Karla Schmidt Die rote Halle

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Inhaltsangabe zu „Die rote Halle“ von Karla Schmidt

Kostümbildnerin Janina Zöllner fliegt mit ihrem Sohn Simon nach Berlin, um an der Abschiedsinszenierung des Choreographen Josef Rost im stillgelegten Flughafen Tempelhof mitzuwirken. Der Tänzer Dave Warschauer ist ebenfalls engagiert. Janina hat den Vater ihres Sohnes seit fünfzehn Jahren nicht gesehen, und obwohl er Janina nicht wiedererkennt, verliebt sie sich ebenso verzweifelt in ihn wie beim ersten Mal. Die Inszenierung gerät ins Stocken, als eine Tänzerin auf mysteriöse und brutale Weise stirbt. Als dann auch noch Simon verschwindet, begreift Janina, dass sie ihren Sohn nur retten kann, wenn sie selbst zur Täterin wird.

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    Die rote Halle

    Mordsbuecher

    10. March 2017 um 01:20

    Wer das erste Buch, das Kind auf der Treppe bereits gelesen hat, kennt Karla’s Schmidt Schreibstil und die doch teilweisen erschreckenden Szenen, die einen das Blut in den Adern gefrieren läßt. Da ich viele unterschiedliche Meinungen über dieses Buch gelesen habe, bin ich völlig neutral an dieses Buch gegangen. Anfangs muss ich gestehen, überhäufen einen die Vielzahl der Personen die in sich in Berlin treffen. Doch nach ein paar Seiten kam Klarheit in die kleine Menschenmasse. Als Schauplatz wählte die Autorin den Flughafen Tempelhof in Berlin, ein Ort des Grauen und einfach zu perfekt für diesen Psychothriller. Ich habe mir manchmal gewünscht, in den Thriller eingreifen zu können, um Janine wach zu rütteln, die sich ein zweites mal in ihre große Liebe Dave verliebt und leider nicht auf die Signale von ihrem Sohn Simon reagiert. Er  ist teilweise auf sich alleine gestellt und entfernt sich immer weiter von seiner Mutter. Erst als Simon spurlos verschwunden ist, wacht sie endlich auf und macht sich auf die Suche nach ihm. Die schockierenden Szenen mit DeeDee sind nicht für schwache Nerven und kaum vorstellbar. Niemand würde von Ihr böses denken, doch da hat sich der Leser getäuscht! Wieder einmal hat es Karla Schmidt geschafft, das ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Lesefee86

    07. July 2012 um 16:51

    Berlin Tempelhof: Das verwaiste Flughafengebäude soll als Ort einer Inszenierung des Choreographen Josef Rost dienen. Mit in seinem Team ist auch Janina Zöllner, die mit ihrem Sohn extra aus Vancouver kommt. Ihre Sehnsucht nach Berlin ist stark und sie hofft, dass sie nach den Vorstellungen dort bleiben kann. Doch schnell fällt ihre Hoffnung in sich zusammen, denn ebenfalls bei der Inszenierung ist Dave Warschauer, der beste Tänzer der Zeit und der Vater von Simon. Er selbst weiß nichts von seinem Glück und erkennt Janina nicht einmal. Während ihre Gefühle verrücktspielen, trifft Simon auf neue Leute. Er hofft Freunde zu treffen, findet aber DeeDee, die es alles andere als gut mit ihm meint. Ihre anfänglichen Annäherungsversuche werden zur Bedrohung und für ihn gibt es nur noch den Ausweg nach Vancouver zurück. Erst als eine Tänzerin tot aufgefunden wird, ist klar, dass etwas nicht stimmt. Und als auch noch Simon spurlos verschwindet, macht sich Janina voller Angst auf die Suche... Schon das erste Buch „Das Kind auf der Treppe“ von Karla Schmidt hatte mir sehr gut gefallen. Mit „Die rote Halle“, legt sie noch eine Schüppe drauf. Die Geschichte startet nachdenklich und man spürt die Zweifel die Janina gegenüber ihrem Vorhaben hat. Detailgenau wird die Umgebung und das Gebäude des alten Flughafens beschrieben und der Leser kann sich sehr gut vor Augen führen, wie es dort aussehen mag. Josef Rost fand ich als Person eher etwas übertrieben, da er sehr exzentrisch ist und mit seiner aufreibenden Art alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Janina und Simon kommen einem dagegen gleich viel sympathischer vor. Karla Schmidt schafft es den Leser eine Weile an der Nase herum zu führen, denn neben Rost scheinen fast alle Protagonisten, trotz etwaiger Hochnäsigkeit, netter. Doch erlebt man mit Rost eine Achterbahnfahrt und der Leser kommt schnell dahinter, was seine Motive sind. Neben der Hauptgeschichte um der Inszenierung erfährt man immer wieder Details aus der Vergan-genheit von Rost, welche alles andere als harmlos sind. An einigen Stellen ist das Buch sehr intensiv und die Beschreibungen gehen unter die Haut, dadurch bleibt dem Leser die Gänsehaut nicht erspart. Beschreibungen von blutigen Szenarien spielen zwar nur in dem Theaterstück eine Rolle, aber mit den Erklärungen einiger heftigerer Verletzungen, kann man rechnen. Die Autorin selbst hat sich jeden Charakter vorgenommen und ihm eine eigene Persönlichkeit gebastelt, die immer wieder intensiv beschrieben werden. Die Spannung nach dem Verschwinden Simons wird stetig hoch gehalten und durch die Wechsel der Sichtweise wird sie noch vertieft. Ein Psychothriller der einen auf all den Seiten nicht zur Ruhe kommen lässt, aber auch einen Hauch von Liebe beinhaltet. Das Zeugnis einer Frau, die sich entscheiden muss, wen sie rettet und eine Geschichte die jedes Herz schneller schlagen lässt.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    TheDianaBooks

    19. June 2012 um 17:54

    Inhalt: Die Kostümbildnerin Janina Zöllner reist mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn Simon nach Berlin, wo der Starchoreograph Josef Rost in einem stillgelegten Flughafen eine blutige Version des „Märchens von den roten Schuhen“ inszenieren möchte. Bei ihrer Ankunft erfährt Janina, dass auch der talentierte Tänzer Dave Warschauer engagiert ist. Sie ist schockiert, denn Dave ist Simons Vater - wovon jedoch weder er noch sein Sohn etwas wissen… Im Verlauf der Arbeit kommt es vermehrt zu Auseinandersetzungen mit dem ungewohnt aggressiven Josef Rost. Nach einer Umbesetzung ist außerdem plötzlich eine der Tänzerinnen verschwunden, welche schließlich tot aufgefunden wird. Doch bei einem Verbrechen bleibt es nicht, denn bald ist auch Simon spurlos verschwunden. Und um ihren Sohn zu retten, muss Janina selbst zur Täterin werden… - Meine Meinung: Nach Karla Schmidts grandiosem Debüt „Das Kind auf der Treppe“ wartete ich sehnsüchtig auf ein neues Werk von ihr. Voller Freude und Erwartungen begann ich somit „Die rote Halle“. Die Geschichte beginnt nervenzerreißend, brutal-eklig und auf hohem Niveau! Danach flaut die Handlung jedoch etwas ab. Der Leser erfährt viel über die Protagonisten und ihre Vergangenheit und es wird deutlich, dass sich unter den Tänzern große Eifersuchtsdramen abspielen. Dies alles ist zwar interessant zu erfahren und trägt zum Verständnis der Handlungen der Charaktere bei, ist aber nicht wirklich spannend. Die düstere, kalte und beklemmende Atmosphäre, die in „Die rote Halle“ herrscht, merkt man jedoch vom ersten Augenblick an. Das verlassene Flughafengebäude ist ein sehr geheimnisvoller und Furcht einflößender Ort. Perfekt für einen bösartigen und geisteskranken Mörder, der ein Spiel voller Intrigen spielen möchte. Und solch ein Spiel wird in diesem Psychothriller tatsächlich gespielt! Anfangs noch ziemlich wirr, fügen sich die einzelnen Situationen bald zu einem klaren Ganzen und die interessante und geniale Idee, die hinter diesem Buch steckt wird deutlich. Es kommt zum ersten Mord und der Entführung von Janinas Sohn Simon. Ab diesem Moment wird die Geschichte richtig spannend, fesselnd und zieht den Leser in ihren Bann. Die Beschreibungen des Wahnsinns und die Einblicke in die menschliche Psyche sind gleichermaßen erschreckend und beeindruckend. Was würde eine Mutter tun, um ihr Kind zu retten? Das Buch gibt die Antwort: Alles - sogar selbst zum Täter werden! Die Charaktere werden mitsamt ihren Ecken und Kanten sehr gut geschildert. Obwohl auch ihre Gedankengänge nachvollziehbar geschildert werden, konnte ich mich mit ihnen jedoch nicht gut identifizieren. Trotzdem war schnell klar, für wen Sympathie besteht und für wen eher Antipathie und somit konnte man die Handlung trotzdem gespannt verfolgen. Simon hat mir persönlich am besten gefallen. Seine Gedanken, Gefühle und Handlungen sind sehr realistisch und gut nachvollziehbar und man fühlt und leidet, vor allem in der Zeit seiner Gefangenschaft, sehr mit ihm. Insgesamt lässt sich „Die rote Halle“ sehr leicht und flüssig lesen und man merkt, welch großes Talent Karla Schmidt besitzt! Sie hat ihren ganz eigenen Stil und schreibt rasant, fesselnd, brutal, schockierend und mitreißend! Ihre Beschreibungen sind Tatsachen und ohne Verschönerungen. Sie überzeugt vor allem mit ihrer Ehrlichkeit! :) - Fazit: „Die rote Halle“ von Karla Schmidt ist ein Psychothriller der besonderen Art, welcher voller Grausamkeit ist und Wut und Ekel hervorruft! Dem Sog der Geschichte, welche den Leser knallhart und schonungslos mit einem Einblick in die Tiefen der menschlichen Psyche konfrontiert, kann man sich nicht mehr entziehen… Absolut lesenswert!

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Desire

    26. May 2012 um 09:11

    Ich konnte mich mit diesem Buch nicht recht anfreunden.

  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    gurke

    04. April 2012 um 21:04

    Janina freut sich richtig auf das neue Stück, das einstudiert werden soll. Als sie mit ihrem Sohn in München eintrifft, läuft zunächst alles wie am Schnürchen. Das Ganze hat zwar einen faden Beigeschmack, weil sie dort auf ihre Jugendliebe Dave trifft. Dieser hat ihr einst das Herz gebrochen nachdem er sie geschwängert hat. Ihr Sohn Felix weiß nicht, dass die Mutter nun mit seinem leiblichen Vater zusammenarbeiten soll. Der hat so seine ganz eigenen Sorgen, die typisch für Jugendliche in seinem Alter sind. Doch als er dann plötzlich verschwindet, ist die fürsorgliche Mutter natürlich in hellster Aufregung. Sie setzt alles daran ihren Sohn lebend zu finden und es droht eine Welt für sie zusammenzubrechen. Und dann wird sie gezwungen selbst zur Verbrecherin zu werden. Das scheint die einzige Möglichkeit zu sein, um Felix unversehrt wiedersehen zu können. Wer ist der Entführer? Und was bezweckt er damit? Kann er gerettet werden? Oder kommt nun jede Hilfe zu spät? Nach dem Thrillerdebüt von Karla Schmidt "Das Kind auf der Treppe" war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch "Die rote Halle" und hatte sehr große Erwartungen an die neue Lektüre, weil ich richtig begeistern von ihrem Erstling war. Diese Erwartungen wurden leider nur bedingt erfüllt. Die Autorin hat wieder mit ihrem Schreibstil überzeugt. So konnte man das Buch in enormer Geschwindigkeit durchlesen. Auch der ungewöhnliche Verlauf der Geschichte ist typisch für sie. Allerdings hatte die Story so ihre Höhen und Tiefen. Mal waren meine Nerven regelrecht zum zerreißen gespannt und dann konnte ich mir vor langer Weile kaum das Gähnen verkneifen. Mit den Protagonisten konnte ich mich auch kaum identifizieren. Sie wurden vor meinem inneren Auge einfach nicht lebendig. Alles in allem war "Die rote Halle" ganz nett für einen Thriller. Allerdings sollte man nicht mit zu großen Erwartungen - wie ich - an das Buch herangehen. Fans von "Das Kind auf der Treppe" muss ich leider sagen, dass das neue Buch im Gegensatz dazu stark nachgelassen hat. Lässt man das aber mal völlig außer Acht und setzt nicht soviel Spannung und Raffinesse voraus, ist das neue Buch von Karla Schmidt durchaus lesenswert und sorft wohl für einige nette Stunden.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    sueorange

    28. March 2012 um 10:53

    Die Kostümbildnerin Janina Zöllner hat ein neues Engagement. Im stillgelegten Flughafen Tempelhof in Berlin möchte der Starchoreograph Josef Rost eine ganz spezielle Ballettinszenierung des Märchens "Die roten Schuhe" aufführen. Unkonventionell, blutig und brutal soll sie werden. Er will sich damit selbst ein Denkmal setzen. Zusammen mit ihrem Sohn Simon fliegt Janina in die deutsche Hauptstadt, um die Tänzer entsprechend einzukleiden. Nicht nur, dass sich der Choreograph unerwartet aggressiv bei der Arbeit verhält, unter seinen Tänzern befindet sich auch noch Dave Warschauer, mit dem Janina nicht bloß eine Affäre vor fünfzehn Jahren verbindet. Er ist zudem Simons Vater, jedoch wissen weder er noch sein Sohn bislang etwas davon. Dave hatte Janina damals wegen einer anderen Frau verlassen, doch wirklich vergessen konnte sie ihn nie. Einige Personen treffen nach dieser langen Zeit wieder aufeinander, die damals an der legendären Cenerentola-Inszenierung beteiligt waren. Dieses Wiedersehen bringt so manchen an seine Grenzen. Dieser Psychothriller hat einen interessanten Aufbau, der Prolog, der mit "Ende" überschrieben ist, scheint dieses vorweg zu nehmen. Dann folgen knapp 14 Tage, die es in sich haben und dem Leser das Blut in den Adern gefrieren lassen. Der Schauplatz der Geschichte, das stillgelegte Flughafengebäude, mit seinen düsteren Gängen und Hallen, wirkt schon von sich aus wenig einladend, dafür aber äußerst unheimlich. Zusammen mit den tiefgründigen Charakteren bietet sich dadurch noch ein weiterer Gänsehautfaktor. Mit der Mehrzahl der Figuren kann man sich nur schwer oder gar nicht identifizieren, bei den meisten handelt es sich um mehr oder weniger gestörte Persönlichkeiten. In sich sind die jeweiligen Figuren glaubhaft und authentisch und in ihrem Zusammenspiel liegt die Kraft, die aus dieser Geschichte einen Psychothriller macht. Durch ihre komplexen Lebensgeschichten tragen sie bereits ihre innere Verletzung, ihre ureigene Verschrobenheit oder ihre krankhafte Störung in sich, ihr Zusammentreffen und die Situation in der sie sich befinden, führt zu der Dramatik. Anfangs wirkt alles verworren und unzusammenhängend, aber nach und nach entwirren sich die einzelnen Fäden. Der Schreibstil ist einnehmend und rasant. Die Handlung verläuft schnell, man fühlt sich gedrängt weiterzulesen, um nichts zu verpassen. Rückblenden erleichtern es, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. Möglicherweise polarisiert dieser Thriller. Er ist nichts für zartbesaitete Geschöpfe. Manchmal dominiert der Ekel, dann wieder die Angst oder auch die Wut. Bisweilen sieht man sich mit Widerlichkeiten konfrontiert, die man lieber nicht an sich heranlassen wollte. Trotzdessen werden sicherlich auch viele von dem Sog der roten Halle ergriffen werden, sich, so sehr sie es auch versuchen, den Abgründen nicht entziehen können und ein geheimes, grausiges Vergnügen daran haben. Die rote Halle - ein Psychothriller, der den Leser in die Untiefen der menschlichen Seele blicken lässt.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Buechersuechtig

    23. March 2012 um 22:41

    DIE GESCHICHTE... Für die Neuinszenierung von "Die roten Schuhe" kommt Kostümbildnerin Janina Zöllner mit ihrem Sohn nach Berlin, wo sie für die Kostüme und die Regieassistenz zuständig ist. Die männliche Hauptrolle wird von Dave Warschauer übernommen, der Simons Vater ist, was beide aber nicht wissen. Und dann laufen die Vorbereitungen des schaurigen Märchens im stillgelegten Flughafen Tempelhof schief: Die benötigten Schweinehäute lassen sich nicht so leicht bearbeiten, wie sich Janina das vorgestellt hat und sind zudem sehr ekelig, Choreograf Josef Rost will der Komponistin und gleichzeitig Hauptdarstellerin die Rolle entziehen und dann ist plötzlich auch noch Janinas Sohn Simon spurlos verschwunden... MEINE MEINUNG: "Die rote Halle" ist mein erstes Buch von Karla Schmidt und wurde mir mehrfach empfohlen. Interessanterweise beginnt die Geschichte mit dem Ende, die eigentliche Story startet mit Tag 1 - Visionen und endet mit Tag 13 - Todestag, um mit dem Epilog nochmals auf den Anfang zu gehen. Aufgegliedert ist der Psychothriller in 3 Teile, als Handlungsschauplatz hat die Autorin den geschlossenen Berliner Flughafen Tempelhof gewählt, was dem Plot eine düstere Stimmung verleiht. Die Handlungsorte werden so anschaulich beschrieben, dass man meint, selbst dort zu sein. Janina Zöllner wird für ein Bühnenstück als Kostümbildnerin und Regieassistentin engagiert. Die 37-jährige fühlt sich plump und unhübsch, vor allem, als sie den attraktiven, aber egoistischen Tänzer Dave Warschauer nach 21 Jahren wiedersieht. Dave wird die männliche Hauptrolle übernehmen und ist der Vater von Janinas 15-jährigem Sohn Simon, wovon beide Männer allerdings nichts wissen. Der gutaussehende, mürrische Teenager ist nicht ganz begeistert von der Idee seiner Mutter, von Vancouver nach Berlin zu übersiedeln. Hier kennt er niemanden und so durchstreift er das riesige Flughafengebäude, wo er schließlich wie vom Erdboden verschluckt wird... Von der Crew kennt Janina aus vergangenen Zeiten die verkrüppelte Tänzerin DeeDee, die das Stück "Reading Red Shoes" geschrieben hat und den cholerischen Regisseur und Choreograf Josef Rost, der eine Zeitlang die Vaterrolle in Simons Leben übernommen hat und sich nun eigenartig verhält... Die mitwirkenden Protagonisten sind facettenreiche Persönlichkeiten, die mit allerlei Macken, Ecken & Kanten ausgestattet wurden. Außerdem sind manche Charaktere bzw. deren Absichten schwer einzuschätzen, was der Geschichte einen geheimnisvollen Touch verleiht. Die Idee, das Setting in ein stillgelegtes Flughafengebäude zu verlegen, finde ich einfallsreich, da es viel Raum für ein packendes Katz- und Maus-Spiel bietet. Und auch die Theater-Atmosphäre ist wunderbar gelungen und wurde so bildhaft beschrieben, dass mein Kopfkino angekurbelt wird. :) Karla Schmidt lockt ihre Leser gekonnt auf falsche Fährten & Irrwege und gewährt uns in diesem rasanten Psychothriller einen Blick auf die Abgründe der menschlichen Seele. Leider wurde mir das Ende dieser fesselnden Geschichte etwas zu schnell abgehandelt, weiters bleibt noch eine wichtige Frage für mich offen. Erzählt werden die packenden Geschehnisse abwechselnd aus der Sicht (in der 3. Person) von Janina, Simon, Josef und zwischendurch von einer unbekannten Person. In Rückblenden erfahren wir mehr darüber, was 1996 zwischen Janina und Dave vorgefallen ist. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven und mehrere Handlungsstränge, die allmählich miteinander verweben, wirkt die Geschichte abwechslungsreich und sehr interessant. "Die rote Halle" birgt neben ausdrucksvollen, teilweise etwas zu ausführlich geratenen Schilderungen auch einige Längen, doch dank der spannungsgeladenen Schreibweise lassen sich die 320 Seiten unheimlich schnell lesen. FAZIT: Mit "Die rote Halle" hat Karla Schmidt einen fesselnden Psychothriller erschaffen, der mit einem packenden Plot gepaart mit einer mysteriösen Atmosphäre, reizvollen Charakteren sowie einem mitreißenden Schreibstil unterhält. Wegen der kleinen Mankos vergebe ich für "Die rote Halle" ausgezeichnete 4 STERNE, da mir der Psychothriller ansonsten sehr gut gefallen hat.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    19. March 2012 um 12:36

    Joseph Rost, ein bekannter Choreograph will "Das Mädchen mit den roten Schuhen" als Ballett herausbringen. Er weiß, dass es sein letztes Werk sein wird und er sucht sich für dieses Stück die Besten aus - u.a. Janina Zöllner als Kostümbildnerin und Dave Warschauer als Tänzer. In dieser Zusammensetzung hatten sie schon einmal vor 16 Jahren zusammen gearbeitet, was eine Liebesaffäre der beiden ergab, die den Sohn Simon hervorbrachte. Jedoch Dave und Simon wissen nichts voneinander. Janina und Simon kommen für diese Aufführung von Vancouver nach Berlin, Janina in der Hoffnung, hier wieder bleiben zu können. Ihr Sohn Simon langweilt sich und erkundet das verlassene Flughafengelände Tempelhof und taucht plötzlich nicht mehr auf. Janina ist verzweifelt, aber was man von ihr verlangt, dass sie Simon wiederbekommt, ist so gut nicht machbar, oder doch? Wie weit ist eine Mutter bereit zu gehen, um ihren Sohn zu retten? ... Wer dieses Riesengelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin kennt, kann sich ein Bild von der Größe des Areals machen, in der Simon verschwunden ist. Karla Schmidt versteht es meisterhaft, dem Leser das Setting bildlich nahezubringen. Die Düsternis der Räume und Hallen, die Weite und Größe der Flächen - ich hatte das Gefühl, dass ich es mit ihren Augen sehe. Sie lässt den Leser in Abgründe sehen, bei denen man schon hartgesotten sein muss, um sie so einfach wegzustecken. Egal, ob es um zwischenmenschliche Beziehungen geht, Eifersucht, Egoismus, man kann dies alles noch toppen mit Krankheit, Pädophilie, Mord, Kinderprostitution und Selbstverstümmelung in Form vom Ritzen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, die Autorin hat sehr gut recherchiert und dies dem Leser mitgeteilt. Der Mörder / die Mörderin (ich will nichts verraten) spielt mit den Menschen. Der Sohn von Janina wird entführt und als Geisel genommen. Es wird ein fieses Spiel und mit Emotionen gespielt, damit Janina eine Handlung tätigen soll, die sie unter normalen Umständen niemals tun würde. Es stellt sich die Frage, was ist eine Mutter bereit zu tun, um ihr Kind zu retten. Ungewöhnlicherweise beginnt dieses Buch mit dem Ende und ich hatte zu Beginn den Verdacht, dass nun nichts mehr kommen kann, denn das Ende ist ja klar. Aber weit gefehlt. Der Zeitrahmen umfasst 13 Tage, wobei es Rückblenden ins Jahr 1996 gibt, die Zeit, wo die Protagonisten das erste Mal aufeinander getroffen sind. Die Protagonisten wurden sehr gut charakterisiert und man konnte die Handlungen der Einzelnen gut nachvollziehen. Eine besondere Tiefe zeigt sich bei Janina und DeeDee. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich gut lesen. Die einzelnen Szenen sind gut und nachvollziehbar und sehr detailliert wiedergegeben. Das ist definitiv kein Buch für zwischendurch, das man mal so eben lesen kann. Ich habe mich schwer getan mit dem Buch, mir persönlich haben sich hier zuviele Abgründe aufgetan, die ich verarbeiten musste. Wer es jedoch gern blutig mag und wer keine Probleme hat, in die Abgründe des menschlichen Wesens zu gucken, für den ist dieses Buch genau das Richtige.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    NiliBine70

    18. March 2012 um 20:13

    Inhalt: Von Vancouver zurück nach Berlin – so sieht die Route für Janina und ihren Sohn Simon aus, denn Janina hat sich breit schlagen lassen, für die Abschiedsvorstellung des exzentrischen und berühmten Choreografen Josef Rost für die Gestaltung der Kostüme verantwortlich zu sein. Doch konnte sie nicht ahnen, was sie in Berlin erwartet. Schon der Schauplatz, der alte still gelegte Flughafenkomplex Berlin-Tempelhof soll der Ort sein, an dem der furiose Abschluss der unvergleichlichen Karriere von Rost inszeniert wird. Blut soll eine zentrale Rolle spielen, die Tänzer sollen in Schweinehäute eingenäht werden und es soll alles noch viel kurioser werden. Dann treten erste Probleme auf, Janina sieht sich mit dem Vater ihres Sohnes Simon, Dave, konfrontiert, sie wusste nicht, dass er als Tänzer für diese Abschiedsshow engagiert wurde und versucht krampfhaft, einer Begegnung aus dem Weg zu gehen. Doch kann sie es wirklich verhindern, dass ihr Sohn und sein Vater sich begegnen, dass sie herausfinden, in welcher Beziehung sie zueinander stehen? Hinzu kommt, dass urplötzlich eine Tänzerin verschwindet und ihre zerschundene Leiche taucht in den Tiefen des Flughafens wieder auf. Grund genug für Janina an den Rand des Wahnsinns zu geraten, verschwindet doch Simon kurz darauf ebenfalls spurlos und der Entführer spielt ein perfides Spiel mit ihr, verlangt einen Mord von ihr. Was wird Janina tun? Kann sie auch ohne diesen Schritt zu gehen, den Mörder entlarven? Und welches Spiel spielt DeeDee, einstmals selbst eine gute Tänzerin, nach einem „Unfall“ jedoch verstümmelt und nun Komponistin des furiosen Schlusspunktes, den Rost für sich und sein Lebenswerk gewählt hat? Ist alles nur Theater? Oder steckt noch weitaus mehr dahinter? Meine Meinung: Let´s Dance! Das Buch fängt mit dem Ende an – das mag zunächst wundern, doch im Verlauf macht es doch sehr viel Sinn! Und schürt noch das Grauen, die Gänsehaut, die atemlosen Momente. Das Künstlermilieu wird einem genauso geschildert, wie man es sich denkt: Lauter merkwürdige Exzentriker, die alle nur sich selbst im Vordergrund sehen wollen, extreme Dinge tun, extreme Wünsche haben. Und ja, auch Drogen sind im Spiel, zur Schau gestellte Homosexualität, Pädophilie, ja sogar Kinderprostitution, Alkohol…das volle Programm! So abschreckend und doch so faszinierend! Und all das transportiert nach Berlin, in diesen riesigen, verlassenen Flughafenkomplex, mit geheimnisvollen Räumen, Hallen, Gängen. Man kann sich gut ausmalen, dass es sehr wohl möglich ist, dort heimlich finsteren Machenschaften nachzugehen, ohne dass jemand davon etwas merkt, im Dunklen kann man Menschen verstecken, gefangen halten, Vorlieben befriedigen, von denen die Gesellschaft keine Kenntnis haben soll. Das Gefühl, die Beklemmung, die mich beschlichen hat, beim Lesen noch angeheizt durch den Irrsinn einiger Personen, der sich immer mehr steigerte in dieser Location, war so real, dass ich nur die Augen schließen brauchte und ich war da! Karla Schmidt hat mit sehr subtilen Methoden, mit viel Gespür für die menschlichen Abgründe und ebenso viel Gespür für das Ausmalen, das Gestalten einer Szenerie einen wirklich tiefgründigen Thriller geschaffen, der seinesgleichen sucht! Ich war begeistert, wie sehr mich die ganze Geschichte mitgenommen hat, wie schockiert ich war und wie tief ich mich habe in die Geschichte fallen lassen können. Das war ein echtes Highlight am Thriller-Himmel! Fazit: Intelligenter, teilweise verstörender Thriller aus deutschen Landen, der im Künstlermilieu spielt und von dem man gern mehr haben möchte und hoffentlich bald bekommt! Wer bisher Karla Schmidt ignoriert hat, der begeht wirklich einen Fehler!

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. February 2012 um 12:25

    Klappentext: Tanz bis aufs Blut. Ein verlassener Flughafen, eine blutige Ballettinszenierung. Die brutal zugerichtete Leiche einer Tänzerin. Ein Junge verschluckt von den endlosen unterirdischen Gängen. Und die grausame Botschaft an seine Mutter: Sie kann ihren Sohn nur retten, wenn sie selbst zur Täterin wird. Meine Meinung: Wie weit geht eine Mutter, wenn ihr Kind in Gefahr ist? Auf diese Antwort war ich schon sehr gespannt in Karla Schmidts zweitem Psychothriller „Die rote Halle“. Schon bei ihrem Debütthriller „das Kind auf der Treppe“ bemerkte ich ihren grausamen und teilweise wirklich brutalen Schreibstil und so war ich gespannt, was mich diesmal erwartet. Die Handlung spielt wieder in Berlin. Janina und ihr Sohn fliegen von Vancouver nach Berlin zurück um Josef Rost bei seiner Ballettinszenierung zu unterstützen, die an das Märchen „das Mädchen mit den roten Schuhen“ anlehnt. Schnell entstehen Geheimnisse und Intrigen in der Gruppe. Simon verschwindet und eine Leiche taucht auf. Karla Schmidt zeigt schon direkt zu Beginn, mit einem Zitat, dass nicht nur Thriller, sondern auch Märchen ziemlich brutal sein können, und ich fragte mich schon, ob sie den Leser damit auf die folgende Handlung, vorwarnen wolle. Dank dem Schreibstil, den sie meiner Meinung nach zusätzlich verbessert hat, steigt man sehr schnell in die Handlung ein. Mit ihrer detailgetreuen Beschreibung der Personen und Umgebung löste sie bei mir ein wahres Kopfkino aus, dass ich bisher nur von deutschen, männlichen Thrillerautoren her kannte. Die Figuren sind sehr gut und ausführlich ausgearbeitet. Alle Charakterzüge werden detailliert dargestellt, besitzen eine gewisse Tiefe und so fiel es mir leicht, die vielen verschiedenen Emotionen zu verstehen. Auch hatte ich oft das Gefühl, selbst dabei zu sein und die Egozentrik mancher Darsteller mitzuerleben. Interessant waren auch die Einblicke in die Inszenierung selbst, der Aufbau verschiedener Szenen zum Beispiel das Verwenden von Schweinehaut bei den Kostümen. Sie geben dem Laien einen leicht verständlichen Eindruck in das Theaterleben. Karla Schmidt bedient sich beim Aufbau ihres Thrillers mehreren Handlungssträngen, die sie immer wieder gekonnt verknüpft und sich somit zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dabei werden unter anderem Themen wie Kindesmissbrauch und Eifersucht angesprochen. Schon wie bei ihrem vorherigen Thriller, verschönt sie die beschriebenen Taten nicht, nimmt kein Blatt vor den Mund und verwendet eine klare Sprache sowie eine sehr detaillierte Beschreibung der Gewaltszenen. Die Handlung ist in 3 Teilen mit mehreren kurzen Kapiteln aufgebaut. Jedes Kapitel ist mit einem Tag versehen, die Geschichte beginnt mit dem Ende, und zwischendurch gibt es Rückblicke in das Jahr 1996. Es gibt immer wieder geheimnisvolle und spannende Sequenzen, dennoch fällt der Spannungsbogen zwischendurch immer wieder mal etwas ab. Dies war für mich aber aufgrund der interessanten Entwicklungen ganz angenehm. Fazit: Schon ihr „Kind auf der Treppe“ gefiel mir gut, dennoch muss ich sagen das mir dieser Thriller noch viel besser gefällt. Ich glaube, dass sich Karla Schmidt in ihrem Schreibstil deutlich gesteigert hat. Ich habe ihn in einem Rutsch durchgelesen und bin gespannt, was sie als Nächstes wieder zu Papier bringt. Interessanter und spannend, geheimnisvoll und düster! Dieser Thriller ist wahrlich ein wirklich guter Psychothriller, der auch mit anderen bekannten deutschen Psychothrillern mithalten kann. Karla Schmidt, geboren 1974 in Göttingen, lebt mit Mann und zwei Kindern in Berlin, wo sie ein Kultur-, Theater- und Filmwissenschaftsstudium abschloss. In Rheinsberg hat sie an der Inszenierung von Opern- und Tanztheaterprojekten als Dramaturgin, Regieassistentin und Inspizientin mitgewirkt. Sie erhielt 2009 den »Deutschen Science Fiction Preis« für die beste Kurzgeschichte. Nach »Das Kind auf der Treppe« ist »Die rote Halle« ihr zweiter nervenzerreißend spannender Psychothriller. Weiteres zur Autorin: www.karla-schmidt.de (Quelle: Piper Verlag). Gesamtwertung: 5/5 Sterne © Michaela Gutowsky

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. February 2012 um 10:37

    Kurzbeschreibung: Ein verlassener Flughafen, eine blutige Ballettinszenierung. Die brutal zugerichtete Leiche einer Tänzerin. Ein Junge, verschluckt von den endlosen unterirdischen Gängen. Und die grausame Botschaft an seine Mutter: Sie kann ihren Sohn nur retten, wenn sie selbst zur Täterin wird. Zur Autorin: Karla Schmidt, geboren 1974 in Göttingen, lebt mit Mann und zwei Kindern in Berlin, wo sie ein Kultur-, Theater- und Filmwissenschaftsstudium abschloss. In Rheinsberg hat sie an der Inszenierung von Opern- und Tanztheaterprojekten als Dramaturgin, Regieassistentin und Inspizientin mitgewirkt. Sie erhielt 2009 den "Deutschen Science Fiction Preis" für die beste Kurzgeschichte. Nach "Das Kind auf der Treppe" ist "Die rote Halle" ihr zweiter nervenzerreißend spannender Psychothriller. Rezension: Die Kostümbildnerin Janina Zöllner wird von ihrem ehemaligen Mentor Josef Rost nach Berlin gebeten, um dort an seiner neuen Ballettinszenierung "Reading Red Shoes" mitzuwirken. Begleitet wird sie von ihrem 15-jährigen Sohn Simon. Dort trifft sie zu ihrem Leidwesen auf ihre frühere Affäre, den Tänzer Dave Warschauer und ehemalige Kollegen, mit denen sie bereits 16 Jahre zuvor bei Rosts "Cenerentola"-Inszenierung zusammenarbeitete. Die Inszenierung soll auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof stattfinden. Schon bald ist Simon auf mysteriöse Weise verschwunden und in den nicht enden wollenden und labyrinthartigen Gängen des Flughafens braut sich eine reale Inszenierung zusammen, die einem Albtraum gleichkommt... Bereits Karla Schmidts Erstlingswerk "Das Kind auf der Treppe" konnte mich begeistern, obwohl es damals sehr konträre Meinungen dazu gab. Wer mit diesem Roman nichts anfangen konnte, dem wird wohl auch "Die rote Halle" nicht gefallen, denn Karla Schmidt bleibt ihrer drastischen und auf den Punkt gebrachten Schilderung treu. "Die rote Halle" lässt keine noch so abstoßende Szene aus: Es kommen einige Themen zur Sprache, die recht hartgesotten sind. Von Pädophilie über Selbstverstümmelung bis hin zu Drogenmissbrauch und Unzucht mit Abhängigen ist hier alles vorhanden. Gut gefallen hat mir die Protagonistin Janina, die für ihren Sohn im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle geht und nicht aufgibt, ihn wiederzufinden. Simon wird für sein Alter sehr erwachsen beschrieben, vor allem leidet man als Leser mit, als er sich in der Gewalt seines Entführers befindet. DeeDee, die Komponistin von "Reading Red Shoes", ist wohl die am besten charakterisierte Person des Buches. Ihr Wahnsinn löst schockierende Lesemomente aus, aber man kann sich auch gleichzeitig nicht dem Gefühl entziehen, mit ihr mitzuleiden. Der Schauplatz des stillgelegten Flughafens Tempelhof wird von Karla Schmidt als sehr bedrückend aber auch interessant dargestellt. Man findet sich selbst beim Lesen in diesen kargen, leeren Räumen wieder und wandert so sinnbildlich mit den Protagonisten mit durch die winkelartigen und irrgartenähnlichen Gänge. Wer gerne richtig hartgesottene Thriller liest, in denen jegliche Gewalt in drastischen Worten und Taten nicht ausgespart wird, wird mit "Die rote Halle" gut bedient. Mir hat Karla Schmidts zweiter Thriller wieder gut gefallen und ich hoffe, in Zukunft noch mehr von der Autorin lesen zu dürfen. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover des Taschenbuchs zeigt die rote Halle, in der Josef Rosts Inszenierung stattfinden soll. Fazit: "Die rote Halle" ist ein hartgesottener Thriller, der nicht für schwache Nerven bestimmt ist. In drastischer Sprache schildert Karla Schmidt die Geschichte, die den Leser in einen schockierenden Sog zieht.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Ani

    15. February 2012 um 12:37

    Mit seiner letzten Inszenierung will der Starchoreograph Josef Rost unsterblichen Ruhm erlangen. Deshalb geht er bei der Besetzung der einzelnen Posten, vor und hinter den Kulissen, keine Kompromisse ein. Für seine Version des "Märchens von den roten Schuhen" hat er den stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof als Handlungsort gewählt. Die Kostümbildnerin Janina Zöllner reist mit ihrem 15-jährigen Sohn Simon extra aus Vancouver an. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft würde sie Rost und seinem Team am liebsten den Rücken kehren. Denn auch der Tänzer Dave Warschauer gehört zum Ensemble. Er ist der Vater von Simon, doch diese Tatsache hat sie bisher beiden vorenthalten. Denn Dave verlobte sich mit einer anderen Frau, bevor Janina ihm damals überhaupt mitteilen konnte, dass sie ein Kind erwartete. Die Proben für die Aufführung laufen anders als geplant, denn der Starchoreograph Rost ist von einer schweren Krankheit gezeichnet und reagiert oft unkontrolliert, aggressiv und launisch. Er scheint völlig neben sich zu stehen. Plötzlich fehlt von einer Tänzerin jede Spur und wenig später wird auch Simon zum letzten Mal gesehen. Janina macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Dabei dringt sie nicht nur immer weiter in die Gänge des stillgelegten Flughafens vor, sondern auch in die Tiefen der menschlichen Abgründe. Bald weiß Janina nicht mehr, wem sie noch trauen kann und ob sie ihren Sohn jemals lebend wiedersehen wird...... Meine Meinung Karla Schmidts Psychothriller ist in drei Hauptteile gegliedert, die nochmals in einzelne Kapitel unterteilt sind. Er beginnt mit dem Ende. Hier wird man Zeuge einer düsteren und dramatischen Szene. Das Interesse an der Handlung ist damit sofort geweckt. Die folgenden Kapitel sind mit dem jeweiligen Tag der Handlung gekennzeichnet. Man erlebt das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven und steuert dabei auf die bereits gelesene, finale Szene zu. Außerdem kommt es noch zu einigen Rücksprüngen in das Jahr 1996. Nach und nach erfährt man Details aus der Inszenierung, bei der Janina den Tänzer Dave kennengelernt hat. Von Anfang an herrscht eine düstere und beklemmende Atmosphäre. Man ahnt bereits früh die drohende Katastrophe, auf die unaufhaltsam zugesteuert wird. Der Handlungsort untermauert diese dunkle Ahnung. Er wird detailliert beschrieben, sodass man schon bald das Gefühl hat, dass man selbst in den zahlreichen Gängen und Räumen verloren gehen könnte. Schritt für Schritt folgt man den Protagonisten auf ihrem Weg, stets auf der Hut, da hinter jeder Tür etwas unvorstellbar Böses lauern könnte. Am liebsten würde man sich abwenden, doch dafür ist es bereits nach wenigen Seiten zu spät. Denn Karla Schmidt führt die Akteure der Handlung ein. Schnell wird klar, dass hier Charaktere aufeinandertreffen, die alles andere als durchschnittlich sind. Sie wirken abgedreht, krankhaft, egoistisch und intrigant. Ihre Fehler und Schwächen werden dabei deutlich herausgestellt. Fast alle scheinen am Rande eines Abgrundes zu tänzeln, nur wenige Schritte vom drohenden Absturz entfernt. Nach und nach offenbaren sich Geheimnisse, die lieber im Verborgenen geblieben wären. Abgestoßen, doch gleichermaßen fasziniert, beobachtet man die menschlichen Abgründe, mit denen man hier konfrontiert wird. Verführung von Minderjährigen, Drogen- und Alkoholmissbrauch, schmerzhafte Selbstverstümmelungen, Prostitution und schockierende sexuelle Neigungen werden thematisiert. Außerdem kommt es zu brutalen, eiskalten Handlungen, Mord und einer Entführung. Auf zartbesaitete Gemüter dürfte diese brisante Mischung eher abschreckend wirken. Die skurrilen Inszenierungswünsche des Choreographen Rost, der seine Hauptakteure in echte Schweinehäute einnähen lässt, sorgen zusätzlich für Gänsehaut. Die Protagonisten und ihre Handlungen lösen größtenteils Entsetzen aus. Janina Zöllners tiefe Mutterliebe ist ein wahrer Lichtblick in all der Dunkelheit und sorgt ein wenig für Licht und Wärme. Doch auch sie gerät in den Sog der katastrophalen Ereignisse. Gemeinsam mit ihr, stellt man sich die Frage, wem man eigentlich noch trauen kann und welchen Preis man für das Leben des eigenen Kindes zahlen würde. Obwohl man am Anfang der Erzählung ja bereits das Ende lesen kann, schafft es Karla Schmidt problemlos, die Spannung durchgehend zu halten. Abwechselnd angetrieben durch Entsetzen und Faszination fliegt man förmlich über die Seiten. Man gerät in den Sog der Handlung. Dadurch fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, bevor man die letzte Seite gelesen hat. Dieser Psychothriller unterscheidet sich deutlich von den Thrillern, die ich normalerweise lese. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bereits ein Buch gelesen habe, in dem so viele krankhaft und abgedreht wirkende Personen vorkommen. Dieses Buch wird deshalb bestimmt ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Die einen werden es abgestoßen und entsetzt abbrechen, und die anderen, zu denen ich gehöre, werden sich auch abgestoßen fühlen, doch gleichzeitig der Faszination dieser Erzählung erliegen und gebannt dem Handlungsverlauf folgen.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Gospelsinger

    08. February 2012 um 02:55

    Der berühmte Choreograph Josef Rost plant eine furiose Ballettaufführung im stillgelegten Flughafen Tempelhof. Dafür reist die Kostümbildnerin Janina Zöllner sogar aus Vancouver an, in Begleitung ihres 15jährigen Sohnes Simon, für den Rost eine Weile lang eine Art Ersatzvater war. Rost hat sich allerdings völlig zurückgezogen, und auch jetzt reagiert er wütend auf die Anwesenheit des Jungen. Auf Janina wartet noch ein ganz besonderer Schock: Die Hauptrolle wird von Dave Warschauer getanzt, dem leiblichen Vater Simons. Dave und Simon wissen allerdings nichts von ihrer Verwandtschaft. Die Musik des Stücks stammt von DeeDee, einer ehemaligen Tänzerin, die nach einem fatalen Autounfall entdeckt hat, dass sie eine begnadete Komponistin ist. Den Traum vom Tanzen hat sie allerdings nie aufgegeben, deshalb hat sie sich die weibliche Hauptrolle auf den verkrüppelten Leib geschrieben, eine Idee, die nicht viel Akzeptanz unter den anderen Mitwirkenden findet. Überhaupt laufen die Proben nicht gut. Josef Rost ist irgendwie nicht er selbst und benimmt sich seltsam, Dave schleppt eine andere Tänzerin für die Hauptrolle an und verdirbt es sich endgültig mit DeeDee, Janina bekommt kaum noch etwas von ihrem Sohn zu sehen, der heimlich die Eingeweide des Flughafengebäudes erkundet, und macht sich Sorgen um ihn. Zu Recht, wie sich herausstellt. Denn eine Tänzerin wird tot aufgefunden und Simon verschwindet. Janina kann ihren Sohn nur retten, wenn sie selbst einen Menschen tötet. Das ungewöhnliche Setting des Flughafens Tempelhof eignet sich wirklich hervorragend für diesen Psychothriller, sowohl was die Künstlerpersönlichkeiten angeht, als auch wegen der gruseligen Örtlichkeiten. Ich hatte einmal die Gelegenheit, an einer Führung durch den stillgelegten Flughafen Tempelhof teil zu nehmen und die verborgenen Orte dieses unheimlichen Gebäudes zu besichtigen. Das stand mir beim Lesen immer vor Augen, was die Spannung für mich noch steigerte. Die Charaktere sind ungewöhnliche Persönlichkeiten und wirken lebendig. Nach und nach treten ihre verwickelten Beziehungen zueinander und ihre gemeinsame tragische Vergangenheit zutage. Es ist völlig unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, denn dieser Thriller ist unglaublich vielschichtig, rasant, und hochspannend von der ersten bis zur letzten Seite. Die außergewöhnliche Geschichte wird hervorragend erzählt und schreit geradezu nach einer Verfilmung.

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Kaisu

    06. February 2012 um 16:50

    Was ist das Liebste was man einer Mutter nehmen kann? Richtig – ihr eigenes Kind. Gerne werden Kindesentführungen als Druckmittel eingesetzt, um der Mutter Schaden zufügen zu können, egal in welcher Form. Meistens sind die Kinder völlig unschuldig und werden nur als Mittel zum Zweck missbraucht. Aber irgendwie kommt einem dieses Schema F aus Romanen bekannt vor. Kind weg. Mutter unter Druck. Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Die Autorin Karla Schmidt nutz diesen bekannten Ablauf in ihrem aktuellen Werk „Die rote Halle“ und ob sie sich damit einen Gefallen tut ist fraglich. * Der Ort des Geschehens ist Berlin, genauer gesagt der stillgelegte Flughafen Tempelhof. Dort plant der Künstler Josef Rost eine Inszenierung der etwas anderen Art, zu deren Unterstützung er die Kostümbildnerin Janina Zöllner engagiert hat. Was diese zunächst nicht weiß, Josef hat auch den Tänzer Dave eingeladen, der der Vater ihres Sohnes Simon ist, welcher ebenfalls mit angereist ist. Nur wissen Vater und Sohn noch nichts von dieser Verbindung. Janina setzt alles daran, dass die Beiden nicht zu früh davon erfahren und vergisst dabei die Unberechenbarkeit ihrer neuen Freundin DeeDee, welche die Neuinszenierung „Die roten Schuhe“ tatkräftig unterstützt und zugleich die Hauptdarstellerin ist. Aber auch Josef Rost scheint teilweise nicht ganz bei Sinnen zu sein und schlägt plötzlich recht aggressive Töne an, was so weit geht, dass er Ersatz für DeeDee sucht. Als dann jedoch die neue Tänzerin tot aufgefunden wird und kurze Zeit später Janinas Sohn ebenfalls verschwindet, gerät alles aus den Fugen. * Klingt nach Kuddelmuddel? Ist es teilweise auch. Man könnte den Eindruck gewinnen alle Künstler sind schräg drauf und werden rasch zu potenziellen Killern. So extrem ist es natürlich nicht, aber auch in ihrem zweiten Buch schlägt Karla Schmidt eine sehr düstere kalte Stimmung an, die nur selten gelichtet wird. Zum einem liegt es an der Grundstimmung und dem Handlungsort, an dem kaum Sonne heran kommt, aber auch an den Tageszeiten und sobald etwas außerhalb des Tempelhofes geschieht, ist es meist Nacht. Die Grundstory ist interessant, aber nichts aufregend Neues. Lange Zeit passiert auch nichts, was an einen Thriller erinnert. Vergangenheiten werden aufgerollt, neue Gesichter vorgestellt, Eifersuchtsgeschichten unter Tänzern, wie man sie aus diversen Tanzfilmen kennt aufgetischt und irgendwann verschwindet ein Mädchen. Deren Todesursache man sich schnell herleiten kann und auch die Entführung von Simon ist nicht sonderlich spannend, da auch sie vorhersehbar ist. Da nützt auch ein geschickt eingeflochtener Nebenstrang nichts, um die Spannung zu erhöhen. * Im Vergleich zum ersten Band, wirkt die Handlung hier mehr zusammenhängend und „nachvollziehbar“, daher gibt es einen halben Punkt mehr. Ansonsten hat man wieder diese dauerhafte Kälte und kann sich nicht wirklich in die Charaktere hineinversetzen, was so wichtig ist für einen emotionalen Thriller. Dass Karla Schmidt auf dem Buchrücken in einem Zitat mit Fitzek verglichen wird, ist nicht angebracht. Fitzek spielt definitiv in einer höheren Lage und hat das, was Schmidt fehlt: Eine fühlbare Spannung von Anfang bis Ende. * Man muss ihren Stil mögen, ansonsten hat man keinen Spaß am Lesen. * 6,5 von 10

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  • Rezension zu "Die rote Halle" von Karla Schmidt

    Die rote Halle

    Readophil

    22. January 2012 um 19:14

    Es verwundert mich immer wieder wie Karla Schmidt es schafft Starftäter, die miesesten Art auch menschlich wirken zu lassen und Menschen, die egentlich nichts anders wollen als ein "normales" geregeltes Leben zu führen, brand gefährlich wirken zu lassen.

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