Helden der Nacht

von Karl Wolfgang Flender 
2,5 Sterne bei2 Bewertungen
Helden der Nacht
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Trenchcoats, Hacker und Blondinen. Skuriller Klamauk als Hommage an den klassichen Detektivroman.

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Inhaltsangabe zu "Helden der Nacht"

Eine Gegenwart, in der talentierte Verbrecher keine Banken mehr ausrauben, sondern Nutzerdaten verkaufen, ist keine gute Zeit für Oldschool-Detektive. Karl Wolfgang Flender schickt sie trotzdem raus in die dunklen Straßen – auf die Spur einer Verschwörung, die sich gewaschen hat.

Seine ganze Jugend über waren sie Bryan Austers Helden: die großen Privatermittler von Chandler oder Hammett, die einsamen Wölfe mit Zigarette, Hut und Trenchcoat. Einige Wochen Krankheitsvertretung in der Detektei seines Vaters reichen aus, um ihren Mythos zu zerlegen. Trister Alltag, klägliche Routinen, weit entfernt von düsterem Glamour oder irgendeiner Relevanz. Doch dann wird Bryan Zeuge eines echten Verbrechens. Und findet Geschmack am Ermitteln – mit fatalen Folgen. Nur wenige Straßen weiter ist Kommissarin Colleen McCollum unterwegs. Sie hasst ihren Joballtag, ihre unfähigen Kollegen, die Erbärmlichkeit der Verbrecher. Und wird mit einer bizarren Mordserie konfrontiert, die sie zwingt, noch einmal ganz neu über ihr Leben und ihre Profession nachzudenken.
›Helden der Nacht‹ lässt die Schicksale des Träumers und der Zynikerin aufeinanderprallen, dass es knallt. Karl Wolfgang Flender ist ein fein konstruierter,hochspannender Roman gelungen über den Kampf um wahren Heldenmut in einer entzauberten Welt: temporeich, klug und irre komisch.

'Karl Wolfgang Flender stellt die Regeln der Kriminalliteratur virtuos auf den Kopf. ›Helden Der Nacht‹ steckt voller eleganter Überraschungen, jede davon ist entzückend. Ein literarisches Kunststück.'
JOHN WRAY

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832198602
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:20.08.2018

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor einem Monat
    Kurzmeinung: Trenchcoats, Hacker und Blondinen. Skuriller Klamauk als Hommage an den klassichen Detektivroman.
    Skuriller Klamauk als Hommage an den klassichen Detektivroman.

    Eine Silhouette im Dunkeln, breitkrempiger Hut, Trenchcoat, der sich blau kräuselnde Rauch einer Zigarette, die traurigen Klänge eines Saxophones, ein mysteriöses Verbrechen und eine verzweifelte Blondine. Sind das nicht die typischen Elemente klassischer Detektivromane?

    Der Meinung ist wohl auch Bryan Auster, ein junger Berliner Student, der notgedrungen die Detektei seines erkrankten Vaters hüten muss. Eigentlich will er sich nicht anstrengen dabei, in Ruhe den einen oder anderen Joint rauchen, wenn nicht eine Observation aus dem Ruder liefe.  Und plötzlich ist er mittendrin in einem Fall von Mord, Erpressung, Cyberhacking. Parallel dazu ermittelt Kommissarin Colleen McCallum in den Straßen Berlins auf originelle Art und Weise.

    Das Buch ist tatsächlich eine „furiose Liebeserklärung an den klassischen Detektivroman“ verlagert in eine digitale Datenwelt, verklärt durch Marihuanschwaden.  

    Träumer, Zyniker, Moralisten und kriminelle Genies treffen aufeinander. Die Helden der Nacht sind aufgefordert, die totale Kontrolle zu verhindern, bald ist nichts mehr so wie es scheint.

    Der Stil ist sehr salopp und trifft nicht immer meinen Humor. Die Entwicklungen überschlagen sich, aus Satire wird allzu oft alberner Klamauk. Der alte Haudegen Mahlow mit seiner arthritischen Dobermannhündin Eileen konnte mich dann doch erheitern.

    Lobend zu erwähnen ist das Cover, das leuchtet tatsächlich im Dunkeln.

     

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 2 Monaten
    Ist das Satire oder kann es weg?

    In diesem Roman wird sehr oft gekifft. Und wahrscheinlich braucht man auch bewusstseinserweiternde Hilfsmittel, um ihm folgen zu können. Oder war es etwa umgekehrt? Kann man so etwas nur schreiben, wenn man sich ab und zu oder dauerhaft vom gewöhnlichen Leben verabschiedet hat? Oder vielleicht liegt es auch an mir? Man ist es ja von Kriminalromanen gewöhnt, dass sie nicht der langweiligen Spur eines durchschnittlichen Lebens folgen, sondern unfassbar geniale Ermittler, todesmutige und unverwundbare Detektive oder sonstige Sonderlinge hervorbringen, die man im wahren Leben eher selten trifft. Keine Spur davon in diesem Buch. Hier liegen die Dinge etwas anders.

    Da haben wir auf der einen Seite einen durchschnittlichen Typen mit dem reizenden Namen Bryan Auster, der gerade seinen kränkelnden Vater in dessen Detektei vertritt und irgendwelche Armleuchter beim Ehebruch überführen soll. Und auf der anderen Seite sucht Kommissarin Colleen McCollum in Berlin einen Mörder, der seine Opfer erst einmal zwingt, sich einen Finger abzuschneiden, der dann an die Wand genagelt wird, bevor der Tod den Restkörper ereilt.

    Auster bekommt von einem nerdigen, aber genial geschäftstüchtigen Mitarbeiter gegen ein wenig Bitcoin aus dem Darknet die Mitgliederliste einer Vermittlungsplattform für Seitensprünge geliefert, in der auch die gute Colleen verzeichnet ist. So wird die Überführung von Ehebrechern endlich ein Kinderspiel, mit dem man auch noch ausreichend Kohle machen kann.

    Bis dahin ist die Geschichte auch noch einigermaßen verständlich. Aber dann geht es drunter und drüber. Und zwar so, dass man sich verzweifelt fragt, wie einem solcher Blödsinn auch nur einfallen kann. Da die Figuren wenig glaubhaft dargestellt werden und der Autor reichlich zwanghaft versucht, so etwas wie Coolness anzudeuten, kann man vielleicht noch eine Weile daran glauben, dass man es mit einer merkwürdig anmutenden Satire zu tun hat. Aber mit zunehmender Seitenzahl verfliegt auch diese Hoffnung, denn die ganze Geschichte entwickelt sich auf einer etwas zu lang geratenen Beschleunigungsspur immer mehr ins Dämliche.

    Dass ich diese "furiose Liebeserklärung an den klassischen Detektivroman" wirklich bis zum Ende ausgehalten habe, wundert mich selbst, denn das Buch ist weder spannend, noch lustig, noch unterhaltend, sondern einfach nur auf eine ziemlich blödsinnige Art nutzlos. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass man auf Klappentexte nicht hereinfallen sollte. Aber man hat halt doch noch immer so etwas wie Hoffnung.

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