Karlheinz A. Geißler

 3.9 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Time is honey, Lob der Pause und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Karlheinz A. Geißler

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Time is honey

Time is honey

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Erschienen am 01.06.2017
Enthetzt Euch!

Enthetzt Euch!

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Erschienen am 01.09.2012
Lob der Pause

Lob der Pause

 (3)
Erschienen am 24.09.2012
Alles hat seine Zeit, nur ich hab keine

Alles hat seine Zeit, nur ich hab keine

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Erschienen am 26.09.2011
Alles. Gleichzeitig. Und zwar sofort

Alles. Gleichzeitig. Und zwar sofort

 (2)
Erschienen am 01.02.2007
Lob der Pause

Lob der Pause

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Erschienen am 05.03.2010
Zeitvielfalt

Zeitvielfalt

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Erschienen am 01.04.2006

Neue Rezensionen zu Karlheinz A. Geißler

Neu
M

Rezension zu "Time is honey" von Karlheinz A. Geißler

Von einer anderen Haltung zur Zeit
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Von einer anderen Haltung zur Zeit

„Time is money“.

Dies ist für die beiden Autoren nicht nur der „Slogan unserer Zeit“ und nicht nur der Hintergrund für viele (sehr kritisch im Buch gesehenen) Zeit-Management Ratgeber und Seminare, sondern letztlich eine Errungenschaft der Moderne, die mit ihrem unbarmherzigen „Takt“ den eigentlichen „Rhythmus des Lebens“ zerstört. Und ein Satz, der zudem noch sachlich falsch ist.

Nicht nun als „neuer“ Ratgeber oder „10-Punkte-Plan“ im Sinne eines weiteren Zeitratgebers kommt daher dieses folgerichtig daher, sondern eher als eine Art philosophische Betrachtung des Umganges mit der Zeit und was Zeit dem Menschen sein kann und sein sollte. Auf der Basis von Fakten und Recherchen natürlich, wie von Geissler seit Langem bereits gewohnt.

Zunächst setzt sich das Buch dabei kritisch mit dem „Zeitmanagement“ auseinander, bevor die „Bilder von Zeit“ an sich in Ruhe vor den Augen des Lesers ausgebreitet werden. Und das eben „Zeit“ nicht gleich „Uhr-Zeit“ bedeutet, sondern ganz anderen Rhythmen folgt.

„Mein Rat ist daher der, nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vertändeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man später keine Freude hat“ (Goethe).

Dieses Zitat gibt durchaus eine Art Leitfaden und inneren Rhythmus für das gesamte Buch vor, denn letztlich verweisen die Autoren vor allem darauf, die Zeit in ihren jeweiligen Möglichkeiten wahrzunehmen, tastend dabei vorzugehen und so aus einem „getakteten Leben“ ein mit der Zeit fließendes Leben zu gestalten.

Der an anderen Orten vielgenannte Begriff „Flow“ kommt einem bei der Lektüre dieses Buches daher unweigerlich und in guter Weise in den Sinn.

Die Zeit nicht nur quantitativ zu betrachten und zu messen, sich in Zeittakte bestmöglich einzufügen, sondern die Zeit als „Strauß bunter Zeitformen“ in ihrer jeweiligen Qualität sehen, schätzen und aktiv gestalten zu können, das ist jene Haltung der Zeit gegenüber, welche im Buch forciert angesprochen wird. Mit dem Mut, auch solche Zeiten ausführlich zu nutzen und zu würdigen, die im sozialen Kontext wenig Wertschätzung erleben (Langeweile, Ruhephasen, Muße u.a.).

Wie das im Sinne eines „Zeitgeflechtes“ gehen könnte und wie aus einem pressenden und druckgebenden „Time is money“ ein genießendes und „gesundes“ Time is honey“ dann werden kann, darauf gehen die Autoren ausführlich ein. Ohne erhobenen Zeigefinger und weitgehend ohne „neue“ Regeln für ein „noch besseres“ „Nutzen“ von Zeit.

Sondern eher im Sinne eines aktiven und mit Genuss verbundenen „Zeit-Lebens“.

„Was aber, wenn das Beste gar nicht mit Geld verrechenbar ist?“.

Und es braucht nicht lange, bevor die Autoren dem Leser überzeugend verdeutlichen, dass das Beste tatsächlich nie zu kaufen sein wird.

Eine empfehlenswerte, auch optisch anregend gestaltete Lektüre, die nicht immer ganz einfach zu verstehen ist, das Wesentliche einer höheren Lebensqualität gerade mit Blick auf die Zeit und den Umgang mit der Zeit beim Leser aber durchaus anregt.

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M

Rezension zu "Lob der Pause" von Karlheinz A. Geißler

Rezension zu "Lob der Pause: Von der Vielfalt der Zeiten und der Poesie des Augenblicks" von Karlheinz A. Geißler
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

In der Ruhe liegt die Kraft

Nicht müde wird Karlheinz Geißler seit Jahren schon in Bezug auf „sein“ Thema. Die Zeit. Das Empfinden, der Umgang des (westlichen) Menschen mit der Zeit. Wobei Geißler nicht zu den „Zeitmanagement Gurus“ zählt, sondern weitaus tiefgreifender Fragen nach dem Umgang mit der Zeit aufwirft, als nur ein perfektes Zeitmanagement als die Lösung von Hetze, Eile oder Rastlosigkeit zu propagieren.

Schon der Begriff „Poesie des Augenblicks“ aus dem Untertitel weist dabei dem gesamten Buch die Richtung. Nicht Zeit sparen oder unbedingt effektiv im Viertelstundentakt nutzen ist das Gebot für den beglückenden, guten, dem Menschen entsprechenden Umgang mit der Zeit, sondern Geißler führt (wieder einmal) auf einen wesentlichen Punkt hin, der im modernen, westlichen Leben immer mehr verschwindet und im Fühlen der Menschen kaum mehr (zumindest nicht mit gutem Gewissen) vorkommt: „Irgendetwas ist immer NICHT zu tun“.

Pause. Langeweile gar. Sitzen. Nicht schon wieder planen, abarbeiten, Listen machen, „es angehen“. In diesen „Pausen“ sieht Geißler fast das Eigentliche des Spürens von Zeit und Leben. „Lebst Du schon oder sparst Du noch: Die Zeit?“.

Denn „Geht´s um Zeit, dann geht´s ums Leben. Wie wir die Zeit leben, so leben wir unser leben“. Immer in einfachen Sätzen, fast meditativ, führt Geißler nach und nach auf, wie nicht alle Zeiten gleich sind, wie es eben Momente gibt, bei denen man „sowohl langsam, als auch schnell“ sein muss. Nicht immer nur schnell, nicht immer nur langsam, aber auf keinen Fall „ständig gehetzt“.

Wobei bei Geißler ein deutlicher Schwerpunkt auf der „Langsamkeit“ liegt, diese eben ohne schlechtes Gewissen und ohne innere Unruhe überhaupt zulassen zu können. Wartezeiten nicht als störenden Stillstand zu begreifen, Wiederholungen als „Erinnerung nach vorne“ und nicht als Zeitverschwendung zu verstehen. Und das ganze als eine „Enthetzung“ richtig aufzufassen, nicht als ein Postulat nach unbedingter „Entschleunigung“. Es kann ja durchaus mal schnell gehen. Wenn dabei die innere Ruhe nicht völlig verloren geht.

So sind eben die Pausen die „Leuchttürme des Daseins“. Ein Moment, der geschichtlich wohl bekannt ist, in Geißlers Augen aber wenig bis keine Gegenwart hat in einer durchstrukturierten und selbst in der freien Zeit auf Effizienz angelegten Lebensweise. Mit dem Preis von mannigfaltigen Problemen körperlich, in innerer Rastlosigkeit, aber auch im Blick auf den Umgang mit Umwelt und Natur. Alles braucht Pausen. Nicht nur, nicht absolut, aber immer wieder. Zur Regeneration und zur eigenen „Orientierung“ in der Zeit. Wobei Pause eben nicht zu verstehen ist als einen Zeitraum, wieder To do Listen zu erstellen, zu planen und diese Zeit damit dann wieder „effektiv“ zu nutzen, sondern verstanden als ein Verweilen, ein Genießen, ein echtes Ruhen. Geplant, durchaus aber auch die Fähigkeit, mit „unverhofften“ Pausen einen genussvollen, guten Umgang zu finden.

Karlheinz A. Geißler legt (wieder einmal) ein sprachlich schönes, nachdenkenswertes Buch über die Zeit und den Umgang mit der Zeit vor, in dem er klar dafür plädiert „vom Gas“ zu gehen und die Notwendigkeit dieses „langsamer Werdens“ nicht nur sachlich, sondern auch emotional bei der Lektüre dem Leser nahebringt.

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Rezension zu "Enthetzt Euch!" von Karlheinz A. Geißler

Rezension zu "Enthetzt Euch!" von Karlheinz A. Geißler
HeikeGvor 6 Jahren

Tick-Tack oder Zeit, die man selber ist
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"Es geht um Zeit, und wenn's um Zeit geht, geht es um nichts Geringeres als ums Leben selbst und um das, was die Welt im Innersten zusammenhält. Alle, ausnahmslos alle sind wir Zwangsabonnenten der Zeit - ein Leben lang.", beginnt Professor Dr. Karlheinz Geißler, der die amüsanteste Erfindung der Menschheit zu seinem Lebensthema gemacht und bereits mehrfach darüber publiziert hat, sein Buch. Auf die Frage, wodurch sich der Mensch in allererster Linie von allen übrigen Lebewesen unterscheidet, hält er eine ganz klare Antwort parat: durch seine Leidenschaft zum Zeitsparen. Sogar in seinem Alltagssprachschatz nimmt das Wort "Zeit" nach "Mama" einen respektablen zweiten Platz bei den am häufigsten gebrauchten Substantiven ein. Was allerdings ist eigentlich Zeit? Auf diese Frage kann nicht einmal die Philosophie eine verallgemeinerbare, überall gültige Antwort geben. Karlheinz Geißler versucht es trotzdem oder besser: Er hält ein Plädoyer über selbige und unsere zunehmend gehetzte Gesellschaft.
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"Die beste Definition wird wohl immer die sein, dass Zeit Zeit ist.", so teilte der Mathematiker Lambert am 13. Oktober 1770 in einem Brief an Immanuel Kant mit. Die Widersprüche und die Rätselhaftigkeit des Zeitphänomens ließen ihn resignieren. Geißler versucht sich dem "Problemfeld" anders zu nähern und hinter das Geheimnis der Zeit zu kommen. Interessant, lehrreich und zuweilen auch amüsant stellt er sich den Unvereinbarkeiten, den Paradoxien und den geheimnisvollen Seiten der Zeit und damit den Bewegungen des Lebens selbst. Sein Buch handelt von der zunehmenden Veruhrzeitlichung des Alltagsgeschehens, von "Zeitverlusten", "Zeitgewinnen", "Zeitvertreib" und "Fortschritt". Alles Begriffe mit denen wir nur allzu gern großzügig um uns werfen. Der Autor spricht das allzeit gegenwärtige Zeitproblem der Menschen an, das dem Sachverhalt geschuldet ist, "dass die Uhrzeit nur in sehr ungenügendem Maße mit der jeweils konkreten Zeitwahrnehmung und Zeiterfahrung der Subjekte in Übereinstimmung gebracht werden kann". Dies führt dann zwangsläufig zu "Zeitwidersprüchen", "Zeitparadoxien", "Zeitkonflikten" und "Zeitkollisionen". Vielleicht weil Zeit, "das am meisten Unsrige und doch am wenigsten Verfügbare" ist, so der Philosoph Hans Blumenberg. In verschiedenen Kapiteln startet Geißler einen Angriff auf Raum und Zeit, untersucht den Drang zum schnellen Geld, plädiert für eine allgemeine Enthetzung und die Kunst des Abdankens, spricht eine Gewinnwarnung für ein Leben ohne Zeitsparen aus und offeriert letztendlich zehn Angebote zum Zeit-leben.
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"Könnte es vielleicht sein, dass den Menschen das Messen der Zeit mehr Spaß macht, als sie zu leben?", fragt sich Karlheinz Geißler. Wir sprechen davon, dass die Zeit "rast", "geht", "flieht" oder zuweilen auch mal "stehen" bleibt. "Mal ist sie eine Einbahnstraße, mal läuft sie im Kreis. Und haben wir überhaupt noch einen Blick für das, was links und rechts des Weges passiert und "was unseren Schnelllauf zu den selbst gesetzten Zielen gefährden könnte?" Vielleicht sollte man einfach mal die Zeit in einer Schublade verschließen und sich der Welt, die voller Freuden und Genüsse ist, von denen ein gravierender Anteil die Abwesenheit der Uhr zur Voraussetzung hat, zuwenden. Denn Zeit zu leben ist stets sinnvoller und zufriedenstellender als alles Zeitsparen.
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"Solange man für den Aufgang der Sonne nicht zahlen muss, glaub ich nicht, dass Zeit Geld ist." (Karlheinz Geißler)

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