lines                ---  55 Punkte eilatan123                                 ---    5 Punkte Eldfaxi                                       ---   51 Punkte Farbwirbel                                ---   44 Punkte fasersprosse                            ---     9 PunkteFrau-Aragorn                           ---     4 Punkte Frenx51                                     ---  41 Punkte glanzente                                  ---   60 Punkte GrOtEsQuE                               ---   71 Punkte hannelore259                          ---   33 Punkte hannipalanni                           ---   71 Punkte Hortensia13                             ---   53 Punkte Igelchen                                    ---   11 Punkte Igelmanu66                              ---   95 Punkte janaka                                       ---   63 Punkte Janina84                                   ---    44 Punkte jasaju2012                               ---   16 Punkte jenvo82                                    ---   56 Punkte kalestra                                    ---   26 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   57 Punkte Katykate                                  ---   44 Punkte Kerdie                                      ---   99 Punkte Kleine1984                              ---   61 Punkte Kuhni77                                   ---   60 Punkte KymLuca                                  ---   50,5 Punkte LadyMoonlight2012               ---   26 Punkte LadySamira090162                ---   124 Punkte Larii_Mausi                              ---    24 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   30 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   36 Punkte louella2209                            ---   58 Punkte lyydja                                       ---   55 Punkte mareike91                              ---    20 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  39 Punkte MissSternchen                          ---  29 Punkte mistellor                                   ---   123 Punkte Mone97                                    ---   20 Punkte natti_Lesemaus                        ---  39 Punkte Nelebooks                               ---  160 Punkte niknak                                       ----  180 Punkte nordfrau                                   ---   74 Punkte PMelittaM                                 ---   82 Punkte PollyMaundrell                         ---   24 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   52 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   35 Punkte SaintGermain                            ---   82 Punkte samea                                           --- 28 Punkte schadow_dragon81                  ---   73 Punkte Schmiesen                                  ---   92 Punkte Schokoloko29                            ---   23 Punkte Somaya                                     ---   100 Punkte SomeBody                                ---   94,5 Punkte Sommerleser                           ---   87 Punkte StefanieFreigericht                  ---   94 Punkte tlow                                            ---   55 Punkte Veritas666                                 ---   87 Punkte vielleser18                                 ---   68 Punkte Vucha                                         ---   78 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   40 Punkte Wolly                                          ---   82 Punkte Yolande                                       --   64 Punkte

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    • 2151
  • Demontage der Wohltätigkeits-Lobby

    Greenwash, Inc.
    winter-chill

    winter-chill

    18. October 2016 um 19:57

    Oh wie böse – dieser Gedanke manifestiert sich einem schon nach wenigen Seiten ins Gehirn und bleibt dort auch bis zum Schluss hängen. Mit „Greenwash Inc.“ ist Karl Wolfang Flenders ein bemerkenswerter Debüt-Roman gelungen: eine zynische, aber auch extrem gute Satire auf die Wohltätigkeitsindustrie, den Nachhaltigkeitstrend und den Bio-Wahn unserer Zeit. Gleichzeitig hinterfragt Flenders die zum Teil fragwürdigen Methoden der PR-Branche. Protagonist Thomas Hessel ist ein unsympathischer Yuppie aus dem Bilderbuch: Er sieht immer gepflegt und gestylt aus, fährt ein französisches Retro-Rennrad, wetteifert mit Kollegen über sportliche Erfolge und nicht selten pusht er sich mit Koks oder beruhigt sich mit Tranquilizern. Angestellt ist Thomas bei der PR-Agentur Mars & Jung – spezialisiert auf globale Öko-PR und Krisenkommunikation. Thomas Hauptgeschäft sind sogenannte Hope Stories: Geschichten, die er für große Unternehmen in Dritte-Welt-Ländern inszeniert, um deren wohltätiges Engagement in den Medien zu platzieren. Dass es dabei nicht immer mit der Wahrheit zugeht, kann man sich denken. Beim Lesen schwankt man permanent zwischen Schadenfreude und Entsetzen – so grotesk und bitterböse wird einerseits die Öko-Lobby zerlegt, so erschreckend ist es aber auch zu lesen, mit welcher Skrupellosigkeit Thomas Hessel vorgeht, um die Lügen zu produzieren, die der Konsument gerne hören möchte. Ein intelligenter, spannender Roman.

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  • Kreative Menschen morden auf kreative Weise und werden trotzdem erwischt ...

    Pater Noster
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    Autorin Carine Bernard entführt uns in die Welt der Werbeagenturen. Ein heiß umkämpftes Pflaster, in dem auch mit harten Bandagen um Aufträge gekämpft wird.In diesem als „Liebes-Krimi“ bezeichneten Buch haben wir es mit kreativen Menschen zu tun. Kreativ auch, was die Art des Tötens angeht. So wird Bio-Guru Boris, der Mitinhaber einer Werbeagentur durch das Gift der „Pater-Noster-Erbse“ vergiftet. Alle Hinweise deuten auf Stephan hin, den ewigen Konkurrenten von Boris und Carls Agentur. Doch Stephan ist nicht nur berufliche Konkurrent, nein, Deborah, seine große Liebe ist zu Boris und Carl gewechselt. Und noch viel schlimmer – Carl, als Womanizer in der Szene bekannt, beginnt ein Verhältnis mit der etwas naiven Debbie. Als Stephan verhaftet wird, scheint alles klar. Doch trotz aller Herzerl in den Augen und Schmetterlingen im Bauch, behält Debbie einen kühlen Kopf und gibt der Kriminalpolizei einige sachdienliche Hinweise, die den wahren Mörder entlarven.Fazit:Ein flotter, spannend geschriebener Krimi, der Einblick in die Werbebranche gibt und sich nicht unter seinem Wert („Liebeskrimi“) verkaufen braucht. 

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    • 4
  • Der bittere Preis für den Erfolg! Hochaktuell, brisant und mit einer Botschaft die bewegt!

    Greenwash, Inc.
    Floh

    Floh

    Der Autor Karl Wolfgang Flender hat mich mit seinem innovativen Buch und seiner überraschenden Buchidee in „Greenwash Inc.“ Sehr neugierig gemacht. Er ist gerade einmal drei Jahre jünger als ich und kommt gebürtig aus meiner Region. Das macht ihn neben seinen vielversprechenden Titel und seiner aktuellen und gesellschaftlichen Thematik noch interessanter als ohnehin. Dieser Plot ist so neu und innovativ und jung wie die Thematik und das Ausmaß selbst. Dieser Klappentext weckt Neugier und den Wunsch das Buch unbedingt lesen zu wollen. Hohe Erwartungen wachsen daraus… Erschienen im Dumont Verlag (http://www.dumont-buchverlag.de/sixcms/detail.php?template=start) Zum Inhalt: "Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer Textilfabrik zum Beispiel. In der es keine Fluchtwege gibt. Thomas Hessel ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Und er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Kreativität, Empathie, Aufopferungsbereitschaft – und totale Skrupellosigkeit. Für PR-Storys reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana und geht für den Erfolg seiner Projekte über Leichen. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle glauben wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flender erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte eines steilen Aufstiegs – und eines rasanten charakterlichen Zerfalls. Ein erbarmungsloses Debüt: hochintelligent, schamlos und zynisch." Zur Handlung: Das Buch beginnt gleich zu Anfang sehr politisch und unternehmerisch. Image, das ist alles. Sauber, grün, fair. Die Beruhigung des Verbrauchers für ein grünes und ökologisches Gewissen macht sich in „Greenwash Inc.“ die Firma Mars & Jung zu Nutze, bei der auch unsere Hauptfigur Thomas arbeitet. Thomas erstellt für die Firma Imagekampagnen, damit ihre Auftraggeber mit bestem Gewissen werben können. Ohne Medien und Journalisten geht es in dieser Banche jedoch nicht, denn das Risiko, dass eine teure Kampagne schief geht, besteht. Thomas steht enorm unter Druck, der Konkurrenzkampf in seiner Firma ist immens und auch sein eigenes Gewissen lässt sich nicht gänzlich abschalten. Tablettensucht und Drogenkonsum sollen ihm dabei helfen, die Karriereleiter rauf zu steigen. Start-up, innovativ und rund um die Uhr. Doch wie weit kann Thomas gehen, und wie weit gehen seine Kollegen? So wie es die heutige Gesellschaft wünscht und fordert werden schöne Bilder und Idyll vorgegaukelt, Studien geschönt und Forschungsergebnisse untergraben. Damit dieses Bild nach außen hin verkauft und vermarktet werden kann, schreiben Thomas und Christoph von der PR-Agentur „Mars & Jung“ Berichte, Artikel und Reportagen, die die Konsumenten lesen und hören wollen und für die große Konzerne bezahlen und schmieren. Eine Lobby. Doch aller Ruhm birgt Risiken und könnte dem Erfolg ein jähes Ende bereiten. Schreibstil: Ein Roman, der aktuell, politisch und gesellschaftlich brisant und mahnend daherkommt. Ein Roman, eine Story, die real sein könnte und mich als Leser nicht kalt gelassen hat. Aus der Perspektive von Thomas, einem ambitionierten PR Agenten, wird die Geschichte erzählt. Der Autor bietet durch die gekonnte Ich-Perspektive aus Thomas Sicht einen Einblick in seine Arbeit und unter welchem Druck er später im Verlauf der Handlung steht. An diesem Buch habe ich sehr lange gelesen, dass liegt aber auch daran, dass der Autor Karl Wolfgang Flender sehr tiefgehend und fundiert schreibt. Er taucht stark in die Welt der PR- und Werbebranche ein und nutzt gewählte Sprache und Begriffe, die aber leider nicht weiter erläutert werden und sich nur schwer aus den Zusammenhängen erklären lassen. So ist man entweder animiert oder gezwungen Dinge zu googeln und selbst zu recherchieren. Des einen Freud, des anderen Leid. Trotz der Facette der Thematik schafft es der Autor in meinem Fall nicht, mich zum Lesen zu fesseln und an die Seiten zu binden. Ich habe mich oft dabei ertappt, dass ich lange Spannen nicht gelesen habe, dann aber wieder mit Feuer und Flamme am Ball blieb. Hier wechseln sich enorme Potentiale die genutzt werden mit welchen, die im Sande verlaufen. Meinem Mann hat der Stil weit besser gefallen als mir, er ist voll und ganz ins Geschehen versunken und hat das Buch in höchsten Tönen gepriesen. Trotz der Ich Perspektive aus Sicht und Handeln von Thomas kommt mir vieles einfach nicht nahe genug. Hier sind es eher die Fakten, die mich erschüttern und bewegen, als Thomas mit seiner Geschichte selbst. Meinung: Nachhaltigkeit, Bio, Fairtrade, Gütesiegel, Regional –Für den Konsumenten ist heutzutage ein grünes Gewissen wichtig, denn man möchte als Verbraucher ja auch was für die Umwelt tun. Geht mit so, geht auch anderen so. Wie raffiniert die großen Konzerne und das ganze Marketing der Branche mit diesem grünen Leitgedanken umgeht, und welche Lobby sich dahinter verbirgt, dass zeigt uns der aufstrebende deutsche Autor Karl Wolfgang Flender mit diesem Roman mehr als mahnend und eindringlich. Das Buch hat mich von der Thematik direkt angesprochen. Hochaktuell und mit einem brisanten Thema zeigt es auf, wie Konzerne ihre Praktiken schön reden und ihre Argumente „untermauern“, so dass man als unbedarfter Konsument nicht mehr hinterfragt. Die Figur des Thomas Hessel ist dabei auf der einen Seite eine Figur, die man für seine Vorgehensweise uns Skrupellosigkeit hasst, man aber auch bemitleidet, wenn sich sein Gewissen meldet. Thomas polarisiert und genau das ist vom Autor so beabsichtigt. Bis ich aber an Thomas wirklich herankommen konnte und ich mit seiner Figur diesen Roman durchleben durfte, war es schon fast wieder vorbei. Hier hätte der Autor entweder seine Tiefe auf den Hauptcharakter legen sollen, oder wie in meinen Fall eher gewünscht auf den Plot und die Buchidee selbst. Beides hier zu vereinen und zu verbinden viel dem Autor meiner Ansicht nach schwer. Hier schwebt man als Leser eher zwischen den Dingen, als eines richtig greifen zu können. Ich selber mochte Thomas über viele Strecken des Buches nicht, erst gegen Ende konnte ich mich in seinem Denken und seiner Lage zurechtfinden und nachvollziehen, was ihn antrieb. Was vom Ansatz her anspricht und gefällt, hapert stellenweise in der Umsetzung. Thomas Verhalten war mir manchmal zu kontrovers und zu sehr blind und naiv. Er ist unberechenbar und man weiß als Leser nicht, wie man diese Figur einzuschätzen hat und auf welcher Seite er steht, dann wiederum wirkt er gelenkt und labil. Aber Thomas ist nicht der einzige Charakter, wessen Psychogramm und Charakterstudie mir ein Buch mit sieben Siegeln blieb. Hier fehlte es mir an etwas mehr Fingerspitzengefühl des Autors oder an einem anderen Schwerpunkt für die Umsetzung des Plots, der mich wirklich unglaublich interessiert und gefesselt hat. Die aufgezeigten Szenarien haben mich oft schockiert, besonders betroffen gemacht hat mich aber eher noch der hohe Tabletten- und Drogenkonsum der Agenturmitglieder. Ich kann nur hoffen, dass dies nicht der Arbeitsalltag in dieser Branche ist, vorstellbar wäre es jedoch bei diesem Druck und Konkurrenzkampf und auf der Last des Gewissens. Karl Wolfgang Flenders Schreibstil ist grundsätzlich pointiert, manchmal war er mir aber etwas zu sprunghaft. Ich mag seinen jungen innovativen Ton und seine grandiose Buchidee, an dessen Umsetzung jedoch noch arg gefeilt werden muss um mich genauso zu begeistern, wie das Buch meinen Mann begeistert hat. Cover: Dieses Cover ist ein schlichter Blickfang, der zum Thema und zum Buch passt. Hier kann ich nicht meckern. Das Buch ist hochwertig und hat auch als Hardcover ein angenehmes Gewicht und lässt sich gut lesen. Angenehmes Schriftbild und stimmige Aufteilung. Der Autor: "Karl Wolfgang Flender, 1986 in Bielefeld geboren, studierte Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste sowie Mitglied der Künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2014. Er arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der UdK Berlin und promoviert dort in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation." Fazit: Eine wirklich einzigartige, innovative und gesellschaftlich-politisch- wirtschaftlich untermalte Thematik mit heftigen Hintergründen und Hierarchien. Eine Last die den Verfall bedeutet. Eine Lobby und ein Mahnmal. Mein Mann ist restlos begeistert, mich konnte das Buch nur bedingt überzeugen! 3 Sterne für das viele Potential und die grandiose und erschreckende Idee dahinter.

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    • 7
    KruemelGizmo

    KruemelGizmo

    20. December 2015 um 21:50
  • Ich bleibe ratlos zurück

    Greenwash, Inc.
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    Ich lese zur Zeit sehr wenig, muß ich ehrlicherweise zugeben. Durch Stricken, Kochen und Podcasting, meine neuentdeckte Leidenschaft, bleibt das gebundene Buch einfach sehr viel öfter und länger auf dem Nachttisch liegen. Greenwash Inc. lag auf eben diesem Nachttisch tatsächlich satte 4 Wochen. Immer mal ein paar Seiten gelesen, wieder weggelegt, weiter gelesen, wütend geworden, genervt gewesen, wieder weggelegt, doch wieder dazu gegriffen, weiter gelesen. Es war ein regelrechter Kampf. Wirklich. Dabei ging es noch nicht einmal darum, dass mich das Thema nicht interessierte, nein grünes Image, oder nennen wir es das vermeintlich umweltbewußte Auftreten von immer mehr Konzernen und die sehr kritische Herangehensweise an dieses Thema, ist ja eigentlich genau mein Ding, trifft meinen Interessenbereich so exakt, dass ich das Buch eigentlich hätte verschlingen müssen. Hab ich aber nicht, das liegt hauptsächlich an einer Hauptfigur, die mir und meiner eigenen Lebenswelt so fern ist, dass ich über viele Verhaltenweisen einfach nur milde lächeln konnte. Immer wieder wurde ich an Patrick Bateman aus American Psycho erinnert, gut Thomas Hessel killt keine Menschen auf bestialische Art und Weise, aber er fällt ins gleiche Schema, das Format einer Visitenkarte ist wichtiger, als der Gesichtsausdruck, die größe des Büros wichtiger, als die eigenen Ziele, der knackige Hintern der Kollegin, interessanter als die eigene Freundin. Was mich bei American Psycho nervte, nervte mich auch hier und wenn man in die anderen Rezensionen zum Beispiel bei Perlentaucher.de reinschaut, dann bin ich mit meiner etwas gelangweilt genervten Einschätzung nicht alleine. Ich konnte die Faszination für Patrick Bateman schon nicht nachvollziehen, die Faszination für Manager-Boy Thomas geht mir gänzlich ab. Der Mann ist unsympathisch, lebensfremd und ich in meiner dörflichen ökobewußten Einfamilienhaus-Sachbearbeiter-Welt kann selbst mit größter Mühe kein Verständnis für die meisten seiner Verhaltensweisen aufbringen, geschweige denn, dass ich sie auch nur im Ansatz logisch nachvollziehen könnte. Das liegt vorallem auch daran, dass man Thomas Gefühlswelt so gar nicht erklärt bekommt. Thomas agiert, ist getrieben, wirft Pillen, um dem Streß zu trotzen und entscheidet sich in so vielen Fällen für die falsche Alternative und ist so unsympathisch, dass man als Leser am Ende einfach nur noch schadenfroh zu sieht, wie er sein eigenes Grab immer tiefer und tiefer schaufelt, um dann kurz vor knapp in einem wahnwitzen Turn der Geschehnisse doch wieder irgendwie… ah ich will ja nicht spoilern. Sagen wir, ich habe kurz in die Hände geklatscht und ihm alles Schlechte gewünscht und das, obwohl ich sonst wirklich kein gehässiger Mensch bin. Grundsätzlich bleibt bei mir der fade Beigeschmack, dass Thomas letztlich nur ein kleiner Junge ist, der es immer noch nicht schafft, Papi, seiner Freundin und seinem Chef auch nur irgendwas recht zu machen und meint, wenn er in seiner Fitness-App auf gleichem Niveau mit dem Kollegen ist, dann wird es auch im Job gut laufen. Diese Sicht auf den Text sorgt dafür, dass ich trotz meiner Häme ein gewisses Mitleid für den armen Mann empfunden habe, leider reicht das nicht aus, um den Text spannender zu machen und so versickert die an sich grandiose Idee dieser Geschichte im zähen Sand der mangelnden Erzählkunst. Ein bißchen mehr Witz, Satire, Ironie oder gar einfach Pfiff, Mut, Biss, was auch immer und das Buch hätte eine echt große Nummer in meiner persönlichen Rangliste werden können, so bleibt es leider nur hinter meinen Erwartungen zurück. Unterhielten mich die ersten Seiten grandios, war nach der Geschichte um “Juana”, das Model, welches als arme Bäuerin für einen Imagefilm angeheuert und bei einem inszenierten Brandrodungsakt schwer verletzt wird, die Luft raus. Die Geschichte verliert ihren roten Faden, ihr Ziel und immer wieder habe ich das Gefühl, der Autor weiß selbst grad nicht so genau, ob er zynisch sein will oder nicht. Mir hat irgendwann mal ein Dozent gesagt: “Ein gutes Buch ist eines, das Emotionen in dir weckt. Diese Emotionen müssen nicht immer positiv sein, sie müssen aber stark sein!” Greenwash Inc. hat vorallem Wut in mir geweckt, Wut und Unverständnis und ein wenig Traurigkeit, sollte unsere Managerwelt, tatsächlich so aussehen und junge Menschen der Meinung sein, dies wäre die Art zu Leben, der Weg zum Erfolg, dann läuft in unserer Gesellschaft sehr viel mehr falsch, als ich bislang befürchtet habe. Ich persönlich erlaube mir den Luxus hier einfach an eine deutliche Überzeichnung zu glauben und rede mir ein, dass es ein Buch ist, kein besonders Gutes, egal, wie stark meine Emotionen beim Lesen waren, und dass die meisten unserer aufstrebenden jungen Weltveränderer vielleicht doch ab und an nicht nur das berufliche Vorwärtskommen, den eigenen Profit denken, sondern auch ihre Menschlichkeit nicht aus dem Auge verlieren. Es mag sein, dass das zu naiv ist, dass ich mich täusche, trotzdem möchte ich in meinem kleinen Herzchen einfach daran glauben. Hier und da hatte das Buch wirklich interessante kurze lichte Momente, ich würde daher wirklich den interessierten Leser gar nicht vom Lesen abhalten wollen, denn es war durchaus ein Erlebnis, Thomas auf seiner Schußfahrt durch Zertifizierungen, Öko-Lobbyismus, Eifersucht, Sex, Tabletten, ferne Länder und sein lächerliches männliches Machtgehabe zu begleiten, aber es war anstrengend und dabei hätte es mit einem etwas anderen Stil doch so genußvoll sein können. Ja, Bücher müssen auch mal sperrig sein, um etwas zu bewirken, um wach zu rütteln, aufmerksam zu machen. Greenwash Inc. war für mich aber nicht nur sperrig, sondern leider streckenweise auch sehr fad. Schade für mich, Fans von American Psycho und dieser Art des Romans und Erzählweise, werden allerdings sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen und der ein oder andere mag vielleicht auch einfach sagen, die kleine kochende und strickende Bloggerin hat einfach nicht das tiefe Verständnis von Literatur, um hier mitreden zu können. Mag sein… ich bin dennoch ratlos, was mir dieser Text denn nun so wirklich sagen wollte.

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    • 2
  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben
    Daniliesing

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • ,5 Sterne - Sehr aktuell, aber etwas anstrengend umgesetzt

    Greenwash, Inc.
    raven1711

    raven1711

    09. October 2015 um 10:30

    Inhalt aus dem Klappentext: Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer Textilfabrik zum Beispiel. In der es keine Fluchtwege gibt. Thomas Hessel ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Und er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Kreativität, Empathie, Aufopferungsbereitschaft – und totale Skrupellosigkeit. Für PR-Storys reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana und geht für den Erfolg seiner Projekte über Leichen. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle glauben wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flender erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte eines steilen Aufstiegs – und eines rasanten charakterlichen Zerfalls. Ein erbarmungsloses Debüt: hochintelligent, schamlos und zynisch. Meinung: Bio, Fairtrade, Regional –Für den Konsumenten ist heutzutage ein grünes Gewissen wichtig, denn man möchte als Verbraucher ja auch was für die Umwelt tun. Geht mit so, geht auch anderen so. Wie raffiniert die Marktingbranche mit diesem grünen Gewissen umgeht, zeigt uns Karl Wolfgang Flender mit diesem Roman. Die Beruhigung des Verbrauchers für ein grünes und ökologisches Gewissen macht sich in „Greenwash Inc.“ die Firma Mars & Jung zu Nutze, bei der auch unsere Hauptfigur Thomas arbeitet. Thomas erstellt für die Firma Imagekampagnen, damit ihre Auftraggeber mit bestem Gewissen werben können, z. B. getreu dem Motto: Stoppt die Waldbrandrodung im Regenwald, nutzt lieber unseren Genmais, der auch auf ausgelaugten Böden reiche Erträge produziert. Ohne Medien und Journalisten kommt man aber nicht so ganz aus und das Risiko, dass die Kampagnen schief gehen, besteht auch immer. Thomas steht enorm unter Druck, der Konkurrenzkampf in seiner Firma ist immens und auch sein eigenes Gewissen lässt sich nicht gänzlich abschalten. Tablettensucht und Drogenkonsum sollen ihm dabei helfen, die Karriereleiter rauf zu steigen. Doch wie weit kann Thomas gehen, und wie weit gehen seine Kollegen? Das Buch hat mich von der Thematik direkt angesprochen. Hochaktuell und mit einem brisanten Thema zeigt es auf, wie Konzerne ihre Praktiken schön reden und ihre Argumente „untermauern“, so dass man als unbedarfter Konsument nicht mehr hinterfragt. Die Figur des Thomas Hessel ist dabei auf der einen Seite eine Figur, die man für seine Vorgehensweise uns Skrupellosigkeit hasst, man aber auch bemitleidet, wenn sich sein Gewissen meldet. Thomas polarisiert und genau das ist vom Autor so beabsichtigt. Ich selber mochte Thomas über viele Strecken des Buches nicht. Er ist schon sehr arrogant und anstrengend, trotzdem haben mich sein Verhalten und auch sein Leidensweg nicht gänzlich kalt gelassen. Oft musste ich über ihn den Kopf schütteln, denn manchmal wirkt er erschreckend naiv angesichts seiner sonstigen Abgebrühtheit. Was vom Ansatz her anspricht und gefällt, hapert stellenweise in der Umsetzung. Thomas Verhalten war mir manchmal zu kontrovers. Er ist unberechenbar und man weiß als Leser nicht, wie man diese Figur einzuschätzen hat und auf welcher Seite er steht. Auch sein Chef Jens Mars blieb mir bis zum Ende der Geschichte hin ein Buch mit sieben Siegeln. Die aufgezeigten Szenarien haben mich oft schockiert, besonders betroffen gemacht hat mich aber eher noch der hohe Tabletten- und Drogenkonsum der Agenturmitglieder. Ich kann nur hoffen, dass dies nicht gang und gebe ist in der Branche o.O Flenders Schreibstil ist grundsätzlich pointiert, manchmal war er mir aber etwas zu sprunghaft. In jedem neuen Kapitel habe ich immer etwas gebraucht, um mich in der Szene zurechtzufinden. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive und Thomas lässt uns teilhaben an seinen Gedanken und Empfindungen. Fazit: Dieser Roman hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt und die Thematik ist zu jeder Zeit aktuell. Leider ist die Umsetzung nicht immer ganz flüssig und war an vereinzelten Stellen etwas anstrengend. Trotzdem sollte man das Buch und den Autor im Auge behalten. Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.

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  • Alles nur Klischee?!

    Greenwash, Inc.
    Alexandra_Luchs

    Alexandra_Luchs

    25. September 2015 um 15:24

    Thomas Hessel scheint die Karikatur des gewissenlosen PR-Menschen zu sein: ständig benebelt von Tranquilizern und Alkohol jettet er um die Welt, um mal hier einen brasilianischen Hersteller von Genmais, da eine indische Wäscherei in grünes (das heißt gutes) Licht zu rücken. Umwelt, Menschen oder „Nachhaltigkeit“ sind im dabei herzlich egal. Nachhaltigkeit ist ein Geschäft, eine Eigenschaft die der Kunde aktuell verlangt und sie wird daher genauso genutzt, wie alle übrigen Werbeversprechen. Dass Thomas im Kampf um immer bessere Werbeeffekte auch sich selbst und die Menschen um ihn herum mehr und mehr zerstört, merkt er kaum. „Greenwash, Inc.“ behandelt eigentlich Themen, die für ein Sachbuch ganz klassisch wären: die Masche der PR-Unternehmen im Kampf für ein grünes Image ihrer Kunden und das gute Gewissen der Konsumenten. Dieses Thema wird aber derart zynisch, überspitzt und zum Teil bösartig dargestellt, dass es einfach einen viel größeren Sog und stärkere Emotionen weckt, als es ein Sachbuch je könnte. Dabei lässt sich dieses Buch meiner Ansicht nach für jede Weltanschauung passend interpretieren, die Öko-Kritiker werden sich in den abschätzigen und enthüllenden Aussagen des Hauptcharakters wiederfinden. Aber auch Bio-Verfechter werden bestätigt: böse Unternehmen verleihen sich eine positive Aura, mit „echtem Bio“ hat das ja nichts zu tun. Oder? Genau zwischen diesen Polen bin auch ich immer wieder hin und her geschwankt, wurde vom Buch zum Nachdenken angeregt und habe zwischen aller Unterhaltung mich und meine Konsumentscheidungen durchdacht. „Greenwash, Inc.“ bietet eine eigentlich unspektakuläre aber doch mitreißende Geschichte, die durch die eben genannten Konflikte und einen unfreiwilligen, bösen Humor fesselt. Alles ist ein wenig überzeichnet und eigentlich eine Portion zu viel: die Charaktere sind gewollt unsympathisch, die Darstellung der PR-Branche klischeehaft und alles wirkt künstlich. Zwischen diesen Plattitüden scheinen aber immer wieder tolle Erkenntnisse und Kommentare zum dominierenden Hauptthema durch, die dann natürlich mit noch größerer Wucht beim Leser ankommen. Ich bin hin und her gerissen, frage mich ob ich das Buch nun „richtig“ verstanden habe und ob es da ein „richtig“ eigentlich gibt? Die tolle Verwebung von Stil und Inhalt hat mich überzeugt und die Geschichte regt zum Diskutieren und Nachdenken an, wirklich gelungen!

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  • Gewissenlose PR

    Greenwash, Inc.
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    28. August 2015 um 16:34

    Die Konsumenten sind kritischer geworden, sie achten darauf, wo und unter welchen Umständen ein Produkt hergestellt wird. Das ist ein Problem für  Unternehmen, die möglichst viel Profit machen wollen und deshalb Genmais verwenden oder in Sweatshops produzieren lassen. Wie kann man sich  trotzdem einen ökologischen Anstrich geben, um die Verbraucher nicht zu vergraulen?   Das ist kein überhaupt kein Problem, wenn man seine PR der skrupellosen Agentur Mars und Jung anvertraut,  die gut zahlenden Unternehmen zu einem guten Ansehen verhilft, um das Gewissen der Gutmenschen zu beruhigen, die gern ethisch korrekt einkaufen wollen. Um in dieser Agentur erfolgreich arbeiten zu können, muss man absolut gewissenlos sein, eine Eigenschaft, über die der Protagonist Thomas Hessel in besonderem Maße verfügt.   Er hält sich für den Größten, verachtet Arme und Kranke, richtet sein gesamtes Denken auf Statussymbole und geht buchstäblich über Leichen. Ein sehr unangenehmer Mensch also, der am Ende – zur Genugtuung des Lesers – selbst zum Opfer wird.   Dabei läuft es erst einmal gut für ihn. Er entwickelt ein neues PR-Konzept. Statt hübscher Werbefilmchen produziert er mit dem Smartphone verwackelte Bilder vermeintlich authentischer, in Wirklichkeit jedoch knallhart inszenierter, Situationen. Die Videos werden bei YouTube hochgeladen und verbreiten sich schneller, als jede andere Form der PR.   Hessel ist ehrgeizig und tut alles, um seine Kollegen – und im Sport auch seinen Chef – zu überflügeln. Dass bei seinen Inszenierungen reale Menschen verletzt werden, kümmert ihn nicht. Weit wichtiger sind ihm seine Fitness-Apps. Aber irgendwann überspannt er den Bogen.     Normalerweise kann man sich mit dem Protagonisten eines Romans mehr oder weniger gut identifizieren. In diesem Buch nicht. Im realen Leben würde man, je nach Temperament, dem Typen seine Meinung an den Kopf schmeißen oder sich einfach nur von ihm fernhalten. Außer natürlich, wenn man selbst zur Riege der skrupellosen Zyniker gehört.   Hessel ist ein so mieses Subjekt, dass sogar bei sehr empathischen Lesern kein Mitgefühl aufkommt, wenn es ihm schlecht ergeht. Er hat es einfach verdient. Schade, dass es in der Realität nicht ebenso gerecht zugeht.

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  • Menschen glauben, was sie glauben wollen

    Greenwash, Inc.
    R_Manthey

    R_Manthey

    01. August 2015 um 18:34

    Auf dieser einfachen Wahrheit beruht jede Art von Propaganda. Natürlich heißt das heute anders. Man spricht von Public Relations, damit der eigentliche Sinn der Verabstaltung nicht sofort deutlich wird. Thomas Hessel arbeitet in einer Agentur, die sich der positiven Imagepflege gewidmet hat. Kommt ein böser Kapitalistenkonzern in schlechtes Licht, dann tritt Mars & Jung auf den Plan und sorgt für ein positives Bild. Dafür fliegt Hessel um die ganze Welt und sorgt für "ereignisbasierte Kommunikation" im Sinne der Auftraggeber. Früher einmal war er Journalist. Ob er so ein richtiger Investigativer war, ist nicht überliefert. Aber die Leute wollen die Presse nicht mehr lesen. Und deshalb ging Hessel lieber gleich zum Original. Wozu in der Zweitverwertung leben, wenn man in den PR-Agenturen besser bezahlt wird? Aber irgendwie scheint Hessel das nicht gut zu bekommen. Ständig muss er Beruhigungsdropse einwerfen. Auch die Libido leidet. Ein Wunder ist das nicht. Wer hohles Zeug fabriziert, kann nicht glücklich werden. Auf den ersten Blick liest sich dieser Roman wie eine bitterböse, zynische Satire auf Leute, die mit dem Versuch der Veralberung von Menschen Geld verdienen. Bei einer Satire muss man mit Übertreibungen rechnen. Die Charaktere werden in den Punkten überzeichnet, auf die es ankommt. Der Rest bleibt flach. Zwischentöne fehlen, denn es soll ein Prinzip offengelegt werden. Hessel befasst sich mit Brandrodungen in Brasilien, abgefackelten Textilfabriken in Indien und giftigen Elektroschrotthalden in Ghana. Den Kunden seines Arbeitgebers liegt ihr nachhaltiges grünes Image am Herzen. Und Hessel soll es formen. Menschen brauchen Bilder, denn so lassen sich Botschaften geschickt und ohne Umwege im Unterbewusstsein verankern. Und selbst wenn Hessel dabei auffliegen sollte, für Leute wie ihn ist immer irgendwo ein Platz frei. So weit, so gut. Lässt man das gut lesbare Buch ein paar Tage sacken, dann stellen sich natürlich schon einige Fragen. Wer hat eigentlich schon mal glaubhafte, überzeugende und wirkungsvolle Imagekampagnen gesehen, die bei auch nur einem der drei Handlungsorte ansetzten? Agenturen wie die imaginären Mars & Jung arbeiten wohl viel effektiver auf ganz anderen Gebieten, aber das war dem Autor vielleicht zu heiß. Der Roman besitzt auch eine gewisse abstrakte Komik. Obwohl kaum einer der Leser aus eigener Erfahrung die Arbeitsweisen und das Arbeitsklima solcher Agenturen kennen wird, glaubt man doch zu gerne, dass es gewiss so sein muss, wie es in diesem Roman eindrucksvoll beschrieben wird. Und genau das ist wahre PR in großer Vollendung: Dem Publikum etwas vorspielen, was es gerne glauben möchte. Hut ab!

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